“Viele machen beim Thema Versicherungen fatale Fehler!” – Interview mit Bastian Kunkel von Versicherungen mit Kopf

In dieser Folge habe ich Bastian Kunkel zu Gast. Als freier Versicherungsmakler informiert Bastian auf seiner sehr erfolgreichen Plattform “Versicherungen mit Kopf” rund ums Thema Versicherungen. Wir sprechen über Versicherungen in der Corona-Krise, notwendige Versicherungen, die gescheiterte Riester-Rente und Bastians Geldanlage und seine Vision für die Zukunft.

Überblick Interview mit Bastian Kunkel

In dieser Folge habe ich den freien Versicherungsmakler Bastian Kunkel zu Gast. Er ist Gründer der sehr erfolgreichen Plattform “Versicherungen mit Kopf”, auf der er auf verschiedenen Kanälen rund um das Thema Versicherungen informiert und damit Vorreiter in seiner Branche ist. Mit Bastian spreche ich darüber, wie sich die Versicherungsbranche in der Corona-Krise verändert hat und darüber, welche Versicherung für fast jeden sinnvoll sind.

Bastian gibt außerdem wertvolle Tipps, worauf man bei der Nutzung von Versicherungs-Apps auf jeden Fall achten sollte. Als nächstes erläutert Bastian, warum er es als zu einseitig ansieht, die Riester-Rente als gescheitert zu erklären und beantwortet zudem die Frage, was mit bestehenden Verträgen passiert. Zum Schluss werfen wir noch einen Blick auf Bastians persönliche Asset Allokation und seine Vision für die Zukunft.

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Zusammenfassung des Interviews

Über Bastian Kunkel

Nach seinem Fachabi 2007 absolvierte Bastian eine Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzen. Danach studierte er Betriebswirtschaft und Recht mit dem Schwerpunkt International Management und verbrachte einen Teil seines Studiums in den USA.

Im Januar 2020 schloss er außerdem ein Studium zum Finanzfachwirt ab. 2015 machte Bastian sich mit “Versicherungen mit Kopf” als freier Versicherungsmakler selbstständig. Nachdem er einige Jahre auf Mallorca gewohnt hat, lebt er heute mit seiner Frau in München.

Wir haben das letzte Interview im September 2019 für „Der Finanzwesir rockt“ geführt. Damals hast Du noch auf Mallorca gelebt. Mittlerweile bist Du ja wieder in Deutschland. Kam das durch Corona? 

  • Das hat andere Gründe gehabt, Corona war vielleicht der letzte Schubser. Es war eine schöne Zeit dort, aber das Unternehmen ist immer mehr gewachsen und ich habe gemerkt, dass es immer schwieriger wird, das von einer Insel im Mittelmeer aus zu managen.
  • Wir haben auch ein paar Sachen aus Deutschland vermisst. Ich habe die deutsche Bürokratie dermaßen vermisst und ich glaube das sagt einiges aus. Das ist in Spanien quasi nicht existent und das nervt dann mit der Zeit. Trotzdem war es eine tolle Zeit.

Wie hat sich die Versicherungs-Branche in der Corona-Zeit entwickelt?

  • Das war eine super spannende Entwicklung. Die Versicherungs-Branche an sich ist doch sehr träge, altbacken und konservativ und nicht unbedingt bekannt für schnelle und digitale Prozesse. Und dann kam eben Corona.
  • Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich noch zwei Jahre vor Corona bei verschiedenen Versicherern angefragt habe bzgl. digitaler Unterschrift und ob sie diese akzeptieren. Und da war bei den meisten die Antwort nein. Dann kommt Corona um die Ecke und wie in so einer Nacht- und Nebel-Aktion haben sie dann alle entschieden, dass sie digitale Unterschriften annehmen. Der Leidensdruck und die Nachfrage war wohl vorher einfach nicht hoch genug.
  • Auch das Thema Online-Beratung, was ich seit 4-5 Jahren ausschließlich mache, war plötzlich in aller Munde. Früher wurde ich mit dem Konzept, was ich mache, immer noch belächelt und plötzlich bekomme ich zig Anrufe und soll den anderen zeigen, wie Online-Beratung funktioniert. Da ist viel innerhalb der Branche passiert. Es war definitiv ein Digitalisierungs-„Arschtritt“, der schon längst überfällig war.

Während der ersten Phase des Lockdowns, wo die ganzen Restaurants schließen mussten, gab es eine Versicherungsdebatte. Viele hatten eine Versicherung abgeschlossen, dann kam Corona, viele mussten zu machen und dann haben die Versicherungen nicht gezahlt. Wird eine Pandemie immer von vornherein ausgeschlossen, oder hatte das andere Gründe?

  • Das Thema wird immer noch heiß diskutiert und ich bin mir sicher, da wird es in Zukunft noch ein paar Urteile geben. Das Produkt heißt Betriebsschließungsversicherung und diese Versicherung haben vor allem Gastwirte abgeschlossen, um in dem Moment, wo es ein behördliches Verbot gibt und der Laden geschlossen werden muss, diese Versicherung reinkickt und gewisse Geldleistungen zur Verfügung stellt, damit man weiterhin existieren kann.  
  • Es gibt diverse Leistungsauslöser, die in so einer Versicherung mit dabei sind. Das Problem war jetzt, dass die Corona-Pandemie etwas Neues ist und daher auch in vielen Versicherungsbedingungen nicht als Grund aufgeführt. Und viele Versicherer haben dann gesagt, dass auch nur das versichert ist, was hier aufgelistet ist.
  • Hier trennen sich die Meinungen. Zum einen kann man sagen, so steht es halt im Vertrag drin und dann kann es keine Kohle geben. Auf der anderen Seite kann man sagen, ich habe genau aus solchen Gründen, die unvorhersehbar sind, so eine Versicherung abgeschlossen. Es gibt Versicherer, die haben nicht geleistet, auch große, und es gibt Versicherer, die haben geleistet. Aber unterm Strich war das kein Glanzmoment für die Branche. 

Die Banken verdienen immer weniger Geld und versuchen vor allem Produkte mit langlaufenden Versicherungen zu verkaufen. Hat sich eigentlich seit der genauen Dokumentationspflicht etwas vorteilhaft geändert?

  • Ja. Die Dokumentationspflicht hat ja die Aufgabe gehabt, einen gewissen Schutz hin zum Versicherungsnehmer darzustellen, aber auch zum Schutz des Beraters. Da wird nämlich nie drüber gesprochen. Es gibt tatsächlich nicht wenige Fälle, wo Kunden im Nachhinein lügen um etwas für sich rausschinden zu können. So kann dann der Versicherungsvermittler aufgrund des Beratungsprotokolls belegen, dass das nicht so war.
  • Dadurch werden jetzt einige Produkte nicht mehr verkauft – zum Glück. Vor dem Verkauf muss anhand verschiedener Fragen geprüft werden, ob derjenige überhaupt für dieses Produkt geeignet ist. Das nennt sich Geeignetheitsprüfung. Wenn das nicht der Fall ist, darf das Produkt nicht abgeschlossen werden. 

Viel Geschäft wird neuerdings über die Kooperation von Versicherungen mit Neo-Banken wie N26 oder auch mit Kreditkarten gemacht. Wie sinnvoll ist so etwas für Versicherte? 

  • Das ist eine spannende Entwicklung, die ich sehr aufmerksam verfolge. Warum machen das Banken jetzt mit dem Versicherungsgeschäft? Das hat mehrere Gründe. Zum einen läuft das Ursprungs-Business-Modell nicht mehr. Neo-Banken nehmen jetzt das Versicherungsgeschäft mit rein, weil man darüber wiederkehrende Einnahmen bekommt. Das sind Versicherungsbeiträge, die reinkommen, wenn man selbst der Versicherer ist. Ist man ein Mittelsmann, hast du trotzdem die Möglichkeit, an den Vergütungen, Provisionen und Courtagen mitzuverdienen und hast hier auch eine wiederkehrende Einkommensquelle.
  • Und sie haben schon die Schnittstelle zum Kunden. Die wären ja schön blöd, wenn sie den Kunden, zu denen sie sowieso schon Kontakt haben, nicht noch Versicherungsprodukte anbieten würden. 
  • Wie sinnvoll ist das? Ich glaube, am Ende des Tages ist es egal, wie du an das Versicherungsprodukt kommst. Wichtig ist, ob das Produkt zu dir passt, ob die Kosten passen und du eine gescheite Beratung bekommen hast. Und da sehe ich schon noch Nachholbedarf. 
  • Auch wenn heute Versicherungen von vielen Influencern als ganz einfach dargestellt werden, sind sie das nicht. Am Ende des Tages brauchst du doch einen Ansprechpartner und jemanden, der dich genau aufklärt, auch nach dem Abschluss. Wenn du dann mal einen Schaden hast, dann muss es ja laufen. Und wenn man da auf Masse geht, weiß ich nicht, inwieweit dann der einzelne am Ende des Tages doch untergeht. Ich wäre vorsichtig. Ich sage nicht, dass man es nicht machen soll, aber ich würde mit dem gleichen Mindest rangehen und nichts machen, was ich nicht brauche, auf die Kosten achten und darauf, ob ich gut beraten wurde.
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Welche Versicherungen sollte ich unbedingt abschließen, um das Gesamtrisiko zu senken? 

  • Vorher würde ich gerne noch einen allgemeinen Grundsatz mit auf den Weg geben. Versicherungen sind individuell. Jeder Mensch hat ein individuelles Leben, eine individuelle Situation und individuelle Risiken. Versicherungen sind dazu da, ein für dich finanzielles Risiko, das du hast und nicht selbst tragen willst oder kannst, abzusichern. Bevor ich so eine Versicherung abschließe, sollte ich schauen, ob ich wirklich in so einer Situation bin. Wenn die Antwort ja ist, sollte man sich mit dieser Versicherung auseinandersetzen und diese dann abschließen.
  • Eine Versicherung, die das meiner Meinung nach in vielen Fällen tut, ist zum einen unsere Krankenversicherung, die in Deutschland zum Glück Pflicht ist. 
  • Die nächste ist die private Haftpflichtversicherung. Das ist ein absoluter No-Brainer: Die greift, wenn du einer anderen Person oder dem Eigentum einer anderen Person einen Schaden zufügst. Wenn du zum Beispiel aufs Handy schaust und nicht merkst, dass du auf die Straße läufst und ein Auto muss dir ausweichen und baut einen Unfall und es entsteht ein Schaden, dann kann es durchaus sein, dass du dafür haftbar gemacht wirst.
  • Die dritte ist die allseits bekannte, oft diskutierte Berufsunfähigkeitsversicherung, die für Menschen relevant ist, die auf ihr aktives Arbeitseinkommen angewiesen sind. Wo kommt Kohle her, wenn du aufgrund von Krankheit nicht mehr arbeiten kannst? Es werden immer Unfälle angeführt, aber die machen tatsächlich nur einen geringen Anteil aus, wodurch Leute berufsunfähig werden. Es geht echt eher um die Krankheiten. Viele Leute denken, sie brauchen die Versicherung nicht, weil sie nur im Büro sitzen und was soll ihnen da passieren. Das ist eine ganz fatale Denke, denn vor Krebs oder psychischen Krankheiten ist ja niemand geschützt und die in Kombination machen schon über 50% der gemeldeten BU-Fälle aus. Wenn du berufsunfähig bist und nach 1961 geboren bist, dann kriegst du keine Kohle vom Staat. Du kriegst ein bisschen was, wenn es dir richtig dreckig geht und du erwerbsgemindert bist. Dann gibt es die gesetzliche Erwerbsminderungsrente, aber davon kann niemand leben. Auf der Rentenbescheinigung kann man sehen, welchen Betrag man bekommen würde, wenn man Anspruch auf Erwerbsminderungsrente hätte.

Die Auslandsreise-Krankenversicherung haben wir noch nicht angesprochen. Die ist auch unabdingbar, oder?

  • Die Auslandsreise-Krankenversicherung vergesse ich tatsächlich manchmal, weil die für mich so selbstverständlich ist. Ich habe meine schon ein paar mal nutzen müssen und war froh, dass ich sie hatte. Eine gute Auslandsreise-Krankenversicherung kostet 10, 12 € im Jahr.

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Wo liegt das Problem von Versicherungs-Apps?

  • Ich finde Versicherungs-Apps grundsätzlich gut von der Idee her. Also dass du eine App hast, wo du deine Versicherungen drin hast und über die App einen Schaden melden oder ein Angebot anfordern kannst. Da wird es in der Zukunft bestimmt noch einige Entwicklungen geben, die den Nutzen für den Kunden verbessern und Versicherungen einfacher machen.
  • Aber wenn es dann irgendwie heißt, Versicherungen sind ganz einfach und du brauchst nur die App, dann ist das halt doch irgendwie nur ein Werbeslogan, weil es schlichtweg nicht ganz so einfach ist. 
  • Und es gibt noch was, was im Hintergrund passiert und wo die Leute absichtlich im Dunkeln gehalten werden. Wenn man sich eine Versicherungs-App holt und das sogenannte Maklermandat unterzeichnet und dann Verträge anlegt, dann werden diese vom bisherigen Betreuer quasi weggezogen und hin zum Versicherungs-App-Anbieter gezogen. Dann hat nur noch der Anbieter Zugriff drauf und bekommt natürlich auch die ganzen Courtagen und Folgeprovisionen. Dann verlieren viele Leute ihren Ansprechpartner und kriegen das aber gar nicht mit. Und dieser ganze bürokratische Prozess, um das dann wieder rückgängig zu machen, ist riesig.

Ein ganz großes Thema ist die Riester-Rente. Es wird immer wieder über eine Abschaffung diskutiert. Was passiert denn im Fall der Fälle dann mit meinen Verträgen? 

  • Das Thema ist, wie so oft beim Thema Versicherungen, nicht so einfach zu pauschalisieren. Die Riester-Rente wird in den Medien oft als gescheitert dargestellt, aber das ist zu einfach gedacht. Es gibt doch sehr viele Fälle, wo die Riester-Rente durch die Zulagen und Steuervorteile doch eine sinnvolle Ergänzung zur gesetzlichen Rente ist – bei einem guten Anbieter. Das ist entscheidend, denn wenn du bei einem Anbieter mit hohen Kosten bist, der wirklich nicht in Fonds investieren kann, wo keine zusätzliche Rendite möglich ist, ist das am Ende des Tages ein unnützer Vertrag.
  • Was jetzt mit der Riester-Rente an sich passiert, wird noch entschieden. Die Politik ist eigentlich am Zug und macht derzeit nichts. Ich denke, das wird erst in der nächsten Legislaturperiode sein, was dann aber fast schon zu spät ist. Das Problem mit der Riester-Rente an sich ist das Folgende: Die Riester-Rente ist so konzipiert, dass es immer eine 100% Beitragsgarantie gibt, die ist gesetzlich vorgeschrieben. Die Versicherer müssen also sicherstellen, dass wenn du jetzt 100 € einzahlst, in 40 Jahren auf alle Fälle diese 100 € wieder bekommst. Da gibt es gewisse gesetzliche Vorgaben, wie Versicherer hier maximal kalkulieren dürfen, also welchen Zins sie ansetzen dürfen. Und dieser Zins wird zum 1.1.2022 von 0,9% auf 0,25% gesenkt. Und diese Senkung macht es für alle Anbieter mathematisch unmöglich, eine Riester-Rente weiterhin anzubieten, weil diese 100% Beitragsgarantie schlichtweg nicht mehr erfüllt werden kann, weil die Anbieter ja auch Kosten haben, die bezahlt werden müssen. Wenn die Politik nicht etwas anderes beschließt, werden die Versicherungen von sich aus sagen, dass sie diese Versicherung nicht mehr anbieten können. Viele haben sie für neue Verträge jetzt schon eingestellt.
  • Hast du einen bestehenden Vertrag, dann bleibt alles wie bisher und die werden jetzt nicht plötzlich abgeschafft. Möglicherweise gibt es bald ein neues Produkt oder Ersatzprodukt.
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Stichwort private Rentenversicherung: Ab dem 1.1.2022 ändert sich der Höchstrechnungszins? Warum sollte mich das als Anleger interessieren?

  • Hier muss man ein paar Sachen verstehen. Erst einmal weg von dem Gedanken, dass dieser Zins dahingehend noch sinnvoll ist, dass damit dann mein Geld verzinst wird. Da brauchen wir uns nichts vormachen, mit den aktuellen 0,9 % gewinnst du keinen Krieg. Der Grund ist vielmehr, worauf sich dieser Höchstrechnungszins bezieht. Also wo wird er herangezogen für eine Kalkulation? Der Höchstrechungszins hat maßgeblichen Einfluss darauf, wie der Rentenfaktor kalkuliert wird. Wenn der Zins halt sinkt, sinkt auch der Rentenfaktor.
  • Mal angenommen du hast einen Rentenfaktor von 25 in deiner ETF-Rentenversicherung und hast dann später mal 100.000 € an Vorguthaben da drin, dann wird das ganze verrentet und dann geht der Versicherer her und sagt „Okay, der Rentenfaktor ist 25 pro 10.000 € vorhandenem Kapital“ – so wird der immer angegeben. Und dann bedeutet das – die 10.000 passen in die 100.000 zehn Mal rein – 10 mal 25 macht 250 € monatliche Rente. So funktioniert der, ganz einfach ausgedrückt. Jetzt stell dir mal vor er ist nicht mehr 25, sondern nur noch 20. Dann hast du halt keine 250 € monatliche Rente mehr, sondern 200 €. Und das kann schon einen Unterschied machen.
  • Und deswegen ist ein hoher garantierter Rentenfaktor schon super wichtig, weil darüber die Höhe deiner monatlichen Rente bestimmt wird. Und der sinkt jetzt eben und das ist der Grund, warum man dieses Jahr möglicherweise dieses Jahr noch eine clevere Rentenversicherung machen sollte.
  • Was viele nicht auf dem Schirm haben: Das betrifft nicht nur die Rentenversicherungen, sondern allgemein die Lebensversicherungen. Und unter diese Kategorie fällt halt auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Aufgrund dieser Höchstrechnungszins-Senkung ist mit Beitragserhöhungen von bis zu 10 Prozent zu rechnen, wenn man das neu abschließt.

Bei Finanztip im Podcast wurde darüber gesprochen, dass es bei der privaten Rentenversicherung völlig reicht, hier auf einen ETF-Sparplan zu setzen. Du bist anderer Meinung, oder?

  • Ich habe mal ein Video mit Thomas von Finanzfluss gemacht. Darin ging es um die Frage, ob ein ETF-Sparplan oder eine ETF-Rentenversicherung besser ist. Unser Fazit war, dass weder das eine noch das andere die goldene Lösung ist, sondern es ganz darauf ankommt, wie man selbst das Thema Altersvorsorge für sich managen möchte. 
  • Möchte man alles selbst machen und selbst die komplette Verantwortung tragen? Was passiert, wenn ich später einmal Alzheimer habe und davon nichts mehr verstehe? Oder wenn ich versterbe, kann der Erbe das überhaupt managen? Deswegen ist meine Strategie die ETF-Rentenversicherung, wenn es darum geht, eine planbare, lebenslange Altersvorsorge aufzubauen, weil ich das nicht mein Leben lang selbst managen möchte. Wenn mir etwas passiert, weiß ich, dass das weiter läuft und auch meine Frau keine Probleme hat.
  • Ich trenne Altersvorsorge und Vermögensaufbau ganz klar, für mich ist das nicht das gleiche. Für den Vermögensaufbau an sich würde ich niemals eine Versicherung hernehmen. Der Mehrwert, die Leistungen die eine Versicherung bringt, überwiegen dann nicht im Vergleich zu einem ETF-Sparplan. 
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Wie legst Du denn selbst Dein Geld an und wie sieht Deine Asset Allokation aus?

  • Ich habe selbst private Rentenversicherungen, die auf ETFs basierend sind. Das ist natürlich nur ein Teil in meiner Asset Allokation. Ich habe tatsächlich auch Edelmetalle – das ist ein Teil von vielleicht 5%.
  • Was für mich in dieser Asset Allokation sehr relevant ist, ist mein eigenes Unternehmen. Was ich mir hier aufbaue als Unternehmenswert ist mit Abstand das größte und da setze ich auch viel drauf. 
  • Krypotwährungen sehe ich zu 100 Prozent als spekulative Anlage. Da ist nur Geld drin, das mich nicht umhauen würde, wenn das weg wäre. Und ich muss auch damit rechnen, dass das passieren kann. 
  • Ich habe noch ganz klassisch ein eigenes Depot mit Einzelaktien. Da sind Sachen dabei wie Facebook, Daimler, Disney, Shell, Lufthansa, Palantir und Apple.

Welche Ziele hast du für die kommenden Jahre?

  • Die Mission ist ganz klar weiterhin, dass ich möglichst viele Menschen erreiche und aufkläre zum Thema Versicherungen. Auf den Social Media-Plattformen wie YouTube, Instagram und TikTok versuche ich immer vorne mit dabei zu sein. Ich weiß, dass ich der Vorreiter in der Branche bin, was das angeht. Und diese Position will ich natürlich auch behalten und muss immer schauen, wohin die Reise geht. Ich will da eine signifikante Größe im Markt werden, damit keiner mehr daran vorbeikommt, sich zum Thema Versicherungen bei „Versicherungen mit Kopf“ zu informieren. Natürlich wollen wir nicht nur informieren, sondern auch Kunden bekommen. 
  • Ich möchte allerdings auch gucken, dass ich persönlich irgendwann nicht mehr ganz nach außen hin das Gesicht bin. Das kann ich halt nicht ewig machen, das ist einfach so. Da muss es eine Lösung geben, da arbeite ich dran. Ich habe ab Juli meinen ersten Vollzeit-Angestellten, ansonsten sind alles freie Mitarbeiter. Da wird noch einiges kommen, ich habe Richtig Lust und Bock drauf! 

Wordshuffle

Mallorca: Sonne. Wir haben fast 2,5 Jahre dort gelebt. 

Aktien mit Kopf: Dankbarkeit. Ich habe Kolja vor allem in den Anfängen sehr viel zu verdanken. Er hat mir ganz viel beigebracht und es ist eine sehr starke Freundschaft entstanden.

Digitalisierung: Unabdingbar. Ich schaue in die USA und ziehe mir dort viele Trends und Wissen, was ich versuche, im eigenen Unternehmen zu implementieren. Dadurch hast du auch einen gewissen Vorsprung hier.

Rockmusik: Ab und zu. Du kannst mich nicht in irgendeine Musik-Kategorie stecken, ich höre alles, was mir so gefällt und das wechselt fast täglich.

Influencer: Schwierig. Von der Definition her bin ich ein Influencer, aber es ist auch ein Begriff, der immer mehr negativ behaftet ist und belächelt wird. Ein Influencer ist einer, der andere Menschen mit seinem Tun beeinflusst.

Glück: Verdienbar. Glück ist für mich in vielen Fällen kein Zufall, ich würde fast sagen planbar.

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7 Antworten

  1. Vielleicht bin ich da zu empfindlich, aber die Atemgeräusche bei Einatmen am Satzende von Daniel finde ich störend. Vielleicht kannst Du das Mikrofon mal etwas anders positionieren?

    1. Ach, solange es nur das ist, womit Du Probleme hast, bin ich ja beruhigt.

      Ich habe mein Setting nach dem Interview mit Bastian geändert, so dass die Atmer nicht mehr so extrem auffallen sollten. Aber aufhören zu atmen werde ich deswegen nicht.

      Was würdest Du bloß sagen, wenn Du die ungeschnittene Variante hören würdest?

      1. Ich hatte ja auch nicht vorgeschlagen, dass Du aufhören sollst zu atmen. Irgendwie klingt Dein Kommentar bisschen angegriffen. Ich habe einen Vorschlag zu einer kleinen Verbesserung geben. In der nächsten Folge ist es mir auch nicht mehr aufgefallen, perfekt, danke.

        Wenn Du eine ungeschnittene Variante bereitstellst, kann ich es Dir sagen 😉 So habe ich keine Vorstellung davon, was den Unterschied zwischen geschnitten und ungeschnitten ausmacht.

  2. Hi Daniel,
    super Folge und Interview, vielen Dank! Da konnte ich noch viele kleine Denkanstöße mitnehmen…
    Eine Sache hätte mich noch interessiert, weil Bastian das kurz angesprochen hat: Wann macht es Sinn, in die private KV zu gehen? Ich könnte seit Jahren, würde wohl ne Menge Kohle sparen, habe aber Bammel, dass ich mich dann (1) im Alter dumm und dämlich zahle (2) für die Kinder keine kostenlose Familenversicherung, wie in der GKV möglich ist. Deswegen denke ich irendwie, die 1-2 T€ pro Jahr kann ich momentan verschmerzen. Aber genau weiß ich es auch nicht. Im Internet sind die Informationen dazu mE nicht so richtig zufriedenstellend, fragste nen befreundeten Arzt kommt nur: “Auf jeden Fall in die private!” aber ohne sachliche Argumente… Irgendwie ist das alles unbefriedigend. Vielleicht wäre das ja mal was für Eure nächstes Gespräch? Ist mir klar, dass es auch hier viele individuellen Faktoren gibt, aber so ne generelle, neutrale Zusammenfassung der pros und cons wäre schon mal nice 😉
    Ansonsten, vielen Dank für Deine interessanten Podcasts, weiter so!
    BG Adrian
    p.s.: keine Kommentar von mir ohne Genöle 😉 mir ist klar, dass der Text von expressVPN wahrscheinlich vorgegeben ist, der ist in allen amerkanischen Podcasts seit Jahren nämlich genau der gleiche… Der Text sollte aber vielleicht trotzdem etwas an den deutschen Markt angepasst werden. Diese Panikmache vor dem ISP, der alles mitbekommt, was Du im Netz machst, ist hier eher weniger sinnvoll, weil der ISP nach dem “Fernmeldegeheimnis” die Informationen nicht weiterverkaufen darf, ist nach § 88 TKG iVm § 206 StGB sogar ne Straftat. Mir wäre auch nicht bekannt, dass das ein Problem sein sollte (und ich arbeite in dem Bereich). Werbetracking funktioniert hier eher über Fingerprinting, Cookies etc. und auch weniger über die IP, weil die sich in Deutschland bei Privatleuten eh einmal am Tag ändert. Dswegen hilft ein VPN gegen Werbetracking mE ziemlich wenig. Für alles andere (sicherer Tunnel, Umgehung von Geoblocking etc.) ist das natürlich trotzdem sehr sinnvoll und jeder sollte ein VPN haben!

    1. Hi Adrian,

      herzlichen Dank für Dein Feedback. Freut mich sehr, dass Dir die Folge gefallen hat. Komischerweise bist Du der Erste, der ein Feedback zu der Folge abgegeben hat.

      Was Deine Frage angeht: Das Thema PKV stand auch auf dem Fragezettel, aber das Interview ist immer länger geworden, so dass ich die Fragen dazu weggelassen habe. Aber Bastian hat einige sehr gute Videos dazu gemacht. Schau mal dieses Video an und in die Kommentare. Vielleicht hilft Dir das. Es gibt noch weitere Videos von Bastian zur PKV. Schau einfach mal auf seinem Kanal.

      Vielen Dank auch für die Anmerkung zu ExpressVPN. Die Inhalte waren vorgegeben. Das waren die Hauptargumente, die in das Sponsoring mit reinmussten. Davon mal abgesehen halte ich VPN gerade auf Reisen für sehr wichtig und ExpressVPN ist ein guter Anbieter. Nur bringt das Reiseargument in Corona-Zeiten sehr wenig.

  3. Hallo Daniel,

    ein spannendes und durchaus auch kontrovers diskutierbares Thema. Grundsätzlich merkt man hier aber schon, dass jemand aus der Versicherungsbranche etwas anders geprägt ist, als ein Privatanleger, der keine Kunden gewinnen möchte (Stichwort Rieserrente noch dieses Jahr abschließen, um den Garantiezins von 0,9 % mitzunehmen – das ist klassischer Strukturvertrieb, den ich selbst zur Genüge kenne). Die Inflation beträgt bei konservativer Betrachtungsweise bereits 2% – man spart also de facto nicht. Zudem haben die letzten Jahre gezeigt, dass die “Garantie” nichts wert ist, da die Versicherungsgesellschaften einseitig den Garantiezins gesenkt haben, um die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen.
    Versicherungen sollte man als Abwägung Geld vs. Risiko ansehen. Gerade wir “Deutschen” überversichern uns gerne und haben doch viele relevante Vertragsbausteine (z.B. grobe Fahrlässigkeit in pHV/HR) nicht eingebaut – zum Teil aus Unwissenheit. Es gibt aus meiner Sicht drei relevante Versicherungen, über die jeder gut informiert sein sollte: pHV/KV/BU – der Rest ist dann individuell (KfZ/Immobilie etc.).
    Das Thema Altersvorsorge und Vermögensaufbau komplett getrennt voneinander zu betrachten, kann ich jedoch nicht nachvollziehen, da beides ineinander greift. Wer seine Finanzen nicht mehr selbst betreuen kann, muss rechtzeitig vorgesorgt haben, damit sein Umfeld eingreifen kann – das hat mit einem Versicherungsvertrag nichts zu tun.
    Mir wird im Übrigen die Riesterrente zu positiv dargestellt – wer Kosten vs. Nutzen durchrechnet, bekommt sehr schnell die Augen geöffnet. Ja, es gibt einen gewissen Prozentsatz an Menschen, für die Riester/Rürup eine brauchbare Option ist, allerdings ist dieser Prozentsatz im einstelligen Bereich (lohnenswert, wenn man >100 Jahre alt wird…). Wenn man schon unbedingt eine Versicherung für die Altersvorsorge besparen will, sollte die Ebene III in der Regel die bessere Option sein, als Ebene I (Rürup) oder Ebene II (Riester & bAV).

    Dir weiterhin viel Erfolg beim Investieren!

    Viele Grüße,
    MrTott

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