“Wirecard zeigt wie ein Brennglas die Versäumnisse der letzten Jahre” – Interview mit Dr. Gerhard Schick

In dieser Folge habe ich Dr. Gerhard Schick zu Gast. Der ehemalige Bundestagsabgeordnete der Grünen ist mittlerweile Vorstand der Bürgerbewegung Finanzwende und setzt sich für eine nachhaltige Finanzwirtschaft ein. Wir sprechen über eine dringend benötigte Finanzwende, die Finanzlobby und umweltfreundliche Finanzmärkte.

Überblick Interview mit Dr. Gerhard Schick

In der letzten Folge vor der Sommerpause habe ich Dr. Gerhard Schick zu Gast. Der gebürtige Schwabe ist ehemaliger Bundestagsabgeordneter der Grünen und seit 2018 ist er der Vorstand der Bürgerbewegung Finanzwende. Wir sprechen über die Ziele der Bürgerbewegung Finanzwende und warum so eine Instanz längst überfällig war. Anhand von Beispielen wie CumEx und Wirecard zeigt Gerhard Schick deutlich auf, was am Finanzmarkt und in der Politik derzeit schief läuft.

Der promovierte Volkswirt erklärt außerdem, wie der Finanzlobbyismus genau funktioniert und welche Kraft dahinter steckt. Darüber hinaus sprechen wir auch über sein Buch “Die Bank gewinnt immer”, die immer größer werdenden Unterschiede zwischen arm und reich und was umweltfreundliche Finanzmärkte sind.

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Zusammenfassung des Interviews

Über Dr. Gerhard Schick

Dr. Gerhard Schick war von 2005 bis 2018 Bundestagsabgeordneter der Grünen und ist mittlerweile Vorstand der Bürgerbewegung Finanzwende, die sich für eine nachhaltige Finanzwirtschaft einsetzt. 2020 veröffentlichte er das Buch “Die Bank gewinnt immer”. Der promovierte Volkswirt und gebürtige Baden-Württemberger lebt heute in Berlin.

Was ist die Bürgerbewegung Finanzwende und warum ist diese so wichtig?

  • Es gab, bis wir das gegründet haben – 2018 zum zehnten Jahrestag der Lehman-Pleite – keine zivilgesellschaftlichen Organisationen, die sich wirklich den Finanzmarktfragen insgesamt gewidmet haben. Wir kennen ja, dass es Umweltverbände gibt wie BUND, Greenpeace und NABU und Organisationen wie Foodwatch, die sich mit Problemen im Ernährungsbereich beschäftigt. Und zu diesen Finanzmarktfragen gab es einfach niemanden, das habe ich schon früher als Abgeordneter gemerkt.
  • Zum Beispiel hat zu CumEx, während ich im Untersuchungsausschuss im Bundestag arbeitete, keine einzige zivilgesellschaftliche Organisation gearbeitet und wir hatten den Eindruck, das ist ein Teil der Erklärung, warum im Finanzmarktbereich vieles so schief liegt. Dass da eben so ein Gegengewicht zur Finanzlobby fehlt. Und wir versuchen dieses Gegengewicht zu schaffen.

Sie haben für die Gründung Ihr Bundestagsmandat abgegeben. Hätten Sie über den Bundestag nicht auch etwas Signifikantes bewegen können?

  • Das habe ich ja 13 Jahre gemacht und ich glaube auch nicht erfolglos. Trotzdem ist es so, dass es meines Erachtens nach der richtige Strategiewechsel war. Zu diesem 10. Jahrestag der Lehman-Pleite haben sich eben mehrere Finanzexperten zusammengetan und gesagt: Jetzt blicken wir einmal zurück. Ist es uns eigentlich in den 10 Jahren seit dieser großen Weltfinanzkrise gelungen, die Finanzmärkte neu aufzustellen?
  • Da sind tausende Seiten von Regulierungen geschaffen worden, wir haben alle wahnsinnig viel gearbeitet, aber ist es uns eigentlich gelungen, die Finanzmärkte wieder in den Dienst der Gesellschaft zu stellen, oder nicht? Sind die Versprechungen von vielen politischen Akteuren „jetzt werden die Finanzmärkte aber richtig reformiert nach dieser Krise” – eigentlich eingehalten worden? Und unsere Bilanz war einfach sehr ernüchternd.
  • Die Geschäftsmodelle sind nach wie vor dieselben, die Instabilität ist mindestens genauso groß wie 2008, es besteht ständig die Gefahr einer neuen Finanzkrise und für Verbraucherinnen und Verbraucher ist der Markt nach wie vor nicht gut aufgestellt. Also lohnt es sich jetzt die Strategie zu wechseln und stärker gemeinsam zu arbeiten und Finanzwende ist das Ergebnis dieser Überlegungen.
  • Nach vielen Niederlagen gegen die Finanzlobby stellen wir uns als zivilgesellschaftliche und politische Akteure neu auf und versuchen das besser hinzukriegen, damit wir uns nicht nur ärgern, sondern tatsächlich was verändern können.

Letztes Jahr haben Sie mit „Die Bank gewinnt immer“ ein interessantes und kritisches Buch veröffentlicht. Warum ist dieses Thema so wichtig für die Gesellschaft?

  • Das eine ist dieser finanzielle Schaden, deswegen auch dieser Titel „Die Bank gewinnt immer“. Das zeigt ja das finanzielle Ungleichgewicht, dass da immer wieder für die Gesellschaft viel Geld verloren geht. Wenn man sich die letzten Jahre in Deutschland anguckt, hatten wir immer wieder große Fälle von Anlagebetrug, wo zehntausende von Menschen ziemlich viel Geld verloren haben. Und ich verstehe nicht, wie wir das als Gesellschaft zulassen, dass so viel Kriminalität am Finanzmarkt ist und wo so viele Menschen so viel Geld verlieren. Das muss einfach nicht sein, andere Länder machen das besser. Diese Art grauen Kapitalmarkt gibt es in anderen Ländern gar nicht, weil dort Regierungen versuchen einen Rechtsrahmen zu schaffen, der windigen Anbietern den Boden entzieht.
  • Das zweite, was mir wichtig ist, ist das, was ich im Untertitel andeute. Der heißt „Wie der Finanzmarkt die Gesellschaft vergiftet“. Dass es eben nicht nur ein finanzieller Schaden ist, sondern ein ständiger Vertrauensverlust. Wenn ich als Bürger merke, dass Milliarden von dem, was wir an Steuern gezahlt haben, an irgendwelche Betrüger bei CumEx abgeflossen ist, weil der Staat über Jahre nicht in der Lage gewesen ist, zu verstehen, was am Finanzmarkt passiert und sich von der Finanzlobby in die falsche Richtung hat lenken lassen, dann fragen sich Menschen schon, warum sie überhaupt Steuern zahlen sollen, wenn das nicht für Kindergärten und Straßensanierung eingesetzt wird, sondern irgendwo in dubiose Quellen abfließt. Oder denken Sie an sowas wie Geldwäsche, wo auch deutsche Banken leider stark mitwirken. Das ist ja nichts anderes als die Förderung von organisierter Kriminalität. 
  • Wir wissen das aus anderen Ländern. Wenn sich mafiöse Strukturen erst einmal festgesetzt haben, dann geht’s nicht nur um den finanziellen Schaden, sondern dann leidet die freie Gesellschaft und macht sich die Kriminalität breit. Und deswegen geht es mir auch um diese Art Schaden für unsere Gesellschaft.
  • Ganz besonders kann man das an den ständigen Finanzkrisen sehen. Wenn man sich die letzten 20 Jahre einmal anschaut, war eigentlich immer irgendwo Finanzkrise. Was ist das für ein Sektor, der immer wieder in Krisensituationen kommt, wo er nur von der Zentralbank und staatlichen Rettungsmaßnahmen rausgekauft werden kann? Das ist doch kein gutes Geschäftsmodell – in guten Zeiten große Gewinne machen und in schlechten Zeiten die Hand aufhalten und sich vom Staat retten lassen. Aber so läuft es in den letzten Jahren im Finanzmarkt – keine gute Sache.

Das Beispiel Wirecard kam kurz nach Veröffentlichung Ihres Buches. Wie würden Sie das denn in den Finanzkosmos einordnen?

  • Im Endeffekt haben sich bei Wirecard genau die Schwächen gezeigt, die wir in den letzten Zeiten schon angesprochen haben. Beispiel 1: Die Schwäche der Finanzaufsichtsbehörde BaFIN. Es ist wirklich krass, wie die sich eher zum Verteidiger dieses Unternehmens Wirecard aufgeschwungen hat und die Kritiker von Wirecard mit Anzeigen verfolgt hat, anstatt den Betrugsvorwürfen nachzugehen. Und das entspricht genau dem, was wir 2019, bevor der Wirecard-Skandal so richtig bekannt geworden ist und aufgeklärt wurde, gesagt haben: Diese Finanzaufsichtsbehörde kuschelt viel zu sehr mit den Unternehmen, die sie beaufsichtigen sollte und ist viel zu wenig harter Polizist am Finanzmarkt und setzt die Regeln durch und verfolgt die Betrüger. Wirecard ist das krasseste und jüngste Beispiel in einer Serie von Versäumnissen der Finanzaufsichtsbehörde BaFin.
  • Und ähnliches im Fall Wirtschaftsprüfer: Schon 2008 wurde bei der Finanzkrise deutlich, dass die Wirtschaftsprüfer immer wieder Testat gegeben haben, also die Bilanz bei Banken für okay befunden haben, die kurz danach umkippten. Es gab Reformbemühungen, die aber von der Lobby der Wirtschaftsprüfer komplett ausgebremst wurden. Und bei Wirecard haben wir jetzt wieder den Fall, dass die Wirtschaftsprüfer – in diesem Falle EY – sich von den Betrügern haben komplett austricksen lassen, weil dieser Markt für die Wirtschaftsprüfung nicht gut organisiert ist und die Unternehmen viel zu viel Interesse daran haben, dass sie den nächsten Folgeauftrag bekommen und viel zu wenig befürchten müssen, bei einem falschen Testat wirklich zur Haftung herangezogen zu werden. Wirecard zeigt wie ein Brennglas die Versäumnisse der letzten Jahre.
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In einem Vortrag von Ihnen habe ich gehört, dass auf einen Bundestagsabgeordneten 40 Lobbyisten aus dem Bereich kommen. Was sind denn das für Lobbyisten und wie kann ich mir das vorstellen?

  • Das ist gar nicht so einfach zu beantworten, weil es bisher ja kein Lobbyregister gibt. Das soll jetzt endlich mal eingeführt werden, aber wir haben noch keine offiziellen Daten. Wir haben von Finanzwende aus jetzt mal versucht, uns den Finanzlobbyismus in Deutschland anzugucken und haben da Vereinsregisterauszüge, LinkedIn-Profile und alles analysiert und versucht, uns mal ein Bild zu schaffen. Es sind deutlich über 200 verschiedene Lobbyorganisationen. Die größten und bekanntesten sind der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft, der Privatbankenverband und der Sparkassenverband, aber da sind auch kleinere, die z.B. Vermögensverwalter, Inkasso-Unternehmen und andere umfassen und deren Interessen vertreten.
  • Wir haben ein Mindestbudget von über 2 Millionen Euro im Jahr herausgefunden. Wahrscheinlich ist es deutlich mehr, aber wir haben bewusst nur das Mindestbudget abgeschätzt, um eine sichere Größenordnung zu haben. Dieses Geld wird dafür eingesetzt, dass politische Entscheidungen getroffen werden, die nicht im Interesse der breiten Masse in unserem Land sind, sondern gut für bestimmte Finanzunternehmen. Und die zahlen dafür die Mitgliedsbeiträge in diesen Lobby-Organisationen. Und die Rendite aus diesem Geld sind quasi schlechte Gesetze, die ermöglichen, bessere Gewinne zu machen. Das ist alles ein Spiel zu Lasten von Bürgerinnen und Bürgern. Und solange aus der Öffentlichkeit kein großes Gegengewicht da ist, werden die wahrscheinlich meistens Erfolg haben.
  • Das ist eine Mischung aus Beeinflussung und Expertise. Viele von den Lobbyisten, die für die Finanzwirtschaft unterwegs sind, haben eine sehr große Fachexpertise, organisieren die aus den Mitgliedsunternehmen und das ist auch der Kern der Beeinflussungsmöglichkeit. Häufig finden Sie zu bestimmten Fragen gar niemand anderen mehr, der Ihnen das erklären kann, als jemanden aus der Branche oder einer Lobbyorganisation. Es ist nicht einfach, einen unabhängigen Experten zu finden. Wer aber auf jeden Fall sofort anbietet, Ihnen alles zu erklären, ist der Lobbyist vom Bankenverband. Die haben dafür Zeit und Geld. Das heißt die Beeinflussung findet an vielen Stellen gar nicht durch Geldflüsse statt, sondern durch Expertise. 
  • Und deswegen versuchen wir bei Finanzwende erst einmal eine unabhängige Expertise aus der Bürgerschaft entgegenzusetzen, so dass Abgeordnete und andere Entscheidungsträger aus der Politik auch mal eine andere, unabhängige Sicht dazu bekommen. Aber es gibt auch diesen bezahlten Lobbyismus wie bei WireCard.

Sie haben vor dem Reichstag eine Protestaktion gegen die Riester-Rente gestartet. Wie kann man das in Zukunft vermeiden, dass nochmal so ein Finanzlobby-Produkt auf die Bürger losgelassen wird? 

  • Diese Produkte rechnen sich an den meisten Stellen nur, weil sie steuerlich subventioniert werden, was ja im Umkehrschluss heißt, der Steuerzahler subventioniert ungeeignete Finanzprodukte. Das ergibt einfach keinen Sinn. Am Anfang hatte man vielleicht noch Hoffnungen gehabt, dass es besser laufen würde, dass die Rendite höher sein würde und die Kosten niedriger. Seit 20 Jahren doktert man da rum und zieht nicht die Konsequenzen daraus, dass sich die Annahmen einfach nicht erfüllt haben.
  • Ich glaube für die Zukunft wird es wichtig sein, dass wir es bei solchen großen Themen schaffen, eine Debatte darüber hinzukriegen, ob wir eine Finanzwirtschaft wollen, die gut für die Branche ist, oder eine, die gut für die Bürgerinnen und Bürger ist.
  • Wir sehen in Schweden, dass dort die Altersvorsorge am Kapitalmarkt so organisiert wird, dass für die Bürger die Kosten möglichst niedrig sind und die Rendite gut und dass es möglichst einfach ist. In Deutschland ist man den Weg gegangen, der für die Anbieter lukrativ gewesen ist, aber für die Bürger fürs Alter nicht so viel bringt. Das kann man konkret ausrechnen. Wenn jemand dasselbe in Deutschland und in Schweden zahlt, hat der Schwede bei Renteneintritt eine fünfstellige Summe mehr als der Deutsche. 

Meinen Sie, dass sie mit der Bürgerbewegung Finanzwende jetzt auch relativ schnell so einen Einfluss generieren können, dass Sie auch relativ schnell etwas bewegen können?

  • Wir haben an manchen Stellen schon entscheidendes bewegt. Dafür, dass wir jetzt vor 2,5 Jahren angefangen haben damit, können wir mit der Resonanz und mit der Wirkung sehr zufrieden sein.
  • Ein Beispiel: Wir haben jetzt im Zusammenhang mit der Corona-Krise festgestellt, dass viele Menschen kurzfristig auf den Dispo zurückgreifen müssen, weil eben Einkommen weggebrochen ist oder die staatliche Hilfe nicht schnell genug kam. Manche Banken verlangen aber immer noch Dispozinsen von über 13 Prozent. Was angesichts der Klagen derselben Banken über die Niedrigzinsphase und die Negativzinsen schon krass ist. Wir haben das deswegen thematisiert und haben die teuersten Banken auch angeschrieben und das medial auch bekannt gemacht. Und einige Banken haben deswegen ihre Dispozinsen abgesenkt.

Dr. Gerhard Schick Portrait

Sie drängen auf umweltfreundliche Finanzmärkte. Was kann ich mir denn darunter vorstellen?

  • Ich würde es am Beispiel Klima deutlich machen. Das gehört aber insgesamt in die Frage: Geht es am Finanzmarkt nur um Geld, oder geht es eigentlich um die Unterstützung einer guten gesellschaftlichen Entwicklung? 
  • Nach einer Studie der Bank of England, finanziert der heutige Finanzmarkt eine Erwärmung von 4 Grad. Weil Versicherungen z.B. Versicherungsschutz geben für den Bau eines Kohlekraftwerkes in irgendeinem Land der Welt, weil Kredite gegeben werden für Zulieferer im Automobilbereich, die immer noch auf den Verbrennungsmotor setzen, weil Aktien von Ölunternehmen gekauft werden etc. 
  • So ist es aber völlig unrealistisch, dass wir das Pariser Klimaziel einhalten. Es muss sich am Finanzmarkt also deutlich was ändern, indem der Finanzmarkt die Lösungen von morgen finanziert. Wir können aber sehen, dass so, wie der Finanzmarkt heute aufgestellt ist, die kurzfristige Rendite zählt und dass das langfristig natürlich keine gute Strategie ist, weiter klimaschädlich zu produzieren. Das wird zu wenig berücksichtigt.
  • Da findet auch ein Umdenken statt, da ist ein großes Know-how entstanden. Aber das geht nicht weit genug. Nach wie vor geht eben noch ein zu großer Anteil der Investitionen in eine fossile Wirtschaft, die nicht nachhaltig ist. Das meinen wir mit umweltfreundlicheren Finanzmärkten, dass die Wirkung auf Umwelt und Soziales bei finanziellen Entscheidungen mitgedacht wird.

Ein wichtiges Thema im Buch ist auch die Ungleichheit zwischen arm und reich. Wodurch entsteht diese Ungleichheit?

  • Es gibt verschiedene Faktoren. Der Finanzmarkt wirkt heute an vielen Stellen wie eine Umverteilungsmaschine von unten nach oben.
  • Ein Beispiel: Die Verzinsung von großen Vermögen ist im Durchschnitt größer als die von kleinen Vermögen. Da braucht man kein großer Mathematiker sein, um zu verstehen, dass das zu einer großen Konzentration von Vermögen führt, die unsere Marktwirtschaft auf die Dauer kaputt macht. Wenn immer mehr Geld an wenigen Stellen ist, dann ist ja gerade dieser Wettbewerb zwischen verschiedenen ökonomischen Spielern, wie er in einer freien Marktwirtschaft typisch ist, gar nicht mehr möglich. 
  • Diese bessere Verzinsung der großen Vermögen kommt von unterschiedlichen Dingen her. Das ist zum einen, dass kleine Leute mit ihrem bescheinenden Geld, was sie anlegen können, eben häufig schlechte Finanzprodukte angeboten bekommen, während sich die Menschen mit einem großen Vermögen gute, unabhängige Berater leisten können und dadurch viele Fehler und Probleme, die es für den Normalbürger gibt, gar nicht haben.

Wie legen Sie eigentlich selbst an der Börse an?

  • Ich gebe ganz bewusst keine Anlagetipps oder sage, was ich selber mache, weil ich da gelernt habe, wie viele Politiker Finanztipps gegeben haben und damit Leute sehr schlechte Erfahrungen gemacht haben. Deswegen muss man als öffentlicher Akteur da sehr vorsichtig sein.
  • Das vorausgeschickt, gehöre ich zu den Menschen, die versuchen da nicht viel Zeit zu verschwenden. Ich bin sehr langfristig engagiert, wenn es um mein eigenes Geld geht. Es gehören aber meines Erachtens nach zu einer sinnvollen Altersvorsorge auch Aktien ins Portfolio. Ich würde jedem empfehlen, langfristig zu investieren und nicht jedem Hype nachzugeben. Für mich ist Bitcoin zum Beispiel etwas, wo ich nicht sehe, wo da der gesellschaftliche Mehrwert ist und ich habe den Eindruck, das hat schon so eine Blasen-Komponente. 

Wordshuffle

Klimawandel: Eine der größten Herausforderungen. Klimawandel ist nicht mehr ferne Zukunft, das ist schon da und wir können nicht schnell genug darauf reagieren.

Kapitalismus: Ich bin überzeugter Marktwirtschaftler, aber kritisch gegenüber einer Gesellschaftsordnung, die auf die Akkumulation von Kapital und Kapitalsammlungen in großen Finanzunternehmen setzt.

Machtwirtschaft: Ich habe den Eindruck, an vielen Stellen haben wir keine Marktwirtschaft mehr, sondern es geht um Macht und das große Geld. Da brauchen wir dringend eine Gegenbewegung.

Rockmusik: Ich bin mit klassischer Musik groß geworden, singe aber auch gerne Pop und Jazz.

Mannheim: Das gehört zu den traurigen Sachen der Entscheidung für Finanzwende, dass ich nicht mehr in Mannheim lebe.

Finanzkrise: Mich hat die Finanzkrise von 2008 sehr stark geprägt und Finanzwende wäre nicht denkbar ohne die ausgebliebene Reaktion auf die Finanzkrise von 2008. Im Endeffekt haben wir ständig Finanzkrise, das ist eine Gefahr für unsere Gesellschaft.

Politik: Viele Leute fragen, warum ich aus der Politik ausgestiegen bin. Aber so sehe ich das gar nicht. Auch wenn man zivilgesellschaftlich versucht, die Welt zu verändern, ist das politisches Tun.

Glück: An einem schönen Sommertag mit dem Kayak über die Seen paddeln. 

Bilder: Bürgerbewegung Finanzwende

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6 Antworten

  1. An einer Stelle ganz zum Schluß wird der gute Eindruck des Interviews für mich etwas gestört. Warum widerspricht der Moderator nicht, als Herr Schick, der ansonsten sicher in vielem Recht hat, nicht vehement oder fragt zumindest nicht kritisch nach, wenn wieder einmal Manfred Krug verunglimpft wird. DENN: Nicht Manfred Krug hat einen Fehler gemacht, indem er die Deutschen VOR DEM großen Hype aus ihrem Aktien Dornröschen Schlaf erweckt hat. Umgekehrt haben alle Menschen, die sich beteiligt hatten, je nach Einstiegszeitpunkt eine ver 6 – oder ver 3- Fachung im Portfolio. MIT EINEM Staatskonzern. Und wer dann eben keinen Berater an seiner Seite hat, der eine PROVISION bekommt, der hat im Zweifel dann auch nicht einmal Gewinne mitgenommen. An der Stelle erwarte ich vom Interviewer mehr kritisches Nachfragen, denn diese Mär vom bösen Schauspieler, der den Menschen geschadet hat, die kann ich nicht mehr hören. Schade. Grade zum Schluss stört es den Gesamteindruck.

    1. Die Frage kann man ausführlich diskutieren. Im Gespräch habe ich absolut keinen Diskussionspunkt gesehen, denn Manfred Krug hat ja erst diesen Telekom-Aktien-Hype mit seinem Sympathie-Bonus verursacht. Ohne diese Werbung wäre der Hype in der Form nicht entstanden.

      Krug hatte sich ja auch bei allen entschuldigt, die seinetwegen Geld verloren haben und bezeichnete den Spot als größten beruflichen Fehler seiner Karriere. Dieser Fehler hat zigtausend Menschen dazu gebracht, sich ohne Vorwissen an die Börse zu wagen. Und das ist immer ein Problem, weil man seine Entscheidungen nicht beurteilen kann und dann völlig überrascht von den Folgen ist. Insofern hat Gerhard Schick mit seiner Aussage Recht gehabt.

      Auf einem anderen Blatt steht natürlich, dass sich die Telekom-Aktie inkl. Dividende in den vergangenen Jahren vervielfacht hat. Wäre auch schlimm, wenn es in über 20 Jahren nicht so wäre. Ein Berater hätte an der Stelle auch nichts gebracht, denn der hätte keine Aktien verkauft, sondern eher Fonds. Wäre zu dem Zeitpunkt damals auch nicht besser gewesen, aber das Geld wäre trotzdem breiter gestreut gewesen.

  2. Super Folge! Ich finds gut, dass du mal eher eine kritischere Stimme eingeladen hast, die viele Punkte auch sachlich und fair angesprochen hat, ohne ins Extrem zu kippen oder polemisch zu werden. Hat mir gut gefallen und ich hab viel gelernt.

  3. Ein grüner Antikapitalist in einem Finanzpodcast hat schon etwas.
    Bei den angebrachten Argumenten und Beispielen ist die Meinung bzw. der Wunsch nach mehr Regulierung und weniger Lobby bzw. einem Gegenpol nachvollziehbar.

    Allerdings habe ich meine Probleme mit Dr. Schicks Forderung nach einem Beratungssystem für alle “Dummen”, was keine Provisionen kassiert. Du hast es ja richtig angemerkt: Es gibt den Honorarberater ja schon.
    Der Deutsche möchtet leider nur selten mehrere Hundert Euro für kompetenten Rat zahlen. Dann lieber “kostenlos” beim netten Bank-/Versicherungsvertreter.

    Man sollte eher schauen, dass die allgemeine finanzielle Bildung voran getrieben wird. Dann wären die Leute auch in der Lage selbst zu entscheiden und müssten nicht bevormundet werden. Zudem gilt ja immer “Schließe nichts ab, was du nicht verstehst” und so einen einfachen Leitspruch könnte man sogar noch in der Schule vermitteln.
    Für alles darüber hinaus reichen die mittlerweile zahlreichen Blogs und Podcasts.
    Alles in allem fand ich es aber sehr interessant und gut, einmal eine kritische Stimme zu hören.

    1. Vielen Dank für Deinen Kommentar, Jannik. Ich sehe es genauso wie Du. Wir brauchen hier nicht mehr Beratungsdienstleistungen, sondern in erster Linie mehr Finanzbildung. Dann kann man auch viel einfacher differenzieren. Mir ist aber schon bei dem Buch von Herrn Schick aufgefallen, dass er nicht für diese Selbstständigkeit bei der Geldanlage ist.

      Zum Glück ist das Thema finanzielle Bildung aber in Deutschland mittlerweile wirklich gut. Wenn ich will, bekomme ich ein breites Angebot an Finanzwissen und “Fintainment”. Wer nicht will, braucht tatsächlich einen Berater. Das sind überwiegend ältere Menschen, die mit Youtube, Podcasts oder Blogs nichts zu tun oder keine Lust darauf haben. Ich denke, dass das auch genau die Leute sind, die Herr Schick damit gemeint hat.

  4. Hallo Daniel,

    interessante Folge zu einem sehr grundsätzlichen Thema.

    Bei vielem stimme ich der Kritik von Herrn Schick zu. Mir scheint die Kritik jedoch nicht vollständig zu sein.

    Herr Schick zeichnet ein Bild vom Anleger als Unschuldslamm, das von den Wölfen der Finanzindustrie gerissen wird. Der Staat hingegen ist der weiße Ritter, der aber keine Lanze und nur ein altes verbeultes Schild hat, um die Lämmer vor dem Wolf zu beschützen.

    Mir scheint das ein schiefes Bild zu sein, das aber von der Biographie Herrn Schicks aus vielleicht auch nur zu verständlich ist. Ich glaube, daß der Staat im Finanzsektor sehr wohl auch eigene Interessen vertritt, die den Interessen der Anleger entgegenstehen. Und dabei in der Vergangenheit oft auch gemeinsame Sache mit der Finanzindustrie gemacht hat.

    Konkret hat Herr Schick folgende Probleme in der Finanzwirtschaft ausgemacht:

    a) Interessenskonflikte
    b) Übervorteilung der breiten Bevölkerung
    c) Vertrauensverlust des Bürgers in die gesellschaftliche Ordnung
    d) Verfestigung mafiöser Strukturen

    Zur Vervollständigung des Bildes gehen wir mal diese Probleme konkret an einzelnen Ereignissen durch, die auf das Konto des Staates gehen:

    1) Doppelbesteuerung der gesetzlichen Rente

    Aktuell wird das gesetzliche Rentensystem auf nachgelagerte Besteuerung umgestellt. Gesetzgebung fand ca. 2004 statt. Ich behaupte, daß jeder hier, der sich damit näher beschäftigt, mit “gesundem Menschenverstand” zu dem Schluß kommen wird, daß hierbei Einkommen doppelt mit Einkommenssteuer belegt wird, was verfassungswidrig wäre. Doch der Staat rechnet sich seine Gesetze schön, z.B. in dem er den steuerlichen Grundfreibetrag zuerst auf die gesetzliche Rente anrechnet usw. Verfahren dazu vor dem Verfassungsgericht laufen. Wir dürfen gespannt sein. Vielleicht findet sich noch eine findige juristische Begründung, die die aktuelle Gesetzgebung rein wäscht.

    Ad a) Staat will hohe Steuereinnahmen, Rentner wollen wenig Steuern zahlen
    Ad b) Doppelt Einkommenssteuer zahlen ist ungerecht
    Ad c) Verfassungswidrige Gesetze zum Schaden von Menschen, die ein Leben lang gearbeitet haben
    Ad d) Der Eindruck beim Bürger: Not kennt kein Gebot. Wenn der Staat Geld braucht ist auch die Verfassung egal.

    2) Auszahlung stiller Reserven bei Kapitallebensversicherungen

    Stille Reserven bei Lebensversicherern entstehen dadurch, daß Assets in der Bilanz mit dem niedrigsten historischen Wert angesetzt werden, aktuell aber einen höheren Kurswert besitzen. Noch in den 90’er Jahren behielt die Versicherungsgesellschaft diese Reserven bei Auszahlung von fälligen Kapitallebensversicherungen für sich ein. Erst als sich ein Versicherungsnehmer bis zum Verfassungsgericht durchgeklagt hatte (bzw. seine Erben, er selbst war dann schon tot), mußten die Versicherungen mindestens 50% der stillen Reserven an den Versicherungsnehmer auszahlen. Immerhin waren diese Reserven ja mit dem Geld des Versicherungsnehmers gebildet worden. Selbst bei dieser 50% Regelung haben die Versicherer gemauert wo es nur ging.
    Als dann 2011 die Eurokrise begann und die Zinsen in der Eurozone dramatisch sanken, kippte der Gesetzgeber 2014 die Auszahlung der Bewertungsreserven für festverzinslichen Wertpapiere. Durch die niedrigen Zinsen hatten lang laufende Staatsanleihen hohe Kursgewinne erfahren. Durch das Gesetz werden Lebensversicherer wirtschaftlich stabilisiert, indem die Gewinne einzelner Versicherungsnehmer auf alle Versicherungsnehmer gestreckt werden.

    Ad a) der Staat will keine Versicherung auffangen müssen oder Grundsicherung für Versicherungsnehmer zahlen müssen. Der Versicherungsnehmer will eine faire Auszahlung der mit seinem Geld erwirtschafteten Gewinne.
    Ad b) Wären die Zinsen stark gestiegen und die stillen Reserven dadurch negativ geworden, hätte der Versicherungsnehmer den Schaden tragen müssen. Hat er aber Glück und die Reserven steigen durch fallende Zinsen, werden ihm die Erträge weggenommen. Der Versicherungsnehmer verliert also immer.
    Ad c) Auf welcher Seite steht der Staat? Auf Seiten des Verbrauchers, oder auf Seiten der Versicherung?
    Ad d) Der Versicherungsnehmer muß sich alleine durch die Instanzen klagen, um seine Interessen durchzusetzen. Die Versicherung bekommt zügig Schützenhilfe durch den Gesetzgeber

    3) Doppelter Krankenkassenbeitrag für Betriebsrenten
    Seit 2004 müssen Betriebsrentenempfänger den vollen Krankenkassenbeitrag in die gesetzliche Krankenkasse einzahlen (AG und AN Anteil). Bei der gesetzlichen Rente ist es nur der Arbeitnehmeranteil. Viele Rentner haben vor 2004 Verträge zu Betriebsrenten abgeschlossen, als dieses Gesetz noch nicht existierte. Auch sie müssen den doppelten Beitrag bezahlen.

    Ad a) Der Staat möchte möglichst viele Beiträge in der gesetzlichen Krankenkasse, der Rentner möglichst wenig zahlen
    Ad b) Den Betriebsrentner schlechter zu stellen als den gesetzlichen Rentner oder den Arbeitnehmer scheint unfair
    Ad c) Der Eindruck beim Bürger: Not kennt kein Gebot
    Ad d) Rückwirkende Anwendung von Gesetzen ohne Bestandsschutz

    4) Steuergesetzgebung für Anleger

    In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Besteuerung von Kapitalerträgen stetig erhöht. Wir hatten mal einen Sparerfreibetrag von ca. 3100 Euro, heute 801 Euro. Wir hatten mal eine Spekulationsfrist von 6 Monaten, ab der Kursgewinne steuerfrei waren. Wir hatten mal die Erstattung der Körperschaftssteuer bei Dividendenzahlungen. 2018 wurde die Bestandsgarantie in der Steuerfreiheit für Altbestände bei Fonds aufgekündigt, usw.
    Gleichzeitig stieg die Notwendigkeit kapitalgedeckt Vermögen für’s Alter aufzubauen, auf Grund der Demographie stark an. Und gleichzeitig stieg das Risiko für Anleger, weil die sicheren Zinsen der Staatsanleihen immer weiter gesunken sind und Anleger gezwungen waren, mehr in riskantere Anlageformen zu gehen.

    Ad a) der Staat will mehr Steuern, der Anleger weniger Steuern zahlen
    Ad b) der Anleger geht immer mehr Risiken ein, muß aber einen immer höheren Anteil der Erträge abgeben
    Ad c) Der Anleger trägt die Risiken, der Staat kassiert die Erträge

    Unter dem Strich sehe ich also keine wesentlichen Unterschiede zwischen staatlichem Verhalten und dem Verhalten der Finanzindustrie.

    Das größte Problem scheint mir sowohl beim Staat, wie bei der Finanzwirtschaft, der Interessenskonflikt zu sein. Herr Schick fing ja auch gleich an über Finanzierung der Energiewende zu sprechen. Nachtigall, ick hör dir trapsen.
    Was denn nun? Finanzierung der Rente oder der Energiewende?

    Vor meinem geistigen Auge stelle ich mir vor, die Regierung hätte 2000 nicht die Riesterrente beschlossen, sondern eine Rente wie sie sich Herr Schick vorstellt. Dann hätte diese vermutlich die Rentenbeiträge in Hoffnungsträger wie den folgenden Aktiengesellschaften investiert:

    Umweltkontor
    Solar Millennium
    Solar World
    Nordex
    SMA Solar

    Wer die nicht (mehr) kennt, kein Wunder. Die Heroen von damals sind heute entweder pleite oder haben sich mit gigantischen Schwankungen Jahrzehnte lang seitwärts bewegt. Trotz üppiger Subventionen wie der Einspeisevergütung. Oder kennt jemand eine erfolgreiche deutsche Aktiengesellschaft auf dem Photovoltaik Markt?

    Herr Schick behauptet, es gehe nicht um Bevormundung des Anlegers. Doch im Ergebnis sehe ich, daß ich seit der letzten Regulierungsrunde viele Wertpapiere nicht mehr bei inländischen Brokern kaufen kann, weil irgendein Anlegerschutzpapierchen des Emittenten fehlt. Und warum der böse Hochfrequenzhandel die Ursache für die letzten Finanzkrisen sein soll, hat mir bisher auch noch niemand schlüssig erklären können.

    Ich glaube Daniel, es ist so wie du sagst. Der Schlüssel ist die Finanzbildung der breiten Bevölkerung. Erst wenn die sich nicht länger ein X für ein U vormachen läßt, wird sich vielleicht etwas verbessern. Wenn wir weiter auf den weißen Ritter warten, der uns selbstlos aus unserer Misere befreit, können wir lange warten.

    Viele Grüße

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