“Der Kapitalismus ist die große Erfolgsgeschichte der Menschheit” – Interview mit Dr. Nikolaus Braun

In dieser Podcastfolge habe ich zum zweiten Mal den unabhängigen Honorarberater Dr. Nikolaus Braun zu Gast. Unser Gespräch dreht sich dieses Mal rund um das Thema “Über Geld nachdenken” – darüber hat er nämlich gerade ein Buch veröffentlicht. Wir sprechen über finanzielle Freiheit, die Vorteile des Kapitalismus, gute Nerven bei der Geldanlage und warum auch Vermögensabbau akzeptiert werden muss.

Überblick Interview mit Dr. Nikolaus Braun

Der unabhängige Honorarberater Dr. Nikolaus Braun ist bereits zum zweiten Mal in meinem Podcast zu Gast. Dieses Mal denken wir gemeinsam über Geld nach, denn genau über dieses Thema hat Herr Braun gerade ein Buch im Campus Verlag veröffentlicht.

Im Gespräch erzählt er, wie man Gelassenheit zum Thema Geld gewinnen kann und warum es so wichtig ist, dass wir uns über unsere Einstellung zu Geld im Klaren sind. Nikolaus Braun erklärt auch, warum finanzielle Freiheit für ihn eine Illusion ist, er Finanzmagazine so kritisch sieht und warum er Kapitalismus als Erfolgsgeschichte der Menschheit sieht.

Außerdem sprechen wir über die Notwendigkeit von Kapitalmarkt-Investments und darüber, warum es so wichtig ist, sein Geld auch für Lebensqualität auszugeben und auch Vermögensabbau akzeptieren können sollte.

Shownotes

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Zusammenfassung des Interviews

Über Dr. Nikolaus Braun

Dr. Nikolaus Braun ist promovierter Historiker, machte Karriere bei einer Großbank und hat dann seine eigene Honorarberatung 49 in München gegründet. Vor Kurzem erschien sein erstes Buch “Über Geld nachdenken: Klug entscheiden, gelassen bleiben, Lebensqualität gewinnen”* im Campus Verlag.

Mit „Über Geld nachdenken“ haben Sie im Februar ihr erstes Buch über den Campus Verlag veröffentlicht. Worin unterschiedet es sich denn von anderen Finanzbüchern?

  • Der Ansatz ist ein bisschen anders. Die meisten Finanzratgeber sind ja tatsächlich sehr stark auf finanzielle Themen fokussiert und beantworten die Frage, was ich eigentlich tun soll. Das sind so eine Art Gebrauchsanweisungen oder Rezepte.
  • Aber ich bin der Überzeugung die Frage „Was soll ich denn tun?“ greift zu kurz. Eine bessere Frage, die man sich stellen sollte, ist zum Beispiel „Warum ist Geld wichtig für mich? Wie beeinflusst das mein Leben? Wie beeinflusst das meine Beziehungen?“. Wenn ich das geklärt habe, dann brauche ich natürlich ganz konkret Hinweise, wie ich das umsetze. 
  • Die traditionellen Finanzratgeber holen viele Menschen nicht ab, weil sie die Relevanz nicht erkennen. Warum das relevant für ihr Leben ist und was Geld damit zu tun hat, wer sie sind. Und dann scheitern sie auch häufig an der Umsetzung, auch wenn sie einen Ratgeber haben, der ihnen auf 250 Seiten ganz genau das perfekte ETF-Portfolio erklärt. 

Geld sorgt bei vielen Menschen für Anspannung – vor allem auch seitdem die Corona-Pandemie vor genau einem Jahr losging. Wie kann ich in so einer Situation Gelassenheit zu Geld gewinnen?

  • Bis zu einem gewissen Grad ist das wirklich ein großes Rätsel. Kognitiv sind wir eigentlich alle in der Lage dazu zu verstehen, dass Kapitalmärkte früher oder später heftig korrigieren werden. Viele Leute glauben ja, Risiko heißt, wenn ich Geld verliere. Das ist überhaupt kein Risiko! Das ist eine der ganz, ganz wenigen Gewissheiten die ich habe: Wenn ich am Kapitalmarkt engagiert bin, werde ich zwischendrin Geld verlieren. Die Menschen können kognitiv verstehen, dass es Rückschläge gibt, die Rendite eine Risikoprämie ist und ich das aussitzen muss. 
  • In der Situation selbst fühlt sich das dann aber ganz anders an. Eines meiner Lieblingszitate in dem Zusammenhang ist von Mike Tyson: „Jeder hat einen Plan, bis er einen in die Schnauze kriegt.“ Es ist halt ein riesiger Unterschied sich vorzustellen, der Finger ist in der Tür oder der Finger ist tatsächlich in der Tür. Die meisten Menschen beschließen dann, sie müssen ihr Zeug verkaufen und bauen sich dazu dann eine rationale Erklärung. Man nennt das in der Psychologie rationalisieren, damit man dann vor sich selber nicht wie ein irrationales, aufgescheuchtes Huhn dasteht. 
  • Was ich konkret empfehlen würde, um gelassen zu bleiben, ist genau das, wovon wir am Anfang gesprochen haben. Ich muss mir klar machen, wofür Geld für mich wichtig ist und wann ich das brauche. Dann spielt eigentlich die Wertentwicklung der nächsten drei Jahre meist gar keine Rolle mehr. Dann habe ich irgendwo einen Fokus, der weit in der Zukunft liegt und der bringt mich ein Stück davon ab, auf den kurzen Horizont blöde Entscheidungen zu fällen.

Lassen Sie uns doch mal über einen sehr wichtigen Satz aus dem Buch sprechen: „Es geht nicht darum, das (angebliche) Optimum für Ihre Finanzen herauszuholen, sondern das Optimum für das Leben.“ Wie ist das gemeint? 

  • Ich illustriere das mal an einem Beispiel, mit dem ich in der Praxis viel zu tun habe: Sie treffen auf jemanden, der ist Ende 50, hat jetzt gerade sein Unternehmen verkauft und sitzt jetzt auf einmal auf einem großen Berg Geld. Und wenn er jetzt finanzoptimierte Entscheidungen treffen würde, dann würde er hohe Risiken eingehen und in Venture Capital investieren. Mit dieser Herangehensweise hat er die höchste Chance, sehr reich zu versterben. Gleichzeitig gefährdet er damit seinen Lebensentwurf, denn mit dem höheren Risiko erhöht er auch deutlich die Wahrscheinlichkeit zu scheitern. Wenn es ihm da gelingt, das Programm umzustellen und zu sagen: „Jetzt bin ich ja schon reich geworden, jetzt möchte ich nur nicht arm sterben. Ich möchte die Ausbildung meiner Kinder finanzieren, möchte in den Urlaub fahren usw.“, ist das eine völlig andere Herangehensweise. 

In Ihrem Buch bringen Sie ja viele Beispiele. Treffen Sie denn häufig auf solche Fehler, die Ihre Mandanten machen?

  • Die Beispiele im Buch habe ich gewählt, weil sie ziemlich bezeichnend sind. Aber die Muster, die ich damit sichtbar mache, also z.B. falsches Anchoring oder Verlustaversion, oder der Wunsch, das Jackpot-Investment zu finden, das findet man natürlich schon sehr, sehr häufig. 
  • Das beruht teilweise auf einer mangelnden finanziellen Allgemeinbildung, auf menschlichen, tief verdrahteten Emotionen wie Angst oder Gier, aber das ist schon relativ häufig.

Warum ist finanzielle Freiheit eine Illusion für Sie?

  • An sich ist finanzielle Freiheit erstmal ein erstrebenswertes Ziel. Wir arbeiten ja viel für Menschen, die diese finanzielle Freiheit erreicht haben. Ich kritisiere daran eigentlich zwei Dinge. Das eine ist die Illusion, ich brauche einfach nur genügend Geld und dann wird alles gut und die eigentlichen Probleme in meinem Leben erledigen sich dann von selber. Das ist irgendwie rührend naiv. Da finden dann die selben Probleme – auch die finanziellen – nur drei Nummern größer statt. 
  • Das zweite Problem ist der Weg, wie ich an diese finanzielle Freiheit komme. Da sehe ich zwei Schulen. Die eine ist diese „Bodo-Schäfer-schakka-jeder-kann-an-sich-glauben-positiv-Denken-du-kannst-es-schaffen“ – da gehen Sachen einfach mathematisch gar nicht auf und da ist viel Naivität dabei. Die zweite Schule ist diese frugalistische Brutal-Spar-Schule. Das finde ich wesentlich intelligenter, weil da auch ein bisschen Philosophie, Genügsamkeit und buddhistische Gelassenheit drin ist. Aber auch da gibt es so einen Unterton, dass Arbeit eigentlich etwas ganz schlimmes ist – eine Mühle, durch die ich mich durch quäle und jeden Euro zur Seite bringe, um dieses unerfreulich niedrige Niveau später auch ohne die verhasste Arbeit hinzukriegen. Da stellen sich mir so ein bisschen die Nackenhaare auf. Da denke ich mir: „Versuche doch erstmal eine Arbeit zu finden, die dir Freude bereitet“. 
  • Gerade habe ich einen älteren Herren, der sozusagen ganz am anderen Ende der finanziellen Freiheit steht. Für ihn wird es schwer, noch genügend für die Altersvorsorge zusammen zu kriegen. Im Bezug auf seine Finanzplanung hat er so eine Art „Hase-und-Igel-Phänomen“.  Ich habe zu ihm gesagt: „Ihre Arbeit die Sie machen, die macht Ihnen so viel Freude und die machen Sie so gut und die erfüllt sie so, dass Sie eigentlich schon da sind, wo ganz viele mit ihrer finanziellen Freiheit hin wollen. Die wollen den ganzen Tag das machen, was ihnen Freude bereitet. Das werden Sie vielleicht mit Anfang 80 nicht mehr tun können, aber an sich geht es Ihnen so viel besser als vielen anderen.“ Das sollte man ein bisschen auf dem Radar haben.
  • Nehmen wir an, ich habe mein Ziel der finanziellen Freiheit erreicht. Dann muss ich ja irgendwas tun. Ich kann ja nicht den ganzen Tag am Strand liegen, einen Cocktail nach dem anderen trinken und nachmittags auf der Yacht eine Party feiern. Das funktioniert ja nur in der Lotto-Werbung. Dann endet man nicht nur pleite, sondern hat auch keine Freunde mehr, eine Leberzirrhose und ist vielleicht verblödet. Daher sehe ich das mit der finanziellen Freiheit schon so ein bisschen wie eine Fata Morgana. 

Warum sehen Sie eigentlich alle Finanzmagazine sehr kritisch?

  • Der Mechanismus eines Finanzmagazins ist es, Neuigkeiten zu verbreiten. Ich muss irgendwie Aufmerksamkeit erregen. Vor vielen Jahren habe ich eine Journalistin kennengelernt, die für eines dieser Magazine geschrieben hat. Sie hatte damals auch schon die ganzen Kommer-Bücher gelesen und mir erzählt, dass sie ihr Portfolio auf ein passives Wertportfolio umgestellt hat. Da habe ich sie gefragt, warum sie nicht darüber schreibt und da meinte sie „Das kann ich schon machen, aber was schreibe ich dann nächste Woche?“.
  • Und das ist ja nicht die Strategie, mit der man verantwortungsvoll mit seinem Vermögen umgehen kann. Das ist völlig legitim, wenn man das als Spielwiese sieht. Aber so kann ich keine Verantwortung übernehmen. 

Häufig wird über den Kapitalismus geschimpft. Wie wichtig ist denn der Kapitalismus für das Optimum im Leben?

  • Natürlich hat der Kapitalismus völlig zu recht schlechte Presse. Sie sehen ja die Hedgefonds-Manager, die unglaubliche Wohlstände anhäufen, ohne irgendwelche Mehrwerte zu generieren. Aber im Grunde genommen ist der Kapitalismus letztendlich die große Erfolgsgeschichte der Menschheit. Das ist eine Maschine, die Wohlstand produziert und in der Zuwächse generiert werden – wie immer gerecht oder ungerecht die dann auch verteilt werden. 
  • Wir haben in den letzten 30 Jahren gesehen, wie ganz Asien sich aus der absoluten Armut befreit hat. Diese Kapitalismus-Kritik, die sehr salonfähig ist und weit hinein in bürgerliche Kreise geht, die führt dann auch zu einer Art Verteufeln oder ganz stark kritischen Distanz zum Kapitalmarkt. Die übersehen dann aber, dass diese wohlstandsgenerierende Kraft – die Deutschen nennen das dann lieber freie Marktwirtschaft, dann klingt es nicht so schlimm wie Kapitalismus – eine wesentliche Säule für die Altersvorsorge von jedem ist. Und diese Tabuisierung, diese Berührungsängste und diese deprimierende Unkenntnis in weiten Teilen der Gesellschaft ist natürlich schon niederschmetternd. 
  • Ich bin deswegen auch ein großer Fan von der Bürgerbewegung Finanzwende, die einerseits den Finger in die Wunde legt und sagt, hier gibt es einfach Fehlentwicklungen gerade im Finanzbereich, die sich aber gleichzeitig stark macht für eine breite Beteiligung der Bevölkerung am Kapitalmarkt durch letztlich aktienbasierte Bausteine für die Altersvorsorge.
  • Es kann nicht sein, dass in so einem Land wie Deutschland, das so viel Wohlstand generiert und das so ein hohes Niveau erreicht hat, hunderttausende Menschen ihre Altersvorsorge verstolpern, weil sie in Richtung Sicherheit, Garantieprodukte, Riesterrente, Rürup und Co. denken und eine furchtbare Angst vor den Kapitalmärkten haben.

Zur Zeit spielt ja das Thema Inflation wieder eine riesengroße Rolle. Warum ist es so wichtig als Anleger auch auf die Inflation zu achten? Welche Rolle spielen Zinserhöhungen?

  • Ich bin mir nicht so ganz sicher, ob dieses Thema heute so viel relevanter ist als vor fünf Jahren. Die Inflation ist eher so eine Sau, die ab und zu durchs Dorf getrieben wird. Aber das Thema Inflation ist natürlich ein Dauerbrenner. Und es ist ein Effekt, der auch chronisch unterschätzt wird. Und zwar insbesondere von den Freunden des Sparbuchs, der Girokonten, Festgelder und auch Lebensversicherungen. Wenn ich jedes Jahr auch nur 1,5% Geldentwertung habe, dann ist der Zinseszins-Effekt auf dieser Kurve für meine eigenen Lebensplanung immens. Weil ich in 30 Jahren für mein Geld potenziell nur noch die Hälfte der Güter bekomme. Und diese schleichende, langsame Enteignung über die Inflation führt dazu, dass ich einen dramatischen Verlust an Lebensqualität erleiden werde, selbst wenn es mir gelingt, den gleichen Betrag am Monatsende zur Verfügung zu haben.
  • Und auch das ist ein Grund, warum es völlig unvermeidlich ist, mit einem Teil meines Geldes Kapitalmarktrisiken einzugehen, weil nur so werde ich eine Rendite generieren können, die oberhalb der Inflationsrate ist. Da sollte man sich keine Illusionen machen. Ich sehe es sehr positiv, dass es insbesondere bei jüngeren Leuten eine hohe Aufgeschlossenheit gegenüber dem Kapitalmarkt gibt.

Welche Rolle spielen denn Zinserhöhungen, wenn die kommen würden?

  • Wenn es Zinserhöhungen gäbe, hätte man gerade auf der Anleihenseite seines Portfolios erstmal Rückschläge, die man aussitzen kann. Mutmaßlich kann man davon ausgehen, dass das einen eher negativen Effekt auf Aktienmärkte hat, aber da bin ich wieder in der Situation mit der Kristallkugel. Es kann so kommen, es muss aber nicht so kommen. Und es wird garantiert nichts daran ändern, dass ich mit einem breit diversifizierten Investment in Aktien langfristig eine positive Rendite habe. 

Warum ist es so wichtig, das Geld auch für Lebensqualität auszugeben und nicht nur zu horten?

  • Das ist ja total naheliegend. Geld ist ja gefrorene Zeit. Vermögen ist die Fähigkeit, etwas zu tun. Und wenn ich diese darin liegende Möglichkeit nie realisiere, dann bleiben es ja Zahlen auf dem Papier, dann habe ich ja nie etwas damit gemacht. Das ist ja dann das gleiche, als wenn ich arm wäre. Natürlich liegt der Zauber im Geld darin, dass ich das jederzeit in alle möglichen Dinge tauschen kann. Geld ist schon auch da am schönsten, wo ich es umtausche: in gemeinsame Erlebnisse, in Urlaube, in schöne Dinge. Ich persönlich bin sehr überzeugt davon, dass es schlauer ist, Geld in Erlebnisse und dadurch generierte Erinnerungen zu investieren, als in teure Dinge oder Statussymbole. 

Besonders gut haben mir Ihre Beispiele aus Ihrem Alltag als Honorarberater gefallen, weil sie das Gesagte aus dem Buch sehr anschaulich gemacht haben. Vor allem das Beispiel von Herrn Borchers ist hängen geblieben. Was sind denn falsche Ankerpunkte und welches Problem hatte Herr Borchers damit?

  • Herr Borchers war jemand, der auf der einen Seite relativ gierig war und er ist eingestiegen, als die Märkte für lange Zeit sehr, sehr gut liefen und er sich langsam an zweistellige Renditen gewöhnt hatte. 2015 kam er dann zu mir ins Büro und meinte „Ich habe die Hälfte meines Geldes bei Ihnen verloren, ich bin menschlich zutiefst enttäuscht“. Er sagte er war schon mal bei +14 und ist jetzt nur noch bei +7. Da dachte ich mir, +7 ist ja nicht das gleiche wie -50%. Und ich habe ihm jedes Mal erzählt, dass das keine Einbahnstraße ist. Ich wollte dann nicht mehr mit ihm zusammenarbeiten und habe von seinem Sohn viele Monate später erfahren, dass er dann das Programm auf „ich fürchte mich ganz furchtbar“ geändert hatte und nur noch Cash vor sich her schob.
  • Das ist natürlich ein Extrembeispiel, also sehr irrational, extreme Verlustaversion und überhaupt kein gutes Nervenkostüm. Das eigentlich Interessante war, dass er ein unglaublich gebildeter, kluger, erfolgreicher Mensch war. Aber an der Stelle war ein großer weißer Fleck.

Die Zinsmisere, die Gebühren auf Bankguthaben und auch die Pleite der Greensillbank haben in den letzten Wochen und Monaten dafür gesorgt, dass es Probleme gibt, den risikoarmen Teil vernünftig anzulegen. Haben Sie eine Idee gefunden, wie ich als Anleger damit umgehen sollte?

  • Nein. Also eine Idee im Sinne von einer Art Workaround oder eine Produktlösung nicht. Eine Art damit umzugehen habe ich schon gefunden. Ich muss einfach für den risikoarmen Teil meines Portfolios, oder den Teil des Geldes, den ich in dem Notfalltopf drin habe, schlicht und ergreifend den Schmerz ertragen und umarmen. Sonst komme ich in einen Bereich, den ich selber kontrafaktisches Investieren nennen würde.

Welche Rolle sollten Versicherungen bei der Geldanlage spielen?

  • Gar keine. Eine Versicherung ist kein Sparprodukt. Eine Versicherung ist ein ganz wichtiger Bestandteil in der individuellen Finanzplanung, aber überall, wo ich ein Risiko in meinem Leben habe, was mich finanziell aus der Bahn bringen kann, dafür brauche ich eine Versicherung. Das sind Risiken, die hauen Ihr Leben oder das Leben der Menschen, für die Sie Verantwortung haben, aus der Kurve. Und das muss abgesichert sein.
  • Für das Sparen hat eine Konstruktion, die wahnsinnig hohe Verwaltungsgebühren generiert und irrsinnig hohe Provisionen an den Vertrieb zahlt und dann in der Anlage geknebelt ist, eine vernünftige Aktienquote zu haben, da einfach nichts verloren.

Wenn es dann mal soweit ist und ich bin in finanzieller Freiheit oder in Rente: Warum sollte ich Vermögensabbau akzeptieren?

  • Was ich sehr häufig beobachte ist, dass Menschen ein Leben lang sparen und Vermögen bilden. Und just am Tag der Rente wird sozusagen die Platte ausgetauscht und das Programm, was vorher lief „Ich spare jetzt, damit es mir später besser geht“ wird gewechselt in „Das, was ich mein Leben lang gespart habe, soll auf alle Fälle nicht mehr weniger werden“. Das ist natürlich Irrsinn. Denn ich habe ja dieses Geld akkumuliert, um meinen Lebensstandard aufrecht zu erhalten. Und trotzdem tun sich viele Menschen unendlich schwer, zu akzeptieren, dass dieses Geld dann auch langsam wieder weniger wird. Das ist aber im Regelfall unvermeidlich. Sich dann im Alter einzuschränken, damit dieser Geldsack nicht weniger wird und die Erben möglichst viel kriegen, ist nicht besonders rational.

Wordshuffle

Nachhaltige Geldanlage: Ich finde es generell sehr begrüßenswert. Die Möglichkeiten, nachhaltig zu investieren, sind sehr viel besser geworden. Gleichzeitig wird auch viel Blödsinn unter diesem grünen Etikett verkauft.

Ferienhaus: Das ist die irrationalste Geldanlage, die man tätigen kann. Wenn man es klug macht, kann es einem unglaublich Lebensqualität bringen. Es kann einen aber auch auffressen. 

Corona: Geht mir wahnsinnig auf die Nerven. Es saugt mir ein bisschen die Lebensqualität. Und ich finde es erstaunlich, wie viele Idioten plötzlich aus ihren Löchern kommen, die da früher gut versteckt waren. 

Spieldepot: Jedem Tierchen sein Pläsierchen. Ich habe keins, verbiete es aber niemandem. 

Crashpropheten: Ganz traurige Zunft. Das sind Menschen, die einem die Laune verderben und selber davon bombig leben.

Geschlechterrollen: Geld ist das letzte Bollwerk des Patriarchats. Viele Frauen sind irrsinnig froh, wenn sie einen Partner haben, der dieses lästige Thema macht und sie glauben meist völlig zu unrecht, der Mann wäre da kompetenter als sie. 

Demut: Ich glaube bei der Kapitalanlage ist Demut sehr gefragt. Die Schnittmenge der Dinge, die wirklich beherrschbar sind, ist sehr klein und auf die sollte man sich konzentrieren. 

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7 Antworten

  1. Eine sehr schöne Folge, bei der ich während des Zuhörens mehrmals mit dem Kopf nicken musste 🙂 Gerade bei dem Aspekt „Geld für Lebensqualität“ auszugeben, kann ich nur zu 100% zustimmen. Ich weiß nicht, wie oft mein Mann und ich an unsere Reisen zurückdenken und Anekdoten daraus – Erlebnisse, die einem das ganze Leben über bleiben und die nun mal durch Geld möglich gemacht werden können.
    Das Buch von Dr. Nikolaus Braun habe ich auch gerade angefangen und gefällt mir auch schon sehr gut.

  2. Super Folge!! Habe ehrlich gesagt die Folge zuerst ignoriert, weil ich wegen des Titels etwas anderes erwartet habe (ja, in der Podcast App liest man nicht immer die Notes 🙂 )…aber im Gegenteil, sehr reflektierte und durchdachte Ansichten, die zum Nachdenken anregen.

    1. Hi Rob,

      vielen Dank, das freut mich zu hören. Das Thema Headline ist bei fast jeder Folge ziemlich schwierig. Eigentlich hätte ich bei dieser Folge einen Titel á la “Warum wir über Geld nachdenken sollten” nehmen müssen. Das hätte besser gepasst, klingt aber sehr langweilig. In der Regel führt eine langweilige Headline zu deutlich weniger Hörerinnen und Hörer (die Headline entscheidet über 10.000 Downloads mehr oder weniger). In der Headline ist das Kapitalismus-Zitat auch noch etwas abgeschwächt, weil ich mit einigen negativen Reaktionen gerechnet habe. Das Kapitalismus-Zitat spielt eine zentrale Rolle im Interview. Generell finde ich die Aussagen und auch das Buch von Herrn Braun sehr hochwertig und reflektiert. Das Buch hat mich ebenfalls zum Nachdenken angeregt. Ich bin mit dem Interview auch sehr zufrieden.

      Viele Grüße
      Daniel

  3. Hallo Daniel,
    ich freue mich immer wieder über eine neue Folge von Dir. Habe den “Finanzrocker”und “Mehr Mut zum Glück” abboniert und höre die Folgen gerne an.
    Zu dieser Folge:
    Ich fand den Gesprächspartner sehr angenehm zu hören, es gab viele Punkte, die mich zum nach denken brachten.
    Noch was zum schmunzeln: Die Folge war Schuld an einem großen Muskelkater, da ich, um die Folge an einem Stück fertig hören zu können, eine extra Zusatz-Laufrunde eingelegt habe. 🙂

    Mach bitte weiter so und lass Dich von den Hatern nicht unterkriegen. Denk dran: Neid muss man sich verdienen!

  4. Hallo Daniel,

    mir hat diese Folge ausgesprochen gut gefallen, weil hier ein paar Dinge thematisiert wurden, die ich so noch nicht in dieser konzentrierten Form gehört habe.

    Die ganz wesentlichen Punkte waren für mich die Erkenntnis, daß Vermögen bilden und Vermögen konsumieren zwei Seiten derselben Medaille sind und das eine nur Sinn ergibt zusammen mit dem anderen. Auch die philosophische Frage, was ändert sich in deinem Leben, wenn Du dieses Vermögen hast, ist eine sehr erhellende Frage.

    Der zweite interessante Punkt ist, daß viele Menschen Dinge zwar wissen, aber ihr Handeln oft dazu sogar im Widerspruch steht. Ich würde das bestätigen und denke, das gilt für die Geldanlage, wie auch für andere Bereiche im Leben. Was soll ich sagen, mich selbst kann ich da auch nicht freisprechen.

    Und der dritte interessante Punkt ist, daß bewußt gesetzte Ziele die Wahrscheinlichkeit von Kurzschlußhandlungen reduzieren. Wenn ich z.B. weiß, daß ich heute mein Geld in Aktien investiere, damit ich im Jahr 2051 entspannt in Rente gehen kann, dann mache ich mir um eine Pandemie im Jahr 2020 deutlich weniger Sorgen, weil die in 30 Jahren ziemlich sicher vorbei sein wird. Ganz einfache Sache, muß man nur wissen.

    Auch die Perspektive, daß jemand mit einem geliebten und gut bezahlten Beruf eigentlich kein so großes Vermögen braucht, weil er ja schon ein zufriedenes Leben führt, finde ich einen spannenden Gedanken.

    Also, wirklich ein super Interview.

    Im Wordshuffle mußte ich mein positives Bild über die Urteilsfähigkeit des Gastes leider doch teilweise revidieren.

    Stichwort Korona: Ist ja nicht so schlimm, weil die Bombenangriffe in Berlin WK-II noch viel schlimmer waren. Klar, wenn mein “Ankerpunkt” Deutschland 1944 ist, dann ist im Vergleich dazu alles spitze. Aber ist das wirklich ein vernünftiger Referenzpunkt? Aus der Perspektive kann ich dann auch komplett auf meine Altersvorsorge pfeifen. Besser als 1944 ist die Grundsicherung 2021 ja schließlich auch. #YOLO.

    Stichwort Crashproheten: Zunächst Lob dafür, daß tatsächlich mal konkret nach Personen differenziert wurde. Den Vergleich in der Sachkunde bezüglich Krall gegen Müller und Friedrich von Herrn Braun teile ich. Die Klassifizierung “halbbrauner Sumpf” hätte ich jedoch gerne genauer belegt. Die Behauptung, Herr Krall wolle Leistungsemfängern das Wahlrecht entziehen, ist meiner Einschätzung nach stark verkürzt dargestellt. M. E. weißt Herr Krall auf einen Interessenkonflikt zwischen Steuerzahlern und Leistungsempfängern in unserer Gesellschaft hin. Die Folge sei eine ständig steigende Staatsquote an der Wirtschaftsleistung.
    Diese Kritik scheint mir im Kern nicht komplett absurd. In dem letzten zehn Jahren haben die Steuereinnahmen immer neue Rekordstände erreicht bei gleichzeitig stark fallenden Zinsausgaben. Trotzdem haben wir das Wort Steuersenkung in diesem Land das letzte mal (folgenlos) in den Koalitionsverhandlungen von CDU+CSU+FDP im Jahr 2009 gehört. Das Dauerthema kalte Progression seit Jahrzehnten ungelöst, die aktuellen Rufe nach Vermögensabgaben und Steuererhöhungen werden lauter, etc. Politisch würde ich Herrn Krall als libertären einsortieren, der also einen minimalen Staat will. Was das mit braun, also nationalsozialistisch, zu tun hat, bleibt unklar. Im Nationalsozialismus hat der Staat schließlich eher eine starke Stellung.

    Ich möchte aber doch den Gast bitten, mit diffamierenden Begriffen (halbbrauner Sumpf) vorsichtiger umzugehen. Hier möchte ich mich Daniels Kritik am Zeitgeist anschließen. Mein Eindruck ist auch, daß die Hemmschwelle inzwischen sehr niedrig liegt, Menschen zu diffamieren, deren Meinung man nicht teilt. Herr Krall positioniert sich sicherlich sehr pointiert libertär. Na und? Janine Wissler positioniert sich pointiert antikapitalistisch. Nur, daß sie im Gegensatz zu Herrn Krall kein Privatmann ist, sondern Covorsitzende einer Partei, die zu den Bundestagswahlen im September mit guten Erfolgsaussichten antritt. Hier politische Gegenentwürfe zu formulieren scheint mir legitim, der Ruf nach dem Verfassungsschutz hingegen nicht.

    Stichwort “Business Model”: Ein Arzt “lebt” von den Krankheiten seiner Patienten, die KFZ-Werkstatt von den Motorschäden der Kunden, ein Fondsmanager von seinen Investoren. Heißt das, daß die Empfehlung meiner KFZ-Werkstatt, die Bremsscheiben zu erneuern, Geldschneiderei ist? Vielleicht. Klar hat die KFZ-Werkstatt einen potentiellen Interessenskonflikt. Aber, wer seine Bremsscheiben nie erneuern läßt (“den Blutsaugern zeige ich’s”), wird mittelfristig auch ein Problem haben. Nicht jeder, der von seiner Arbeit lebt, ist nur deshalb ein Halsabschneider. Aber er kann es natürlich sein. Die Welt ist kompliziert. Übrigens, nicht nur Chrashpropheten haben Eigeninteressen, andere Menschen und Organisationen auch. Die Welt ist kompliziert.

    Trotz meiner Kritik, insgesamt eine sehr empfehlenswerte Folge. Vielen Dank dafür!

    1. Hallo G+S,

      vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar. Freut mich, dass Dir das Interview gefallen hat.

      Zu den Crashpropheten: Die Bezeichnung “halbbrauner” Sumpf bezieht sich vor allem auf Müller und eine Aussage aus dem ersten Interview. Da bezieht sich Dr. Braun auf ein Buch von Müller und Aussagen daraus. Den Wortlaut weiß ich nicht mehr genau, aber wenn Dich das interessiert, hör doch einfach mal rein. Wir haben da deutlich ausführlicher über Crashpropheten gesprochen.

      Und Du hast völlig Recht: Die Welt ist kompliziert! Und mittlerweile stoßen sich viele an bestimmten Aussagen von Interviewgästen (siehe auch Interview mit Axel Ritt). Vor allem wenn Politik ins Spiel kommt, schaukeln sich die Meinung oft hoch.

      Ich will vermeiden, dass in den Interviews eine ausufernde Diskussion vom Zaun gebrochen wird. Das führt zu nix und da kann man sich eher die nervigen Talkshows im Fernsehen ansehen. Die sorgen nämlich nur für einen hohen Puls, aber nicht für Lösungen. Und über die Meinungen von den Interviewgästen (oder meine) soll man ja nachdenken und sie auch kritisch hinterfragen. So wie Du das auch immer machst. Für eine ausufernde Diskussion fehlt in den Gesprächen einfach die Zeit.

      Viele Grüße
      Daniel

      1. Hallo Daniel,

        vielen Dank für die ergänzenden Hinweise.

        Mir scheint sich Herr Braun explizit auf Herrn Krall zu beziehen, da er ihn zitiert und im selben Satz nach dem Verfassungsschutz ruft. Die Folge 134 habe ich mir noch einmal angehört. Dort geht es in der Tat um Dirk Müller. Der rede von “Plutokraten in Amerika, die alles heimlich steuern” usw. Also, für mich klingt das ja eher nach einer Variante des allgemein gerne verwendeten “die da oben machen eh was sie wollen”. Wer “die da oben” sind, variiert dann je nach Autor (Hedgefonds, Nestle, Bill Gates, usw). Aber ist das braun oder rechtspopulistisch? Ich weiß ja nicht.

        Ich habe den Eindruck, das Wort rechts/braun/nazi wird mehr und mehr zum Synonym für “schlecht” oder “falsch”. Ähnlich wie das Adjektiv neoliberal, das von den meisten ja nicht mehr benutzt wird, um eine bestimmte Denkschule zu charakterisieren, sondern um die eigene Abneigung auszudrücken, wie z.B. in “neoliberale Politik”.

        Warum sehe ich da ein Problem? Nun, in unserer Gesellschaft stehen aktuell eine Reihe von Fragen zur Klärung an. Wie aber sollen die diskutiert werden, wenn jeder mittelschwere Dissens gleich in eine Schlammschlacht ausartet, in der Inhalte kaum zur Sprache kommen? Stattdessen steht jeder in seinem Schützengraben und versucht, die anderen wegzubomben. Das macht mir wirklich Sorgen. Besonders schade, wenn selbst kluge Menschen, wie Herr Braun, in diese Muster verfallen. Er scheint ja nun ein Mann zu sein, der sich den einen oder anderen tieferen Gedanken zum Sinn des Lebens und dem ganzen Rest gemacht hat.

        Eine gute Idee, wie man das verbessern kann, habe ich aber auch nicht. In diesem Interview im Wordshuffle eine größere Diskussion zu starten hätte nicht funktioniert, das sehe ich ganz genauso.

        Viele Grüße
        Geduld+Spucke

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