Zwischen Immobilieninvestments, Taschengeld und Aktienhandel – Interview mit Dr. Christiane von Hardenberg

In dieser Folge habe ich Dr. Christiane von Hardenberg zu Gast. Sie ist promovierte Volkswirtin, Journalistin, Investorin, Unternehmerstochter und Mutter von vier Söhnen. Vor Kurzem hat sie das Buch “Selbst investiert die Frau” herausgebracht. Wir sprechen über ihren Job als Managerin ihres Family Office, Immobilieninvestments, Fremdfinanzierung und ihre Leidenschaft für Einzelaktien.

Christiane von Hardenberg

Überblick Interview Dr. Christiane von Hardenberg

In dieser Podcastfolge habe ich die promovierte Volkswirtin, Journalistin, Investorin, Unternehmertochter und Mutter von vier Söhnen Dr. Christiane von Hardenberg zu Gast. Im Gespräch erzählt Christiane, warum sie schon in jungen Jahren gezwungen war, sich mit Finanzen auseinanderzusetzen und was dabei ihre größten Learnings waren.

Außerdem sprechen wir darüber, warum sie ihren Job als Journalistin bei der Financial Times Deutschland an den Nagel gehängt hat und was sie als Managerin ihres eigenen Family Offices alles macht. Dabei kommen wir auch näher auf das Thema Immobilieninvestments zu sprechen und klären, worauf man beim Immobilienkauf achten sollte und warum Fremdkapital für Christiane dabei eine wichtige Rolle spielt.

Sie verrät außerdem, warum sie lieber in Einzelaktien als in ETFs investiert und wonach sie diese auswählt. Zum Schluss erzählt Christiane von Hardenberg außerdem, wie sie ihren vier Söhnen das Thema Finanzen näher bringt und was sie sich für die Zukunft wünscht.

Shownotes

Präsentiert von “Mehr Mut zum Glück”

Diese Folge wird präsentiert von Folge 14 von meinem anderen Podcast “Mehr Mut zum Glück”. In der Folge habe ich Markus Weber zu Gast. Markus Weber war mit seinem Job als Unternehmensberater nicht mehr zufrieden. Er wollte endlich mal wieder mehr Abenteuer erleben.

Mit dem Fahrrad machte er sich dann auf, um im afrikanischen Togo einen Coffee to go zu trinken. Welche Abenteuer Markus auf der monatelangen Fahrt erlebte und ob er da sein Glück gefunden hat, erzählt er in diesem Interview.

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Die Podcastfolge mit Christiane von Hardenberg gleich anhören

Zusammenfassung des Interviews

Dr. Christiane von Hardenberg, Bild: Asja Caspari

Über Dr. Christiane von Hardenberg

Dr. Christiane von Hardenberg ist promovierte Volkswirtin, Investorin und hat unter anderem bei der Zeit, der Süddeutschen Zeitung und zehn Jahre lang bei der Financial Times Deutschland als Wirtschaftsjournalistin gearbeitet. Seit 10 Jahren managet sie ihr eigenes Family Office und kümmert sich um die Vermögensverwaltung der Familie. Im März 2021 erschien ihr Buch “Selbst investiert die Frau” Sie lebt mit ihrem Mann und ihren vier Söhnen in Berlin.

Welche Bedeutung hat Reichtum für dich?

  • Reichtum bedeutet für mich in erster Linie finanzielle Unabhängigkeit. Reichtum ist ja sehr austauschbar und vielleicht auch sehr vergänglich. Was man sich heute wünscht und gerne hätte, findet man morgen gar nicht mehr so toll. Und ab einem gewissen Lebensalter merkt man auch einfach, dass die materiellen Dinge austauschbar sind und das Herz da nicht dran hängt. 
  • Was für mich mein persönlicher Reichtum oder Freiheit ist, ist diese Unabhängigkeit zu haben, den Job zu machen, den ich machen möchte und vor allem auch viel Zeit für meine Kinder und Familie zu haben.

Du managst hauptberuflich dein eigenes Family Office. Was bedeutet das genau?

  • Das ist ja so ein bisschen augenzwinkernd gemeint, wie vieles in meinem Buch auch ein bisschen humorvoll und unterhaltsam gemacht ist. Ein Family Office ist die Vermögensverwaltung der hochvermögenden Menschen. Der Vermögensberater verwaltet die Immobilien und Aktien, aber er organisiert diesen Menschen auch ihr tägliches Leben von der Steuererklärung, über den Terminkalender, bis hin zur Reiseplanung. 
  • Ich habe mich vor 10 Jahren ja entschlossen, meinen Job als Wirtschaftsjournalistin an den Nagel zu hängen und hauptsächlich die Vermögensverwaltung für unsere Familie zu machen bzw. damals ging es damit los, dass ich auf Immobiliensuche für unsere Familie ging.
  • Irgendwie merkte ich, dass ich eigentlich genau das mache, was diese Family Offices machen: Ich suche nach Immobilien, kaufe die, verwalte die, renoviere die, kaufe und verkaufe Aktien und mit den Kindern habe ich natürlich auch jede Menge organisatorischen Kram am Hacken – vom Kindergartenantrag, über Krankenversicherung bis hin zur Reiseplanung. 

Viele Jahre lang hast du als Wirtschaftsjournalistin gearbeitet. Warum machst du das heute nicht mehr?

  • Der Punkt kam, da wurde mein dritter Sohn gerade geboren und ich war so Ende 30. Ich hatte über 10 Jahre bei der Financial Times Deutschland gearbeitet. Das hat mir auch wahnsinnig viel Spaß gemacht, aber ich habe nach jedem Kind das Bedürfnis nach mehr Zeit gehabt und habe weniger gearbeitet. Nach dem dritten Kind bin ich dann mit 70 Prozent zurück gegangen, habe aber natürlich 80 bis 90 Prozent gearbeitet. Als ich dann am Monatsende auf den Gehaltszettel geguckt habe, dachte ich mir, da stimmt was nicht. 
  • Ich hatte viel zu wenig Zeit für meine Kinder und verdiente jetzt auch nicht mehr so toll. Ich hatte aber schon den Anspruch zum Familieneinkommen gebührend beizutragen. Und ich hatte auch immer im Hinterkopf „Was ist, wenn mal was passiert?“. Ob wir uns scheiden lassen oder einer von uns verunglückt – da wollte ich für meine Kinder selbst sorgen. Und es war ziemlich schnell klar, das wird in dieser Konstellation nicht möglich sein.
  • Mein Mann und ich hatten damals schon von unseren Ersparnissen eine kleine Wohnung in Berlin gekauft und das lief ganz gut. Dann konnten wir die nächste kaufen und verkaufen und so hat sich das dann so ein bisschen hochgeschaukelt und das hat mir unglaublich viel Spaß gemacht. Da habe ich gedacht, ich kann ja jetzt einfach mal versuchen, das in größerem Stil zu machen, um so ein passives Einkommen über die Jahre aufzubauen. 

Du musstest dich schon sehr früh mit dem Thema Finanzen auseinandersetzen. Wie schwer ist es dir gefallen? 

  • Meine Eltern sind ja sehr früh gestorben. Als meine Mutter gestorben ist war ich gerade 28 und so musste ich mich schon früher mit diesen Themen auseinandersetzen als andere. Ich hatte zum Glück keine Berührungsängste, weil meine Eltern Unternehmer waren. Da wurde zu Hause über Geld gesprochen und investiert. Aber ich hatte über mir keine Generation mehr, die ich hätte fragen können. Ich hätte wahnsinnig gern einen Mentor gehabt, der schon ein paar Jahre mehr Erfahrung hat und mich hätte an die Hand nehmen können. Ich habe natürlich Freunde meiner Eltern um Rat gefragt und einen Steuerberater, der war aber kein guter Ratgeber.
  • Als ich mich um 2000 herum ernsthaft anfing mit dem Thema auseinander zu setzen war es noch gar nicht so auf dem Plan wie es heute ist. Es gab keine Frauen-Finanzbücher oder Podcasts, keine Blogs. Rückblickend würde ich sagen, ich habe mich da die ersten Jahre ein bisschen durchgewurschtelt, aber es hat irgendwie auch geklappt.

In deinem Buch schreibst du, dein Steuerberater sagte zu dir „Sie sind ein reiches Fräulein“. Das heißt, du hast also früh auch schon sehr viel Geld geerbt?

  • Es war schon mehr, aber dieser Satz fiel schon, als ich 13 Jahre alt war. Mein Vater hatte ein gut gehendes Unternehmen und ich bin in dem Glauben aufgewachsen, das Unternehmen läuft gut und alles ist in trockenen Tüchern. Nun verstarb mein Vater aber, als ich vier Jahre alt war und danach wurde das Unternehmen nicht mehr so gut geführt und später auch verkauft.
  • Ich dachte immer, ich hätte so ein „Rundum-Sorglos-Paket“ geerbt, aber als ich dann 25 war, habe ich gemerkt, das reicht nicht, da muss jetzt was passieren. Und das habe ich von meinen Eltern mitbekommen, dass man etwas draus macht und die Dinge gestalten kann.

In der Folge musstest du dich verstärkt mit dem Thema Geldanlage auseinander setzen. Dabei hast du auch einige Fehler gemacht. Welche waren das und was hast du daraus gelernt?

  • Den Kardinalsfehler, den unsere Generation gemacht hat, ist, dass wir uns nach dem Studium alle möglichen Kapital-Lebensversicherungen und Fonds aufschwatzen lassen haben mit wahnsinnig hohen Nebenkosten, ohne diese richtig zu durchschauen. Daraus habe ich gelernt, nie wieder irgendwas zu machen, was ich nicht 100 Prozent durchdringe.
  • Ich musste lernen, mich nicht zu verrennen. Das war diese Griechenland-Pleite, wo der Markt eindeutig gesagt hat, Griechenland geht pleite. Nun hatte ich über Finanzmarkt-Krisen und Staatspleiten promoviert und war der felsenfesten Überzeugung, dass ich weiß wie es geht. Theoretisch mag das auch der Fall sein, aber ich hatte so ein bisschen unterschätzt, dass die Politiker eine andere Agenda haben. Das ist dieser klassische Fall von „man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr“. Man muss schon gut drin sein, aber man muss auch immer mal wieder einen Schritt zurück gehen.

Irgendwann hast du dich dann komplett eigenständig um eure Finanzen gekümmert. Wie bist du dabei vorgegangen?

  • Recht klassisch. Ich habe eine Vermögensaufstellung gemacht und geguckt was sind meine Vermögenswerte, was sind meine Schulden, was ist mein Netto-Vermögen, mein monatlicher Cashflow, was bleibt übrig, was brauche ich in 5 oder 10 Jahren, oder wenn ich 60 bin? Welche Rendite brauche ich? Meine Zielrendite war dann immer so zwischen 8 und 12 Prozent.
  • Die ersten zwei Jahre nach dem Tod meiner Mutter bin ich ein bisschen geschwommen. Nicht völlig planlos, aber auch nicht so strukturiert.
  • Seitdem gibt es eine Excel-Liste, in die ich jedes Jahr Anfang Januar alles aufschreibe: die Vermögenswerte, die Schulden, den Cashflow, die Versicherungen, die Versicherungsnummer, wer der Ansprechpartner ist. Das ist in einer Datei abgelegt, wo mein Mann weiß, wie er darauf zugreifen kann. Damit sie einfach zur Hand haben, wen sie anrufen können und was jetzt gemacht werden muss.

Wie sieht heute deine Asset Allokation aus?

  • Jedem Vermögensberater würden jetzt die Haare zu Berge stehen, weil ich eindeutig ein Klumpenrisiko in Immobilien habe. Das hat sich bei uns durch den Standort Berlin und die Zeit ergeben. Es sind schon so 85 Prozent Immobilien, der geringere Teil ist in Aktien investiert. Deswegen investiere ich ja auch in Einzelaktien, was für Außenstehende vielleicht nicht nachvollziehbar ist. Ich bin in den Immobilien schon sehr konservativ investiert, vor diesem Hintergrund kann ich da größere Risiken eingehen und das macht mir als Wirtschaftsjournalistin natürlich einen Heidenspaß Unternehmensnachrichten zu lesen, die Märkte zu beobachten und volkswirtschaftliche Berichte zu lesen und die Zeichen der Zeit zu erkennen. 

Worauf sollte ich beim Immobilienkauf verstärkt achten?

  • Als erstes müssen natürlich die Zahlen stimmen. So eine Immobilie muss sich tragen und ich muss mit den Mieteinnahmen meinen Kredit tilgen, meine Zinsen zahlen und gewisse Rücklagen bilden können. 
  • Dann muss es natürlich auch in einer Gegend sein, an die ich glaube. Deswegen plädiere ich ja sehr dafür, am Anfang entweder am Heimatort, am Ort der Eltern, am Studienort oder irgendeinem Ort, den man gut kennt, zu investieren. Und natürlich könnte ich in Chemnitz andere Renditen erzielen, aber das ist natürlich ein anderer Aufwand. Und deswegen habe ich mich immer mit Lagen wohl gefühlt, die ich gut einschätzen kann.
  • Dann ist natürlich auch noch wichtig, dass die Objekte attraktiv sind und dass man sich vorstellen kann, dass jemand darin gerne wohnt. 

Warum ist die Fremdfinanzierung für dich so entscheidend?

  • Einmal natürlich, dass man damit seine Eigenkapitalrendite hebeln kann. Angenommen ich kaufe eine Wohnung für 100.000 € und habe Mieteinnahmen von 5000 € und ich bezahle diese Wohnung auf eigenen Mitteln, dann habe ich ja eine Eigenkapitalrendite von 5 Prozent. Wenn ich aber diese Wohnung nur mit 30.000 € Eigenkapital finanziere und den Rest von der Bank finanzieren lassen, kriege ich immer noch 5000 € Mieteinnahmen und dann muss ich noch ganz grob gesagt 1,5 Prozent Zinsen auf die 70.000 € zahlen und dann habe ich immer noch so 4000 € über, die ich nutzen kann um meinen Kredit zu tilgen, oder um mein Kapital aufzubauen. Aber 4000 € auf 30.0000 € gerechnet ist eine Eigenkapitalrendite von 13 Prozent und das auch noch weitgehend steuerfrei – warum sollte ich das nicht machen?
  • Das andere, was ich gerade auch jungen Menschen ans Herz legen möchte: Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das Leben Mitte 30 sehr schnell teuer wird, wenn man viele Kinder hat. Man hat vielleicht Vorsätze, jeden Monat was beiseite zu legen, aber irgendwann wird es dann halt ein bisschen knapper und dann legt man nicht mehr so viel zur Seite oder fängt dann das anzukratzen. Mit so einer Immobilie lege ich mich für 10 Jahre fest. Und meine Mieter zahlen automatisch meine Schulden ab und bauen mein Vermögen auf und nach 10 Jahren gucke ich dann mal wieder in diese Spardose und ohne dass ich monatlich hätte dran denken müssen, hat sich dieses Vermögen aufgebaut.
  • Ich nenne das die „erzwungene Sparquote“ und gerade junge Menschen sollten diesen Effekt nicht unterschätzen. Gerade zu Corona-Zeiten habe ich es erlebt, dass Menschen dann kalte Füße kriegen und ihre ETFs verkaufen und dann zu einem späteren Zeitpunkt wieder einsteigen. Bei Immobilien ist diese Gefahr einfach nicht so groß.

Was hat es mit Baugruppen auf sich?

  • Eine Baugruppe ist das größte soziale Experiment in Echtzeit, würde ich sagen, weil sich Menschen, die sich alleine ein Mehrfamilienhaus in Berlin nicht leisten können, zusammentun, um gemeinsam ein Grundstück zu erwerben und einen Architekten zu beauftragen um gemeinsam ein Haus zu kaufen. Man hat dann eben keinen Bauträger, der dann gerne am Ende noch 20 bis 30 Prozent der Herstellungskosten drauf schlägt, kann also günstiger bauen, hat aber auch deutlich mehr Arbeit. 
  • Wir haben zwei Mal in einer Baugruppe gebaut. Das erste mal war 2003 und da wollte wirklich kein Mensch in Berlin Mitte bauen. Wir haben händeringend nach jemandem gesucht, der da noch mitbaut. Da war die Baugruppe schon sehr divers. Das war dann schon so ein soziales Experiment.
  • Mittlerweile sind diese Gruppen viel homogener, das sind oft Familien oder Mehrgenerationenhäuser, die auch eine Idee haben, die über günstig bauen hinausgeht. Mittlerweile ist das auch mehr ins Umland gezogen, weil es hier in Berlin keine bezahlbaren Baugrundstücke mehr gibt.

Du investierst in Einzelaktien. Anhand welcher Kriterien entscheidest du dich für eine Aktie? Setzt du auf Aktienstrategien?

  • Vor allem die Zukunftschancen. Ich habe ja mal für eine Zeitung gearbeitet, deren Slogan war „Wissen, was wichtig wird“ und ist auch so ein bisschen mein Motto. Also gucken, wie wird unsere Welt in den nächsten Jahren aussehen und ich denke sie wird grüner und technologischer sein. 
  • Und auch, was für mich gut funktioniert. Das ist natürlich ein bisschen gefährlich, aber man sieht ja schon so ein bisschen, was man immer mehr nutzt. Zum Beispiel Apple: Als wir damals in der Redaktion saßen und die älteste Redakteurin plötzlich ein iPhone rausholte, dachte ich mir: “Okay, jetzt ist es wirklich Zeit”. 
  • Ich habe immer 20 bis 25 Aktien in meinem Portfolio, auf meiner Watchlist habe ich so ca. 40. Viel mehr konnte ich in der Vergangenheit nicht im Blick halten.

Wie viel Zeit steckst du denn in die Entwicklung der Geldanlage und des Family Offices?

  • Als ich angefangen habe, das hauptberuflich zu machen, habe ich so 20, 25 Stunden  gemacht. In den letzten 1,5 bis 2 Jahren habe ich mich vor allem um das Buchprojekt gekümmert und ein kleines Mehrfamilienhaus gebaut, da war es dann deutlich weniger, eher so 5 Stunden die Woche.

Apropos Familie: Du bist Mutter von vier Söhnen. Wie weckst du denn deren Interesse am Thema Finanzen?

  • Ehrlich gesagt habe ich mich gestern erst gefragt, ob ich nicht mal mehr darauf achten soll, wie ich das Thema wieder einfange. Ich habe einen Zehnjährigen, der schon als Vierjähriger gerne Monopoly gespielt hat und ständig mit Geschäftsideen um die Ecke kommt. Deswegen habe ich mich gefragt, ob auch viel davon Veranlagung ist. Ich habe auch ganz klassisch erstmal mit dem Sparbuch und der Taschengeld-App angefangen und dann natürlich so Sachen, dass sie selbst Geld verdienen können, z.B. beim Straßenfest. 
  • Bei den Älteren haben wir jetzt vor 1, 2 Jahren angefangen, ihnen zum Geburtstag kleinere Aktien zu schenken. Aber da haben wir schon vorher drüber geredet, was sie denken, was Sinn macht und das fand ich irre, dass sie so ein ganz anderes Weltbild haben als wir. Ich wollte ihnen Lebensmittelaktien andrehen und hatte an Danone gedacht und die wollten sofort Hello Fresh haben. Das fand ich auch ganz inspirierend zu sehen, wie sie das mit ihren 12 und 14 Jahren sehen.
  • Ansonsten kriegen sie auch viel mit, was ich so mache und ich spreche dann auch mit ihnen und erkläre ihnen dann, dass ich heute nach Niedersachsen zur Baustelle fahre usw. 

Dein Buch hört auf den Titel „Selbst investiert die Frau“. Ich habe jetzt ja schon einige Frauenfinanzbücher gelesen, aber dein Buch unterscheidet sich sehr von den anderen. Es ist auch für Männer sehr interessant zu lesen. Warum dann dieser Frauenfokus im Titel? 

  • Tatsächlich hat mein Mann auch gesagt: „Schreib es auch für Männer, wir haben doch genauso wenig Ahnung“. Da hat er auch recht. Ich glaube die Entscheidung war auch meiner damaligen Situation vor zwei Jahren geschuldet, als ich das erste Exposé eingereicht hatte. In meinem Family Office bewegte sich ein Großteil meines Lebens und es gibt auch so Szenen, wo ich zwischen Brote schmieren und Windeln wechseln Aktien ordere. Und ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass man damit Männer ansprechen kann. 

Wie sehen deine persönlichen Zukunftsziele aus?

  • Mein Projekt für das nächste Jahr ist es schon, journalistisch wieder voranzukommen, weil ich wahnsinnig gerne recherchiere und schreibe. Und ich möchte diesen Aufschlag, den ich jetzt durch das Buch habe, gerne nutzen um da weiter zu machen. Ich arbeite an einem festen Platz, einer festen Rubrik, dass man mich irgendwo lesen kann oder einem Podcast, aber das ist alles noch ein bisschen in der Schwebe.
  • Und dann ist noch die Frage, wie viel Zeit ich diesem Vermögensthema noch widmen möchte. Also ich muss das natürlich weitermachen, das ist gar keine Frage, aber will ich jetzt wieder neue Projekte anzetteln, oder lassen wir es erstmal so, wie es ist. Da bin ich gerade noch etwas unentschlossen.

Wordshuffle:

Finanzielle Freiheit: Für mich heißt finanzielle Freiheit finanzielle Unabhängigkeit. Unabhängigkeit finde ich den passenderen Begriff.

Singapur: Die ersten Kapital des Buches habe ich in Singapur geschrieben.

Cashflow: Ist wichtig, vor allem bei den Immobilien.

Schnapsflaschen: Meine Mutter hat ihren Weinkeller besser dokumentiert als ihr Vermögen, musste ich zu meinem Erschrecken feststellen.

Rockmusik: Ganz ehrlich: Als ich das erste mal auf deinen Podcast kam, dachte ich „Was ist das denn?“ – Aber ich habe mich von der Rockmusik nicht abschrecken lassen und viele deiner Folgen gehört.

Kunst: Ich finde Kunst eine großartige Sache, es ist eine wahnsinnige Bereicherung für das Leben. Aber als Investment ist es nichts.

Spenden: Das halte ich für einen wichtigen Teil und wir spenden ein vernünftiges Maß jeden Monat. 

Glück: Am Ende des Tages war bei allem, was gut gelaufen ist, immer ein Quäntchen Glück dabei. Und es ist schon ein großes Glück, meine Kinder und meinen Ehemann zu haben.

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11 Antworten

  1. Nichts ist uninspirierender als eine reiche Erbin dabei zuzuhören, wie sie ihr Geld verwaltet. Sätze wie „Meine Mutter hatte da mal eine Wohnung gekauft, hier eine Versicherung abgeschlossen und da eine Aktie erstanden“ und das als Problem darzustellen ist wirklich kaum anhörbar. Ich mag deinen Podcast sehr aber bei diesem musste ich mich zwingen ihn zu hören. Da wird man wirklich zum Fan der Erbschaftsteuer.

    1. Schade, dass Du das uninspirierend findest. Erben ist doch kein Verbrechen, sondern Schicksal.

      Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass man auch aus diesen Gesprächen eine ganze Menge lernen kann. Wenn Du genau hingehört hättest, hättest Du gehört, dass das geerbte Vermögen gar nicht so groß war, weil sich Christianes Mutter eben nicht darum gekümmert hat. Das war alles andere als ein Selbstläufer. Auch daraus kann man lernen.

      Dein letzter Satz ist aber ziemlich unreflektiert. Ich habe nämlich auch geerbt und mich kritisierst Du mit Deiner Aussage ebenfalls. Da kannst Du mich in den Topf gleich mit reinschmeißen. Ich musste aber hohe Erbschaftssteuern bezahlen, habe einen größeren Teil durch meine eigene Dummheit in der Bank verloren und habe am Ende mit einer knapp über fünfstelligen Summe versucht, das Geld anders anzulegen. Das Ergebnis daraus: Selbstständigkeit mit Finanzrocker-Blog und -Podcast und mittlerweile auch ein deutlich größeres Vermögen. Hast Du daraus nichts gelernt, wenn Du den Podcast gern hörst? Oder ist das auch “kaum anhörbar”?

      Solche unbedachten Meinungsäußerungen regen mich immer sehr auf. Es ist eine Sache den Gast oder das Thema nicht zu mögen. Aber dann unbedacht zu pauschalisieren finde ich einfach ziemlich doof. Sorry, aber das musste mal raus.

      Hör Dir gern noch meine Hörerfolge zum Thema Erben an. Da kannst Du nämlich auch eine Menge lernen! Auch wenn es da auch um Erben geht.

  2. Ich fand die Folge ganz interessant, auch wenn immer mal wieder durchschien, mit welchem komfortablen Finanzpolster Frau von Hardenberg startete (auch wenn sie das Geld vermutlich gern gegen ein längeres Leben mit den Eltern hergegeben hätte). Jedenfalls ist es eben etwas ganz anderes, ob man mit “wenigen” hunderttausend Euro im Rücken seine Finanzplanung startet oder eben von 0. Eine Immobilie kaufen ist im ersten Fall nicht so ein großes Risiko, aber wenn die kompletten Ersparnisse von 20 Lebensjahren in diese eine Immobilie gehen, dann es schon “etwas” anders aus.

    Anyway: Der Punkt, an dem ich mir eine Rückfrage gewünscht hätte, ist die erwartete Rendite bei 0:17:20: “Meine Zielrendite war dann immer zwischen 8 und 12 %. Und da muss man ja auch keine halsbrecherischen Risiken eingehen.”

    8-12% sind für mich eine extrem hohe Rendite. Ich rechne für mich bei Aktien-ETFs mit 4-5% (inflationsbereinigt). Mich würde interessieren, mit welchen Ansätzen Frau von Hardenberg eine Zielrendite von 8-12% systematisch erreichen will, ohne extrem fokussierte Wetten einzugehen.

    1. Die Jahresrendite eines ganz normalen MSCI World-ETFs beträgt seit 1975 im Schnitt 9 % pro Jahr. Wer einen World-ETF über 15 Jahre gehalten hat, hat im schlechtesten Fall (!!!) 7,9 % pro Jahr. Aus meiner Sicht ist das kein großes Risiko.Die 8 % sind mit einem ganz einfachen, breitgestreutem ETF möglich. Aber wohlgemerkt über viele Jahre und nicht nur über 1-2. Christiane von Hardenberg bezieht sich aber auf die Überrendite durch Einzelaktien. Auch das ist möglich, aber deutlich seltener.
      Quelle für die Zahlen ist übrigens Finanztip.

      1. Die Zahlen von Finanztip sind natürlich nicht inflationsbereinigt und vielleicht bin ich da zur sehr in meiner gedanklichen Schiene, alle Renditen nach Inflation anzuschauen und auch eher etwas konservativer zu rechnen. Ich habe aber auch gesehen, dass Finanztip für die Durchschnittsrendite das arithmetische Mittel verwendet, was man natürlich dann nicht als Angabe für die jährliche Wertsteigerung verwenden sollte (und bei Finanztip auch nicht geschieht).

        Insofern halte ich 8-12% p.a. (ohne Zusatzangabe des Zeitraums) immer noch für optimistisch, aber als Nominalsteigerung und mit dem arithmetischen Mittel mag es hinkommen.

        1. Ich gebe Dir völlig recht: Die Zahlen sind optimistisch, aber sie sind möglich. Es geht hier auch nicht darum, effektheischend alles groß zu rechnen. Inflation und Steuern kommen da dann noch obendrauf. Die sollte man auch nicht aus den Augen verlieren. Auf der anderen Seite geht es aber auch darum, nicht überall die konservativsten Rechenmöglichkeiten anzunehmen. Schon gar nicht in einem Gespräch, wo man unmöglich (!!!) jede Eventualität mit einbringen kann. Ich weise in vielen Artikeln immer wieder auf die 8 Prozent hin, die im schlechtesten Fall nach 15 Jahren erreicht werden können. Deshalb habe ich da keine Nachfrage gestellt, weil ich das im Hinterkopf hatte.

  3. PS: Jedenfalls sehe ich den Ansatz von Frau von Hardenberg als wenig repräsentativ für die meisten potenziellen Leser. Wer 85% seines Vermögens in Immobilien investiert und dabei innerhalb der Immobilien schon ziemlich gut diversifiziert ist, der “spielt” wirklich schon in einer ganz anderen Liga. Insofern die Frage, welche Schlüsse man für sich aus so einem Buch ziehen kann.

    Noch eine Frage hätte ich mir gewünscht: Frau von Hardenberg wendet ja nach eigenen Angaben nur wenige Stunden pro Woche für ihr “family office” auf. Meine Frage wäre, wie sie die Vermietung und Verwaltung ihrer Immobilien organisiert. Alles in Eigenregie inkl. Handwerker-Beauftragung oder ist das an eine Hausverwaltung outgesourced?

    1. Es geht auch gar nicht darum, die repräsentativsten Gäste in meinen Podcast einzuladen. Beim Lesen des Buches habe ich einige Anregungen bekommen, auch wenn ich gar nicht in Immobilien investiere. Generell bin ich auch der Meinung, dass man aus Gesprächen mit reichen Menschen viel lernen kann – auch wenn sie geerbt haben.

      Christiane von Hardenberg hat anfangs einiges falsch gemacht bei der Geldanlage und so viel Geld verloren. Erst als sie sich damit verstärkt auseinander gesetzt, wurde es erfolgreich. Das sagt sie ja auch im Gespräch.

      Was die Immobilienverwaltung angeht: Da gibt es ein Buchkapitel drüber. Anfangs hat Christiane versucht, alles selbst zu machen. Das wurde aber mit der steigenden Immobilienanzahl und steigenden Mieteranfragen zu viel. Mittlerweile setzt sie auf einen Immobilienverwalter, Sie gibt die grobe Linie vor und der Verwalter kümmert sich um die Umsetzung.

  4. Nach der geballten Missgunst in den Kommentaren war ich sehr gespannt auf das Interview. Nach dem Hören kann ich die negativen Kommentare nicht nachvollziehen. Natürlich hat sie geerbt, na und? Jeder von uns erbt zumindest eine Staatsbürgerschaft eines sicheren Industrielandes und da beschwert sich auch keiner über globale Chancengleichheit. Mit zwei Kindern noch Vollzeit zu arbeiten und 4 Kinder nebst Familienvermögen verwalten ist doch die eigentliche Leistung.

  5. Ich fand das Interview wieder sehr spannend, insbesondere die Ausführungen zu den Immobilieninvestments. (Man kann sicher darüber diskutieren, ob fremdkapitalfinanzierte Immobilieninvestments als “risikoarm” zu bezeichnen sind.) Immobilien bringen aber den Vorteil des Eigenkapitalrendite-Hebels mit sich. Darum ist es auch vollkommen egal, ob man viel geerbt hat oder “nur” 10 Tsd. Euro einsetzt, um eine 100K Immobilie zu kaufen, die sich dann selbst tilgt. Die Systematik bleibt dieselbe. Insofern ist das Thema m.E. für alle Finanz- und Diversifikationsinteressierten relevant. Frau Dr. von Hardenberg ist sympathisch und interessant, sodass ich mir ihr Buch – als Mann – gleich auf Bookbeat anhören werde. Ich bin gespannt auf ihre Geschichte…
    Vielen Dank, lieber Daniel, für den inspirierenden Podcast…

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