“Über 600 Euro Dividende im Monat” – Interview mit Alexander von Rente mit Dividende Teil 4

Zum vierten Mal habe ich in Folge 126 Alexander von Rente mit Dividende im Podcast zu Gast. Er erzählt in 70 Minuten, was sich in den vergangenen 14 Monaten in seinem Depot geändert hat, warum er einen ETF gekauft hat und wieso er sein Neuwagen-Depot aufgelöst hat.

Rente mit Dividende
Über 600 Euro Dividende im Monat

Überblick Interview mit Rente mit Dividende

Bis 2016 konnte ich mir nicht vorstellen, einen Podcast-Gast mehr als zweimal als Interviewpartner einzuladen. Dann kam die erste Folge mit Alexander und sie kam so gut an, dass ein halbes Jahre später eine zweite Folge daraus wurde. Auch diese Folge kam sehr gut an. Wieder ein Jahr später gab es eine dritte Folge, bei der die Nachfrage ebenfalls enorm hoch war.

Jetzt gibt es sogar eine vierte Folge, die noch einmal andere Aspekte von Alexanders Portfolio beleuchtet. Eine ausführliche Zusammenfassung findest du weiter unten.

Shownotes

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Zusammenfassung des Interviews

Momentan fließen jeden Monat 600 Euro auf Dein Verrechnungskonto. Damit hast Du schon 60 % Deines Ziels erfüllt – deutlich früher als gedacht. Wie kommt das?

Ich habe in den vergangenen Jahren meine Strategie etwas angepasst, konnte mehr zurücklegen und habe auch noch einige REITs dazu genommen. Das hat natürlich einen Einfluss auf mein Depot und meine Ziele, weshalb ich schon 60 % meines Ziels erreicht habe. Meine Forward-Dividende liegt mittlerweile sogar bei 700 Euro im Monat. Im Blog sollte ich dann auch einiges mal wieder updaten – vor allem die Ziele.

So richtig ruhig geht es in deinem Depot nicht zu. Du verkaufst und schlichtest um. Hast du noch feste Regeln? Ich denke da z. B. an Kraft Heinz, die du behältst und LXP sofort verkaufst.

Bei KHC spekuliere ich auf eine Erholung und werde dann den Wert wohl verkaufen. Ich habe da kein richtiges Vertrauen mehr, aber ich habe Zeit und kann warten. Mich zwingt ja keiner, hier schnell zu handeln. LXP hat die Dividende gekürzt, ein wichtiges Kriterium, ob ich verkaufe oder nicht, da ich im Plus war incl. Dividenden, habe ich mich entschlossen zu verkaufen. Starre Regeln habe ich nicht, aber grundsätzliche halte ich nicht an einem Investment bis zum bitteren Ende fest. Ich rechne z. B. immer noch, dass sich Patterson wieder erholt, was bei Qualcomm ganz gut geklappt hat. Genauso habe ich kein Problem, wenn eine Firma die Dividende für zwei oder drei Jahre einfriert, um Kapital für das Geschäft zu haben. Das ist mir sogar lieber, als wenn ein Unternehmen zunehmend in Schwierigkeiten kommt, weil es den Aktionären gefallen will.

Wenn ich die Entwicklung deines Depots der letzten 5 Jahre anschaue und deine Strategie (Plan) beobachte, dann hat sich hier doch einiges getan. Anfänglich (1. Podcast) waren es 30 Werte, beim 2. Podcast waren es schon mehr und inzwischen bist du bei 50 Werten. Wie kam es zu deinem Sinneswandel und werden es noch mehr, vielleicht bald 100?

Ja, rückblickend ist das schon erstaunlich, wie sich da mein Ziel bzw. der Plan geändert hat. Letztlich ist das eine Folge der gesamten Entwicklung. Ich kalkuliere immer sehr konservativ, wahrscheinlich zu konservativ. Grundsätzlich hat sich an meinem Plan nichts geändert, d. h. ich fahre die Dividendenstrategie und fühle mich sehr wohl damit. Durch die Entwicklung des Depots bzw. meines freien Kapitals, werde ich das Ziel 1.000 € netto/Monat problemlos erreichen. Als Grenze habe ich mir ein Investitionsvolumen von 500.000 Euro gesetzt. Bei einer Aufteilung von 2 % pro Wert entspricht das 50 Werten und das ist jetzt endgültig die Obergrenze.

Warum bist dir da so sicher? In zwei Jahren bist du dann bei 1 Mio und 100 Werten?

Dazu habe ich auch einen Blogbeitrag geschrieben. Die Überlegung ist einfach, wann ist genug genug? Meine Dividenden + meine gesetzliche Rente und weiteres passives Einkommen langen bei weitem aus, um ein Leben in “Luxus” zu führen. Ich werde nach meinen konservativen Berechnungen zwischen 25.000 und 40.000 € im Jahr zur freien Verfügung haben, d. h. nach Abzug der Fixkosten und Lebenshaltungskosten. Was mache ich damit? Ich habe wenig materielle Wünsche. Ersatz für meine Dinge des täglichen Bedarfs, d.h. Fernseher, Möbel etc kann ich problemlos kaufen. Ich möchte noch einige größere Reisen machen, solange es gesundheitlich geht. Vielleicht betätige ich mich auch als Philantrop. Kinder haben ich keine und das Einkommen + Vermögensverzehr sollten meiner Frau und mir ein gehobenes Altersheim ermöglichen. Noch mehr zu sparen, hat einfach keinen Sinn. Erreiche ich mein Ziel schneller, werde ich meine Stunden weiter reduzieren oder ganz aufhören zu arbeiten. Irgendwann langt es einfach.

Du hast ja immer gesagt, dass du keine ETFs magst und jetzt hast du einen umstrittenen ETF gekauft, wie kam es zu dem Sinneswandel?

Ich denke, ich habe ja schon in einem früheren Podcast gesagt, dass ich nichts generell gegen ETFs habe. Das ganze resultiert daraus, dass ich mein Rücklagendepot für ein neues Auto aufgelöst habe. Hier musste ein adäquater Ersatz für die entfallenen Dividenden her und nach Rücksprache mit der Chefin haben wir uns entschlossen, einen hochrentierlichen ETF zu kaufen. Das Ganze sehe ich auch schon fast wie ein Experiment und da der ETF nur 2 % vom Depot im Endausbau beträgt, gehe ich das Risiko ein. Sollte er ein paar Jahre laufen wie gewünscht, dann kann ich ihn immer noch austauschen. Einige interessante Werte liegen da auf der Beobachtungsliste bereit. Es wird aber der einzige ETF beleiben.

Apropos Auto. Du hast das Depot mit der Rücklage aufgelöst, wie kam es dazu und warum least du ein Auto. Das ist doch nicht unbedingt sinnvoll.

Das Autodepot benötige ich nicht mehr. Der jetzige Leasingvertrag läuft noch 3 Jahre und ich gehe davon aus, dass ich in drei Jahren wieder ein vernünftiges Angebot bekomme. Schließe ich dann einen neuen Vertag über 4 Jahre ab, dann bin ich bei 7 Jahren. Da habe ich mein Sparziel schon fast erreicht und ich habe genug Geld übrig, um entweder ein Auto zu kaufen (vielleicht fahre ich das Fahrzeug dann weiter) oder wieder einen neuen Vertag abzuschließen.

Um auf deine Frage zurück zu kommen, warum ich lease.

Ein Grund ist, das es sehr bequem und für Faule eine prima Angelegenheit ist. Ich zahle im Monat 370 € und habe ein rundum Sorglos-Paket. Da sind Kundendienste, Reparaturen, Ersatzwagen und alles mögliche bereits enthalten. Ich muss nur die Betriebskosten, d. h. Sprit, Steuer und Versicherung bezahlen. Das ist mit einer Wohnung vergleichbar. Mietet man eine Wohnung, hat man mit der Immobilie nichts zu tun, das ist alles Vermietersache. Lediglich die Verbrauchskosten sind zu bezahlen. Ich miete mir eben ein Auto. Die 370 € erscheinen auf den ersten Blick sehr hoch, da muss mich aber eine Gegenrechnung aufstellen. Mit dem angesparten Kapital hatte ich im Schnitt 130 € im Monat generiert. Diese kann ich ja gegenrechnen. Daher kostet mich das Auto effektiv 250 €. Kauft man ein Auto, muss man im Monat 200 € sparen um nach 8 Jahren 20.000 € für einen Ersatzwagen zu haben. In dieser Zeit fallen Reparaturen etc an, die auch bezahlt werden wollen. Das wurde auf meinem Blog kontrovers diskutiert, aber selbst wenn ich 50 € im Monat drauf zahle, ist es mir das wert. Ich habe ein neues Auto mit neuer Technik, Rundumservice und muss mir keine Gedanken machen. Eben Luxus. Würde man ein kleineres Auto wählen, kommt man billiger weg. Da kann man für unter 200 € im Monat bereits ein vernünftiges Modell leasen. Würde man 50.000 oder 60.000 € vernünftig anlegen, langen die Erträge, um das Thema Auto finanziell abzuhaken.

Da möchte ich gleich noch eine kleine Ergänzung einfügen. Ich habe eine Excel-Tabelle, in der ich meine ganzen Fixkosten überwache. Da sind alle regelmäßigen Zahlen wie Strom, Wasser, Versicherungen, Handy und eben das Autoleasing aufgeführt. Die Jahres- oder Quartalszahlungen habe ich auf das Monat umgerechnet und aufsteigend sortiert. Wozu das Ganze? Nun, ich habe da einen Überblick, was übrigens jeder machen sollte und ich habe mir eine Spalte hinzugefügt, in der ich eintragen kann, ob die einzelne Ausgabe durch mein passives Einkommen gedeckt ist. Das ist psychologisch ungemein motivierend, wen ich sehe dass meine kompletten Fixkosten bereits gedeckt sind. Wenn sich jemand für die Dividendenstrategie entscheidet, ist das nur empfehlenswert. Angenommen sein kleinster Posten ist 5 €/Monat (mein Handy kostet mich nur 3,95 €/Monat). Dann braucht er ein passives Einkommen von 60 € netto im Jahr. Dies ist mit einem überschaubaren Anlagebetrag für jeden erreichbar. Hat man z. B. eine Aktie gekauft, die die Dividenden regelmäßig steigert, dann kann man davon ausgehen, dass man den Rest seines Lebens nie mehr aktiv für diese Position arbeiten muss. Viele würden darüber nachdenken, wenn sie eine Einmalzahlung von 2.000 € leisten würden und die Garantie hätten nie mehr für ihren Handyvertrag oder den Sportverein bis zum Ende ihres Lebens zahlen zu müssen. Hat man den kleinsten Betrag abgedeckt, kann man sich auf den nächsten Betrag konzentrieren. Da man während der Ansparphase das Geld für den ersten Betrag wahrscheinlich wieder anlegt, geht die zweitkleinste Ausgabe ebenfalls recht schnell. Im Laufe der Jahre schafft man immer mehr seiner Fixkosten zu decken und das beruhigt ungemein  und mir macht es Spass zu wissen, dass das Thema Fixkosten bereits abgehakt ist. Aktuell arbeite ich an den Lebenshaltungskosten wie Nahrung Kleidung, Essen gehen etc. Reine Psychologie, aber es funktioniert und motiviert. Einfach mal ausprobieren.

Du hast ja noch ein Depot, dass du als Familiendepot bezeichnest. Hast du vor das aufzulösen?

Nein, das soll so bleiben wie es ist. Sollte ich da allerdings einen Wert verkaufen, dann wird der Familienrat einberufen, ob das Kapital im Familiendepot reinvestiert wird oder ob es in das US-Depot wandert. Das wird sich dann zeigen.

Dein Blog wird im Juni 5 Jahre alt, was hat sich seitdem getan?

Der Blog wächst und wächst und wächst, ich bin da doch überrascht. Inzwischen habe ich über 40.000 Besucher und 100.000 Seitenaufrufe im Monat. Es werden immer mehr Unternehmen auf den Blog aufmerksam, teilweise mit dubiosen Angeboten, die ich generell ablehne. Es finden auch immer wieder verstärkt “Neueinsteiger” in der Börse meinen Blog. Da bekomme ich einige Mails, in denen die Leute mich um Rat fragen, was aber sehr schwierig ist. Man muss die Finanzsituation, die Erwartungen und Wünsche berücksichtigen. Hier kommt man sehr schnell an Grenzen, wo es in eine Finanzberatung läuft und man sehr viel Verantwortung hat. Das kann ich so nicht leisten.

Manchmal habe ich schon überlegt, ob ich nicht ein “Lernvideo” aufgeteilt in verschiedene Kapitel, produzieren soll, in dem ich auf die Dividendenstrategie, deren Vor- und Nachteile eingehe und so Einsteigern in diese Strategie eine Hilfe gebe. Da das mit erheblichen Kosten verbunden ist, müsste ich das allerdings verkaufen und das widerstrebt mir, da ich alle Inhalte auf meinem Blog kostenlos anbieten möchte. Die Einnahmen durch Werbung und Affiliate-Programme decke ich meine Kosten aktuell.

Wo siehst du deinen Blog in der Zukunft?

Ich würde den Blog gerne etwas umstrukturieren, da in 5 Jahren doch einiges an interessanten Beiträgen angefallen ist, die es lohnt auch heute noch zu lesen. Die Unternehmen müsste ich aktualisieren und einiges im Background erledigt werden. Allerdings fehlt mir dazu einfach die Zeit.

Was nicht unmittelbar mit dem Blog zusammenhängt aber daraus erwachsen wäre, dass ich mir vorstellen könnte Vorträge auf Veranstaltungen zu halten. Das würde mir wohl Spass machen und ich habe keine Scheu vor Publikum zu reden. Wahrscheinlich hätte ich da ein Problem mit der Redezeit, die viel zu kurz ausfällt.

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5 Antworten

  1. Global X SuperDividend ETF (SDIV)?
    8,8% Ausschüttung klingt wirklich gut. Wobei hohe Dividenden nicht immer positiv bewertet werden können. Weiß nicht wie dieser ETF die Aktien auswählt.

    Ist ein US-ETF, also kein steuereinfacher UCITS-ETF. Die Erträge muss man halt in die Steuererklärung hineinnehmen, nehme ich einmal an, bzw. muss man solche Nichtmeldefonds z.B. in Österreich nach speziellen Steuerregeln (kompliziert!) selbst berechnen und versteuern.

    Über IB (Interactive Brokers) kann man als Europäer übrigens solche US-ETFs nicht kaufen. Wie es bei Schwab ist, weiß ich nicht. Das Problem ist das fehlende KIID.

  2. Ich habe etwas Probleme, die Ausführungen zum ETF-Kauf nachzuvollziehen.

    Wenn Alexander bestimmte Einzelwerte dieses ETF-Portfolios laut eigener Aussage eigentlich nicht mal mit der Kneifzange anfassen würde, wird des doch nicht dadurch besser, dass diese im ETF-Mantel verpackt sind. Insbesondere mit der Erwartung, dass das Management sich dann um die Titel kümmern würde. Das ist ja kein aktiv gemanagter Fonds, sondern der ETF bildet den Solactive „SuperDividend“ Index passiv nach.

    Daneben habe ich immer Probleme den Ansatz der Dividendenstrategie in dieser Form, also mit der Suche nach der höchsten Dividendenrendite, zu verstehen. Das immer vor dem Hintergrund, dass die Dividende ja kein zusätzlicher Zins zum Aktienwert ist, sondern im Zeitpunkt der Ausschüttung (ex dividende) den Aktienwert in gleicher Höhe reduziert. Nachvollziehen kann ich den Ansatz der Dividendenstrategie, in dem die Dividende als Kriterium für die Unternehmensqualität verwendet wird, wie bekanntlich z.B. von Christian W. Röhl vertreten. Oder die Situation, dass man die laufenden Erträge tatsächlich für den eigenen Lebensaufwand verwendet, also nicht reinvestiert (wobei man dies aus meiner Sicht genau so durch Teilverkäufe realisieren kann, weil rechnerisch am Ende exakt das gleiche bei rauskommt). Die Höhe der Dividendenrendite isoliert ist aber ja kein Qualitätskriterium. Der Solactive „SuperDividend“ Index sortiert aber nun primär nach der Dividendenrendite und Alexanders Ausführungen habe ich auch so verstanden, dass dies sein primäres Auswahlkriterium für den ETF war. Schaut man sich die Entwicklung des Dividenden Indexes seit Auflage an, hat dieser seit Juni 2011 eine Gesamtrendite als Total Return (also fiktive sofortige Wiederanlage aller Ausschüttungen) von etwa 20% gemacht. Zum Vergleich hat der MSCI World in dieser Zeit einen Ertrag von über 90% erzielt!

    Alexander kommt in seiner Investitionsrechnung, die dem Kauf zugrunde lag, ja auf eine erhoffte Gesamtrendite von 50%. Das mit dem Ansatz, die Ausschüttungen aus dem ETF anderweitig wieder gewinnbringend anzulegen. Ich habe verstanden, dass der ETF-Kauf ein Experiment war. Aber mir leuchtet der Ansatz und die fiktive Rechnung einfach nicht ein. Warum investiert man das Geld dann nicht von vornherein in die neuen Positionen statt erst den Umweg über eine Ausschüttung aus so einem ETF zu machen?

    Viele Grüße
    Nikolas

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