“Mit Vorurteilen kommst du nicht weit!” – Mixtape mit Omid Scheybani

Im heutigen Mixtape spreche ich mit World Culture Storyteller Omid Scheybani über seinen etwas anderen Lebensweg, das Eintauchen in andere Kulturen, Vorurteile und warum die Sprache so eine wichtige Rolle dabei spielt.

Überblick Omid Scheybani

Letztes Jahr führte ich ein spannendes Gespräch mit meinem Podcast-Hörer Garvin, der seit vielen Jahren in China lebt und dort als Geschäftsführer in einem deutschen Unternehmen arbeitet. Das Interview kam damals so gut an, dass sich ein Mitarbeiter von Google Deutschland bei mir meldete, der Garvin für ein Panel in Peking mit deutschen Unternehmen einladen wollte.

Auf diesem Panel lernte Garvin Omid Scheybani kennen, der dort ebenfalls von seinen Erlebnissen in China und seinem interessanten Lebensweg berichtete. Kurz darauf gab mir Garvin den Tipp, dass ich doch mal Omid in meinen Podcast einladen kann, weil er so viel zu erzählen hat. Und genau das machte ich direkt im Anschluss.

Nach einem einstündigen Vorgespräch, um mich besser vorzubereiten, fand dann im Juli das Interview mit Omid statt. Das ist ein wirklich tolles Gespräch geworden. Es geht um Omids Zeit bei Google, warum er 6 Sprachen spricht, wieso er in Stanford seinen MBA gemacht hat und warum es ihn dann nach China gezogen hat.

Eine Zusammenfassung des Gesprächs findest du weiter unten.

Shownotes

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Zusammenfassung

Omid Scheybani

Du bist in deinem Leben schon sehr viel herum gekommen: Gab es denn da mal einen Schritt oder Moment, wo du wusstest, dass es genau das ist, was du eigentlich machen wolltest? 

Ich bin in Deutschland geboren und aufgewachsen. Meine Eltern sind beide aus dem Iran und sind in ihren jungen zwanziger Jahren nach Deutschland gekommen. Wir sind in Bayern aufgewachsen, also in einer kleinen Vorstadt von Nürnberg.

Es war dann bei einem Aufenthalt in Argentinien, was Teil meines Studiums war, wo ich zum ersten Mal gemerkt hab: “Wow, dieses anders sein ist gar nicht mal so schlecht!”. Ich hab zu dem Zeitpunkt spanisch gesprochen, das war auch mitunter das Ziel ins spanischsprachige Ausland zu gehen. Da haben argentinische Mitstudenten gesagt: “Moment, du sagst du bist deutsch, du siehst aber persisch aus und sprichst mit uns in Spanisch, das ist richtig cool!”. Und als ich das  wahrgenommen hab, hab ich gemerkt: diese multikulturellen Aspekte, die ein fester Teil von mir sind, wieso muss ich die unterdrücken. Wieso investiere ich nicht mehr da hinein? Das war sozusagen der Moment für mich, als ich realisiert hab, dass anders zu sein nicht besonders schlecht ist. Anders zu sein ist eigentlich ein Vorteil, den ich doch vielleicht mal lieber ausbauen möchte.

Das war also genau dieser Moment, wo du gesagt hast, du möchtest auf dieser Welt einfach mehr erleben als nur in Deutschland in einer Stadt zu leben und nicht soviel über den Tellerrand zu gucken?

Meine Eltern wollten unbedingt dass ich an einer gewissen Wirtschaftshochschule studiere und das hat mich überhaupt nicht gereizt. Bis ich gelernt habe, welche Möglichkeiten ich damit habe. Ich kann mich noch ganz genau erinnern, dass diese ganze Präsentation über die Uni am Tag der offenen Tür mich total gelangweilt hat. Bis dann irgendwie der Teil mit dem Auslandssemester kam, wo ich mir gedacht hab “Wow, cool –  man kann ins Ausland gehen, eine andere Kultur kennenlernen und mit anderen Studenten studieren und so weiter. Und ich glaube von Anfang an, ist genau das etwas gewesen, was mich sehr gereizt hat: die Möglichkeit einfach mehr von der Welt zu erleben.

Du hast mir erzählt dass du sechs Sprachen sprichst. Das finde ich ja außergewöhnlich und wirklich toll! Welche Rolle spielen denn Sprachen im allgemeinen für dich und warum war es auch so wichtig diese Sprachen zu lernen?

Sprachen sind ein sehr interessantes Thema. Ich glaube, wenn Leute hören, dass ich jetzt in meiner sechsten Sprache bin – was Chinesisch ist – sagen sie: “Du musst ja talentiert sein”. Ich muss ganz ehrlich sagen, ich bin nicht talentiert! Ich bin einfach nur sehr passioniert und leidenschaftlich, was Sprachen angeht.

Für mich ist eine Sprache zu lernen, eine unglaublich effektive Möglichkeit einer Kultur näher zu kommen. Also der Geschichte einer Kultur näher zu kommen, den Werten einer Kultur näher zu kommen und einfach mit Leuten dieser Kultur eine Verbindung aufzubauen, die andernfalls, eben durch Sprachbarrieren, nicht stattfinden würde. Mein Großvater hat mir das mal gesagt als ich einen Sommer im Iran zu Besuch war. Ich weiß noch ganz genau wie er gesagt hat: “Jede Sprache die du lernst, ist wie ein Ticket zu einer neuen Welt voller Emotionen, Werten und einfach wertvolle Erfahrungen”. Und das hat sich einfach bei mir in meinem Kopf festgesetzt und deswegen habe ich diese Leidenschaft entwickelt, Sprachen zu lernen. Um so einfach auf Augenhöhe mit Leuten aus anderen Ländern und Kulturen kommunizieren zu können.

Du bezeichnest dich heute selbst als “World Culture Storyteller”. Was steckt denn da dahinter?

Es ist so ein Begriff, den ein Freund mir gegenüber mal so erwähnt hat. Das hat mir unglaublich gut gefallen und deswegen habe ich das adaptiert. Aber da steckt natürlich was dahinter. Ich nutze das nicht nur, weil es cool auf Social Media oder auf meiner Webseite klingt! Storytelling und World Culture Storytelling bedeutet: Es gibt so viele Leute, die sagen, sie waren in so vielen Ländern oder haben so viele Sachen gesehen. Es ist beeindruckend, aber es ist nicht wirklich etwas, was man feiern sollte. Was wirklich wichtig ist, ist wie tief man in eine Kultur reingeht. Wie tief man erlaubt, eine Kultur zu verstehen. Oder auch wie viel Zeit man darin verbringt.

Damit die Hörerinnen und Hörer mal ein bisschen verstehen wie du zu dem “World Culture Storyteller” geworden bist, lass uns mal ein bisschen über deinen Werdegang sprechen, denn der ist wirklich interessant. Ich glaube, du hast mir erzählt du hast bis zum Abitur über einhundert Videofilme gemacht. Hat dich eine berufliche Ausbildung in dem Bereich nicht gereizt?

Ich glaube, meine Eltern haben diese Leidenschaft für “content-production” auch gesehen. Aber sie wollten, dass ich ein Studium absolviere. Sie waren eher besorgt, dass es eine brotlose Kunst sein könnte. Gleichzeitig hatten Freunde der Familie ein Kind, das an einer privaten Wirtschaftshochschule studiert hat. Meine Eltern fanden das Programm so toll und wollten unbedingt, dass ich da zum Tag der offenen Tür gehe und mir das mal anschaue. Ich weiß noch ganz genau, wie ich in der Präsentation saß und dieses Auslands-Programm vorgestellt wurde. Das war der Punkt, an dem sich für mich alles um 180 Grad gedreht hat.

Dann warst du fertig mit dem Studium und hattest dann das Ziel in eine Unternehmensberatung zu gehen. Warum hat das nicht geklappt?

Die Gründe waren vielfältig:

  • Der Abschluss war 2009, auf dem Höhepunkt der Finanzkrise.
  • Viele Unternehmensberatungen haben damals einfach kein Personal eingestellt
  • Es wurden in der Uni nur Unternehmen aus Unternehmensberatung, Investment und Handel vorgestellt. Davon war nur Unternehmensberatung (Gehalt, Reisen, Benefits) für mich wirklich relevant.
  • Es folgten über mehrere Monate verschiedene Praktika, aber ohne Erfolg.
  • Ein Freund, der bei Google arbeitete, versuchte mich davon zu überzeugen auch dort in Irland anzufangen. Das lehnte ich aber ab, weil mir das Gehalt zu niedrig war.
  • Nach langen Überlegungen habe ich mich später aber doch beworben und wurde letztlich auch eingestellt.

Sehr cool! Ich glaub du warst dann ein Jahr in Dublin und hast dann den Sprung über den großen Teich gewagt oder?

Ja, ich bin ein bisschen mehr als eineinhalb Jahre in Dublin gewesen. Mein Manager wurde gleichzeitig eingestellt und wir haben dann zu zweit versucht ein Team aufzubauen. Innerhalb von eineinhalb Jahren haben wir das auf eine Größe von fünfzig Leuten aufgezogen und es kam dann die Möglichkeit nach New York zu gehen, um dort für ein anderes Team zu arbeiten. Anschließend bin ich dann nach San Francisco gegangen, um dort dann neues Team für Lateinamerika mit aufzubauen. Und die Möglichkeit kam mir entgegen, weil ich spanisch spreche und innerhalb der Organisation dieses Team schon in Europa mit aufgebaut hatte. Das wurde mir angerechnet und führte dazu, dass ich auch dabei helfen könnte, Lateinamerika mit aufzubauen.

Omid unterwegs in San Francisco (Bild: Omid Scheybani)

Und du hast dann gedacht, du kannst dich noch ein bisschen weiterbilden und hast dich in Stanford beworben.

Ich sag es mal so: 2009, als wir unseren Bachelor gemacht hatten, war der Bachelor noch sehr neu. Das Konzept Bachelor/Master stand noch irgendwie im Wettbewerb mit Diplom und Magister. Viele Personaler wussten zu dem Zeitpunkt auch nicht, was man mit diesen Bachelor-Absolventen macht. Deswegen würde ich sagen, dass gut 80-90 Prozent meiner Kommilitonen sofort im Anschluss ihren Master gemacht und für mich war das auch eine Option. Mir war es aber wichtiger, erstmal Arbeitserfahrung zu sammeln, so dass ich dann, wenn ich den Master später mache,  auf einen Pool auf Erfahrungen zurückgreifen kann, die ich dann nicht nur im Klassenraum teile, sondern auch gewisse Referenzen habe.

Und das war mir sehr wichtig. Als ich in die USA gezogen bin, sagte der Manager, der mich in den USA eingestellt hat, von Anfang an: “Wenn du jetzt in die USA in unser Team kommst, benötigen wir dich mindestens für zwei Jahre. Also bewirb dich bitte nicht sofort auf ein MBA-Programm.” Er wusste auch, dass ich das letztendlich machen wollte. Deswegen war der Kompromiss, dass ich mich die ersten zwei Jahre nicht auf ein MBA-Programm bewerbe.

Und dann hast du deinen Abschluss gemacht und hast dann gesagt du möchtest nochmal was neues kennenlernen? Oder wie kam dann der Schritt nach China?

Viele der Chinesen, die in dem Programm sind, bleiben in den USA und ungefähr die Hälfte geht zurück. Aber dass ein Nicht-Chinese sagt, er geht jetzt nach China, hat eher Seltenheitscharakter. Für mich war das aus verschiedenen Gründen wichtig:

  • Ich wollte in meine internationale Karriere investieren.
  • Ich wollte später Manager oder Executive werden.
  • Ich wollte mein Studium nutzen um mehr mit Asien zu machen und bin so in den ersten Kontakt mit China gekommen.
  • China hat mich beeindruckt: die Innovationen, die Skalierung der Produkte und ich wollte das unbedingt länger mit eigenen Augen sehen.

Aber jetzt stell ich das so vor: Ich komme nach China, alles ist fremd für mich, die Sprache ist komplett fremd, die Kultur ist komplett fremd. Wie kommt man da an einen Job? Wie bist du da vorgegangen? 

Definitiv nicht einfach! Das Wichtigste ist wirklich, dass man eine gewisse Selbstdisziplin haben muss. So habe ich mir neunzig Tage gegeben, um etwas zu erreichen. Die können sehr schnell vorbei sein. Ich hab jeden Tag detailliert aufgeschrieben, was ich gemacht habe. Es kann sehr demotivierend sein, wenn man auf Jobsuche ist. Vor allem in einem Land, wo man die Sprache zu dem Zeitpunkt noch nicht einmal “Beginner-Level” gesprochen hat. Das was ich in Stanford gelernt hab, musste ich teilweise wieder ablernen, weil Chinesen so nicht sprechen.

Über eine ehemalige Kommilitonin aus Stanford kam ich dann zum Fahrradhersteller Ofo, wo ich dabei geholfen habe, weitere Länder zu eröffnen. Wobei ich die Episode bei Ofo auch eher eine kurze war, weil das Unternehmen Probleme mit den Investoren hatte.

Aber das heißt du hattest dann auch keinen Job mehr und was kam dann? 

Das war eine unglaubliche Achterbahnfahrt, aber eine Achterbahnfahrt bei der ich auch in der ersten Reihe saß und viel einfach mitgenommen habe. Und wirklich einen Geschmack bekommen hab wie unglaublich China sein kann. Wie schnell es hoch und wieder runter gehen kann. Es folgten:

  • Ein Umzug von Peking nach Shanghai
  • Über eine Bekannte kam ein Kontakt zu zwei chinesischen Gründern zustande.
  • Gemeinsam gründeten wir ein ecommerce-Unternehmen.
  • Dieses verließ ich nach zehn Monaten (in Freundschaft).
  • Seither arbeite ich an eigenen Projekten und suche nach einer neuen Herausforderung.

Du hast mittlerweile auch einen eigenen Fotokurs rausgebracht und knüpfst so dann auch an die Anfänge deiner Karriere an. War das auch so ein Projekt was du unbedingt umsetzen wolltest?

Fotografie ist etwas was ich die letzten Jahre einfach sehr vorangetrieben habe und ich muss jetzt ganz klar sagen: Das ist jetzt nicht Fotografie mit einer Fotokamera, das ist Fotografie mit einem Smartphone. Seit dem Beginn meiner Leidenschaft für Fotografie habe ich mich darauf spezialisiert, aus dem Handy das meiste rauszuholen. Als Feedback bekomme ich sehr oft, dass viele mir nicht glauben, dass ich diese Bilder wirklich mit einer Handykamera, zum Beispiel mit einem iPhone, mache. Und dann habe ich mir irgendwann gesagt, wieso nicht aus diesem Wissen einen hochwertigen Kurs machen?

Du bist jetzt in China, und hast auch das Studium in Stanford selber bezahlt. Jetzt stell ich mir die Frage: Wie verdienst du denn jetzt dein Geld? Also reicht das aus dem Fotokurs aus, was du da verdienst oder wie gehst du da vor? 

Ja natürlich. Über Finanzen mache ich mir sehr viele Gedanken. Vor allem wenn man gewisse Opportunitätskosten hat. Also jeden Monat, den ich jetzt hier mit Suche verbringe und mit Nebenprojekten ist natürlich ein Monat in dem ich einfach keinen Gehaltsscheck bekomme. Die Opportunitätskosten sind auch da. Da mache ich mir Gedanken, aber nicht allzu viele. Ich hab durch den Kurs, durch den Verkauf meiner Prints und durch verschiedene Projekte, die ich hier nebenher mache, Einnahmen.

Aber nebenher gibt es auch Ersparnisse, die ich während der Karriere angelegt hab – vor allem an der Börse. Indem man versucht zu investieren, wenn der Markt runtergeht und dann einfach Geduld zeigt und manchmal Glück hat und manchmal nicht.

Aber dieses Aktien-Mindset das hast du aus den USA, oder?

Würde ich schon so sagen, aber ich muss ehrlich gestehen, dass ich das vielleicht so ein bisschen mehr von meinen Eltern habe. Also mein Vater hat sich vor allem als er in Rente gegangen ist – er war Kieferorthopädie – und in seine Rente hat er angefangen sich damit zu beschäftigen. Und ich glaube durch ihn bin bisschen mehr auf den Geschmack gekommen.

Word Shuffle

Netzwerk

Viele Leute unterschätzen, wie sehr ein Netzwerk einem helfen kann und wie wichtig sie sind. Der Aufwand wird oft überschätzt. Für ein Netzwerk muss man nicht ständig auf Events aufkreuzen. Ich glaube, es gibt auch einfache Wege sein Netzwerk nach vorne zu treiben.

Silicon-Valley

Ich liebe das Silicon-Valley für vieles, was es bietet. Für die Intelligenz, für den Hunger, den viele Unternehmer haben, für den Zugang des Kapitals. Ich selbst habe eine sehr starke persönliche Beziehung zu Google und Stanford, was Silicon-Valley angeht.

Gleichzeitig ist das Silicon-Valley ein Ort ,der durch einen kulturellen Wandel geht. Wo viele Probleme aufgetaucht sind, die die Leute betreffen, die dort leben. Und das Talent dort ist einfach den falschen Problemen zugeteilt. Wenn das ganze Talent, das dort in Silicon-Valley herrscht, die richtig großen, die größeren Probleme der Menschheit angehen würde, dann könnte die ganze Welt vielmehr von Silicon-Valley profitieren, als es das heute macht. In meinen Augen!

Lerntipps

Ich geb dir ein Beispiel: ich wollte immer mehr Bücher lesen, habe aber nie die Zeit gefunden. Ich hab die Bücher hier, ich bestell sie, sie kommen in mein Bücherregal, aber ich lese sie einfach nicht. Das ist schlimm, aber ich habe neulich gemerkt, dass ich Hörbücher einfach viel schneller konsumieren kann und viel mehr Zeit habe sie zu konsumieren.

Ich glaube, das ist glaube ich so ein “Lernhack”, den ich jemanden vielleicht mitgeben möchte. Aber was Lerntipps angeht, da muss man einfach selber herausfinden, was passt und was nicht. Für mich sind Lerntipps oft Lernhacks. Wie kann man die Zeit, die zwischen Meetings ist, sinnvoll nutzen?

Rockmusik

Habe ich unglaublich viel gehört. Vor allem Punkrock. Eine Frage, die ich gerne in größeren Runden frage ist: “Was war dein erster Username den du im Internet hattest?” Da kommen sehr viele interessante, lustige und teilweise peinliche Storys auf. Für mich war das ein Name, der mit Linkin Park zu tun hatte damals, als ich meinen ersten E-Mail-Account eingestellt hab, hab ich das nach Linkin Park benannt. Aber nicht nach dem Namen den sie zu dem Zeitpunkt hatten, sondern den Namen den die Band vorher hatte.

Offenheit

Sehr wichtig, kommt auch auf den Begriff, den ich vorhin erwähnt habe was diese cultural fluency angeht, dass man – egal, wohin man in die Welt geht – mit einer Offenheit und ohne Vorurteile diesen Kulturen begegnet. Wenn ich nicht diese Offenheit und Neugierde hätte, die ich wirklich jedem ans Herz lege, wäre ich nicht so weit gekommen, wie ich gekommen bin. Und hoffe auch das Offenheit und Neugierde mir weiterhin dabei helfen, im Leben voranzukommen.

Glück

Ich glaube man hat Glück allein schon dadurch, dass man in Europa geboren wurde. Ich denke viel über diese Privilegien nach, die einfach dadurch kommen, dass man in einem System aufwächst, das Demokratisch ist und ein Sozialnetz hat.

Das ist das erste und mitunter eines der größten Glücke, die wir im Vergleich zu vielen Leuten haben, die in Kriegsgebieten aufwachsen.Ich hab sehr viel Glück gehabt im Leben und hoffe das irgendwie weitergeben zu können. Nicht in Form von Glück, sondern in Form einer gewissen Bereitschaft, Menschen zu helfen. Ich glaub, da wo ich heute bin, ist teilweise Glück, definitiv Privileg. Das ist der Gedanke, der mir bei Glück in den Kopf kommt.

Wunderbares Schlusswort, Omid! Hab vielen herzlichen Dank für dieses inspirierende Interview. 

Bilder: Omid Scheybani

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10 Antworten

  1. Wieder mal ein sehr interessantes Interview. Ich bin auch im Nürnberger Raum aufgewachsen und habe in Nürnberg BWL studiert. Beim Lesen dieses Interviews ist mir dann auch wieder eingefallen, was ich an dem Studium am meisten bemängelte: Man wird zu einem Rädchen im Getriebe eines großen Konzerns vorbereitet. Ist erstmal eher neutral von mir gesehen. Aber das Wirtschaft weit mehr ist, wird kaum angekratzt. Das Leben eines Entrepreneurs wird komplett ignoriert.
    Ich hab mich dann Richtung IT weiterentwickelt.

  2. Ich war als junger Mensch viel mit dem Rucksack in SO-Asien unterwegs. Da hatte ich so viel dabei gelernt. Vor allem auch wie man mit wenig gut auskommen kann. Ich hatte auch das ganz einfache Leben gelebt ganz ohne die Hektik des Westens. Dann hatte ich auch in verschiedenen Ländern in Asien und anderen Ländern gearbeitet und hatte auch versucht ein wenig die Landes-Sprache zu lernen. Zumindest die überlebens-wichtigen Dinge. Z.B. in Südkorea war das sehr wichtig gewesen, weil da früher fast niemand Englisch konnte und man auch nichts lesen kann. Schon das Bahnfahren war ein Abenteuer. Die Leute reagieren auf ein paar Sprach-Kenntnisse so enorm positiv! Da ich die Aussprache (sehr tonal) nur nach dem Gehör gelernt hatte, hatte ich auch den örtlichen Akzent mit gelernt, was mir später mitgeteilt wurde. War eine sehr schöne Zeit gewesen. Das hat mich geprägt. Ich sehe vieles heute VIEL gelassener, zumindest meistens.

    Ich kann nur jedem empfehlen etwas länger (auch alleine) im Ausland nicht nur als Pauschal-Tourist zu sein, um damit auch die Leute und die oft sehr andere Kultur besser kennen zu lernen.

    LG Joe

  3. Ich würde mir wünschen, man käme nicht weit mit Vorurteilen, aber alle Schablonen die ich zu Persern (Eltern stecken einen in ein prestigereiches Studium, meist Medizin, 2. Wahl sind Wirtschafts- oder Ingenieurwissenschaften, eloquente Meister der Softskills und des Networkings etc.) und EBS Absolventen (Storyteller, Selbstdarsteller) habe, passen recht gut…Schade.

    1. @christoph

      Mir ging es beim Anhören ähnlich. Krasse, Selbstdarstellung und Geschwafel. „ ….Ich habe ja mit 3 Jahren Berufserfahrung schon die Welt verändert und ganze Länder aufgebaut….“ hä? Vermutlich hat er die Folien gemalt, wie es eben 90% aller „Berater“ in ihren ersten Jahren machen.
      Ich könnte da leider „nicht viel mitnehmen“…

      1. Schade, dass Ihr diese Meinung habt, aber ich habe Omid komplett anders erlebt. Ich habe die Folge nun auch 4 Mal gehört und finde sie immer noch sehr gut. Habt Ihr sie auch gehört und nicht nur gelesen? Die Zusammenfassung ist arg gekürzt.

        Krasse Selbstdarstellung sieht für mich komplett anders aus. Das würde auch zu jemanden, der an verschiedenen Stationen seines Lebens durchaus mit Selbstzweifeln zu kämpfen hatte (hört man ja diverse Male im Gespräch), nicht passen.

        Und noch ein wichtiger Punkt: Leuten mit krasser Selbstdarstellung geht es nicht um Menschen und Kulturen, sondern in erster Linie um Geld. In China verdient Omid zur Zeit nur wenig. Warum hätte er diesen Schritt gehen sollen? Das habe ich in 4 Jahren mit einem Online-Business und Kontakten zu ganz vielen anderen kennengelernt.

        Mit dem, was Omid bisher erreicht hat, würde ich auch mit Selbstvertrauen auftreten. Das sollte man aber nicht mit Selbstdarstellung verwechseln.

        1. Hallo,

          am Anfang des Interviews hatte ich auch zunächst den Eindruck, allerdings hat sich das komplett gedreht nach Hören der gesamten Folge. Ein wunderbarer Mensch mit sehr viel Selbstreflektion und Empathie. Eben überhaupt nicht Selbstdarsteller oder Storyteller

          Diese Folge ist für mich ein echtes Highlight, auch weil Sie zeigt das bei der jungen Generation doch nicht alles verloren ist wie teilweise anderswo suggeriert. Die Bike-Story, auch sehr spanned

          Die vorherige Folge mit Alex Fischer war für mich das Gegenteil, mit Arroganz und Überheblichkeit kann ich nichts anfangen.

    2. Ich habe auch dieses Vorurteil dass man in Deutschland immer den Neid als primäre Emotion lebt und sich über Dinge auslässt, die man eigentlich garnicht versteht.
      Wir hatten hochintelligente, fleissige und nette Unternehmensberater bei uns im Konzern, mit denen ich großenteils gerne gearbeitet habe.
      Ich habe viele iranische Freunde und du hast Recht – viele sind ambitioniert und beruflich erfolgreich. Andererseits kenne ich keine Nationalität die sich so für Familie und Freunde aufopfert. Was ist schlecht daran?
      Ich habe eher das Gefühl du beneidest engagierte Menschen etwas?

      1. Also ersteinmal zur Klarstellung: meine Vorurteile zu Persern sind erstmal durchweg positiv, hier ging es mir wirklich nur darum, dass ich gerne überrascht worden wäre wenn Vorurteile denn so doof sind: ein verschrobener Unsozialer Nerd der den ganzen Tag nur programmiert und Paläontologie studiert hat…und Perser ist! das hätte mich mal umgehauen und gefreut.

        Bei der EBS bleibe ich dabei, die spuckt im wesentlichen Schaumschläger aus.

        Warum werde ich mit Scheybani nicht warm?
        Ich fand schon Steve Jobs doof, Wozniak war für mich der wahre Held Apples! Ist das Neid? Vllt….Ich habe mich auch 2001 gefreut, als Larry Page alle Projektmanager rausgeschmissen hat. Vllt bin ich selbst zu sehr Nerd und leide ja unter meinen mittelmässigen Social Skills.

        Dass Scheybani nach China gegangen ist, statt bei Google Millionen zu scheffeln ist ihm in der Tat hoch anzurechnen, ich wäre der Verlockung des Geldes erlegen.

        In jedem Fall wünsche ich ihm alles Gute, denn ein netter Kerl ist er!

  4. Ich würde mir wünschen der Finanzrocker könnte an seiner Aussprache des Wortes „China“ (und natürlich ähnlichen Wörtern die er nicht so häufig sagt wie Chemie und Chile usw.) arbeiten.
    Es wird weder schina noch kina ausgesprochen. Um mal beim Norddeutschen zu bleiben kann man sich an Jauche orientieren 😉
    Vor allem die ständige Wiederholung des Wortes schina, wie war es in schina, ist bestimmt toll in schina, ich war auch mal in schina… treibt mich in den Wahnsinn. Luxusprobleme aber irgendwas ist ja immer

    1. Puh, solange Du nichts anderes auszusetzen hast, bin ich ja beruhigt. Das sind wirklich Luxusprobleme, die vielleicht 0,5 % der Podcasthörer wirklich stören. Aber ich weiß ehrlich gesagt immer noch nicht wie ich es aussprechen soll. Jina? 😉

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