Mein Finanz-Setup 3: Aktiendepots bei Direktbanken

Mein Artikel über Aktiendepots bei Direktbanken und mein eigenes Setup ist schon wieder einige Jahre her. Da wird es Zeit für ein Update, in dem auch mein dritter Broker Trade Republic auftaucht. In diesem dritten Teil des Finanz-Setups geht es um meine Aktiendepots bei Direktbanken und um die Alternativen, die ich ebenfalls kurz vorstelle. Dabei geht es jetzt nicht darum einen Vergleich aller Broker durchzuführen, sondern einen Überblick meiner Erfahrungen der Anbieter zu zeigen. Wie hoch sind die Kosten online und im Handel bei einem Broker im Vergleich? Welche Wertpapiere, Fonds und ETFs lassen sich kostenlos besparen? Und welches Aktiendepot bietet dem Anleger den besten Überblick.

Aktiendepots bei Direktbanken

Überblick Aktiendepots bei Direktbanken

Neben meinen ganzen Giro- und Tagesgeldkonten habe ich zwei Aktiendepots bei Direktbanken. Während ich das eine seit 2013 habe und fleißig bespare, setze ich auf das Zweite seit über zwei Jahren. Mittlerweile gibt es in Deutschland ein breites und vor allem günstiges Angebot an Direktbanken. Die Anzahl der Kunden der Direktbanken und Broker wächst sehr stark wie die Grafik anschaulich zeigt.

Infografik: Das sind die größten Direktbanken in Deutschland | Statista Mehr Statistiken findest Du bei Statista. (Gibt leider keine aktuellere Grafik.)

Klarer Spitzenreiter: Die ING-DiBa (mittlerweile nur noch ING) mit über 8 Millionen Konten. Aber auch die Deutsche Kreditbank (DKB) und die comdirect sind auf dem Vormarsch. Die beiden Autobanken liegen im Vergleich schon ein ganzes Stück zurück. Bei den beiden spielt auch eher das Tagesgeld eine übergeordnete Rolle. Auch bei der DKB steht eher das kostenlose Girokonto im Fokus – auch wenn es dort ebenfalls ein Wertpapierangebot gibt. Das ist jedoch verhältnismäßig klein. Alle anderen werden in diesem Artikel vorgestellt.

Warum ein Depot?

Um mit der Wertpapieranlage bei einem Broker loslegen zu können, benötigst Du ein Aktiendepot und ein Verrechnungskonto, über das im Handel Du Aktien, Anleihen, ETFs oder Fonds kaufst. Diese werden nach der Order dem Depot gutgeschrieben. Du erhältst also immer beides. Bei manchen benötigst Du für einen Sparplan ein weiteres Depot mit Verrechnungskonto. Die Kosten sind von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich. Deshalb lohnt sich ein Vergleich der Anbieter immer, den Du online schnell durchführen kannst.

Ich habe mich für das Aktiendepot Maxblue und später für die comdirect entschieden, die ich jetzt ausführlicher vorstellen möchte. Mein dritter Broker ist der kostengünstige Smartphone-Broker Trade Republic.

Maxblue: Der Online-Broker der Deutschen Bank

Nachdem mir mein Bankverkäufer zuerst ein teures Depot der Deutschen Bank angedreht hatte, was mich jährlich stolze 30 Euro kosten sollte, entschied ich mich 2013 ein kostenloses Aktiendepot bei Maxblue zu eröffnen. Ich zog die ganzen teuren Fonds dahin um und schloss das andere Depot.

Am Anfang ging es zunächst darum, den Börsenhandel zu verstehen und erste Aktien selbstständig bei einem Broker online zu kaufen. Das ging bei Maxblue sehr einfach über die außerbörslichen Partner wie beispielsweise Lang & Schwarz. Nach den ersten Käufen lief es reibungslos. So sind der Handel und jede Order in diesem Aktiendepot sehr einfach zu handhaben.

Ich eröffnete parallel einen Sparplan, bei dem ich kostenlos ETFs von db-x trackers und comstage besparen konnte – und nach wie vor kann. Im Gegensatz zu den anderen großen Anbietern hat sich seit der Eröffnung der Sparpläne nichts geändert und ich habe bei den beiden ETF-Anbietern keine zusätzlichen Kosten. Auch deutsche Einzelaktien lassen sich besparen, aber das ist hier leider viel zu teuer und nicht empfehlenswert (2,50 € plus 0,4 % des Kurswerts). Gleiches gilt auch für diverse Fonds, die immer mal wieder ohne Ausgabeaufschlag zu bekommen sind.

Ein ganz klarer Vorteil ist das separate Depotkonto. Sobald dort zusätzlich zum Sparplan Geld überwiesen wird, wird es automatisch angelegt. Den Sparplan kannst Du jederzeit kostenlos ändern oder anpassen. Nur kannst Du die Aktien und ETFs aufgrund der enthaltenen Bruchstücke nicht selbst verkaufen. Das läuft ganz unkompliziert über die Hotline. Ich habe vor kurzem meine ganzen Fondsleichen verkauft und es hat problemlos funktioniert. Mein Sparplan auf xTrackers- und comstage-ETFs lief von 2014 bis 2019 kostenlos. Ab 2020 kosten aber auch diese ETFs 1,25 % pro Ausführung.

Ein weiterer Vorteil: Meines Wissens ist die Deutsche Bank die einzige Bank, bei der Du automatisiert und kostenlos die gezahlte Quellensteuer zurückholen lassen kannst. Vor allem bei Dividendenzahlern aus der Schweiz (Roche, Nestlé), Frankreich (Total, Sodexho) oder Dänemark (Novo Nordisk) ist das sehr vorteilhaft. Alle anderen lassen sich das ordentlich bezahlen. Du musst dafür nur einmal ein Formular ausfüllen Hier gibt es das Formular dazu.

Negativ sind mir in den letzten Jahren aber auch einige Sachen aufgefallen. Letztes Jahr hat der außerbörsliche Handel monatelang nicht funktioniert – ohne eine Meldung. Das hing mit den Anpassungen an den Funktionen und dem Layout zusammen. Mittlerweile gibt es keine Probleme mehr, aber das war nicht vorteilhaft.

Leider sieht die Oberfläche immer noch so aus wie vor 5 Jahren. Es hat sich daran rein gar nichts geändert – außer den Anpassungen für App und mobile Varianten. Die App ist dafür wirklich sehr gut gestaltet. Auch die Statistiken kann sich der Anwender schenken, weil sie nichts aussagen. Wenn Du Portfolio Performance nutzt, ist es aber egal. Hier hast Du alle Statistiken über Deine Wertpapiere auf einen Blick – und vor allem auch die Kosten für die Order. Ein nicht ganz unwichtiger Faktor für Statistiken. Trotzdem ist es aufgeräumt und übersichtlich.

Neuerdings gibt es neue Funktionen wie einen eSafe, der mit Preisen von 4,99 Euro pro Monat zu Buche schlägt. Dort lassen sich wertvolle Dokumente speichern. Für den Preis ist das aber ziemlich teuer. Das empfehlenswerte Secure Safe kostet 1,30 Euro weniger im Monat und bietet viermal(!!!) so viel Speicher.

Gute und günstige Onlinebroker-Tochter der Deutschen Bank mit vielen Möglichkeiten.

Neben den vergleichsweise günstigen Preisen vor allem mit tollem extra Sparplankonto

comdirect – Direktbanktochter der Commerzbank

So werden meine Coca Cola-Aktien aus dem Sparplan dargestellt.

Ursprünglich wollte ich das Depot der comdirect einfach mal testen – auch damit ich einen Vergleich zu einem anderen Aktiendepot habe. Ich eröffnete das Depot, besparte einen ETF im Sparplan und dachte nicht mehr groß daran. Dann tauchten die Probleme bei maxblue auf, wo der außerbörsliche Handel nicht mehr funktionierte. So fing ich an, auch einzelne Aktien über comdirect zu kaufen.

Nach wie vor ist das Vermögen in diesem Aktiendepot überschaubar, aber mittlerweile fließt mehr Geld in den Sparplan als bei maxblue. Das liegt in erster Linie daran, dass ich hier amerikanische Einzelaktien mit 1,5 % Gebühren vergleichsweise günstig besparen kann.

So sieht mein MSCI World-ETF aus.

In den vergangenen Wochen gab es auch ein neues Layout mit umfassenden neuen Statistiken zu Gewinnen und Verlusten sowie zu den Einzelaktien, ETFs und Fonds. Das finde ich großartig – wenngleich ich als langfristiger Anleger den Tradingkram und Analystenmeinungen nicht brauche.

Auf Knopfdruck kannst Du eine technische Analyse Deiner Aktien durchführen, kannst die Zusammensetzung Deines Depot nach Ländern, Währungen oder Assetklasse anschauen und eine Risikoanalyse fahren. Dort wird die Korrelation Deiner Werte überprüft und die Volatilität geprüft. Inwiefern Du das ganze jetzt brauchst, sei mal dahingestellt. Am Ende des Tages führen einige dieser Funktionen zu einem verstärkten Handeln, was kontraproduktiv ist. Trotzdem gefällt mir die Vielfalt der Auswahlmöglichkeiten. Und das Depot ist dennoch einfach verständlich.

Zusätzlich profitierst Du auch von anderen exklusiven Aktionen wie dem “Bonus-Sparen”. Das habe ich jetzt mehrfach getestet. Für Deinen Online-Einkauf erhältst Du ein Cashback, das die comdirect automatisch in einen ETF anlegt. Bis auf einmal hat es auch reibungslos funktioniert. Interessant ist das Programm vor allem deshalb, weil die Angebote der Online-Shops sehr gut sind und ich bis zu 50 % im Vergleich zum Ladenkauf gespart habe.

Das Prinzip funktioniert folgendermaßen: Du bestellst via Affiliate-Link in einem von 1.200 (!!!) Onlineshops Artikel oder Reisen und erhältst dann entweder eine feste Summe oder einen prozentualen Anteil des Kaufpreises gutgeschrieben. Davon wird dann ab 10 Euro ein prozentualer Anteil des comstage Vermögensstrategie-ETFs gekauft. Dieses enthält Aktien, Anleihen und Rohstoffe und eignet sich gut für Anfänger bei der Geldanlage. Zu den Online-Shops gehören Otto, Zalando, Media Markt oder auch Expedia.

In der Euro wurde comdirect häufig zum besten Online Broker gewählt worden und zählt zu einem der besten Anbieter. Ich bin mit dem Aktiendepot bei dem Broker aus Quickborn vollends zufrieden und werde dort verstärkt weiter investieren. Wie das nach der kompletten Übernahme durch die Commerzbank weitergeht ist noch offen, aber die Marke comdirect soll aller Voraussicht nach beim Brokerage beibehalten werden.