„2023 kommt der Crash!“ – Interview mit Marc Friedrich

Marc Friedrich war 2016 schon einmal im Finanzrocker-Podcast zu Gast. Auf vielfachen Hörerwunsch habe ich ihn wieder eingeladen und spreche in einem abwechslungsreichen Interview über eine Stunde mit ihm über den drohenden Crash, den Sinn von Sachwerten, die Kritik an ihm und seinen Glauben an das Gute im Menschen.

Marc Friedrich

Überblick Interview mit Marc Friedrich

Marc Friedrich hat Ende letzten Jahres ein neues Buch veröffentlicht, das den Titel „Der größte Crash aller Zeiten“ trägt. Im Interview verrät er, wann dieser größte Crash aller Zeiten seiner Meinung nach eintreten und welche Folgen er für die Gesellschaft und die Weltwirtschaft haben wird.

Darüber hinaus sprechen wir über den von Marc Friedrich und Kollege Matthias Weik aufgelegten Sachwerte-Fonds und die Perspektiven des Bitcoins. Außerdem geht es um Zombie-Unternehmen und das bedingungslose Grundeinkommen. Und am Ende verrät Marc Friedrich in einer positiven Schlussnote, warum er an das Gute im Menschen glaubt und den Crash als Chance für unsere Gesellschaft sieht.

Eine ausführliche Zusammenfassung des Interviews findest du weiter unten.

Shownotes

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Zusammenfassung des Interviews

Marc Friedrich

Über Marc Friedrich

  • Marc Friedrich ist Bestsellerautor, überzeugter Kapitalist und Freund von drastischen Worten. Er schreibt Sachbücher, beschäftigt sich kritisch mit unserem Finanz- und Geldsystem und hält seit 2003 Vorträge zu dem Thema. Zusammen mit Kollege Matthias Weik betreibt er die „Friedrich & Weik Vermögenssicherung“, eine Honorarberatung für Unternehmen und Privatpersonen, sowie den „Friedrich & Weik Wertefonds“ für Sachwerte.

Das Thema Crash hat trotz eines extrem gut gelaufenen Börsenjahres 2019 Hochkonjunktur – woher kommt das?

  • Generell ist die Skepsis der Deutschen bezüglich Aktien ja leider immer noch sehr sehr groß, aber bei mir geht es nicht nur um einen originären Börsencrash, sondern um einen generellen Crash und zwar Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Das spüren die Menschen intuitiv.
  • Wir erleben seit der Finanzkrise 2008 einen historischen Vertrauensverlust der Menschen in die Wirtschaft und die Politik, auch gesellschaftlich läuft es nicht mehr ganz so rund. Die Ungleichheit nimmt zu, die berühmte Lücke zwischen arm und reich wird immer größer, die Ungerechtigkeit steigt.
  • Noch nie sind so viele Menschen parallel auf die Straße gegangen – gegen die Eliten, gegen Korruption, gegen Ungleichheit. Wenn man sich als Gutverdiener in den Innenstädten Deutschlands keinen Wohnraum mehr leisten kann, dann merkt man, dass da was aus den Fugen geraten ist.

Ihr neues Buch trägt den reißerischen Titel „Der größte Crash aller Zeiten“ – haben Sie denn schon ein Datum, wann der kommt und was der Auslöser sein wird?

  • Wir haben erstmalig ein Zeitfenster genannt und gesagt, bis 2023 fällt der Vorhang. Die Gründe sind vielseitig: Die Probleme sind seit 2008 nicht gelöst, sondern lediglich in die Zukunft verschoben worden. Wir haben Nullzinsen und sogar Negativzinsen, die Notenbanken sind in einer Zwickmühle. Wir haben allein in Europa 2,7 Billionen Euro durch verschiedene Aufkaufprogramme ins System gepumpt, um den Euro am Leben zu erhalten.
  • Wir haben in den Krisenländern Italien, Spanien, Frankreich Billionen, die in den nächsten Jahren refinanziert werden müssen. Wer kauft die denn noch außer der EZB? Die ist ja schon der größte Käufer der italienischen Staatsanleihen und hat schon knapp 400 Milliarden da reingebuttert. Jetzt hat sie die 30 Prozent erreicht und müsste entweder Mandatsüberschreitung betreten oder die Grenzen nochmal weiter auflockern. Dann haben wir diese berühmten Zombie-Unternehmen in der Eurozone oder weltweit eigentlich – die Bank of International Settlement geht von bis zu 15% an Unternehmen aus, die unter normalen marktwirtschaftlichen Grundlagen gar nicht mehr existieren dürften. Dann haben wir die weltweite Verschuldungsorgie – die Schulden sind seit der Finanzkrise 2008 auf 255 Billionen Dollar gestiegen.
  • Für mich ist es nur eine Frage der Zeit bis der Vorhang fällt. Wir werden Verwerfungen erleben in der nächsten Zeit. Ich gehe vom größten Crash aus, weil man seit 2008 die Krise nicht gelöst, sondern mit historisch tiefen Zinsen und viel billigem Geld lediglich in die Spielverlängerung getrieben und dadurch neue Finanzmarktblasen generiert hat. Ich sage ganz klar, so lange die Notenbanken Geld drucken, geht die Party weiter, aber das ist ein Spiel auf Zeit.

Was verstehen Sie unter Zombie-Unternehmen, haben Sie da ein Beispiel?

  • Thomas Cook war zum Beispiel eines. Gerry Weber war eines. Das sind Unternehmen, die durch ihre normale Geschäftstätigkeit nur noch die Zinsen der Kredite zahlen, aber keine Tilgung vornehmen können. Die also nur wegen der niedrigen Zinsen noch existieren und sonst an die Wand fahren würden, was völlig normal und auch gesund wäre. Jetzt wird krampfhaft versucht, diese Unternehmen am Leben zu erhalten, weil sie systemrelevant sind und dadurch potenzieren sich die Gefahren nochmal exponentiell nach oben, weil diese Unternehmen mit der nächsten Rezession umkippen und dann natürlich auch für Kollateralschäden sorgen werden.

Wann kommt es zu diesem ultimativen Crash?

  • Bis spätestens 2023. Ich glaube, dass wir jetzt schon die ersten Auswirkungen erleben, wir werden steigende Insolvenzen erleben, wir sehen die Aufkaufprogramme der Notenbanken. 2020 könnte es anfangen, dass es weitere Risse im System gibt. Das Wirtschaftswachstum der USA ist historisch schwach, wir haben immer schwächere Erholungsphasen, China wächst auch nicht mehr so stark – all das sind Indikatoren. Die Notenbanken können eine zweite große Rezession nicht verkraften, auch der Euro wird die nicht verkraften. 2020 wird es schon spannend werden, wahrscheinlich nach den US-Wahlen, aber 2021/22 werden wir auch sehen, wie sich das manifestiert.
  • Die volkswirtschaftlichen Parameter sprechen eine deutliche Sprache. Wir haben jetzt die längste Wachstumsphase in der Geschichte der westlichen Welt mit über zehn Jahren Hausse und boomenden Märkten hinter uns. Aber irgendwann – so war es in den letzten 250 Jahren immer und es ist ein Naturgesetz meiner Ansicht nach – kommt nach jeder Boom-Phase eine Rezession, eine Konsolidierung. Und die Kollateralschäden werden diesmal nicht nur ein plumper Börsencrash sein, wo es 30-40% nach unten geht, sondern es wird größere Verwerfungen geben und darauf sollte man sich vorbereiten.

Ich hatte im vergangenen Jahr ein Interview mit Dr. Gerd Kommer, der sagt, die reale Wirtschaft sinkt nicht – sie wächst nach wie vor…

  • Ja, die Wirtschaft wächst natürlich. Wir haben die Emerging Markets, Vietnam, Kambodscha, Peru – das sind Märkte, die noch stark wachsen. Aber die wichtigen Volkswirtschaften der westlichen Welt sind auf dem absteigenden Ast und das ist relevant für die weltweite Wirtschaft, denn eine Rezession in z. B. den USA macht sich weltweit bemerkbar.

Sie haben am Ende unseres ersten Interviews 2016 gesagt, es wäre momentan die falsche Zeit für Aktien – seitdem haben sich die Märkte fast durchgehend nach oben entwickelt. Wie sehen Sie Ihre Aussage heute?

  • Die ist natürlich falsch – muss ich ganz klar eingestehen. Keiner wusste, dass die EZB nochmal solche Aufkaufprogramme startet. Deswegen habe ich im aktuellen Buch auch Aktien zur Beimischung empfohlen. Man darf die historischen Bewertungen nicht übersehen und sollte seine Position auf jeden Fall absichern. Aber natürlich gehört eine Aktie als Sachwert in jedes Portfolio.
Buchpremiere mit Matthias Weik und Marc Friedrich, Stadthalle Göppingen, Bild: Marc Friedrich

Der bekannte Investor und Milliardär Ken Fisher hat gesagt, historisch gesehen entwickeln sich Aktien in 62% der Kalendermonate positiv – Anleger sollten also mehr Angst haben, dass sie die Anstiege des Marktes verpassen als dass sie einen Crash erleben. Hat er mit dieser Aussage recht?

  • Es geht immer um das Timing. Wenn Sie einen ganz langen Horizont haben, ja, dann mag das stimmen. Aber es gibt viele Menschen, die nicht so einen langen Horizont haben oder das Geld irgendwie zu einem bestimmten Zeitpunkt auszahlen müssen, deswegen sage ich immer Diversifikation! Historisch gesehen sind Aktien tatsächlich bis jetzt immer gut gelaufen, das ist aber keine Garantie, dass es für immer so weitergehen wird.

Sie haben mit Matthias Weik und mehreren Vermögensverwaltern den sogenannten Werte-Fonds entwickelt – da geht’s ja auch um Diversifikation abseits von Aktien. Warum haben Sie den aufgesetzt?

  • Ich war sehr überrascht, dass es eigentlich so eine Art von Fonds noch gar nicht gab, also Deutschlands erster täglich handelbarer Sachwertfonds. Die Idee war, unsere Honorarberatung in einen sparplanfähigen Fonds zu übersetzen, wo die Sachwerte dann wirklich physisch hinterlegt sind, also Edelmetalle, Diamanten, ein Wald und so weiter, als eine Art all-in-one Vermögensschutzbaustein, den wir Privatanlegern anbieten. Sachwerte können nie wertlos werden. Wir haben nie Rendite versprochen, es geht nur um Werterhalt.

Sie haben da auch eine Aktienquote von 30% drin und nochmal 20% Minenaktien – was haben Sie da für Aktien drin?

  • Wir haben Minenaktien drin, das sind Rohstoffaktien, die Kupfer, Gold, Lithium, Silber usw. fördern. Dann haben wir noch eine Aktienquote, da orientiert sich der Fondsmanager an unterbewerteten Unternehmen, macht also stock picking.

Was ist die größte Position?

  • Da sind wir komplett transparent: Jeden Montag gibt’s ein Update-PDF online, da können Sie alle Positionen einsehen. Die sind auch gegliedert in Branchen, von privatem Konsum bis Immobilien, von Infrastruktur bis Grundstoffe etc. ist alles dabei.

Da sind nicht die Standardwerte drin, die man so hat…

  • Wir sind Querdenker und Antizykliker, wir versuchen lieber die kleinen Rohdiamanten zu finden, die sich dann später noch zu einem richtigen Diamanten entwickeln, wenn sie geschliffen sind. Da streuen wir weltweit und auch branchentechnisch, einfach um das Risiko abzupuffern, wenn’s eine Gegenbewegung gibt.

Was ist neben den Aktien noch im Werte-Fonds drin?

  • Momentan Platin, Silber und Gold, also Edelmetalle. Immobilien. Diamanten indirekt in Form von Minenaktien. Wald. Und wir haben eine kleine Position Bitcoins im Portfolio.

Ist Bitcoin für Sie eine Geldanlage?

  • Ja. Wir haben Bitcoin schon 2013 in der Beratung empfohlen. Bitcoin hat für mich das Potenzial, ein digitaler Wertspeicher zu sein, weil es erstens der erste digitale limitierte Sachwert ist, durch diesen Algorithmus, durch das Mining auf 21 Millionen Einheiten begrenzt. Er ist ein deflationäres System. Er ist zensurfrei, staatenlos und weltweit verfügbar, unabhängig von Notenbanken und Politik. Deswegen als Beimischung absolut essentiell. Ich bin sehr positiv gestimmt, dass die Zukunft des Geldsystems sich digital bewegen wird.

Der Grund, warum Sie auf Staatsanleihen verzichtet haben, ist einfach der, dass Sie der Assetklasse überhaupt nicht trauen?

  • Nein, das ist eine Riesenbubble. Wir wollen nicht zocken mit dem Geld der Kunden.

Wenn ich mir die Performance Ihres Fonds seit Auflage anschaue, liegt die mit 3,5% in drei Jahren relativ niedrig.

  • Es geht um Vermögensschutz und den Erhalt der Kaufkraft, das haben wir auch geschafft. Sachwerte wie Gold können selbstverständlich im Preis schwanken, haben sie auch, aber sie können niemals wertlos werden. Für die Zukunft bin ich bombastisch positiv eingestellt, weil ich glaube, dass die 2020er Jahre das Zeitalter der Sachwerte werden.

Was man bei dem Fonds aber nicht verschweigen sollte, das sind natürlich die Kosten und die finde ich mit 1,6% Jahresgebühr ziemlich hoch, dazu Ausgabeaufschlag von 3% und High Performance Fee von 7,5% – bei der Performance finde ich den Fonds etwas überteuert oder sehe ich das falsch?

  • Für einen aktiv gemanagten Fonds sind die 1,6% – würde ich jetzt mal sagen – angemessen. Den Ausgabeaufschlag kann man vermeiden. Die Erfolgsbeteiligung für das Fondsmanagement fällt nur an, wenn ein neuer Anteilshöchstwert für die Anleger erzielt wird, also eine Mindestrendite in Höhe der aktuellen Inflationsrate zuzüglich 3% erreicht wird.

Jetzt gibt es ja viele Kritiker, die sagen, dass Sie sich mit den düsteren Prognosen eine goldene Nase verdienen, weil viele Menschen Angst um ihr Vermögen haben und dann in die jeweiligen Fonds investieren, die schlecht laufen – wie sehen Sie solche Vorwürfe?

  • Das sehe ich mit Gandhi: Zuerst wird man belächelt, dann wird man ignoriert, dann wird man bekämpft – und schließlich gewinnt man. Mit dem Fonds – da bin ich ganz ehrlich – haben Herr Weik und ich keinen Cent verdient. Es ist auch nicht unser Hauptgeschäft. Meine persönliche Intention ist es nicht, damit Geld zu verdienen, sondern den Menschen ein sinnvolles Produkt an die Hand zu geben. Ich argumentiere mit Daten und Fakten, mir geht es nicht um Erfolg, mir geht’s um Aufklärung. Ich bin für die konstruktive, demokratische Diskussion immer zu haben und freue mich darüber auch.

Nach dem Release Ihres letzten Buches wurde die Kritik schon deutlich lauter…

  • Absolut, das war krass. Wir haben wohl einen wunden Punkt getroffen. Der Gegenwind ist heftig, es nimmt teilweise schon abstruse Züge an. Aber es bestätigt mich darin, dass ich da in ein Wespennest gestochen habe, dass ich auf dem richtigen Weg bin.

Sie sagen, die Reichen werden immer reicher und normale Bürger werden schleichend enteignet – hätten die normalen Bürger mehr finanzielle Intelligenz und wüssten, wie sie ihr Geld vermehren können, dann wäre es ja nicht so schlecht um sie bestellt, oder?

  • Das Problem ist, dass die Fixkosten der normal arbeitenden Bevölkerung immer größer werden, ob Mieten, Immobilienpreise oder Lebensmittelpreise, so dass die Meisten gar kein Geld oder keine Zeit mehr haben, sich mit Finanzen zu auseinanderzusetzen oder zu investieren. Es wird immer schwieriger, Geld fürs Alter heranzuschaffen oder sich adäquaten Vermögensschutz aufzubauen.
  • Wir wissen, die Lebensversicherungen funktionieren nicht mehr, Riester hat nicht geklappt, Bausparverträge sind auch vorbei, Geld auf dem Konto macht keinen Sinn mehr. Das wird sich auch nicht mehr ändern, wir werden innerhalb der Eurozone nie wieder steigende Preise sehen, ganz im Gegenteil, auch die Garantieverzinsung bei Lebensversicherungen wird eher Richtung Null gehen.
  • Da muss der Deutsche jetzt anfangen umzudenken. Die Menschen müssen wissen, dass sie was tun müssen. Noch nie war es wichtiger, sich aktiv um sein Geld zu kümmern.

Sie haben auch ein Buch zum Thema „Bedingungsloses Grundeinkommen“ geschrieben – warum ist das Thema für Sie so wichtig?

  • Weil wir von einer Zeitenwende stehen. Wir werden in Zukunft immer mehr Arbeitsplätze ersetzen durch Roboter, durch Technik, durch die künstliche Intelligenz, durch Digitalisierung. Unabhängig davon, ob eine Depression kommt, werden einfach viele Millionen Menschen ihre Arbeit verlieren und da wird es große Verwerfungen geben. Ich sehe es einfach als eine Chance zur Befriedung der Gesellschaft, zu sagen: Wir müssen diesen Reichtum gerecht verteilen – und da ist das bedingungslose Grundeinkommen eine ganz charmante und gute Idee.

Aber warum muss dieses Einkommen bedingungslos sein – kann man das nicht auch mit bestimmten Social Points verknüpfen?

  • Wie wir es gestalten, das ist dann individuell. Es würde einfach der Gesellschaft, den Menschen ganz viel Angst nehmen. Wir haben da draußen viele Millionen Menschen, die von ihrer Hände Arbeit nicht leben können, wir haben den größten Niedriglohnsektor Europas mit über neun Millionen Menschen, die jetzt schon wissen, dass sie in Altersarmut landen werden, weil sie nichts ansparen können. Und die haben Angst.
  • Die wissen ganz genau, wenn morgen das Auto kaputtgeht, wenn das Kind ins Schullandheim muss, wenn ein neuer Schulranzen anfällt oder der Kühlschrank kaputtgeht, dann haben sie ein Riesenproblem. Und dieses ängstliche Gesicht sieht man jeden Tag in der S-Bahn, im Bus, und so weiter.
  • Wenn wir den Menschen die Angst nehmen und eine Art Sicherheit geben würden, dann würde unsere Gesellschaft prosperieren. Wir würden eine Rendite bekommen, die man mit Geld gar nicht aufwiegen kann. Ich bin davon überzeugt, dass wir durch die kommenden Krisen dazu gezwungen sein werden, neue Wege zu gehen und dass dieser Wandel diesmal von unten und nicht von oben initiiert werden wird.

Anfang 2019 haben Sie erfolgreich Ihren Youtube-Channel gelauncht. Nahezu alle Kernaussagen und Überschriften sind so negativ, dass ich das Gefühl habe, alles auf dieser Welt ist schlecht – ist das wirklich so?

  • Vieles ist schlecht. Ich will auf die Missstände hinweisen. Wer schöne Nachrichten will, der kann auch ARD oder ZDF gucken. Wir wollen da hingehen, wo es wehtut. Ich beende jedes Video mit dem schönen Satz „Die Welt da draußen ist besser, als wir immer glauben“ und ich glaube in das Gute im Menschen. Die Resonanz auf die Videos ist sehr positiv, was mich sehr dankbar und stolz macht.

Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus?

  • Vor allem gesund alt zu werden, die Welt zu einem besseren Platz zu machen. Ich bin eigentlich wunschlos glücklich, aber ich hoffe, dass wir die kommende Krise human bestreiten und auch daraus lernen werden. Ich werde ein neues Buch schreiben, ansonsten werde ich weiter Videos machen, Vorträge halten, beraten und natürlich tolle Interviews mit Ihnen machen.

Wordshuffle

Klimawandel – Hysterie und wir Deutschen machen’s ja besonders gründlich. Steuern sehe ich da eher kontraproduktiv, ich finde Plastikvermeidung viel wichtiger als alles andere. Bäume pflanzen wäre die effizienteste Möglichkeit, den CO2-Ausstoß zu regulieren.

Sanierungs- und Abwicklungsgesetz – komplette Enteignung per Gesetz. Für mich eines der wichtigsten Gesetze der letzten Jahrzehnte, über das kaum jemand Bescheid weiß, worüber nicht berichtet wurde, was klammheimlich spätabends im Bundestag abgesegnet wurde und das sollte jeder Bürger wissen, was das in sich hat.

Digitalisierung – Kommt 100% in jeglicher Hinsicht, auch monetär. Wir erleben gerade die Evolution des Geldes. Wir werden digitale Kryptowährungen sehen, von Staaten herausgegeben. Digitalisierung wird unser Leben immer mehr beherrschen.

Goldverbot – kommt. Gold ist der Feind der Regierungen, Gold ist Feind der Politik, die sich dadurch am Riemen reißen müssen, was Ausgaben angeht.

Crashpropheten – eine Stigmatisierung, die man mir natürlich gerne überstülpt, um zu diffamieren oder abzustempeln. Früher hab ich mich dagegen gewehrt, in der Zwischenzeit sage ich, okay, komm passt, wenn die Prophezeiungen auch noch eintreten, dann kann ich damit leben.

Neid – finde ich ganz schlimm. Daran krankt auch oftmals unsere Gesellschaft, man gönnt dem anderen nichts mehr und daran wird das Ganze auch scheitern.

Haben Sie denn ein positives Fazit für diese Folge?

Immer! Wer sich finanziell intelligent weiterbildet, kann sich besser schützen. Und die Menschheit ist unglaublich zäh. Ich glaube, dass die kommende Krise zwar die größte Krise wird, die wir jemals gesehen haben, aber auch die größte Chance beinhaltet, weil wir einfach weltweit Probleme haben und die nur gemeinsam als Menschheit angehen können. Ich glaube, dass wir wirklich dieses reinigende Gewitter benötigen, um uns wieder ein menschliches System zu schaffen, miteinander statt gegeneinander zu leben und ein menschliches, faires, demokratischeres Gesellschaftssystem, Wirtschafts- und Finanzsystem zu bauen, davon bin ich fest überzeugt.

Portraitbild: Marc Friedrich

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65 Antworten

  1. Hallo Daniel,

    wieder eine tolle Folge. Was ich bei den Büchern von Friedrich und Weik nie so ganz verstanden habe, ist das zwar die Geldmenge aufgrund der Interventionen der Zentralbanken steigt – dadurch natürlich die Staatsschuldenquote. Aber das Geld ist ja dadurch nicht weg. Wenn man die 5 Konten der Volkswirtschaft heranzieht, dann sieht man, dass das Geld hier überwiegend im privaten Sektor landet.

    Die Konten der Volkswirtschaft gliedern sich in:
    Konto 1: Private Haushalte
    Konto 2: Unternehmen (nichtfinanzielle)
    Konto 3: Finanzsektor (Banken u. Versicherungen)
    Konto 4: Staat (Bund, Länder u. Kommunen)
    Konto 5: Ausland

    Die einzigen Zugewinne seit 2009 haben sich in Konto1 und Konto3 vollzogen. 2/4/5 funktionieren hier als Schuldner. (Soviel zu Exportweltmeisterei). Das Geld der privaten Haushalte sucht sich ja dann seine Wege für den Vermögensschutz.

    Das Geld ist bei einem Crash ja nicht weg – es ist nur irgendwo anders. Wohin? das bleibt FW immer schuldig. Letztendlich müssen die Zentralbanken hier ja eingreifen und die privaten Haushalte enteignen. Das fängt derzeit mit Negativzinsen an. – Daher ist Cash derzeit so toxisch und das schlägt sich bei den Finanzmärkten natürlich wieder. Die privaten Haushalte sind mittlerweile wohl eher Familien wie Bezos, Klatten und andere wenige – wir gehören da eher nicht dazu. Dieses Problem wird auch ein Sachwertefonds nicht ausreichend lösen wenn denn die Verwerfung oder der Crash kommt. Dieses Volkswirtschaftliche Ungleichgewicht führt ja gerade zu den Situationen die wir in Frankreich, Chile, Indien usw. sehen. Durch das Ungleichgewicht in Konto 1 kommt auch zu wenig Geld in den anderen Konten an. Auch ein Multimillionär hat schätzungsweise nur drei Porsche in der Garage stehen und zahlt auch weniger Steuern wie 82 Millionen Bundesbürger mit einem durchschnittlichen Bruttogehalt von 3500 €. Professor Bondtrup hat das Problem schon sehr gut seziert.

    Von daher gehe ich davon aus, dass der „Crash“ von sozialen Unruhen ausgeht und das tut mehr weh als ein DAX von 8000 pt.

  2. Endlich!

    Wieder eine Top Folge mit Marc Friedrich. Das flutscht richtig zwischen euch beiden. Solltet ihr öfters machen.

    Liebe Grüße von der Kante

  3. Ich habe diese Folge nicht gehört, nur diesen Blogeintrag gelesen.

    Schön finde ich, dass der Satz „Wir wollen nicht zocken mit dem Geld der Kunden.“ nur 3 Zeilen unter dem folgenden steht: „Wir sind Querdenker und Antizykliker, wir versuchen lieber die kleinen Rohdiamanten zu finden,“

    Auch diesem Satz kann ich etwas abgewinnen. „Wir haben nie Rendite versprochen“ {für die Anleger in unsere Fonds}. Sehr schön und im Resultat sehr richtig.

    Auf die angestrebte Cash-Quote von 20% (davon ein Grossteil physischin Scheinen) muss ja auch 1,6% Jahresgebühr, 3% Ausgabeaufschlag und 7,5% Performance Fee gezahlt werden soweit ich das verstehe.

    In ’seinem‘ Wertefonds steht unter der Überschrift ‚Real Assets‘ – immerhin 14% des Gesamtvermögens – aktuell ein Silber ETF/ ETC (Silber Kassapreis in US Dollar), ein Platin ETF/ ETC, die Schuldverschreibung eines kleinen Zweckgesellschaft für Wohnimmobilien und ein Zertifikat / ETC von Vontobel auf den Bitcoin-Index.

    Unter Sachwerten in dem Zusammenhang hätte ich etwas verstanden. Auch aus obigem Transkript z uden weiteren Werten. Zumal auf der Webseite steht unter „Real Assets“: „….auch in weitere Sachwerte wie physisches(!) Silber, Immobilien (!), Wald, Ackerland sowie Anlagediamanten investieren.“

    Dabei hat sich der Gast auch schon mehrfach sehr negativ über das Finanzinstrument ETF ausgelassen. „Das neueste Produkt der Banken, um Ihnen Ihr sauer verdientes Geld aus der Tasche zu ziehen, sind sogenannte ETFs (Exchange Traded Funds). ….. Es werden lediglich mit Terminkontrakten Kursentwicklungen nachgebildet…. Ich persönlich lasse die Finger von solchem Irrsinn.“ (Der größte Raubzug der Geschichte, 2012, Seite 188).

    Gab es da einen Sinneswandel?

    1. Der Artikel ist auch nur eine Zusammenfassung des Gesprächs. Gerade zu der Aussage „Wir haben nie Rendite versprochen“ sagt Marc Friedrich, dass der Fonds in erster Linie auf Vermögenserhalt ausgerichtet ist.

      Ob es zu ETFs einen Sinneswandel gab, weiß ich nicht. Darüber haben wir jetzt nicht gesprochen. Das Interview ist aber trotzdem hörenswert.

  4. Friedrich: Ich argumentiere mit Daten und Fakten
    Auch Friedrich: Klimawandel – Hysterie und wir Deutschen machen’s ja besonders gründlich.

    Ehrlich gesagt reicht mir das schon um ihn nicht mehr als glaubwürdig zu betrachten. Anhören werde ich mir die Folge trotzdem mal. Danke für die Möglichkeit die eigene Bubble zu überprüfen.

    1. Er sagte, in der Antarkis wäre alles in Ordnung, dabei wurde gestern an der Forschungsstation Esperanza die höchste Temperatur seit Beginn der Aufzeichnung gemessen.

  5. Vielen Dank fuer die Einsichten/Meinungen/Ideen von Marc und die Muehe fuer den Podcast (hab‘ ihn gehoert).

    Generell ist es wichtig auch Gegenmeinungen zu hoeren, Argumentationsketten zu verstehen. Selbst wenn 90% Quark ist, koennten ja 10% interessante Ideen vorkommen?
    (Prinzip: auch bei den „falschen Leuten“ kann’s „richtige Ideen“ geben).

    Mich hat der Podcast spontan an die 70er und 80er erinnert, als zT reiche Privatleute wegen des kalten Krieges sich fuer Bunkerbau interessierten (selbst heute wieder im kommen? https://www.bunker-bssd.de/Bunker)
    Es war damals eine kleine Gruppe und Gott-sei-Dank hatten sie ihr Geld vergeblich im Garten/unter dem Haus verbaut. Manche sind halt Sicherheitsfanatiker. So what. Lieber in den F&W-WerteFonds anlegen, als alles Geld auf der Bank lassen. Leben halt wenigstens ein paar Familien von dem Geld der Anleger?

    Hanebuechen kamen mir jedoch Schlagworte vor: wie schlecht das mit Armut, Vermoegensungleichheit, etc geworden ist. Das Gegenteil ist der Fall:
    https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/die-welt-wird-immer-besser-32-gute-nachrichten-15524076.html

    Wikipedia zitiert Leute, die sich naeher mit den Thesen beschaeftigt haben: u.a. Fratzscher: „seine (Friedrich Weik) Thesen entbehrten jeder wissenschaftlichen Grundlage“
    https://de.wikipedia.org/wiki/Marc_Friedrich Also ist es mehr Infotainment.

    Aber hey, wo eine Nachfrage, gibt’s auch ein Angebot 🙂

    Was ich jetzt mitnehmen konnte? Gut, kein Argument war so schlagend, dass ich meine Strategie aendern muesste, also alles OK bei mir … 😉
    Es gilt weiter: ich bin in Gottes Hand.

    LG Joerg

  6. Hallo Daniel,

    verfolge deinen Podcast schon länger und finde die meisten Folgen richtig gut!

    Diese Folge leider nicht. Ich finde es nicht per se verkehrt einen Crash-Propheten in deinen Podcast einzuladen. Es ist jedoch eine (zugegeben sehr schwierige) Gratwanderung, die du an manchen Stellen aus meiner Sicht nicht so gut gemeistert hast. Im Vorwort hast du zwar darauf verwiesen, dass man das alles kritisch hinterfragen muss. Im Interview selber hast du jedoch zu wenig eingehakt und tiefer gebohrt. Das wäre an der ein oder anderen Stelle deine journalistische Pflicht gewesen. Die kritischen Fragen konnte er dadurch ziemlich einfach umschiffen. Er redet halt auch viel, schnell und hat viel Erfahrung in Interviews, da ist es wahrscheinlich echt schwer ihm Paroli zu bieten.

    Ich möchte nicht alles pauschal verurteilen was er sagt, aber er hat in einigen Punkten einfach schon eine verschwurbelte Weltanschauung. Spätestens als er quasi den Klimawandel geleugnet hat (zumindest den menschengemachten) muss einem das klar werden.

    Hoffe du kannst mit dem Kommentar was anfangen und dich in dieser Hinsicht noch weiter verbessern.

    1. Hey Robin,

      vielen Dank für Dein Feedback. Generell habe ich es mir mit der Folge nicht leicht gemacht. Aber kein Hörer und keine Hörerin hätte etwas davon, wenn eine sinnlose Debatte á la „Ich sehe das aber anders.“ oder „Das ist aber falsch.“ entstanden wäre. Dafür sind die häufig nicht zielführenden Talk-Runden im Fernsehen besser geeignet. Ich habe es bewusst so laufen lassen, weil sonst kein Gespräch mit rotem Faden entstanden wäre, sondern eine Diskussion ohne konkreten Inhalt. Bei vielen Dingen bin ich nicht einer Meinung mit Marc Friedrich, aber wenn wir bei jeder Frage 20 Minuten ziellos diskutieren, was richtig und was falsch ist, führt das zu nix. Da hätte ich auch den Kürzeren gezogen, weil Marc Friedrich ein absoluter Medienprofi ist, wie Du selbst sagst. Wem bringt das was?

      So ist ein wirklich gutes Gespräch mit vielen Themen entstanden, wo jede/r für sich selber was mitnehmen kann. Ich traue jeder/m Hörer/in des Finanzrocker-Podcasts durchaus zu, zwischen den Zeilen zu lesen und die Aussagen kritisch zu hinterfragen. Ansonsten vielleicht einfach nochmal die Folgen mit Gerd Kommer oder Nikolaus Braun anhören, die die Aussagen komplett anders sehen. Und durch die das Interview mit Marc Friedrich erst entstanden ist.

      Viele Grüße
      Daniel

      PS: Für die kommenden Monate habe ich auch keinen weiteren Crash-Propheten im Podcast eingeplant. 😉

      1. Ich gebe dir Recht, das wäre kein hörenswerter Podcast geworden. Daher hätte ich es wahrscheinlich komplett bleiben lassen, weil man mit Marc Friedrich auch keine sinnvolle Diskussion hinkriegt.

        Das sieht man in den Talkshows. Z.B. spricht er ja auf Maybrit Illner an. (Link: https://www.youtube.com/watch?v=V2V_2Pp4U58 ) Da lassen ihn alle anderen 3 Minuten sprechen und hören geduldig zu. Dann bringt Illner Marcel Fratzscher ins Spiel. Dieser wird nach 3 Sekunden (!) von Friedrich unterbrochen. Der Mann hat auch keine Lust sich die Gegenargumente anzuhören.

        Du bietest ihm in deinem Podcast halt eine Bühne für seine populistischen Thesen weiter zu verbreiten (und nein Marc, Populisten sind in diesem Zusammenhang nichts gutes). Und ich muss dir leider widersprechen, ich glaube nicht dass jeder Hörer sich selber eine fundierte Meinung bilden kann, was man an manchen Kommentaren hier sieht (viele natürlich schon, aber nicht jeder). Einem Hörer ist scheinbar sogar die besondere Chemie zwischen euch beiden aufgefallen („Das flutscht richtig zwischen euch beiden.“). Ich würde sagen: Finger weg von solchen Gästen. Das ist nicht die Qualität an fundierten Aussagen, die wir sonst aus dem Podcast von deinen Gästen gewohnt sind und ich denke du willst mit vielen Ansichten auch nicht in Verbindung gebracht werden.

        Ich höre mir die nächsten Folgen natürlich trotzdem an und wünsche dir weiterhin viel Erfolg mit deinem Podcast!
        Viele Grüße
        Robin

        1. Vielen Dank Robin für dein Kommentar. Schön wenn jemand einem so sehr aus der Seele spricht. Kann nur noch unterstreichen was du geschrieben hast.

          Grüße Ferdinand

        2. Ich fand es trotzdem sehr interessant mal meine Blase zu verlassen und seinen Ausführungen zu folgen. Als Interviewpartner sicherlich nicht leicht für so einen Podcast, aber das ging schon in Ordnung.
          Könnten dadurch Leute falsch beeinflusst werden? Klar, das Risiko besteht immer. Aber die Masche ist doch sehr durchschaubar, eine Entwicklung aus der Vergangenheit wird massiv überdreht und in die „Crash-Richtung“ gedreht das es teilweise fast absurde Züge hat, wird dann mit irgendeinem Floskelhaften Zitat untermauert.
          Spannend auch im Wordshuffle seine Theorien zum Gold bzw. Goldverbot. Dieses reflexartige „kommt“ da is mir fast eine Augenbraue hochgerutscht.

  7. Die ganze Argumentation ist das reinste Chaos aber generell sehr unterhaltsam. Wenn Gold sowieso verboten wird, warum soll ich dann darin investieren? Ist es nicht gut wenn die Kurse runtergehen und ich mich in der Ansparphase befinde? Und den Bitcoin als Sachwert zu bezeichnen ist schon lustig.
    Die Gesprächsführung hat mir sehr gefallen und insgesamt regt die Folge doch zu mehr finanzieller Bildung an, oder?

    1. Ja, genau um die finanzielle Bildung sollte es auch gehen. Freut mich, dass Dir die Gesprächsführung gefallen hat. Ich bin in vielen Aussagen nicht mit Marc Friedrich einer Meinung, aber ich finde, dass durchaus auch andere Meinungen in den Podcast gehören. Und vor allem, dass man sich auch mit solchen Dingen beschäftigt. Was man davon als Hörerin oder Hörer übernimmt oder glaubt, bleibt jedem selbst überlassen.

  8. Ich schreibe eher selten, aber nach dem Hören dieses Podcasts und vor allem dem Gucken des Videos zum SAG muss ich auch meinen Senf dazugeben, da er mich sehr geärgert hat.

    Zum Stil: Daniel sagte, dass er nicht zu kritisch sein wollte und auch nicht zu unkritisch, sondern irgendwo in der Mitte. Hiervon habe ich ehrlich gesagt nicht viel gemerkt. Kritische Nachfragen oder Anmerkungen waren die Ausnahme. Dies fand ich aber per se nicht schlecht, der Podcast ließ sich gut hören.

    Was hat mich nun geärgert? Zum einen, wie Jahr für Jahr immer wieder das Lied des nahenden Crashs geträllert wird. Nun hat’s blöderweise in den vergangenen Jahren nicht mit Crash geklappt, daher wird er nun auf 2023 vertagt. Wenn man aber schon seit 2014 (laut Amazon ist das Buch „Der Crash ist die Lösung“ in 05/2014 erschienen – es heißt dort: „Es stellt sich längst nicht mehr die Frage, ob der Crash kommen wird – sondern lediglich wann“) den kommenden Crash „prophezeit“ und stets nach hinten verschiebt, weil er dann doch nicht kommt, wird man zwangsläufig irgendwann auch Recht haben. Denn dass es wieder einen Crash geben wird, steht sicherlich außer Frage – dafür muss man kein „Crashprophet“ sein. Wenn es denn soweit ist, wird sich Herr Friedrich stolz auf die Schulter klopfen und sagen, er hätte’s ja schon immer gewusst. Bezeichnend hierbei ist, dass der in den vergangenen Jahren ausgebliebene Crash natürlich nicht an einer mangelnden Prognosekraft von Herrn Friedrich liegt, sondern weil sich die Zentralbanken sich anders als von Herrn Friedrich gewünscht verhalten haben. Das heißt also: Wenn die Prognose eintrifft, dann aufgrund des Sachverstands von Herrn Friedrich und wenn nicht, dann sind die anderen Schuld, weil die sich halt nicht seinen Vorgaben konform verhalten haben. Sorry, aber dann brauche ich keine Prognosen. Und ich bin so mutig: Der nächste Crash wird kommen! Spätestens 2030 ist es so weit! Merkt Euch meine Worte!

    Extrem geärgert hat mich aber das Thema SAG. Aufgrund der Werbung im Podcast habe ich mir mal das YouTube-Video angesehen. Was dort erzählt wird, grenzt für mich an bewusster Desinformation und hat so gar nichts mit dem so seriösen Aufklärungsgedanken zu tun, der im Podcast propagiert wird. Klar, ein Video mit der inoffiziellen Überschrift „Die Bundesregierung lässt in einer Nacht- und Nebelaktion die Grundlage für die Enteignung der Sparer beschließen“ ist natürlich reißerisch, sorgt für Klicks und bedient eine bestimmte Klientel. Mit einer ausgewogenen Darstellung oder gar einem Bildungsanspruch hat das gar nichts zu tun. Ich will den Kommentarblock hier nicht zu sehr „zuspammen“ und meinen Kommentar nicht zu lang werden lassen. Daher nur ein paar Fakten, die Herr Friedrich (bewusst?) unterschlagen hat:
    * Das SAG ist die Umsetzung der europäischen BRRD (Bank Recovery und Resolution Directive) und keine deutsche Spezialität. Sie gilt europaweit. Das SAG ist die deutsche Umsetzung.
    * Entsprechend gibt es mit dem Single Resolution Board (SRB) ein zur FMSA europäisches Pendant, das für alle Banken verantwortlich ist, die unter die Aufsicht der EZB fallen. Die FMSA ist es für die deutschen Banken, die nicht durch die EZB beaufsichtigt werden.
    * Das SAG regelt u.a. welche Instrumente genutzt werden können, wenn eine Bank in Schieflage gerät. Darunter zählen beispielsweise die Einrichtung von Brückeninstituten für die Fortführung der „guten Teile“ der Bank, die Bildung einer „Bad Bank“ und eben auch ein „Bail In“. Das ist das, was Herr Friedrich in seinem SAG-Video anspricht.
    * Bail In bedeutet, dass Eigenkapitalgeber und Gläubiger im Fall der Fälle an der Verlusten und der Rekapitalisierung des Instituts beteiligt werden. Heißt: Zuerst werden die Verluste ausgeglichen und dann, wenn es gewollt ist, die Bank oder Teile davon mit neuem Kapital fortgeführt.
    * Dies geschieht zum einen durch die Herabschriebung („Auslöschung“) von Forderungen und Eigenkapital, sowie, zur Rekapitalisierung, durch Umwandlung von Forderungen in Eigenkapital.
    * Herr Friedrich suggeriert nun, dass Sparer in dem Fall „enteignet“ werden. Völlig ungesagt lässt (ich vermute und hoffe für ihn wider besseren Wissens), dass es eine Haftungskaskade gibt (§97 SAG). Die gibt vor, in welcher Reihenfolge die Verlustbeteiligung erfolgt, in welcher Reihenfolge also bereit gestelltes Kapital für den Ausgleich von Verlusten herangezogen wird bzw. in Aktienkapital umgewandet wird. Zunächst wird dabei das harte Kernkapital (aka Aktionäre) herangezogen, dann weitere Kernkapitalinstrumente, dann nachrangige Verbindlichkeiten (Ergänzungskapital), dann nicht-nachrangige Verbindlichkeiten (aka stinknormale Anleihen von Banken) – bis hierhin geht es also ausschließlich um Aktienkapital und Anleihen von Gläubigern, die wissen, worauf sie sich einlassen. Und dann kommen in der Kaskade Einlagen über 100.000 Euro von Unternehmen und dann die Einlagen > 100.000 EUR von Privatpersonen (ist übrigens auch hier sehr schön dargestellt: https://www.bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/DE/Merkblatt/BA/mb_haftungskaskade_bankenabwicklung.html oder hier: https://www.deutsche-bank.de/content/dam/deutschebank/de/shared/pdf/ser-bankenabwicklung-und-glaeubigerbeteiligung.pdf)
    * Damit möglichst viel Masse, bei denen es sich nicht um Kundeneinlagen handelt, für einen Bail In zur Verfügung steht, gibt es Vorgaben. Dies ist die sogenannte MREL-Quote, die durch die Aufsicht festgelegt wird und den Mindestbetrag festlegt, den die Banken an Anleihen vorhalten müssen, die einem „Bail In“ unterliegen.
    * Um dafür mal ein Gefühl zu geben, was das heißt, mal die Zahlen der Deutschen Bank. Die hat eine Vorgabe von 9,14%, bezogen auf die Verbindlichkeiten. In Zahlen sind das 101 Mrd. EUR. Tatsächlich hält die DB per 30.06.2019 (das Aktuellste, was sich so auf die Schnelle ohne große Suche im Internet finden ließ) 121 Mrd. EUR vor. Dabei handelt es sich ausschließlich um Kapital der Aktionäre sowie Anleihen. Im Klartext: Erst wenn im Fall einer Schieflage diese 121 Mrd EUR vollständig aufgebraucht wären, müssten irgendwann Privatanleger mit ihren Einlagen einstehen.
    * Nun hat der ein oder andere, der das Video gesehen hat, vielleicht die 200 Mrd. EUR im Hinterkopf, die dort genannt werden und denkt sich, dass das wohl eher nicht reicht. Hier ist es wichtig zu wissen, dass in dem Video Rekapitalisierung (das, von dem ich oben gesprochen habe und was Herr Friedrich meint) und Garantien zusammengeworfen werden. Ersteres kostet „echtes“ Geld, Zweiteres sind zunächst erstmal Garantien, falls die Bank die Rückzahlung nicht leisten kann. In Anspruch genommen wurde hiervon übrigens keine. Wer mag: https://de.wikipedia.org/wiki/Finanzmarktstabilisierungsfonds#Leistungen_und_Inanspruchnahme
    Das mal in aller Kürze, es gibt natürlich noch viel mehr Facetten. Aber vermutlich haben bis hierhin ohnehin schon die meisten aufgehört zu lesen…

    Das alles hätte Herr Friedrich natürlich so in seinem Video differenziert darstellen können. Aber dann wäre’s nicht so reißerisch und würde niemanden hinter dem Ofen hervor locken. Stattdessen wird verkürzt bis zum „geht nicht mehr“ und bewusst ein Eindruck erweckt, der nur in groben Ansätzen den Tatsachen entspricht, bestimmte Klischees bedient und so gar nichts mit der propagierten Finanzbildung zu tun hat.

    1. Vielen Dank für diese Erläuterungen, Langjähriger Hörer. Mir waren die Äußerungen von Marc Friedrich zum SAG auch schon vorher aufgefallen und auf mich macht es den Eindruck, dass er dort auch schicht keine wirkliche Sachkenntnis der Materie hat.

      Wahrhaft absurd an seinen Crashprognosen finde ich, abgesehen von dem Punkt der immer wieder vorgenommen Verschiebung (bald dann zehn Jahre), ja die Erklärung, warum seine Ankündigung des Aktienabsturzes von Ende 2016 in der Form falsch war: „Keiner wusste, dass die EZB nochmal solche Aufkaufprogramme startet“.

      Sorry, aber die zutreffene Umschreibung wäre vielmehr „Ich habe bei meiner Prognose die mögliche Rolle der EZB völlig ausgeblendet“. Wer aber in solchen Aktien-Crashprognosen die Rolle von Notenbanken ausblendet, kann ich persönlich in dieser Hinsicht nicht ernst nehmen. Denn natürlich wird der Aktienmarkt zu einem entscheidenden Teil von der Politik der Notenbanken und der von diesen zur Verfügung gestellten Liquiditäten beeinflusst. Und es ist Nonsens, dass „keiner“ erwartet hätte, dass die Notenbanken mit (ggf. auch unkonventionellen) Maßnahme eingreifen. Es ist ja im Gegenteil so, dass der Markt offensichtlich bisher darauf vertraut, dass Notenbanken einspringen werden.

      An dieser Stelle (oder z.B. auch bei den Antworten dazu, was in welcher Form in dem Fonds wirklich drin ist) hätte ich mir persönlich auch hier wieder noch weitere Nachfragen von Daniel gewünscht. Ich verstehe den Ansatz, das Gespräch nicht in einem Streitgespräch zu einzelnen Aspekten zerfasern zu lassen und ich find auch prinzipiell die Idee gut, dass unterschiedliche Ansichten im Podcast präsentiert werden sollen. In diesem Fall führt das nur leider dazu, dass ich aus dem Podcast relativ wenig Neues mitgenommen habe, weil Marc Friedrich ja schon seit Wochen (zum Verkaufsstart des neuen Buches) durch die Medien tingelt und seine Ansichten verbreitet (das ist aber ein persönliches Empfinden und mag anderen auch anders gehen). Daher hätte ich in Zukunft persönlich überhaupt nichts gegen Podcastgäste mit kontroversen Positionen, aber dann gerne auch weniger prominente und bekannte Personen und gerne auch mit (noch) kritischeren Einordnungen im Fall von offensichtlichen Schwächen der Position.

    2. Wobei das mit der Haftungskaskade so eine Sache ist. Ein paar Stationen, die ich gerade aus meinem Gedächtnis zitiere, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

      2008
      Nach Lehman Brothers soll keine systemrelevante Bank mehr Pleite gehen dürfen

      2013
      Die insolventen zypriotischen Banken sollen mit einem Bail-In der Kunden auch unter 100000 Euro gerettet werden. Proteste.

      2013
      Die die insolventen zypriotischen Banken werden mit einem Bail-In der Kunden über 100000 Euro gerettet.

      2013
      Die Eurozone kündigt Bail-In als zukünftigen Teil einer Haftungskaskade an. Proteste. Rückzug. Später wird genau das beschlossen.

      2016
      Italien rettet insolvente italienische Banken an der Haftungskaskade vorbei und paukt die Anleihenbesitzer der Bank heraus.

      Was lernen wir daraus? Ich persönlich lerne daraus: Alles kann passieren. Es wird gemacht, wie’s gerade paßt.

  9. Herrn Friedrich sei das Buch Factfulness von Hans Rosling empfohlen. Sie angeblichen „Fakten“ wie die sich vertiefende Furche zwischen Arm und Reich werden darin anschaulich widerlegt. Sein Geschwätz ist emotionalisierte Panikmache.
    Ich glaube ihm kein Wort.

  10. Oh weh, das Sentiment im Kommentar Bereich lässt doch befürchten das Marc Friedrich recht hat.

    Zur Folge: überraschend unterhaltsam und informativ. Ich kannte Marc Friedrich nur vom Hören Sagen und Berichten (zumeist negativ) aber seine Argumentation ist doch sinnig. Werde tatsächlich sein Buch jetzt lesen. Danke Daniel

    1. Bitte was? Hier ist zur Abwechslung mal ein angenehm zu lesender Diskurs von Leuten, die den Crash-Propheten als das darstellen, was er ist.

      Solche Crash-Bücher verkaufen sich in Deutschland absurd gut, weil die Deutschen darauf abfahren. Hier in den Kommentaren scheint die Mehrheit demgegenüber relativ immun – zum Glück.

      Das kommerzielle Eigeninteresse dieses Crash-Propheten ist ziemlich hoch. Teure Bücher, Marketing dafür ohne Ende und dann noch ein bekloppter Fond ohne Performance, dafür mit so „selbstlosen“ Dingen wie Performance-Fees. Das Risiko wird auf die Anleger abgewälzt und behauptet, dass man ja nur in deren Interesse handele.

      Solange so ein Crash-Prohpet keine nennenswerte Short-Position hat, die richtig weh tut, falls seine Prognosen falsch sind, glaub ich diesen Leuten kein Wort.

      Die müssen schon mehr „Skin in the Game“ haben als den lapidaren Satz „ich glaube an das Gute im Menschen, daher kann ich auch falsch liegen“.

  11. Ich fand das erste Interview schon schwach. Werd das zweite eventuell morgen halb belustigt halb angewidert wegen des Finanzkrisenpornos durchstehen.

    Lieber Finanzrocker so wie du immer (zu recht) auf die Bankverkäufer und deren miesen Produkte schimpfst kannst du den FW Bereicherungsfonds nicht nicht zerpflücken. Wie die Vorkommentatoren schon zum Teil angesprochen haben.

    1. THESE Gold und co wird verboten. Warum ist es dann in diesem Fonds und dann zum Teil in der Papiervariante

    2. Bargeld haben die Bar rum liegen und nehmen 1.xx TER. Hm das kann ich ziemlich gut Zuhause oder für 0.0 bzw. -0.4 bei meiner Bank.

    Gehen die beiden Pfeifen nicht auch von Inflation aus. Warum haben die dann überhaupt CASH rum liegen?

    ETF kommen definitiv bei denen nicht gut weg warum sind die Teil des Fonds

    Sich als Podcasthost dann darauf zurückzuziehen ich wollte halt nen hübsches Gespräch, naja. Wenn ich Geseibel oder Geschwurbel will kann ich wahlweise Berlin Tag und Nacht oder irgentwas von NTV anmachen.

    Bevor jetzt *mimimi* erstmal den Podcast anhören als Abwehrreaktion kommt, Dies bezieht sich eins zu eins aufs erste Interview. Damals war ich nur zu faul zum Kommentar und hätte vermutet das dies nen Lapsus war.

    1. Zwei mal gehört. Zwei mal immer wieder den Kopf geschüttelt.

      Das Argument lieber mal reden lassen als sich in einer Diskusion zu verheddern kann ich sogar nachvollziehen. Die Einordnung zum Schluss von dir Daniel war OK. Wenn man unterbrochen hätte wären so viele schöne Schmankerl nicht herrausgepladdert.

      „Hach schön wär’s wenn man was verdienen würde, vor allem beim Fonds leg ich alter Altruist sogar Geld drauf kann ich auch beweisen mach ich aber nicht…….solange ich noch in den Spiegel kucken kann ist alles ok!“
      Ach und Vorträge gegen Gebühr für ne Trilionen Euro pro Gast mach ich bestimmt auch nicht…so oft.

      Alles klar.

      Das schöne ist jeder kann mit seinem Geld machen was man will. Die einen kaufen Autos, manche sparen, dritte Spenden und wieder andere
      Alimentieren auf die eine oder andere Art solche Pfeifen. Der Wehrmutstropfen ist das jene welche durch DIY nach dem Buch oder per Fonds sich eben auf die Nase packen werden dann vermutlich auf die Eliten schimpfen. Die Herren FW sind ja studierte.

      Empfehlung vom Onkel Dr:

      Dreimal täglich Billy Joel We didnt Start the Fire laut singen.

      Alle Bücher von William Bernstein. In Englisch überragend weiss allerdings nicht ob die Übersetzung taugt

  12. Herr Friedrich ist ein wahrer Philanthrop und hat uns den Sachwertefonds zur Lückenschlie-ßung in den Assetklassen gegeben. Danke. Ein Pater Ansen Grün ist er aber nicht und ir-gendwann zahlt sich seine Investition in den Fonds aus. Am Ende des Tages sind wir doch alle Kapitalisten!

    Ich bin doch sehr skeptisch. Auf der einen Seite wird an den Bitcoin geglaubt, der eine nicht regulierte Währung und momentan reines Spekulationsobjekt ist, und auf der anderen Seite wird von verantwortungsvollem Umgang mit Kundengeldern gesprochen „wir wollen nicht zocken mit dem Geld der Kunden“.

    Der antizyklische Ansatz wird wahrscheinlich funktionieren, da irgendwann eine starke Korrektur kommt und der Sachwertefonds dann seine Stärke ausspielt. Bis dahin muss er sich über Wasser halten. Ich bin gespannt, wie die Rechnung aufgeht.

    Herrn Friedrich wird hier eine Bühne zur Selbstdarstellung gegeben und er lässt sich diese Chance nicht entgehen. Ich bin aber von seinen Ausführungen nicht überzeugt worden. Es ist mir zu viel Plakatives dabei. „…Frage der Zeit bis der Vorhang fällt.“, „…werden Verwerfun-gen erleben…“, „Krise nicht gelöst, sondern …in die Spielverlängerung getrieben und …neue Finanzmarktblasen generiert.“, usw. Ich habe ein nicht so umfangreiches Finanzwissen wie Herr Friedrich und kann seiner Argumentationsstruktur nicht immer folgen, aber es wirkt auf mich so, als ob Argumente endlos aneinander gekettet werden, teils auch Themen übergrei-fend. Nur um einen dramatischen Abgesang auf das gegenwärtige Finanzsystem formulieren zu können.

  13. Wer sich wirklich inhaltlich mit MF auseinandersetzen möchte dem empfehle ich den Beitrag dazu zu lesen https://fairvalue-magazin.de/matthias-weik-marc-friedrich/
    (bei MF findet ihr auch eine „Reaktion“ darauf – wow!)
    Ein Podcast in dem sie MF deutlich mehr in die Zange genommen habe (meiner Meiung nach immer noch zu viel durchgehen liesen) ist von der Welt mit Bulle und Bär https://www.welt.de/podcasts/deffner-und-zschaepitz/article203831786/Podcast-Deffner-Zschaepitz-Kommt-der-groesste-Crash-aller-Zeiten.html
    Ich finds gruselig wie MF populistisch mit der Angst der Menschen spielt um sein Buch und sein Fond unter die Leute zu bekommen und dann noch heuchlerisch hofft, dass alles nicht so schlimm kommt ….

    1. Danke hierfür! Das erklärt einiges. Ich hatte im Vorfeld des ersten Interviews auf Blinkist eines der Bücher in der Zusammenfassung gelesen und hatte nicht den Eindruck, dass die Prognosen in irgendeiner Form eingetreten sind. Im Interview dann sagte Herr Friedrich aber genau das: Dass es beängstigend wäre, in welchem Umfang die Untergangsprognosen eingetreten wären. Als ich das hörte dachte ich nur: WTF?? und habe an mir und meiner Erinnerung an das Buch gezweifelt.

      Nun weiß ich aber, dass das Problem nicht bei mir lag. Danke für klarstellenden Link!

  14. Mental bin ich für die Vorträge von Marc Friedrich gut gewappnet. Ich habe ja genügend Erfahrung an den Finanzmärkten — habe bereits die Dot-Com Blase aktiv miterlebt.

    Grundsätzlich hat er natürlich recht, dass die Zentralbanken seit vielen Jahren (vermutlich schon seit dem Ende des Goldstandards 1971) eine ziemlich „unsolide“ Geldpolitik betreiben. Das könnte schon recht schmerzhaft enden. Aber das dachten viele schon vor 10 Jahren.

    Es hat in der Geschichte immer wieder größere oder kleinere Krisen gegeben und die Menschen haben alle (bis auf die letzten beiden Weltkriege, da lief leider alles komplett aus dem Ruder!) ganz passabel gemeistert. Deshalb bin ich zuversichtlich. Besonders weil der heute weltweit vorhandene Datenaustausch und die Kommunikation ganz andere Kooperation erlaubt, als das noch vor 100 Jahren möglich war.

    Es spricht nichts dagegen sich über Diversifizierung ein wenig abzusichern und nach 10 Jahren Bullenmarkt die Risiken zu reduzieren und auch ein wenig mehr Cash vorzuhalten als sonst. Über einen Fonds von F&W würde ich persönlich es nicht realisieren. Die Kosten sind mir da zu hoch.

    Insgesamt ist mir Marc Friedrich deutlich zu pessimistisch, was natürlich sein Geschäftsmodell ist. So lange man das versteht, kann man seine Aussagen auch realistischer aufnehmen und bewerten.

    Ich persönlich werde meine diversifizierte Strategie nicht verändern…

    PS, Performance Fee: Hier wird leider oft der Kunde „abgezockt“ indem die High Water Mark jedes Kalenderjahr zurückgesetzt wird! So läuft es z.B. auch bei den Wikifolio Zertifikaten. So etwas erhöht die Risikobereitschaft des Managers, weil ein Verlust im Vorjahr keine Auswirkungen auf seine Performance-Fee im Folgejahr hat.

    1. „Insgesamt ist mir Marc Friedrich deutlich zu pessimistisch, was natürlich sein Geschäftsmodell ist. So lange man das versteht, kann man seine Aussagen auch realistischer aufnehmen und bewerten.“

      Mit zwei Sätzen auf den Punkt gebracht! Danke, Joe! Ab und an tut es mal gut aus der eigenen Filterblase auszubrechen und sich andere Meinungen anzuhören. Jede/r sollte das realistisch einordnen. Genau das traue ich den Stammhörern vom Finanzrocker-Podcast auch absolut zu. Ich bin auch nicht einer Meinung mit Marc Friedrich, aber es ist nicht alles grundlegend falsch, was er erzählt.

  15. Das war das erste Mal, dass ich Marc Friedrich gehört habe. Irgendwie bin ich während des Gespräches das Gefühl nicht losgeworden, dass mit perfekter Rhetorik eine bestimmte, weltanschaulich rückwärtsgewandte nicht finanziell gebildete Klientel populistisch bedient werden soll. Als im Wordshuffle der Klimawandel kam, war mir die Antwort schon vorher klar.

    Man kann sicher viel Kritik an Euro, EZB und Zinspolitik üben, sollte dann aber auch sagen wie die Europa nach Italien Pleite aussehen würde.

    Mich nervt auch diese Inflation von Krisen und Crash’s.
    Die größten Krisen waren sicher die beiden Weltkriege. Damit sich das nicht wiederholt wachse ich gerne mit unseren europäischen Partnern und auch global mehr zusammen und helfe mit Geld und auch Kritik wenn es wie in Griechenland mal schlecht läuft.
    Neuer Markt und Finanzkrise habe ich persönlich aus Investorensicht dagegen als Kinderfasching wahrgenommen.
    Wenn der Klimawandel mit den sich daraus ergebenden Völkerwanderungen wirklich kommt, wird das die nächste wirklich große Krise und nicht das Problem dass irgendwelche Währungen vielleicht mal wertlos sind .

    Thomas Cook und G. Weber als Zombieunternehmen zu bezeichnen fand ich schon hilflos. (Zombie = lebender Toter und nicht toter Toter).

    Die Gesprächsführung fand ich gut.

    Gruß
    Gordon

  16. Puh schade, dass du so einem Typen, der nur Mist erzählt und mit Panikgequatsche für Unruhe und Unsicherheit sorgt Aufmerksamkeit schenkst. Wirklich der bisher unnötigste Gast bei dir. Werde ich mir nicht anhören.

    1. Ich finde es richtig, dass auch mal „die dunkle Seite“ zu Wort kommt.

      Mich hat der Podcast zum Nachdenken angeregt und momentan höre ich mir das Hörbuch von „Der größte Crash aller Zeiten“ an, um mir danach Dinge anzusehen oder anzuhören, die darauf eingehen und hoffentlich weitestgehend widerlegen.

      Und das finde ich sehr sinnvoll. Es ist immer besser, verschiedene Meinungen zu hören, um sich dann am Ende selbst seine eigene zu bilden.

  17. Lieber Daniel,

    Als treuer Finanzrocker Hörer wollte ich Dir eine Manöverkritik für dein Interview dalassen, was ich eher eines der schwächeren fand. Bei so einem medienerfahrenen Menschen wie Herrn Friedrich muss man IMHO öfter dazwischen gehen und nachhaken. Insbesondere wenn in einem Wortschwall Äpfel mit Birnen verglichen werden und Dinge in eine Topf geworfen werden, die nicht unbedingt etwas miteinander zu tun haben. Die finanziellen Krisen wie Schulden sind eine Sache und da mag sicher was dran sein, aber viele andere pessimistische Entwicklungen (Trump, Brexit, China etc.) der Welt haben damit nicht immer unbedingt etwas zu tun. Vieles war einfach mega undifferenziert und pauschalisiert. Da ging es IMHO klar darum, eine negative Grundstimmung zu erzeugen um ein Buch bzw. einen Absicherungsfond zu verkaufen. Gut fand ich, dass Du den Gast damit konfrontiert hast. Seine Argumente dagegen waren nicht sonderlich überzeugend. Abstrus wurde es am Ende mit dem Thema Klimawandel und dem angeblichen anwachsen der Arktis. Jemand der behauptet, sich auf wissenschaftliche Fakten bei Thema Finanzen zu stützen und dann wissenschaftliche Fakten der Naturwissenschaften beim Klima ignoriert, scheint mir nicht sonderlich seriös.

    Dein ansonsten eher „zurückhaltender“ Interviewstil, wo man die Gäste einfach mal erzählen lasst, klappt in der Regel bei den meisten Gästen echt gut, aber ich finde hier wäre aktiver besser gewesen. Ich hoffe Du kannst damit was anfangen.

    Liebe Grüße!
    Matthias

    1. Du triffst den Nagel auf den Kopf, Matthias! Er ist medienerfahren und lässt sich die Butter nicht vom Brot nehmen. Ich hätte überall dazwischen gehen können, aber es wäre ein – aus meiner Sicht – unnötiges Streitgespräch gewesen. Im Vorfeld des Interviews habe ich mehrfach abgewogen, wie ich vorgehen soll.

      Jetzt polarisiert die Folge gewaltig, was ich gut finde. Denn sie regt zum Nachdenken und zum Kommentieren an, wie noch keine zuvor. Manchmal habe ich bei den meisten Folgen das Gefühl, die sind so schlecht oder langweilig, dass überhaupt keine Reaktionen kommen. Wenn ich mir die Statistiken anschaue, sprechen die aber eine andere Sprache.

      Bei all‘ der Kritik darf man aber eins nicht übersehen: Das Interview hat sowohl bei Apple als auch bei Spotify eine Durchhörquote von 70 %. Scheinbar haben doch nicht so viele das Gespräch ausgemacht.

      Ich bin nach wie vor der Meinung, dass das ein gutes Gespräch ist, das zum Nachdenken anregen soll. Und das ist tatsächlich so, wie die ganzen Kommentare über alle Netzwerke zeigen.

      Viele Grüße
      Daniel

      1. „Manchmal habe ich bei den meisten Folgen das Gefühl, die sind so schlecht oder langweilig, dass überhaupt keine Reaktionen kommen. “

        Nein – auf keinen Fall! Diese Schlussfolgerung solltest Du nicht ziehen. Wie Du schreibst, die anderen Folgen polarisieren nicht so und sind in den meisten Fällen interessant und inspirierend. Da gibt es nicht so viel Gründe, etwas zu schreiben oder zu diskutieren. In dem Fall war’s bei mir so – und sicher bei vielen anderen auch -, dass das Spiel mit der Angst, das hier betrieben wird, mich so in Rage gebracht hat, dass ich einfach etwas schreiben musste, weil das einfach „raus“ wollte und mich sonst den ganzen Tag über belastet hätte.

        Das Gefühl habe ich bei anderen Podcasts von Dir nicht und „genieße und schweige“…:-)

  18. Moin Daniel,

    danke für diesen Podcast und Deinen Einsatz im allgemeinen!

    Ich sehe Marc Friedrich ähnlich kritisch wie viele, die hier kommentiert haben. Nachhaltige Lösungen werden scheinbar nicht angeboten, stattdessen wird gut als Buchautor, Redner und Berater verdient.

    Vor einigen Wochen wurde Herr Friedrich meines Erachtens auch ziemlich vom „Wirtschaftsweisen“ Peter Bofinger im SPIEGEL-Streitgespräch zerlegt. Ich empfehle jedem/r, erstmal dieses Interview zu lesen (gibt’s z.B. kostenpflichtig bei SPON), bevor das deutlich teurere Buch gekauft oder gar auf die enthaltenden Ratschläge gehört wird…

    Schönes Wochenende,
    Sebastian

  19. Vielen Dank für das 2. Interview, Daniel, der Kerl lässt sich einfach nicht ordentlich greifen weil er einfach ohne Punkt und Komma eine These nach der anderen raushaut, du hast das schon ok gemacht…Hast du im Vorspann eigentlich noch einen Hinweis auf Gäste gegeben, die das ganze nüchtern wissenschaftlich sehen, zB. Kommer? Das wäre sicher gut.

    Pleitegegangene Unternehmen als Beispiele für fehlende Marktbereinigung zu nennen, da muss man schon Mark Friedrich heissen. Ach ich weiss garnicht, bei welchem der vielen Widersprüche ich anfangen soll und es wurde auch schon so viel gutes gesagt in den Kommentaren, daher einfach nochmal ein Link zur Stiftung Warentest, die seinen Fonds mal unter die Lupe genommen hat:

    https://www.test.de/Finanzcrash-Autoren-Friedrich-Weik-Wertefonds-schwaechelt-nicht-nur-bei-Rendite-5561149-0/

    1. Hi Christoph,

      ja, den Hinweis habe ich gegeben. Das war auch wichtig, um das Ganze einordnen zu können.

      Von Marc Friedrich kann man halten, was man will, aber er regt zum Nachdenken an und polarisiert wie kein Zweiter. Keiner geht mit einer „Ist mir doch egal“-Haltung aus dem Interview raus. Und genau das sollte das Interview auch bezwecken und mal Reaktionen auslösen. Und das hat die Folge bezweckt.

      Für die kommenden Monate reicht das aber mit dem Bluthochdruck.

      Viele Grüße
      Daniel

  20. Ich habe bisher alle deine Podcasts gehört, ebenso alle vom Finanzwesir, alle vom Finanzfluss, alle Podcast von Wissen-Schaft-Geld, alle Podcasts vom ZenDepot und alle Podcasts von Deffner und Schäpitz (der Podcast ist allerdings eher unterirdisch).

    Dein letzter Podcast mit Herrn Weik war allein schon auditorisch eine Zumutung:
    Du lässt den Knaben mit seinen kruden Thesen ununterbrochen vor sich hin schwafeln ohne ihn zu unterbrechen und verweist dann auch noch auf seine ach so tolle VouTube-Seite.
    Na geht’s noch?

    Wenn diese Folge beispielhaft für das Niveau der nächsten Folgen sein sollte – dann Tschüss.

    Nichts für Ungut.
    Hummel – Hummel

    1. Bei Deinem unüberlegtem Kommentar fehlen mir wirklich die Worte. Übrigens genau so wie bei den 1-2 Sterne Bewertungen, die für 1 (!!!!) Folge von 144 komplett unterschiedlichen Episoden abgegeben wurden.

      Wer sagt denn, dass diese Folge beispielhaft für das Niveau der nächsten Folgen ist? Waren die vorherigen 143 auch so scheiße und niveaulos? Ist ja toll, dass du viele Podcasts hörst. Pauschalisierst du da auch so, wenn Dir eine Folge nicht gefällt? Meine Fresse…

      Ich zweifele ehrlich gesagt auch daran, dass Du die Folge überhaupt gehört hast, denn ich habe nicht Matthias Weik interviewt.

      Und der YouTube-Kanal ist unzweifelhaft gut gemacht und enorm erfolgreich. Die extrem positiven Bewertungen kommen natürlich aus einer Filterblase, ändern aber nichts an der Qualität. Über die Aussagen in den Videos lässt sich streiten. Ich bin da absolut nicht einer Meinung mit Marc Friedrich, weshalb ich mir die Videos auch nicht anschaue.

      Und für Dich habe ich ein ganz besonderes Schmankerl: https://www.gaborsteingart.com/podcast/https-dasmorningbriefing-podigee-io-339-neue-episode/?wp-nocache=true

      Ich halte Steingarts Morning Briefing für den besten Podcast in Deutschland und Gabor Steingart für einen sehr guten Interviewer. Aber DAS ist ein unkritisches Interview – auch noch mit Duzen.

      Nichts für Ungut, aber Deine Aussagen sind wirklich für den Mors Mors, um bei Deiner Verabschiedung zu bleiben. Und tu Dir selber einen Gefallen und höre künftig einfach andere Podcasts, wenn Du damit so ein Problem hast.

    2. @ Thomas
      Manchmal muss man die Leute ausreden lassen um zu erkennen, wie krude die Thesen wirklich sind und was noch kommt.
      Was wäre denn gewesen wenn sich Daniel und Marc Friedrich bei den Zombieunternehmen und der Frage, ob der Bitcoin nun ein Sachwert ist, verhakt hätten? Wir hätten vielleicht nie erfahren, dass es denn Klimawandel gar nicht gibt und irgenwo anders die abschmelzenden Eisberge wieder aufgebaut werden (so ähnlich war das im Interview) und wir jetzt wieder kräftig CO2 produzieren dürfen. Das ist doch alles beruhigend (Ironie off).
      Ich habe z.B. aus dem Podcast folgendes gelernt:
      Marc Friedrich, den ich zum ersten Mal gehört habe, ist zu intelligent, seine Thesen wirklich zu glauben. Er hat aber eine Zielgruppe die dies glaubt oder glauben will. Also verstärkt er als Medienexperte die Meinung seiner Zielgruppe.
      Ich sehe den Finanzrocker Podcast nicht als Podcast der ausschließlich die wahre Lehre verbreitet sondern auch „Experten“ oder Menschen mit Lebensentwürfen zu Wort kommen lässt, die durchaus etwas mehr oder weniger strange sein können.

      ZenDepot habe ich anfangs auch gehört und dann aber aufgehört weil es einfach fachlich zu perfekt und damit für mich persönlich zu langweilig war.

      Es macht doch auch Spaß, beim Podcast mitzudenken und selbst die krude These für sich herauszuarbeiten und hier im Forum öffentlich kundzutun.

      @Daniel
      Bitte ändere nichts an deinem unaufgeregten Interviewstil.
      Ich sehe es durchaus als Stärke, des Podcasts, dass man ein umfassendes Bild über die Gedankenwelt JEDES Interviewpartners erhält und selbst mitdenkt. Deine persönliche Auffassung zu bestimmten Themen dürfte aus den vielen Podcasts bekannt sein.

      Gruß
      Gordon

  21. Mein erster Kommentar im Internet 🙂 Dank der jahrelangen Bildung durch Albert und dich werde ich mein Portfolio jetzt nicht sofort in Minenaktien und Whisky umschichten. Ich finde die Interviewführung in diesem Gespräch von Daniel sensationell. Nur deshalb kommt es meiner Meinung nach im Verlauf des Gespräches noch zu sehr interessanten Inhalten über Neid, das Recht mit seinem Einsatz Geld zu verdienen sowie die Chance durch das Bewältigen von Krisen. Eine konstruktive Kritik gegenüber dem Interviewgast möchte ich über den Weg der Kommentarfunktion dennoch versuchen: Wer nicht will, dass andere pauschalisieren, sollte ebenfalls nicht zu diesem Mittel greifen. „Die Medien berichten nicht objektiv…“. Viel Erfolg auf eurem weiteren Weg wünsche ich dem Finanzrocker und Herr Friedrich.

  22. Was für eine Plaudertasche…
    leider auch ein Kriegsgewinnler, der mit der Angst Geld macht.

    Mir fielen da noch andere Bezeichnungen für Subjekte wie ihm ein, aber das lass ich lieber…

  23. Hallo Daniel,

    den Ansatz auch anderen Meinungen in deinen Podcast zu holen finde ich sehr gut. Wie andere schon schrieben hilft es die eigene Blase zu reflektieren.
    Herrn Friedrich kann man tatsächlich sehr gut zu hören und ich habe mich dabei erwischt ihm Glauben zu schenken. Er ist halt ein sehr guter Redner und hat für alles eine (anscheinend) passende Antwort.

    Nur so wie du im Interview darf man ihm das nicht durchgehen lassen. Mittlerweile denke ich wäre es besser ganz auf ihn zu verzichten als ihm diese Bühne zu geben. Eventuell wäre auch zu der Thematik noch mal ein Interview mit Andreas Beck und/oder Marcel Fratzscher interessant um die Argumente zu entkräften.

    Bei den Kollegen habe ich auch einen sehr lesenswerten Artikel gefunden mit weiterführenden Links: https://www.atypischstill.com/allgemein/propaganda-style-crash-propheten

    Zum Buch selber: ich war in der örtlichen Bibliothek und habe ich nach Büchern zu Finanzen und Vermögensaufbau gesucht. Leider hbeschränkt sich das Regelfach auf Bücher zu Privatinsolvenz, Hartz-4 Regeln und gesetzlicher Rente. Auf Nachfrage zu weiteren Büchern wurde mir vorgeschlagen „der größte Crash aller Zeiten“ bestellen zu können. Habe angenommen und nach ein paar Tagen war das Sortiment der Bibliothek nun um ein fragwürdiges Buch „reicher“. Habe mir nun vorgestellt wie der „typische“ Mitbürger nun dort hingeht und aus diesem Sortiment versucht seine finanzielle Bildung zu verbessern.

    Ich denke wir (du, ich, deine Leser) haben noch einen sehr weiten Weg bei der Aufklärung. Solche Finanzromane sorgen nur für massive Rückschritte und bringen niemanden weiter. In 2024 hat man diesen Roman vergessen und es gibt wieder neue Weltuntergangsfantasien.

    Viele Grüße
    Christoph

  24. Hallo Daniel,

    erstmal vorab danke für die vielen unterhaltsamen Stunden mit deinem Podcast. Sehr gute Arbeit.

    Herrn Friedrich halte ich als Person des öffentlichen Lebens sogar für brandgefährlich, da seine verkürzten und falschen Aussagen anscheinend von nicht wenigen Personen ungeprüft übernommen werden.

    2 Beispiele sind mir besonders negativ aufgefallen:

    „Es gibt ja immer mehr Zombieunternehmen an den Börsen“
    Und er benennt dann, ohne eine schlüssige Definition eines solchen Unternehmens zu nennen, genau 2 Unternehmen. Von über 50.000 börsennotierten Unternehmen (!) Großes Kino.

    Und noch viel krasser:
    Genauer Wortlaut nicht mehr ganz im Kopf „Wir betreiben Klimahysterie; so schlimm ist es ja nicht. Die Antarktis wächst ganz wunderbar. Hat er ja letztens erst gelesen.“
    Fraglich ist nur wo, denn:
    „Es ist extrem wichtig, die beiden Arten von Antarktis-Eis auseinanderzuhalten: Das Meereis schwimmt, wie der Name sagt, auf dem Meer; und wenn es schmilzt, hat das praktisch keine Auswirkungen auf den Meeresspiegel. Das Landeis der Antarktis hingegen hat sich über Jahrtausende gebildet, es liegt wie ein mächtiger Gletscher auf dem Kontinent. Etwa 60 Prozent des gesamten Süßwassers der Erde sind im antarktischen Eisschild gespeichert, und wenn er verschwände, würde das die Meeresspiegel um mehr als 50 Meter anschwellen lassen.

    Die Eiszunahme, die in der Antarktis beobachtet wird, bezieht sich ausschließlich auf das Meereis.“

    Und noch das Finanzrelevante: Sein Fonds performt gegenüber dem Vanguard All World 2,38 % zu 36,57 % auf 3 Jahre. Das sagt eigentlich alles notwendige aus.

    Ich denke, das Publikum deines Blogs weiß Herrn Friedrich genau da einzuordnen, wo er hingehört.

    1. Aber aber.

      Rendite ist hier gar nicht gewollt sagt der liebe Marc doch selbst im Interview.

      Es geht schließlich um „Erhaltung“ des Kapitals und nicht um dessen Vermehrung.

      Jedes Wort ist hier abzuwägen wie ein Gramm Gold.

  25. Wie toll seine Geschäftsidee. Da werde ich „neidisch“.

    „Bis 2023 kommt der Crash“

    Kommt er dieses Jahr. Hat er Recht.
    Kommt er 2021. Hat er Recht.
    Kommt er 2022. Hat er Recht.
    Und kommt er 2023. Hat er auch Recht.
    Kommt der Crash nicht? Auch egal. Bis 2023 Hat er genug Geld verdient.

    2024 kannst du ihn wieder interviewen. Mal sehen wer dann Schuld ist, dass der Crash nicht kam. 😀

    Lächerlich.

  26. Hey Daniel,

    ich bin Stammhörer deines Podcasts, aber diese Folge ist ein No-Go für mich. Warum gibts du so einem Rattenfänger eine Plattform? Und wenn du unbedingt machen willst, muss du mMn ihn viel stärker sachlich angehen und stellen.
    Der Kerl ist für mich eine Art Höcke der Finanzszene, absolut unerträglich.

    Grüße

  27. Also zu den „Anlageempfehlungen“ und Ansichten des Gastes mal abgesehen…da darf sich jeder seine Meinung bilden. Ich denke vieles wird bestenfalls verkürzt dargestellt, wenn nicht deutlich verzerrt.

    Zu dem angesprochenen SAG Gesetz (Sanierungs- und Abwicklungsgesetz) gibt es einen erhellenden Aufsatz bei (aus meiner Sicht) sehr objektiver Stelle:

    https://correctiv.org/faktencheck/wirtschaft-und-umwelt/2019/12/06/nein-bankkunden-werden-im-krisenfall-nicht-komplett-enteignet

  28. Hat mir gut gefallen. Bei vielen Punkten kann man auch gar nicht (mehr) widersprechen, da hat Marc Friedrich einfach recht.
    Ich denke auch, dass eine Absicherung bzw. Diversifikation Sinn macht nicht nur im Aktienportfolio sondern generell mit anderen Assetklassen.

  29. Hat mir gut gefallen. Bei vielen Punkten kann man auch gar nicht (mehr) widersprechen, da hat Marc Friedrich einfach recht.
    Ich denke auch, dass eine Absicherung bzw. Diversifikation Sinn macht nicht nur im Aktienportfolio sondern generell mit anderen Assetklassen.

  30. „Perspektivisch strebt der Fonds auch Anlagen in Diamanten, Wald und Acker­land an“
    –> Wenn hier mit einem offenen Fond dann in geschlossene Fonds investiert werden sollte, dann gute Nacht. Das würde in einem Desaster enden.

    Bitcoin sollte man lieber selbst kaufen, als es irgendjemandem anzuvertrauen. Auch keinem Fondsmanager. Denn es gilt die altbekannte Weiheit: „Not your keys, not your coins“!

  31. Hallo,

    ich fand die Folge gut und sehr unterhaltsam. Marc Friedrich muss man halt einordnen, ich halte seine Thesen weitgehend für deutlich übertrieben und zu panisch. Das ist halt sein Geschäftsmodell. Je panischer, gepaart mit rethorischer Eloquenz, desser besser für ihn.

    Aber ich höre ihm auch gerne zu, genauso wie einem Dirk Müller. Auch wenn es meinen Meinungen widerspricht. Ich finde auch deinen Interviewstil gut, lass die Leute reden und dem Zuhörer ihre Meinung bilden.

    Ansonsten Dein Podcast und Deine Gäste, ich halte nichts davon, dass hier Forderungen gestellt werden, gewissen Leuten keine Bühne zu bieten.

    Gruß
    Fuseboroto

  32. Der gute Herr Friedrich ist zu indoktriniert. Rohstoffe können genauso stark an Wert verlieren durch neue Techniken. In den 70ern wollten die politischen Führer uns glaubhaft machen, dass das Erdöl in Kürze alle ist. Und 50 Jahre später? Wenn Bitcoin durch die wichtigsten Staaten verboten wäre, könnte ich damit auch nur wie jetzt im Darknet und in Teilen des Internets handeln, aber auf keinen Fall die notwendigsten Sachen einkaufen. Das seine Erklärung der Geldschöpfung neu ist, ist wohl ein Witz. Jeder Interessierte weiß, dass das ein alter Hut ist. Genauso wie die Sachen mit der Enteignung. JEDES System und JEDE Regierung wird seine Bürger schröpfen, wenn es hart auf hart geht. Im Notfall wird eben ein neues Gesetzt erlassen und fertig. Das bedingungslose Grundeinkommen ist Sozialismus pur und nützt nur den Politikern um die Masse ruhig zu stellen und den großen Unternehmern weil diese nichts ins Sozialsystem einzahlen.
    Alles in allem ein Schwachsinn!

  33. Lieber Daniel, viele Grüße in die schöne Stadt Lübeck. Du machst einen sehr guten Podcast. Was Marc Friedrich angeht: diese Art von Crash-Thesen kenne ich seit 2006 durch unseren privaten Vermögensberater. Angst ist immer ein schlechter Ratgeber; genauso wie Gier. Fachlich und sachlich kann man das natürlich alles so sehen wie Marc Friedrich, obwohl mir die ganze Art irgendwie zu glatt erscheint. Und ohne böswillig zu sein, habe ich meine Zweifel an der altruistischen Haltung einen Fond zum Wohle der Menschheit aufzusetzen, an dem man nichts verdient. Und natürlich wird der nächste Crash kommen. Vielleicht 2025 oder 2027. Dann hat sich Friedrich um zwei Jahre geirrt, lag dann vermutlich „tendenziell“ aber richtig. Ich finde das alles nicht sehr seriös und glaubwürdig.

  34. Hallo Daniel!

    Eine Menge unterschiedlicher Kommentare unter diesem Beitrag.

    Um deine Lesezeit nicht zu strapazieren, habe ich überlegt überhaupt etwas zu schreiben.

    Bei all den Meinungen, welche Hr. Friedrich vorauseilen, war ich sehr gespannt, was mich im Podcast erwartet. Dazu muss ich sagen, ich habe kein einziges Video gesehen oder ein Buch von Hr, Friedrich gelesen.

    Ich finde den Podcast jedenfalls sehr gut gelungen und wenn man deine Einstellung zu Crash Propheten kennt, war deine Interviewführung sehr gut. Mit einem massiven Konfrontationskurs hättest du das Interview gecrasht was ja nicht Sinn der Sache sein soll.

    Man kann jetzt zu den einzelnen Aussagen von Hr. Friedrich stehen wie man will aber ich finde, auch solche schwarzmalerischen und und zum Mainstream kontroversellen Aussagen und Meinungen sollte man sich anhören.

    Ich beginne bei solchen Crashszenarien immer ein wenig, die euphorische rosa Investorenbrille abzunehmen und die eigenen Denkweisen und Investentscheidungen kritisch zu hinterfragen.

    Wir sind uns ja alle einig, der nächste Crash kommt bestimmt. In welcher Stärke oder 2023 oder im Jahr 20xx ist eigentlich ziemlich nebensächlich und somit nichts Neues.

    Was die ganzen Zombieunternehmen betrifft, stimme ich mit Hr. Friedrich überein. Eine immer wieder mal notwendige Marktbereinigung fand in den letzten 10 Jahren durch die Flut an billigem Geld nicht statt.
    Ich gehe da sogar noch weiter und sehe auch viele Zombieinvestoren wenn ich mir die Vielzahl an, oft auch jungen Immo-, Börsen- und P2P Investoren ansehe. Blauäugig und oft sogar auf Pump massiv investiert, um übermorgen reich und finanziell frei zu sein.

    Begriffe wie raus aus dem Hamsterrad und die finazielle Freiheit sind ja gerade sehr modern und werden von vielen Bloggern und Medien noch zusätzlich gepusht.

    Wird und kann nicht gut gehen und bei der nächsten Wirtschaftskrise würden sich viele wünschen, noch im Hamsterrad laufen zu können wenn die Arbeitslosenrate empor schießt und kein überbezahltes und fremdfinanzierten Immoportfolie zu besitzen. Da rede ich jetzt nicht von ein paar wenigen Wohnungen.

    Und ich maße mir an, nach über 30 Jahren Börsenerfahrung und diversen anderen Anlageformen ein wenig Ahnung zu haben.

    Thema Gold – viele reden mit ohne wahrscheinlich Gold zu besitzen. Ist derzeit wie vor 3 Jahren die Kryptos durch nahezu Höchststände in aller Munde.

    Ich habe zwar keine Glaskugel 😉 aber es ist ein Warnsignal wie schon so oft in der Vergangenheit (Kryptohype, DotCom, Immo Pump vor der Finanzkrise usw.)

    Ich finde also, auch einen Hr. Friedrich, Hr. Müller oder wie auch immer Sie heißen mögen nicht gleich negativ und abwertend abzustempeln und vielleicht auch andere Meinungen gelten zu lassen.

    Und wenn man bereit ist, etwas über den eigenen Tellerrand zu sehen und offen für andere Investitionsmöglichkeiten ist, kann man die eigene Finanzverantwortung selbst in die Hand nehmen und braucht keinen teuren Sachwertefonds und braucht sich darüber auch nicht aufregen 😉

    PS Daniel: Die Soundqualität deiner Podcasts ist enorm gut geworden! Dein bestes Investment aus Sicht der Hörer 🙂

    Liebe Grüße,
    Andreas

    1. Hi Andreas,

      herzlichen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar. Ich sehe alles genauso wie Du und finde, dass man aus den Aussagen von Marc Friedrich durchaus eine Menge lernen kann. Da steckt überall ein Funken Wahrheit drin, aber die Rückschlüsse sind da nicht immer richtig. Und mit der extrem negativen Sicht der Dinge kann ich auch nichts anfangen.

      Aber Fakt ist doch: Das billige Geld in den Märkten wird künftig irgendwann zu Problemen führen. Das wiederum sorgt dann für Probleme bei Leuten mit hohen Fremdfinanzierungen. Wann das sein wird, weiß kein Mensch, aber es wird kommen und gehört zu den Märkten auch dazu.

      Freut mich, dass Dir die Soundqualität gefällt. Da ist jetzt auch ein Profi am Werk, der nochmal viel rausholt. Aber bei meiner eigenen Tonspur will ich noch besser werden. Die ist noch nicht optimal. Das hört man bei der kommenden Folge, wo der Gast einen deutlich besseren Klang hat. Stück für Stück komme ich dann zu einem sehr guten Sound, was dann für die Hörer deutlich angenehmer ist.

      Viele Grüße
      Daniel

  35. Hallo Daniel!

    Ich kam gestern erst dazu den Podcast mit Herrn Friedrich zu hören bzw. hab mich gestern erst dazu durchringen können, weil ich grundsätzlich nichts von Crashpropheten halte!

    Was mir im Nachgang dann aber bewusst geworden ist… Deine Leser/Hörer befinden sich meist in der Filterblase „alles geil mit ETFs, Aktien und Immobilien“, jetzt mal überspitzt ausgedrückt. Sie haben sich viel Wissen angeeignet im Laufe der Jahre wahrscheinlich und können das Interview realistisch einordnen.

    Sie vergessen dabei aber in meinen Augen sehr schnell, dass es eben eine Filterblase ist, in der sie sich befinden. Man muss die Argumente des „Feindes“ kennen, um gegen ihn arbeiten zu können.

    Ich kannte Herrn Friedrich vorher tatsächlich nur von dem aktuellen Buchcover und hatte keinerlei Ahnung, was er inhaltlich von sich gibt. Davon war in dem Interview tatsächlich auch vieles unterirdisch, hat mich aber auch noch einmal animiert über manche Dinge nachzudenken und vor allem auch in der Argumentation mit Skeptikern mir bewusst zu werden unter was für verschiedenen Einflüssen die Menschen in Deutschland stehen.

    Es gibt für die 80 Millionen Deutschen nicht nur die Finanzrocker, Finanzwesire, Koljas, Jonathans oder Lars, sondern eben auch solche wie Herrn Friedrich, der eine hohe Präsenz hat und somit auch die Menschen erreicht. Das muss man wissen und auch die Thesen kennen, um dagegen argumentieren zu können.

    Es gehört genauso zur journalistischen Pflicht eine Vielfalt der Meinungen und Standpunkte zuzulassen (solange nicht gesetzeswidrig!). Man kann eben nicht nur das Hören/Senden, was der Großteil der Leute hören will.
    Ich traue den Hörern dieses Podcasts zu, dass sie sich kritisch mit solchen Themen auseinandersetzen. Schließlich sollen sie sich ja auch kritisch mit Aktien, ETFs, P2P oder Immobilien auseinandersetzen und bewerten, ob und wie sie es verwenden können. Warum nicht auch zutrauen, dass sie es mit so einer Folge und den darin genannten Informationen können?
    Diese Annahme relativiert viel Hektik hier!

    Deswegen fand ich die Folge einfach nur sehr gelungen! Auch in der Gesprächsführung.

    Und wirklich ganz wichtig… Wenn man mit Pauschalisierungen und Verkürzungen der Fakten ein Problem hat, sollte man selbst besser argumentieren. Das ist hier in den Kommentaren zu der Folge leider offenkundig geworden bei vielen.

  36. Lieber Daniel,

    mir hat diese Folge gut gefallen. Mark Friedrich ist zum Thema Geldanlage ja sehr bekannt, ihn zu hören finde ich daher richtig.

    Ich sehe sichtbare Fortschritte bei deiner Interviewführung. Du wirktest gut vorbereitet und hast ihn glaube ich alle wichtigen Kritikpunkte gefragt. Danach hast Du ihn jeweils ausreden lassen. Für mich hat das absolut gereicht um zu erkennen, daß er inhaltlich nicht viel zu bieten hat.

    Beispielsweise die Begründungen für den kommenden Crash waren entweder auf der emotionalen Ebene (das Vertrauen der Menschen geht immer mehr verloren), oder reingeworfene Schlagworte. Z.B. „Zinssenkungen“, „Notenbanken sind in einer Sackgasse“, „soundsoviele Billionen in’s System gepumpt“, „klare Indizien, daß etwas aus den Fugen gerät“, usw. Was das alles genau bedeuten soll, darf sich der geneigte Zuhörer dann selbst überlegen. Aber Substanz hat das alles leider wenig. Oder kann sich hier irgendjemand vorstellen, was genau mit diesen Formulierungen gemeint ist? Und warum das bis 2023 einen Crash auslöst? Man meint so eine Ahnung zu haben, aber genau kann man es auch nicht sagen, oder? Ich glaube, das macht MF so massentauglich. Jeder interpretiert etwas anderes hinein und stimmt MF irgendwie zu.

    Mein persönliches Highlight des Interviews war seine Begründung der Performance-Fee u.a. damit, daß der Fonds ja auch ausschüttet, also kein Thesaurierer ist. Ich glaub‘, mich tritt ein Elch.

    Ich stimme Dir zu, daß ein offenes Streitgespräch wenig sinnvoll gewesen wäre. Das hätte dem Interview einen gänzlich anderen Charakter gegeben. Ich glaube, dann hätte man eher noch einen zweiten Gast eingeladen, z.B. Herrn Kommer, und das Themengebiet sehr eng eingegrenzt, damit es innerhalb der verfügbaren Zeit wirklich zu einer inhaltlichen Auseinandersetzung kommt. Und dann Feuer frei.

    Wenn Du dich noch weiter in der Interviewführung verbessern möchtest, könntest Du dir für’s nächste Interview vornehmen noch mehr nachzufragen. Nicht widersprechen, aber nachfragen wo Unklarheiten und schwammige Formulierungen bestehen.

    An einigen Punkten hast Du das schon getan. Z.B. als er von Zombiunternehmen sprach, hast Du nachgefragt, was er darunter versteht. Als er vom bedingungslosen Grundeinkommen sprach, hast Du gefragt, warum es denn bedingungslos sein muß. Und dann hast Du ihn wieder reden lassen. Das war gut und das kannst Du noch ausbauen.

    Beispiele: Wenn MF auf Kommers Argument antwortet, daß das Wirtschaftswachstum nur in wenigen Ländern auf der Welt stattfindet könnest Du fragen, warum das ein Problem ist, wenn ich ein weltweit diversifiziertes ETF Portfolio habe? Wenn er davon redet, daß Staatsanleihen zu kaufen Zockerei sei kannst Du ihn fragen, warum Anleihen Zockerei sind, aber Aktien, Gold und Bitcoin (!) nicht? Jeder Mann auf der Straße würde ja genau das Gegenteil denken. Wenn er davon redet, daß Millionen Menschen in diesem Land Angst vor Armut haben, kannst Du fragen, warum ausgerechnet Menschen in einem der besten Sozialstaaten der Welt mehr Angst vor Armut haben sollten, als die Menschen in vielen Entwicklungsländern oder den USA?

    So werden die Thesen des Gastes klarer ohne deinen offenen Widerspruch. Laß‘ ihn sich selbst klarer positionieren, da wo er unscharf oder unverständlich geantwortet hat. So kann der Zuhörer Widersprüche und Unklarheiten leichter erkennen. Das Wörtchen „Warum?“ ist hier dein Freund. Das würde vermutlich auch den Zuhörern entgegenkommen, die in den Kommentaren hier mehr „Contra“ von dir erwartet haben.

    Dem Argument, man solle Populisten keine Bühne geben, widerspreche ich. Thesen, die man nicht teilt, schärfen die eigene Meinung.

    Wichtig finde ich jedoch, die „Crashpropheten“ inhaltlich passgenau zu kritisieren, auch wenn sie selbst oft unscharf und pauschal argumentieren.

    Z.B. der Vorwurf, der Fonds performe nicht, ist nicht so stark, weil MF ja Sicherheit in kommenden Krisen verkauft und keine hohen Renditen. Wie Dirk Müller übrigens auch. Wie wir jetzt wissen zeigt sich, daß der Wertefonds in der bisherigen Krise fast genausoviel verloren hat, wie der Markt. Man schaue sich mal den MSCI-World gegen den Wertefonds in den letztebn 6 oder 12 Montaten an. Wenig Unterschied. Ist bisher also nicht besonders krisenfest, der Wertefonds. Konnte man zum Zeitpunkt des Interviews natürlich nicht wissen und kann sich natürlich auch noch ändern. Das werden wir erst nach der Krise endgültig wissen.

    Aber Gerd Kommer hatte in seinem Interview ja schon angezweifelt, daß z.B. Gold ein sinnvolles Investment sei. Der Wertefonds hingegen besteht zu einem großen Teil aus Gold und Goldminenaktien. Das wäre, glaube ich, ein fruchtbarerer Punkt gewesen, als die schlechte Performance der letzten Jahre anzusprechen. Letzteren Punkt konnte MF vorhersehbar parieren mit „wir haben Werterhalt versprochen, nicht Rendite“ und damit hat er wohl auch recht.

    Wünsche dir weiter gute Interviews und spannende Gäste.

    Geduld+Spucke

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