“Wir nutzen unsere Firmenstruktur, um die Kosten weiter zu senken!” – Interview mit Sebastian Külps von Vanguard

In dieser Podcast-Episode spreche ich mit Sebastian Külps, dem Deutschland-Chef von Vanguard, über das genossenschaftliche Prinzip des Unternehmens, die Leitlinien der ETFs und Indexfonds von Vanguard, das 401k-Prinzip in den USA und wodurch die günstigen Preise der ETFs entstehen.

Überblick Interview Sebastian Külps

Heute komme ich mit einem Interview daher, dass komplett auf dem KISS-Prinzip beruht. Das hat jetzt nichts mit der sehr bekannten Hardrocktruppe aus den USA zu, sondern steht in dem Fall für Keep it simple, stupid. Also übersetzt heißt das so viel wie: Sei nicht so blöd, Dir den Kopf zu zerbrechen, wenn es auch einfach geht.

Am einfachsten und günstigsten geht das mit ETFs und Indexfonds. Du nimmst zwar nur die Marktrendite mit, aber die schlägt Zinsanlagen mittlerweile meilenweit. Vor allem über Jahrzehnte profitieren die Anleger extrem vom Zinseszins und bauen sich so ein großes Vermögen auf.

In den USA haben sie die Vorteile von Indexfonds und ETFs schon sehr früh erkannt und sich diese für ein intelligentes Prinzip der Altersvorsorge zunutze gemacht. Das läuft in den USA unter anderem über die sogenannten 401k-Pläne. Hierbei geht es um die Investition von Teilen des Gehaltes in Indexfonds, ETFs, Anleihen, Aktien- und Mischfonds von beliebigen Unternehmen. Damit diese Form der Altersvorsorge auch weiterhin an Attraktivität steigt, unterstützen viele Arbeitgeber den eingezahlten Anteil des Arbeitnehmers mit dem nochmaligen Betrag und zahlen diesen zusätzlich ein.

Eine große Rolle bei diesen 401k-Plänen spielen die ETFs und Indexfonds von Vanguard. Schon Mitte der 70er erfand Vanguard-Gründer John Bogle den allerersten Indexfonds. Dieser hörte auf den Namen Vanguard 500 und bildete ganz einfach den S&P 500 ab.

Mittlerweile gehört Vanguard mit einem verwalteten Vermögen von über 7,1 Billionen USD zu den weltgrößten Fondsgesellschaften der Welt. Dabei ist der Aufbau des Unternehmens aber komplett anders als bei der Konkurrenz, denn Vanguard setzt auf ein genossenschaftliches Prinzip. Dieses ermöglicht es, besonders kosteneffektive und einfache Fonds anzubieten und nicht für Aktionäre arbeiten zu müssen, sondern für die eigenen Kunden.

In dieser Podcastfolge habe ich mit Sebastian Külps den Deutschland-Chef von Vanguard zu Gast. Mit ihm spreche ich über alle eben angesprochenen Punkte und einiges mehr. Woher kommt diese genossenschaftliche Struktur? Warum ist es möglich ETFs für nur 0,07 Prozent anzubieten? Wo liegen die konkreten Unterschiede zwischen FTSE und MSCI beim All-Country World Index? Wäre das 401k-Prinzip nicht auch etwas für Deutschland?

Shownotes

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Zusammenfassung des Interviews

Über Sebastian Külps

Sebastian Külps Vanguard PortraitSebastian Külps arbeitet seit 25 Jahren in der Finanzbranche. Er ist in Japan und in den USA aufgewachsen. Seit 2017 ist er Deutschland-Chef von Vanguard.

Sie arbeiten seit fast 25 Jahren bei komplett unterschiedlichen Banken. Wie hat sich denn die Bankenwelt in der Zeit verändert?

Da hat sich viel getan. Krisen, neue Technologien, Digitalisierung und daraus folgend neue Vertriebsstrukturen.

Direktbanken, Fintechs und digitalisierte Zahlungskanäle fordern die Banken heraus, die sich lange Zeit etwas zurückgelehnt haben.

Vanguard ist der Indexfonds-Pionier. John Bogle hat das Unternehmen in den 70er Jahren gegründet. Was war denn der Grund dafür?

John hatte die Vision eine Struktur aufzubauen, die genossenschaftlich ist, aber eine Kern-Zweckbestimmung hat.

Und diese Zweckbestimmung ist: Wir vertreten die Interessen aller Anleger. Wir stehen für Fairness und Transparenz und sind nur einem Ziel verpflichtet: Dem Anlageziel unserer Kunden.

Wäre das 401k-Prinzip nicht auch in Deutschland in abgewandelter Variante eine sinnvolle Idee?

Die 401k-Pläne in den USA sind aufgekommen, um die staatliche Altersvorsorge zu entlasten.

Bei diesem Plan können Arbeitnehmer einen Teil ihres monatlichen Einkommens auf einem gesonderten Konto einzahlen. Der Vorteil ist, dass die eingezahlten Beträge bis zu einer gewissen Höhe von der Steuerpflicht befreit sind. Das hilft enorm, um von dem Zinses-Zins-Effekt noch mehr zu profitieren. Unser Ansatz dabei ist es, die Kosten so gering wie möglich zu halten.

Der Anleger kann dabei frei entscheiden, welcher Prozentsatz in Aktien und welcher in Anleihen investiert wird.

In Deutschland sind diese Pläne vor allem garantiebasiert. Das heißt hier hat der Anleger nicht die Möglichkeit mit höheren Renditen belohnt zu werden, wenn er ein höheres Risiko eingeht.

Wir haben in Deutschland im europäischen Vergleich einer der höchsten Sparraten, aber wir sind fast das Schlusslicht wenn es um den Vermögensaufbau geht. Und das liegt daran, dass viele nicht investieren oder bei der Altersvorsorge nicht die Entwicklung der Kapitalmärkte integrieren.

Vanguard hat nach wie vor eine besondere Eigentümerstruktur. Wie ist das Unternehmen aufgebaut? Welche Vorteile bringt das mit sich?

Durch den genossenschaftlichen Ansatz unterscheiden wir uns deutlich von Mitbewerbern. Beispielsweise sind Fonds-Inhaber gleichzeitig Eigentümer an Vanguard und haben daher ein Interesse am Erfolg von Vanguard und der Anleger.

Warum hat es so lange gedauert bis Vanguard 2017 auf den deutschen Markt gekommen ist?

Die Struktur des deutschen Marktes ist sehr bankendominiert und es herrscht eine starke vertikale Integration, also viele Banken haben ihre eigenen Asset-Manager. Das heißt es hat für uns relativ lange gedauert, bis wir Zugang zu den entsprechenden Finanzprodukten bekommen haben. Der andere Punkt ist die provisionsbasierte Vergütung, die immer noch sehr dominiert in Deutschland.

All unsere Produkte sind sogenannte „Clean-Fee-Produkte“ also enthalten keinerlei Vertriebsprovision. Von daher war der deutsche Markt für uns lange Zeit schwierig. Aber das hat sich in Deutschland mittlerweile gewandelt und uns den Einstieg ermöglicht.

2015 haben wir eine große Veränderung im deutschen Markt beobachten können, vor allem durch das Aufkommen der Direktbanken und auch des ETFs. Der ETF ist unserem Produkt sehr ähnlich, weil er auch keine Vermittlungsprovision in den Kosten einkalkuliert hat. So haben wir uns dann entschieden 2017 auch in den deutschen Markt einzusteigen.

Sebastian Külps im Vanguard-Büro in Frankfurt.

Wer ist denn Ihre Hauptzielgruppe: Banken und Vermögensverwalter oder der Privatanleger?

Kern ist für uns Gleichdenkende zu finden, die Wert auf eine langfristige Geldanlage, eine breite Diversifikation und niedrige Kosten legen. Das heißt wir suchen Partner, die diesen Ansatz verfolgen und den bestmöglichen Anlageerfolg für den Anleger erreichen wollen.

Das ist unser Hauptziel und Fokus und so sind beides unsere gleichwertigen Zielgruppen.

Wir haben hier eine andere Vertriebsstruktur als andere Finanzdienstleister, die provisionsbasiert verkaufen. Wir haben eine einmalig höhere Beratungsgebühr, die wir transparent darlegen, aber können dem Anleger dafür kostengünstige ETFs und Indexfonds verkaufen, von denen er langfristig profitiert.

Was versteckt sich hinter dem FTSE und wo liegen die Unterschiede zu MSCI?

Die Unterschiede sind gering. FTSE ist ein Indexanbieter wie auch der MSCI. FTSE ist etwas breiter diversifiziert, gehen 5% tiefer in die Marktkapitalisierung der Länder rein. Außerdem werden die Länder und Regionen anders eingestuft (Schwellenland, Industrieland) und FTSE ist etwas kostengünstiger. MSCI ist bekannter und machen besseres Marketing, aber der Norwegische Staatsfond nutzt  FTSE beispielsweise als Benchmark. Er ist also weltweit bekannt und sehr beliebt. Wir haben sowohl mit FTSE als auch mit MSCI gute Erfahrungen gemacht.

Eine Besonderheit von Vanguard sind die sehr günstigen Kosten. Der größte Vanguard-ETF auf den S&P 500 kostet nur 0,07 %. Wie ist da so eine günstige TER möglich und wie wichtig sind die Kosten der ETFs generell?

Diese geringen Kosten erreichen wir durch Skaleneffekte. Wir bieten dieselben Produkte weltweit an und können sie daher günstig anbieten. Der zweite Punkt sind die Indexkosten an sich, die der Indexanbieter bestimmt, dort sind wir bei S&P auch sehr günstig.

Müssen sich die Anbieter preislich langfristig eher Vanguard anpassen oder Vanguard den anderen Anbietern? Wie sehen Sie denn generell die Konkurrenzsituation auf dem Markt?

Historisch gesehen haben sich andere Anbieter an unsere Kosten angepasst oder uns teilweise auch unterboten, wir nennen das auch den Vanguard-Effekt.

Aber wir schauen auf uns und schauen, dass wir so effizient wie möglich arbeiten, die Produkte so günstig wie möglich halten und weiter die Kosten senken können.

Der teuerste Vanguard-ETF auf dem deutschen Markt ist FTSE All-World ETF Dividend Yield mit 0,29 %. Das ist immer noch sehr günstig, aber warum ist so ein Dividenden-ETF teurer als beispielsweise der normale FTSE All World mit doppelt so vielen Positionen?

Dieses Produkt ist eher ein Nischenprodukt bei uns, das heißt wir haben wir nicht die gleichen Skaleneffekt wie bei einem S&P500 beispielsweise. Außerdem passen wir in Krisenzeiten wie diesen, auch immer etwas im Produkt an, was auch die Kosten etwas erhöht.

Wir sind aber auch hier bemüht die Produkte durch den Skaleneffekt und Optimierungen die Kosten langfristig weiter zu senken.

Vanguard setzt ausschließlich auf physische ETFs. Warum?

Im Grunde genommen ist das eine Transparenz-Frage. Synthetische ETS transparent zu verstehen ist nicht wirklich leicht. Dort hat man mehr Beteiligte, SWAP Anbieter mit drin usw. und das ist für den Endanleger nicht so einfach zu verstehen und die Kosten sind z.T. auch höher, um alle Beteiligten auch bedienen zu können.

Bieten Sie auch Themen- oder Branchen-ETFs und Faktor-ETFS oder setzen Sie ausschließlich auf marktbreite Indizes?

In Europa setzen wir mittlerweile nur noch auf marktbreite Indizes und nicht mehr auf Faktor-Produkte.

Letztere kamen nicht so an, wie wir uns das gewünscht hätten und hat daher nicht die Skaleneffekte aufbauen können, die wir uns erhofft hatten, die Produkte günstig anbieten zu können.

Themen- und Branchen-ETFs entsprechen unserem langfristigen, diversifiziertem Ansatz nicht so gut und verleiten unserer Erfahrung nach eher wieder zum eher kurzfristigem Investieren. In den USA haben wir eine breitere Produktpalette und bieten einige Themen-ETFs für gewisse Technologien an.

Dank der Zinsmisere gibt es einen Anlagenotstand in Deutschland. Wer Rendite möchte, muss in Aktien investieren. Wie bewerten Sie das – auch im Hinblick auf Anleihen, die Vanguard ja ebenfalls als ETFs anbietet?

Die Rentenpapiere haben dadurch weiter an Ruf verloren. Anleihen bieten in Krisenzeiten einen gewissen Schutz und sollen vor Verlusten schützen, indem sie in gewisser Weise als Puffer fungieren.

Viele Fragen sich ob in dieser Niedrigzinsphase diese Puffer-Funktion der Anleihen noch gegeben ist. Wir haben jetzt gesehen, dass auch Anleihen in letzter Zeit etwas eingebüßt, aber sich sehr viel schneller erholt haben und nach wie vor einen guten Absicherungseffekt fürs Portfolio darstellen.

Sie haben im letzten Monat einen neuen ETF mit weltweiten Unternehmensanleihen nach ESG-Kriterien veröffentlicht. Wie gefragt sind denn die nachhaltigen ETFs und warum jetzt noch Anleihen nach ESG-Kriterien?

Bei ESG liegt der Fokus auf Ökologie, Soziales und Gesellschaft. Das ist sehr wichtig und wir achten darauf, dass Anleger, denen diese Grundsätze bei der Anlage wichtig sind, passende Produkte bei uns finden.

Beim ESG Screening werden gewisse Unternehmen in ETFs nach bestimmten nachhaltigen Kriterien ausgeschlossen. Das sind Produkte die auf Waffen, Genmanipulation, Atomenergie usw. setzen.

Wichtig ist uns dabei, dass dabei die Grundsätze erfolgreicher Kapitalanlagen nicht links liegen gelassen werden. Also das man weiterhin auf langfristige, kostengünstige, breit diversifizierte Produkte Wert legt.

Welche Ziele verfolgt Vanguard auf dem deutschen Markt für die kommenden Jahre?

Unser Ziel ist es unseren Service in Deutschland weiter auszubauen und Anleger bei ihren Zielen weiterhin bestmöglich zu unterstützen.

Wie legen Sie denn persönlich Ihr Geld an und wie sieht Ihre Asset Allokation aus?

Selbstverständlich investiere ich auch in Vanguard-Produkte. Als Beimischung habe ich auch ein paar Einzelwerte wie ETFs, Aktien und Anleihen. Ich hab auch noch 1-2 traditionelle Fonds, die ich schon lange halte und mir ab und an Gedanken mache, ob ich zu viel zahle. Also auch dort bin ich nicht immer optimal aufgestellt, aber auch die haben einen Platz in meinem Portfolio. In Immobilien bin ich nicht investiert außer in meine eigene.

Durch Vanguard ist bei mir der Fokus auf das langfristige und kostengünstige Investieren gestärkt worden.

Zum Abschluss mache ich nochmal das obligatorische Wordshuffle mit Ihnen. Ich nenne Ihnen Begriffe und Sie sagen, was Ihnen einfällt.

Maine

Wunderschöne Natur. Dort habe ich meinen Bachelor in Economics gemacht. Ich habe dort viele Freunde kennengelernt, meinen Horizont erweitert und viel Spaß gehabt, was beim College auch dazu gehört! Ich bin in den USA aufgewachsen, mein Vater wurde in den Westen der USA versetzt, als ich 10 Jahre alt war.

Familie

Familie ist für mich ein großer Halt. Ich habe 4 Kinder und 2 Brüder und wir haben einen großen Zusammenhalt. Bevor ich in den USA gelebt habe, haben wir in Japan gelebt. Es ist natürlich toll so viel von der Welt zu sehen, aber dann sind die Familie und der Zusammenhalt umso wichtiger.

Rockmusik

Ich bin ein großer Classic-Rock-Fan auch durch die Zeit in den USA. Musik kann mir den Kopf befreien und bringt Spaß und auch alte Erinnerungen zurück. Leider habe ich aber kein Talent für ein Musikinstrument – da sind meine Kinder besser!

USA

Ein Land, das mich sehr geprägt hat was aber jetzt vor starken Veränderungen steht. Ich wünsche mir, dass dieses Land wieder zu mehr Zusammenhalt findet und zu einem Land wird, was nicht so sehr in Konflikten ist.

Deutschland

Wenn mich jemand fragt, was meine Heimat ist, dann sage ich immer Deutschland, obwohl ich hier erst seit 2001 lebe und nicht hier aufgewachsen bin. Ein Land mit viel Potenzial, wo meine Kinder geboren sind und bei dem ich mit Vanguard erreichen möchte, dass mehr Menschen erfolgreich ihr Geld anlegen und für ihr Alter vorsorgen.

John Bogle

Ein Visionär und ganz beeindruckender Mensch. Ein Mensch, der sich auch im hohen Alter mehrere Stunden mit mir zusammensetzt, um ganz viele Themen durchzudenken. Er hat den egalitären Ansatz voll und ganz verinnerlicht und eine tolle Kultur bei Vanguard aufgebaut. Und er hat etwas geschaffen, was in der Form kaum zu replizieren ist.

Kulturelle Vielfalt

Sehr wichtig in der Gesellschaft und im Unternehmen, die wir uns unbedingt bewahren müssen. In Japan war die Kultur beispielsweise ganz anders, als im Westen. Das habe ich als Kind gar nicht so wahrgenommen, sondern einfach so mitgelebt.

Digitalisierung

Für mich eine Herausforderung, auch wenn meine Kinder mir dabei helfen. Die Digitalisierung verändert vieles und bietet neue Chancen, aber ist auch mit Vorsicht zu genießen. Ich frage mich schon, was mit meinen Daten passiert und wo die alle hinlaufen. Aber sie ist nicht mehr zu bremsen deswegen sollten wir sie weiterhin so formen, dass sie unseren Lebensstandard weiter verbessert.

Glück

Hat mich im Leben verfolgt. Aber man muss sein Glück auch selbst suchen und es auch schätzen. Ich denke ich bin ein glücklicher Mensch und freue mich, dass ich es sein kann.

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10 Antworten

  1. Vielen Dank, Daniel & Herr Kuelps fuer das Interview!

    Es ist immer wieder erhellend, einen Einblick von der ETF-Anbieter-Seite zu bekommen.
    Wie zB die Bepreisung (TER) zustande kommt: Skaleneffekte, Indexanbieter-Gebuehren, Fluktuation/Dividenden-Aenderungen.
    Auch die im Nebensatz erwaehnte Strategie sich bei Cash-Zufluessen zunaechst marktschonend einzuloggen (via Futures).
    So versteht man, warum kleine/Nischen-ETFs immer teurer sein muessen, als die Dickschiffe und warum man deshalb kostenseitig stets einen Nachteil mit Divi-/Branchen-/Faktor-/Laender-ETFs haben kann. (Das groesste Problem ist aber abseits von Kosten/Steuern bei weitem das falsche Anlegerverhalten, weshalb Hr Kuelps Beraterwesen positiv sieht).

    Falls Herr Kuelps hier mitliest: Mich haette interessiert, wie er/Vanguard die mittelfristige Bedeutung von ESG-Anlagen einschaetzt (differenziert nach Weltregion)?

    LG Joerg

    1. Danke für die Frage und tut uns leid, dass die Antwort etwas gedauert hat! Wir bei Vanguard sind fest überzeugt, dass nachhaltige Anlagen ein Dauerthema bleiben. Die Sichtweise von Öffentlichkeit, Anlegern und Politik auf ökologische, soziale und Governance-bezogene Fragen ist eindeutig im Wandel. Zudem sorgt der EU-Aktionsplan für nachhaltiges Finanzwesen dafür, dass nachhaltige Anlagen fest in den Finanzmärkten verankert werden. Ich frage mich eher, wie das Konzept Nachhaltigkeit 2.0 aussehen wird und wie sich das Thema in den nächsten fünf bis fünfzehn Jahren weiterentwickelt. Nicht zuletzt sind bei nachhaltigen Anlagen verschiedene ESG-spezifische Kundenbedürfnisse zu beachten. Anleger wollen nicht in Unternehmen investieren, deren Aktivitäten ihren persönlichen Werten widersprechen, sondern in Firmen, die positiv auf Gesellschaft und Umwelt einwirken. Auf diesem Weg wollen sie einen positiven Beitrag leisten. Wir bieten diesen Kunden Produkte, die klare und glaubwürdige ESG-Ziele verfolgen und mit denen sie zugleich ihre Renditeziele erreichen können.

      Wir glauben, dass ESG-Risiken den langfristigen Wert eines Unternehmens untergraben können, wenn sie unkontrolliert bleiben. Gut geführte Unternehmen, die wesentliche Risiken mindern, werden im Laufe der Zeit besser abschneiden als Unternehmen, die schlecht geführt werden. Um auf die Frage nach Weltregionen einzugehen – hier variiert die Umsetzung von Region zu Region und von Land zu Land, und selbst in stark regulierten und entwickelten Märkten sehen wir manchmal schlechte Praktiken.

      Wir müssen uns aber auch über etwas anderes im Klaren sein: Definitionen und Ansätze zu ESG variieren stark; es gibt keine universelle ESG-Strategie. Die Meinungen über den “richtigen” Weg, ESG-Aspekte in Investitionen zu berücksichtigen, variieren fast unendlich, nicht zuletzt aufgrund der großen Bandbreite an Ansätzen und der persönlichen Wertvorstellungen der Menschen. Unsere Research unterstreicht, dass die wichtigste Überlegung bei der Auswahl eines Ansatzes für jeden Anleger individuell ist. Und die Grundsätze der Diversifikation und der niedrigen Kosten sollten beim Aufbau eines Portfolios niemals geopfert werden. Außerdem gibt es derzeit keinen Branchenkonsens über Bewertungskriterien für ESG. Aus diesem Grund kommuniziert Vanguard die Ansätze unserer Fonds klar und ermutigt Investoren zu einer angemessenen Due-Diligence-Prüfung.

      1. Vielen Dank, “Vanguard”
        fuer die lange Antwort in Marketing-Sprech 😉

        Ich uebersetze mal holzschnittartig:
        – “nachhaltige” Anlagen bleiben ein Dauerthema
        – es/die Definition (zB ESG) ist unscharf und wird sich weiterentwickeln
        – es gibt eine Anlegernachfrage fuer: “glaubwuerdige ESG-Ziele verfolgen und Renditeziele erreichen”, diese versucht auch Vanguard zu erfuellen
        – diese Ziele/Umsetzung variieren stark nach Weltregion/Gesellschaft (“zuerst kommt das Fressen, dann die Moral”?)
        – da ESG schwammig und nicht fuer alle Werte/Regionen gleich definiert ist, muss jeder selbst entscheiden, ob ein ESG-beachten fuer ihn Sinn macht

        Diesen Satz liebe ich:
        “die Grundsätze der DIVERSIKATION und der niedrigen Kosten sollten beim Aufbau eines Portfolios niemals geopfert werden”

        Deshalb bleibe ich pers. erstmal bei meinem All-Cap Ansatz. Werden doch strukturell ESG-belastete Unternehmen mittelfristig dann sowieso von der Boerse genommen (Haessliches, Unangenehmes, Schmutziges wird stets gefaerbt/kosmetisch operiert/versteckt/verbannt/gewaschen)?

  2. Hi,

    endlich mal wieder ein Interview was mich wirklich interessiert und zusätzlich auch noch gut war. Und das nicht nur weil ich rund 33% meines Depots im Vanguard FTSE All World ETF habe.

    Aber eine Frage, die ich mir eigentlich schon länger stelle ist mir dadurch wieder klarer geworden. Wer bzw. wie wird eigentlich bestimmt welche Firmen in einem Index sind? Beim z.B. dem Dax ist es noch klar, sind die unternehmen mit der höchsten Markkapitalisierung in Deutschland. Bei MSCI World, bzw. FTSE-All Word sieht es sinngemäß ähnlich aus. Aber wie läuft sowas bei Smart-Beta, oder Themen oder… ETF’s? Ist das nicht im endeffekt schon wieder fast das gleiche wie ein aktiv gemanagter Fond?

    Vielleicht kannst du das ja mal in einem deiner Podcasts unterbringen.

    1. Moin Dirk,

      vielen Dank für Dein Feedback. Freut mich sehr, dass Dir die Folge gefallen hat. Es ist wirklich unmöglich die Interessen von jedem Hörer/jeder Hörerin genau zu treffen. Aber das ETF-Thema spielt auch eine wichtige Rolle und deswegen war es wieder an der Zeit für ein neues Interview aus der Branche.

      Deine Frage beantworten wir in der kommenden El-Dinero-Folge ausführlich. Hör doch da mal rein. Die Folge kommt am 5.7. raus.

      Viele Grüße
      Daniel

  3. Hallo Daniel,

    erst einmal Danke für das tolle Interview. Da Fragen waren gut, die Antworten auch und ich habe einiges dazugelernt.
    Meine Fragen wäre gewesen:
    Warum gibt es den Vanguard ESG Global All Cap nur als ESG und ist eine NICHT ESG Global All Cap geplant.
    Wann kommt ein in Europa zugelassener Vanguard Total World.
    🙂

    Am Ende wurde ein Kommentar vorgelesen, der sich auf die Headline bezog mit anschließender Statistik.
    Bist du sicher dass es wirklich die Headline ist, die mit dem Traffic korreliert? Ich lese mir IMMER die Beschreibung/Infos durch und wenn ich den Podcast auch mal als uninteressant einstufe auch schon einmal die Kommentare auf der Webpage.
    Den Axel Ritt Podcast habe ich z.B. erst nach dem Lesen der leicht kontroversen Kommentare gehört und fand den Podcast gut und Axel sympathisch.

    Noch eine blöde Frage (vielleicht habe ich mich da auch verhört): Am Ende war von einem Markus Koch im Christian Lindner Podcast die Rede. Ich finde oder kenne nur den FDP Christian Lindner. War der wirklich gemeint?

    Gruß
    Gordon

    1. Hallo Gordon,

      ja, ich hätte auch noch einige weitere Fragen gehabt, aber die Interviewpartner haben meistens einen festen Zeitrahmen für das Interview. Ich muss während des Gesprächs immer darauf achten, dass er eingehalten wird. Aber vielleicht gibt es ja mal ein weiteres Interview mit Herrn Külps, wo ich dann weitere Fragen stellen kann.

      Was die Headline angeht: Ja, sie korreliert definitiv mit der Headline. Die Headline sorgt mitunter für bis zu 10.000 Hörer mehr oder weniger. Gerade bei der Folge mit Axel Ritt hat es nicht funktioniert mit der Headline. Da hatte das Interview dann auch 8.000 Hörer weniger gehabt. Ein anderes Beispiel: Mein Hörerinterview mit Mareike ist vor allem wegen der Headline so extrem durch die Decke gegangen. Die Folge hat über 40.000 Downloads bekommen, was bei Hörerinterviews sehr selten ist.

      Ja, ich meinte genau den Podcast vom FDP-Lindner. Die Folge mit Markus Koch ist wirklich richtig gut. Gibt es auch bei YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=D4tT5eUdlfM

      Viele Grüße
      Daniel

  4. Moin Daniel!
    ich habe einen Vorschlag für ein kleines Format. Wie wäre es mit kurzen follow up Podcast der die Zuschauerfragen beantworten? Lässt sich so etwas mit den Interviewpartner organisieren? Lohnt sich der Aufwand für die möglichen Downloadzahlen?

    Viele Grüße
    Mathias

    1. Moin Mathias,

      machbar wäre das durchaus, aber bisher ist die Resonanz auf solche Fragen immer eher mau gewesen. Da kommt immer nur sehr wenig zurück, so dass sich da eine eigene Folge kaum lohnen würde. Ich würde es sonst auch mal ausprobieren.

      Das ist sinnvoll bei Live-Formaten, aber eher weniger bei Podcast-Formaten mit langer Vorlaufzeit.

      Viele Grüße
      Daniel

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