Aktienrente: Investieren wie die Schweden? – El Dinero Folge 9

Über die schwedische Aktienrente wurde in den vergangenen Monaten viel diskutiert. Die FDP hat ihren Vorschlag zur deutschen Aktienrente eng an das schwedische Modell angelehnt. Aber ist das schwedische Modell wirklich so toll? Wo liegen die Fallstricke? Und sind nicht vielleicht der norwegische Staatsfonds oder der Stiftungsfonds von der Universität Yale bessere Beispiele? Darüber diskutieren wir in Folge 9 von El Dinero.

Bild Aktienrente Schweden

Überblick Aktienrente Schweden

Eine weitere Folge mit Dr. Stefan Eck. Dieses Mal sprechen wir über Staats- und Stiftungsfonds. Egal ob Norwegen, Schweden, China oder die Öl-Emirate Staatsfonds sind en vogue. Sie sammeln Milliarden ein – die Norweger haben sogar mehr als 1.000 Milliarden in ihrem Fonds – und wir haben uns gefragt: Was machen die mit dem ganzen Geld?

In dieser Podcast-Folge sprechen wir über den Norwegischen und den Schwedischen Staatsfonds und den Stiftungsfonds der Universität Yale. Ist das nur Voyeurismus, oder können wir als Privatanleger tatsächlich operativ etwas lernen von diesen Kolossen? Wir glauben schon.

Die beiden Staatsfonds verwalten und vermehren einen Teil der Rentenansprüche der Bürger ihrer Länder und der Yale-Fonds finanziert mit regelmäßigen Überweisungen einen Teil des Budgets der Universität. Im Kleinen sind das auch die Anforderungen an ein privates Wertpapier-Depot.

Grundsätzlich strategisch stellt sich die Frage nach dem Rentensystem. Kann das so bleiben oder müssen wir in Deutschland nicht ebenfalls einen Staatsfonds einrichten, so wie es die FDP zur Bundestagswahl vorgeschlagen hat?

Unsere Themen

  • Wie sind die drei Fonds aufgebaut, was sind ihre Ziele und in welche Assetklassen investieren sie? Was können wir hier lernen in Bezug auf Diversifikation, Anlagestrategie und Kostenbewusstsein?
    – Brauchen wir auch einen Staatsfonds nach dem Konzept der Norweger oder Schweden?
  • Was können wir als Privatanleger kopieren? Gibt es Musterportfolios, die wir übernehmen können? Ja, da gibt es was. Allerdings, das sei gleich gesagt: Yale mit seinen knapp 50 Prozent an Hedge Fonds und anderen aktiven Investments lässt sich nur sehr schlecht in ein ETF-Format pressen. Der Norwegische Staatsfonds dagegen lässt sich gut mit zwei bis drei ETFs nachbauen.

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4 Antworten

  1. Gerne höre ich eure Podcasts, allerdings habe ich 2 kritische Anmerkungen. Mich stört das unterschwellige Beamtenbashing wie: „Abgeordnete haben kein Interesse an Aktienrente, weil sie Beamten sind.“ Abgesehen von dieser generellen Verunglimpfung: Abgeordnete sind per se keine Beamte, sondern besitzen einen Sonderstatus, der mit einer Aufwandsentschädigung (Diät) vergollten wird. Der Status erlischt nach Ende des Mandats und sie kehren in ihre alten Berufe zurück.
    Außerdem hätte ich mir gewünscht, dass ihr das Problem diskutiert, dass für alle ab Mitte 30 die Aktienrente keine Vorteile wegen der langen Vorlaufzeit bringt, eher Nachteile, da sie ja diese Aktienrente mitfinanzieren müssen.

    1. Deine Argumente kann ich leider nicht so stehen lassen. Abgeordnete sind Beamten mit dem Rentenanspruch quasi gleichgestellt. Sie erhalten pro Jahr im Bundestag Rentenansprüche in Höhe von 250 Euro. Sind sie über 27 Jahre im Parlament, beträgt der Anspruch 67,5 % der Abgeordnetenentschädigung – aus Steuermitteln übrigens. Das sind mehr als 20 % im Vergleich zu normalen Angestellten. Übrigens: Das durchschnittliche Rentenniveau von Beamten lag 2020 bei 67,2 %. Ebenfalls aus Steuermitteln!

      Es ist also kein Beamtenbashing oder Verunglimpfung, sondern eine ungerechte Tatsache. Sieht übrigens Prof. Dr. Walz genauso.

      Wenn wir in unserem Alter aus der Aktienrente keine Vorteile ziehen, ist es auch klar, dass wir quasi für nichts einzahlen. Aber lieber so eine Lösung als dass Generationen immer weniger bekommen. Wir sorgen ja auch separat vor. Millionen machen oder können das nicht. Es gibt ja noch mehr Nachteile bei der Aktienrente. Wir haben uns auf einige wenige Punkte konzentriert. Die Folge war ja schon sehr lang.

      1. Sorry, wenn das jetzt “kleinkrämerisch” rüberkommt, aber in einem Finanzblog sollten wir sorgsam mit Begrifflichkeiten umgehen:

        – Beamte erhalten eine **Pension**, sie haben also keine Rentenansprüche und es geht bei ihnen also nicht um das Rentenniveau. Die Pension wird z.B. auch “schon immer” voll versteuert.
        – Der einfache Vergleich von Pensionen zu Renten ist nicht sachgerecht, weil auch die relativ niedrigen Beamtengehälter einbezogen werden müssen.
        – Dass Abgeordnete 27 Jahre lang Mitglied des Bundestages sind, kommt auch eher selten vor. Durchschnittlich sind es eher [6-8 Jahre](https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1239074/umfrage/zugehoerigkeitsdauer-der-abgeordneten-zum-bundestag-nach-fraktion/). Insofern finde ich es nicht so hilfreich, sich auf die Höchstbeträge zu fokussieren.
        – Abgeordnete sind insofern auch speziell, weil man sich nicht mal eben bewirbt und dann “drin” ist. Der Wahlkampf dauert mit Vorbereitungen etwa ein Jahr, in dem normalerweise auch sehr wenig Arbeit in der Privatwirtschaft möglich ist. Und nach einem Mandatsverlust dauert es ja auch etwas bis wieder eine reguläre Stelle angetreten werden kann (Abwicklung des eigenen Bürostabs usw).
        – Insofern finde ich auch die pauschale Aussage „[Die] Abgeordneten haben kein Interesse an Aktienrente, weil sie Beamten sind.“ Quatsch. Vielleicht haben viele Abgeordnete nicht so die Notwendigkeit für eine solche Vorsorge, aber so pauschale Aussagen fördern nur Populismus und Politikverdrossenheit. Im Übrigen: Hätten “die Abgeordneten” (in ihrer Gesamtheit) kein Interesse an der Aktienrente, gäbe es auch keine Vorschläge von den Parteien dazu. Diese gibt es aber…
        – Letztlich fände ich aber dennoch eine gute Idee, dass Abgeordnete Mitglied in den normalen Sozialversicherungen (GRV, GKV) werden zu lassen. Damit könnte vielleicht sichergestellt werden, dass sie etwas mehr an der Lebenswirklichkeit der meisten Bundesbürger teilhaben.

  2. Ich finde es eine gute Idee anläßlich der Diskussion im Bundestagswahlkampf mal die verschiedenen Modelle im Detail auszubreiten. Norwegen, Schweden und Yale schwirren ja öfter als Schlagworte durch den Raum, wenn es um Fragen der Rentenfonds geht. Hier mal ein paar Details auszubreiten macht die Diskussion wesentlich konkreter, finde ich. Interessant auch, daß z.B. der norwegische Fonds seine Asset Allokation im Laufe der Zeit verändert hat bzw. auch noch neue investierbare Assets hinzugekommen sind. Das norwegische Modell hat sich also auch über die Zeit entwickelt und ist nicht als großer Wurf auf einen Schlag in die Welt gekommen.

    Die wichtigste Erkenntnis scheint mir jedoch, daß die jetzt diskutierte Aktienrente für das Problem der Baby Boomer im Umlagesystem der Rente zu spät kommt. Zudem sollen ja ca. 2% des Bruttolohns eingezahlt werden. In der gesetztlichen Rente sind es ca. 19%, bei Riester 4% des Bruttolons. Da kann man sich schon fragen, welches konkrete Problem dieser Ansatz wirklich lösen kann.

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