Mit Entnahmeplänen früher in die finanzielle Unabhängigkeit – Interview mit Georg von “Finanzen? Erklärt”

In dieser Podcastfolge spreche ich mit Georg vom Blog “Finanzen? Erklärt!” über das Thema Entsparen und Entnahmepläne. Georg zeigt nicht nur die Vor- und Nachteile von Entnahmeplänen auf, sondern erklärt auch verschiedene Entnahmestrategien und welche Rolle die gesetzliche Rente dabei spielt.

Entnahmepläne Georg

Überblick Interview Entnahmepläne

In dieser Podcastfolge habe ich Georg zu Gast. Der 40-Jährige ist nicht nur Leiter des Bereiches Risk Management bei einer Bank, sondern schreibt auch den Blog “Finanzen? Erklärt!”, auf dem er von seinem persönlichen Weg zur finanziellen Unabhängigkeit berichtet. Sein Steckenpferd sind dabei vor allem die Themen Entsparen und Entnahmestrategien.

Im Interview erklärt Georg, warum Entnahmepläne sinnvoll sind, welche Risiken sie mitbringen und welche Entnahmestrategien es gibt. Wir sprechen auch über den Einfluss der Rente auf die Entnahmerate und klären die Frage, ob es sinnvoll ist, freiwillige Beiträge in die Rentenversicherung einzuzahlen.

Shownotes Finanzen erklärt

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Zusammenfassung des Interviews

Über Georg

  • Georg ist 40 Jahre alt, hat Finanzen und Ökonometrie in Deutschland und den USA studiert und zusätzlich eine Ausbildung zum Chartered Financial Analyst abgeschlossen. Nachdem er viele Jahre als Derivatehändler und Financial Engineer gearbeitet hat, leitet Georg nun seit über vier Jahren den Bereich Risk Management bei einer Bank.
  • Auf seinem Blog “Finanzen? Erklärt!” schreibt Georg über das Thema persönliche Finanzen und finanzielle Freiheit. Sein besonderes Steckenpferd ist das Thema Entnahmestrategien. Georg Wieninger lebt mit seiner Frau und seinem Sohn in Frankfurt am Main.

Du arbeitest im Finanzbereich und hast auch viele Jahre als Derivatehändler und im Financial Engineer gearbeitet. Wie kann ich mir den Job denn vorstellen?

  • Ich habe damals bei der Commerzbank im Treasury Bereich angefangen. Das ist der Bereich, wo sich viele Risiken bündeln. Dort war ich mitten in der Finanzkrise und gerade in diesem Bereich spürt man das deutlich. Dann habe ich bei einer anderen Bank Kundenderivate strukturiert. 
  • Dann habe ich für mich entschieden, dass ich eine Veränderung brauche und habe dann eine Weile als Financial Engineer im Bereich Risikomanagement bei einer Unternehmensberatung gearbeitet. Seit fünf Jahren bin ich nun wieder bei einer Bank und leite die Risiko-Management-Abteilung.

Wie riskant hast du denn dein eigenes Vermögen angelegt?

  • Ich habe eine 100 Prozent Aktienquote, es gibt noch nicht mal einen Notgroschen. Das klingt für viele riskant, aber eigentlich ist es gar nicht so riskant. Ich bin langfristig davon überzeugt, dass die Aktienmärkte weiter nach oben gehen und ich bin nicht darauf angewiesen, dass Geld in den nächsten Jahren verfügbar ist. Ich lege passiv an, ganz breit gestreut – hauptsächlich MSCI World und Emerging Markets. Schon seit sehr vielen Jahren sparen meine Frau und ich einen guten Teil unseres Einkommens.

Warum beschäftigst du dich so mit dem Thema Entsparen und Entnahmepläne?

  • Ich habe irgendwann mal für mich erkannt, dass es eine gute Sache wäre, wenn man so im Alter von 55 nicht mehr darauf angewiesen ist, sein Geld durch eine normale Erwerbstätigkeit zu verdienen. Einmal beobachte ich, dass es ab einem gewissen Alter immer schwieriger wird, einer anspruchsvollen Berufstätigkeit nachzugehen. 
  • Von den heute 50-jährigen werden nur 85 Prozent 67 Jahre alt, also erleben den Beginn der Rente. Und bei den 85 Prozent sind dann auch welche dabei, die gesundheitliche Probleme haben und denen es schwer fällt, zu arbeiten. Außerdem ist es so, dass man ab 50 am Arbeitsmarkt zum alten Eisen gehört, ich habe da in meinem Umfeld schon einiges erlebt. Viele schleppen sich in den letzten Arbeitsjahren irgendwie auch nur noch durch. 

Du bist jetzt 40 und hast somit noch 15 Jahre Zeit, in dem sich dein Vermögen vermehren soll?

  • Den Punkt, an dem ich nicht mehr arbeiten müsste und von meinem Vermögen leben könnte, den werde ich schon deutlich früher erreichen. Das heißt auch nicht, dass ich mit 55 nicht mehr arbeite. Es kann ja auch sein, dass ich mal etwas anderes machen möchte, aber dieser Job ist nicht so gut vergütet und die Lücke könnte ich dann ausgleichen. Aktuell sehe ich bei mir keinen Veränderungsbedarf. 

Gibt es gewisse Punkte, die man beachten sollte, wenn man anspart?

  • Am Anfang ist es gar nicht so wichtig, wofür man eigentlich spart. Der erste Schritt wäre, dass man erstmal ein bisschen Sparmasse verfügbar hat. Vielleicht auch mal ein Haushaltstagebuch führen, damit man ein Gefühl dafür kriegt, wo das Geld eigentlich hingeht. Wenn man anfängt, sein Geld anzulegen, würde ich dazu raten, es breit diversifiziert in den Aktienmarkt zu investieren. Wer ganz neu in dem Thema ist, sollte sich intensiv damit befassen, um dann zu erkennen, dass es eigentlich ganz einfach ist. Den Weg muss man gehen, um in schwierigen Marktphasen die Ruhe zu bewahren. 
  • Wenn das dann einmal erledigt ist, würde ich jedem empfehlen, das Thema auf Autopilot zu stellen und es in den Hintergrund zu rücken. Ich bin ein großer Freund davon, auch das Humankapital weiter auszubauen, um damit dann auch sein Einkommen zu erhöhen. Man kann zwischendurch ja auch mal die Sparrate erhöhen, wenn man mal eine Gehaltserhöhung bekommen hat. Irgendwann nach fünf oder zehn Jahren merkt man dann, dass sich ordentlich was getan hat. 

Du hast einen Artikel darüber, ob sich freiwillige Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung lohnen. Wie stehst du dazu?

  • Ich habe mir auch erst ganz frisch diese Meinung zu diesem Thema gebildet und bin auch noch dabei, darüber nachzudenken. Was ich durch meine Berechnungen herausgefunden habe ist, dass es sich auf jeden Fall lohnt, mit 63 in Rente zu gehen. Das wirkt sehr wahrscheinlich renditensteigernd. 
  • Insgesamt tendiere ich dazu, meine persönliche Strategie zweigleisig aufzustellen. Also dass ich den Grundbedarf über eine Rente abdecke, die ich dann über freiwillige Einzahlungen ein bisschen aufpumpen würde. Den Rest würde ich dann über eine Entnahmestrategie abdecken. Es ist also ein guter Mix, der das Risiko bei der Entnahme reduziert. So kann man auch etwas aggressiver aus dem Aktientopf entnehmen.

Wie stehst du zu Riester und Rürup?

  • Ich bin auch in diese Fairr-Riester-Falle reingetappt. Ich habe 2006 bei Union Investment einen Riester gehabt, das lief immer gut, aber die Kosten sind einfach viel zu hoch. Ich habe mir ausgerechnet, dass ich im Zeitverlauf über 100.000 € Gebühren abtreten muss. Dann bin ich im  Januar 2020 zum Fairr-Riester rübergewechselt und es hat auch eine Weile gedauert, bis es investiert wurde. Dann war mein Geld 12 Tage angelegt und dann kam der Corona-Crash. Angekommen bin ich mit über 50.000 € Riester-Guthaben und dann waren nur noch 40.000 € da, als die Sutor-Bank auf den roten Knopf gedrückt hat.
  • Ich habe dann sofort reagiert und gekündigt.  Anfang April hatte ich dann das Geld auf dem Konto und habe es sofort investiert. So konnte ich den Schaden noch ein bisschen abmildern. Rückblickend war es genau richtig, so zu handeln. Ich habe da generell das Vertrauen verloren und das war auch mein letztes Altersvorsorge-Produkt, das ich in Fremdbetreuung hatte. Die Zulagen von ungefähr 11.000 € habe ich zurückgezahlt.

Wenn ich früher in Rente gehen möchte, brauche ich natürlich auch ein gewisses Grundeinkommen. Wie hoch sollte das Gehalt, das ich mir selber auszahle, denn sein, um davon leben zu können?

  • Das ist eine ganz individuelle Geschichte und hängt auch davon ab, wo ich eigentlich lebe. Wenn wir von jemandem in Deutschland ausgehen, gibt es da auch noch den extremen Frugalisten, der nur 1.000 € braucht und dann hatte ich auch mal einen Fall auf dem Blog, wo jemand 6.000 € netto haben wollte.
  • Ich habe versucht mich dem Ganzen mal neutral anzunähern. Da gibt es eine Studie in Deutschland, die deutsche Haushalte schon seit Jahrzehnten begleitet. Da hat einer rausgefunden, dass ein Single mit 2.000 € netto pro Monat ein Zufriedenheitsoptimum erreicht. Also wenn er noch mehr hat, steigt seine Zufriedenheit kaum an. Wenn man ein Paar ist, sind das gemeinsam nur 3.400 €, weil man sich ja auch ein paar Sachen teilt und Synergieeffekte entstehen. Für jedes Kind kommen dann nochmal 1.000 € on top. Also bei einer Familie mit zwei Kindern summiert sich das Ganze auf 5.400 € netto, die eine Familie braucht, um zufrieden zu sein.
  • Das Gesamtvermögen liegt dann bei einem Single bei 600.000 €, bei einem Paar bei 1,02 Mio. € und bei einem Paar mit zwei Kindern bei 1,92 Mio. €. 

Wozu dienen denn Entnahmepläne und welche Vorteile bieten sie?

  • Entnahmepläne dienen dazu, erstmal ein konkretes Vermögensziel darüber zu definieren. Und es geht ja auch ums Thema Altersvorsorge. Also wenn ich jetzt zusätzlich zu meiner Rente noch etwas machen will und keine Lust auf die klassischen Sachen habe, dann kann ich auch einfach sagen, ich mache eine Entnahmestrategie aus einem Aktienportfolio und da bekomme ich für mein eingezahltes Kapital in der Regel viel mehr raus. 
  • Aus steuerlicher Sicht muss ich auch viel weniger Steuern zahlen. Denn wenn ich jetzt einen Rürup oder Riester habe – die sind ja voll zu versteuern mit dem dann geltenden Steuersatz. Und wenn ich aus einem Portfolio entnehme, dann setzt sich der Betrag ja immer zusammen aus dem Zurückholen von irgendwann mal eingezahltem Kapital und Gewinn. Das heißt nur den Gewinnanteil des Entahmebetrags versteuere ich, aktuell mit 25 Prozent (plus eventuell Kirchensteuer). 
  • Und wenn ich aus der dynastischen Perspektive denke, also auch noch andere Menschen wie z. B. meine Nachkommen in dem Finanzplan berücksichtige, ist es auch herausragend besser als alles andere. Bei den klassischen Rentenprodukten geht das Kapital mit dem Ableben verloren, aber bei einer Entnahmestrategie bleibt in der Regel erwartungsgemäß mehr über.

Welche Vorteile bieten Entsparpläne vor allem in den kommenden 10-20 Jahren?

  • Ein Grund, warum man sich überhaupt damit beschäftigen sollte, ist die aktuelle Niedrigzinsphase. In der Zeit von 1995 bis 2005, da hatten zehnjährige Bundesanleihen eine Rendite von 6 bis 10 Prozent. Wenn ich das haben kann, brauche ich mir das Risiko des Aktienmarktes gar nicht antun. Aber da sind wir leider nicht mehr.
  • Heute sind Aktien das Mittel der Wahl, da kann man dann über eine Entnahmestrategie 3-4 Prozent jedes Jahr entnehmen. Und die anderen Produkte sind aus meiner Sicht mit massiven Nachteilen behaftet.

Welche Entnahmestrategien gibt es?

  • Ganz klassisch die 4-Prozent-Regel. Ganz viele Menschen denken, dass das eine Strategie ist, bei der man sein Kapital verbraucht. Das ist aber nicht richtig. Dass man am Ende auf 0 landet, ist der unwahrscheinliche Worst Case. Außerdem geht man davon aus, dass der Entnahmebetrag immer der Inflation angepasst wird.
  • Darüber hinaus finde ich eine Entnahmestrategie abhängig von der Marktbewertung spannend. Es gibt zum Beispiel das sogenannte CAPE Ratio, bei dem man den durchschnittlichen Gewinn des Aktienmarktes in den letzten zehn Jahren misst und den dann ins Verhältnis zum aktuellen Indexstand sieht. Da gibt es dann so eine Formel, nach der ich die Entnahmerate berechnen kann. Der Nachteil ist, dass es für die CAPE Ratio keine wirklich zuverlässige Quelle gibt.  

Was sind denn die größten Risiken solcher Entnahmepläne?

  • Die zwei wichtigsten Risiken sind das Sequence of Return Risk und das Langlebigkeitsrisiko. Ich steuere ja über meine Entnahmerate die Pleitewahrscheinlichkeit. Je weniger ich entnehme, desto sicherer ist mein Entnahmeplan. Das heißt ich habe immer ein Trade-Off zwischen Sicherheit und Lebensqualität. Diesen muss man halt ausbalancieren, auch in Abhängigkeit vom Langlebigkeitsrisiko. 
  • Das Währungsrisiko ist definitiv auch ein Thema, das nochmal on top kommt auf das Aktienrisiko. Bei der Entnahme kann es auch dazu führen, dass man nochmal ein bisschen weniger entnehmen kann.

Welchen Einfluss hat die gesetzliche Rente auf die sichere Entnahmerate?

  • Es geht dabei ja um Zahlungen, die in der Zukunft liegen. Und wenn ich weiß, in 27 Jahren wird da noch was kommen, dann kann ich das in gewissen Grenzen bei meiner Planung auch schon berücksichtigen, auch wenn ich über dieses Geld gar nicht verfüge. Ich muss mir ausrechnen, wie viel jede Zahlung, die ich in Zukunft erhalte, heute wert ist. Das ist etwas kompliziert.

Lass uns mal noch über das Thema finanzielle Unabhängigkeit sprechen. Warum ist das Thema gerade in den letzten Jahren zu so einem Hypethema geworden?

  • Ich habe mir auch schon ein paar mal die Frage gestellt, wo das herkommt. Auf der einen Seite haben wir seit vielen Jahrzehnten einen ganz großen Trend zu immer mehr Eigenverantwortung bei der Lebensplanung. Früher war dein Vater Schuster und es war klar, du wirst das auch mal. Mit der Zeit hat der Mensch immer mehr Freiräume gewonnen, auch solche Sachen wie Wochenenden, Feiertage, Urlaub – das sind alles gesellschaftliche Errungenschaften.
  • Durch ETFs ist auch eine professionelle Geldanlage für ein breites Spektrum der Bevölkerung zugänglich geworden. Die Leute erkennen ihre Optionen, die Dinge auch mal selbst in die Hand zu nehmen.
  • Auf der anderen Seite sind die Menschen auch immer mehr verunsichert. Wenn man heute mit 50 oder 55 aus der Kurve fliegt, kann das schon mal böse enden. In der Generation unserer Eltern hatte man viel mehr Sicherheit, dieser Rückenwind ist heute einfach nicht mehr da. Und auch das Thema Altersarmut wollen die Leute gelöst haben. 

Wordshuffle

Luxus: Ich schreibe ja über mich „Unser Luxus ist die finanzielle Unabhängigkeit“. Jeder hat begrenzte Mittel zur Verfügung und ich muss mir überlegen, was ich damit mache.

Bloggerleben: In diese Welt bin ich jetzt auch eingetreten. Es gibt Ups and Downs.

USA: Ich habe ein Jahr in den USA studiert und bin dort viel rumgereist, sonst verbindet mich nicht viel mit den USA.

Familie: Ich bin verheiratet und habe einen Sohn. Das ist der absolut innerste Kreis, auf den man sich immer verlassen kann. Alles andere ist vergänglich. 

Immobilien: Wir wohnen ganz überzeugt zur Miete, schon seit 8 Jahren. Die gleiche Wohnung könnten wir heute zu dem Preis nicht mehr bekommen.

Rockmusik: Man kann sagen Börse ist wie Rockmusik. Mal laut, mal leise. Ich höre eher elektronische Musik, bin sonst aber nicht so der große Musikkonsument. 

Frankfurt: Frankfurt ist der Ort, in dem ich seit ungefähr 15 Jahren lebe und arbeite. Ich finde Frankfurt gut, weil es eine vergleichsweise kleine Großstadt ist, aber es ist trotzdem alles da. Ich mag auch die Skyline.

Glück: Glück ist, wenn man insgesamt ein Gefühl der Zufriedenheit verspürt und sich um nichts Sorgen machen muss. Das maximale Glück hat man, wenn es in allen Bereichen mal gleichzeitig gut läuft.

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21 Antworten

  1. Wie sagte doch der Wesir nochmal: “Der Finanzrocker bekommt die spannendsten Gäste”. Gratulation Daniel, der Mix an Leuten macht deinen Podcast besonders. Auch die ruhige Gesprächsführung, die den vollen Fokus auf deine Gäste zulässt ist in Zeiten von Lanz und Co. sehr angenehm.
    Ich persönlich bin Anfang 30 und kann mit Entnahmestrategien noch nicht soviel anfangen. Mir geht es wie dem Gast vor ein paar Jahren – ich spare einfach mal drauf los, weil mir das Sicherheit gibt und ich das Gefühl habe, dass es auf lange Sicht wirklich einen signifikanten Unterschied machen kann für die eigene Freiheit.
    Was mir gefehlt hat: Der Gast sagte, dass er 100% in Aktien ist und nicht mal ein Sicherheitspuffer hat. Mich würde interessieren, warum er auf den Pufffer verzichtet. Diversifiziertes Einkommen in der Partnerschaft so hoch, dass ein neues Auto ohne Probleme angeschaffte werden kann?
    Literaturempfehlungen gab es auch nicht, oder habe ich das überhört?
    Wenn ich in 15 Jahren näher an der Entnahme bin, höre ich mir die Folge vllt. nochmal an 😀
    Danke für deine Arbeit!

    1. Hallo Lance,

      schön, dass Dir die Folge gut gefallen hat! Das mit dem Notgroschen ist leider etwas zu kurz gekommen, daher hier noch ein paar ergänzende Worte: zum Einen haben wir, wie Jörg sagt, wenig Angriffsfläche. Wir wohnen zur Miete und haben seit ca. 7 Jahren kein Auto mehr. Nicht aus Sparsamkeit, sondern weil uns das Auto mehr belastet als genutzt hat (Tüv, Au, Reifenwechsel, Inspektion, Parkplatz Suche…). Bei unserer Wohnlage brauchen wir kein Auto. In den selten Ausnahmen nutzen wir Carsharing.

      Unabhängig davon denke ich auch, dass ein Notgroschen-Ereignis für Angestellte mit unbefristetem Arbeitsvertrag ignoriert werden kann. Man wird in Deutschland nicht über Nacht vor die Türe gesetzt, und es gibt in der Regel eine Abfindung und Arbeitslosengeld. Wenn dann der Partner auch verdient, und man in normalen Zeiten einen guten Teil des Haushaltseinkommen sparen kann, dann sehe ich kein bedeutendes Risiko mehr.

      Anders wenn man selbstständig ist und die monatlichen Einnahmen schwanken / unsicher sind. Oder man einen unbefristeten Arbeitsvertrag hat. Dann sind ein paar Monate Liquidität sicherlich sinnvoll.

      Bzgl Literatur zum Thema Entnahmestrategien gibt es (noch) nicht viel zu lesen. Das Thema ist relativ neu, und wird erst jetzt langsam aufgrund der Niedrigzinsphase und / oder dem allgemeinen Trend zu mehr Eigenverantwortung und Gestaltungsspielräumen bei der eigenen Planung populär. Wenn überhaupt muss man in Richtung USA blicken, Wade Pfau hat ein paar gute Werke verfasst.

      Gruß, Georg

  2. Hallo!
    Das war für mich eine sehr interessante Folge! Bei anderen Folgen komme ich nicht immer mit, da mir Begriffe einfach fehlen. Super, wie Georg die Entnahmestrategien erklärt hat. Über den Punkt hatte ich mir bisher wenig Gedanken gemacht.
    Mit mieten oder kaufen hardern wir hier immer wieder mal. Irgendwie beruhigend, dass auch Profis den Zug als abgefahren ansehen.
    Georgs Blog schaue ich mir mal genauer an.
    Danke an Euch Zwei!

    Viele Grüße!
    Christine

  3. Ich höre an deutschen Finanzpodcasts Geldbildung, Finanzfluss, Aktien mit Kopf, Jens Rabe, Madame Moneypenny und Deinen. Auf Deinen freue ich mich immer am meisten und lerne am meisten was dazu.

    Dieses Interview war auch wieder mal informativ, auch wenn mir das meiste bekannt war, einige Nuancen waren dann doch neu.

    Jetzt kommt ein kleines ‘Aber’ bzw. Wunsch: Ich habe im deutschsprachigen Raum noch keinen Finanz-Podcast oder Webseite gesehen, wo Leute wirklich schon ihre Ziele in die Tat umgesetzt haben. Die also wirklich finanziell frei sind, die wirklich eine Entnahmestrategie befolgen, und das Ganze bitte nicht als Frugalist. Irgendjemand im Alter von z.B. 55, der ein Gesamtvermögen von 1 Million hat und von einer Entnahmestrategie aus Aktien, ETFs und Fonds lebt von 3000 Euro im Monat. Alex von Dividende, der Finanzwesir, der FRugalist Oliver und wie sie alle heißen planen irgendwann eine Entnahmestrategie. Mich würde aber eine Person interessieren, die das Ganze umgesetzt hat. Wie hat sie den Job gekündigt? Was sagte die Frau/Mann dazu? Was hatte sie für Probleme bei der Krankenversicherung? Wie viele Steuern mussten gezahlt werden? Wie sind sie mit dem Corona-Crash umgegangen? Es gibt den Privatier, der würde sich als Interviewgast anbieten. Ansonsten kenne ich im deutschsprachigen Raum niemanden.

    Mach weiter so!

    Gruß FFM50

    1. Moin FFM50,

      das freut mich zu hören, dass dir mein Podcast so gefällt.

      Und ich muss sagen, dass Du mit Deiner Anmerkung nicht recht hast. Ich habe eine ganze Reihe von Interviews mit finanziell freien Menschen geführt. Folgende Interviews (Auswahl-> die sind mir spontan eingefallen) sind doch mit finanziell freien Menschen, die nicht mehr festangestellt arbeiten, sondern nur noch das machen, worauf sie Lust haben:

    2. Was ist Dividendenadel? – Interview mit Christian W. Röhl
    3. Mit 49 finanzielle Unabhängigkeit erreichen – Hörerinterview mit Katrin
    4. Finanzwesir-Podcast: Interview mit Albert Warnecke
    5. “High Tech Investing, Wikifolios und ein aktiver Tech-Fonds” – Interview mit Vollzeitinvestor Stefan Waldhauser
    6. “Ich lebe mit 54 von meinen Dividenden” – Interview mit Christian von Bergfahrten
    7. Es ist doch wichtig, dass man die ganzen Themen aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet. Du hast einfach wahrscheinlich nicht alle Folgen gehört, sonst würdest Du diese Folgen kennen. Das ist aber nicht schlimm und bei weit über 200 Stunden auch nur schwer möglich. Teilweise sprechen wir genau über die Fragen, die Du nennst.

      Viele Grüße
      Daniel

      1. Hallo Daniel! Danke für die Links. Ich hatte die Folgen alle gehört, aber ein paar vergessen. Christian von Bergfahrten werde ich mir nochmal zu Gemüte führen, das scheint ganz gut zu meinen Fragen zu passen. Trotzdem wünsche ich mir den Privatier von https://der-privatier.com/, Der würde bestimmt ein paar interessante Infos geben können. Keine Ahnung, ob der Bock auf Podcast hat, aber Fragen kostet nix.
        Weitere Wünsche wären Sahra Wagenknecht und Dirk Müller. Gerade, weil sie in vielen Bereichen garantiert eine andere Meinung als Du haben, Da könntest Du Deine Stärken als Interviewer voll ausspielen.

        Gruß FFM50

        1. Hallo FFM50,

          den Privatier habe ich schon vor Jahren angefragt und er hat keine Lust auf Podcast. Auch Sahra Wagenknecht hatten wir für “Der Finanzwesir rockt” angefragt. Da kam leider eine Absage. Ich habe keine Lust den Leuten hinterherzurennen, auch wenn sie mit Sicherheit interessant für den Podcast wären.

          Dirk Müller wäre mit Sicherheit interessant, aber auf die anschließenden Diskussionen habe ich keine Lust. Marc Friedrich hat mir da gereicht. Gibt aber noch genügend andere interessante Interviewgäste.

          Viele Grüße
          Daniel

    8. @FFM50 zu “Wo sind all die praxiserprobten, entsparenden Privatiers?”

      – da gibt es die, die FIRE koennten, aber trotzdem weiter arbeiten/Projekte haben/selbstaendig sind (also nicht NUR durch Entsparen ihren Lebensunterhalt bestreiten [wollen]) vgl Millionaers-Interviews auf Freiheitsmaschine.
      Ist also vielleicht die vermutete Zielsetzung falsch?
      FI – ja, aber RE – nein?

      – dann denke mal, wie es DIR erginge, wenn du schon so weit waerest:
      Vielleicht interessieren dich Entnahmestrategien noch die ersten 1-3 Jahre, aber dann? Gaehn. Ziel ist erreicht. Es laeuft. Andere Lebensbereiche werden wichtiger, wozu Blogs darueber vollschreiben? Vielleicht fuer einige wenige, deren Passion es ist (earlyretirementnow.com) oder den Job bedeutet (MrMoneyMustache). Aber sonst?

      Einfach Leben!

      LG Joerg

    9. danke für die interessanten Ausführungen. eins ist mir aber aufgefallen. Einerseits meint georg, die 4% Regel führe nicht zu einem Kapitalverzehr, im Gegenteil sei am Ende eher mehr da als vorher. kann ich nachvollziehen. Etwas später wird dann aber das Langlebigkeitsrisiko thematisiert, was ich dann nicht mehr verstehe: wenn die 4% Regel funktioniert ist es doch herzlich egal wie alt ich werde. oder check ich das nicht? mike

      1. Hallo Mike,

        die 4%-Regel ist in meinen Augen nicht sicher, insbesondere für Zeiträume länger als 30 Jahre. Siehe dazu z.B. folgenden Artikel auf meinem Blog: https://www.finanzen-erklaert.de/vorsicht-vor-der-4-regel/

        3,5% sind eine deutlich sicherere Entnahmerate, wer ganz sicher sein will bewegt sich Richtung 3%.

        Was ich in Bezug auf den Kapitalverzehr sagen wollte ist, dass eine Entnahmestrategie über Verkäufe nicht zwangsläufig zum vollständigen Kapitalverzehr führen muss. Um das genau zu verstehen muss man wissen, dass die sichere Entnahmerate (z.B. die populären 4%) auf Basis von Vergangenheitsdaten ermittelt wurde, und den Wert darstellt, der im schlechtesten beobachteten historischen Verlauf der Dinge einen vollständigen Kapitalverzehr herbeigeführt hätte. Bei allen anderen historischen Verläufen wäre das Kapital nicht vollständig verbraucht, mehr als die Hälfte aller Verläufe endet sogar mit mehr Kapital als zum Start verfügbar war.

        Im Vorhinein weiss man leider nicht wie der eigene Return-Pfad aussieht, aber es ist sehr unwahrscheinlich einen Pfad zu erwischen, bei dem unter Anwendung der sicheren Entnahmerate das Kapital vollständig verbraucht wird. Daher ist allgemein bei solchen Entnahmestrategien nicht von einem Kapitalverzehr auszugehen.

        Gruß, Georg

  4. Auch diese Folge hat mir sehr gut gefallen, und ich werde mir auf jeden Fall den Blog von Georg mal genauer anschauen. Als 57-jähriger befasse ich mich gerade sehr intensiv mit dem Thema, wann und wie ich aussteigen will. Noch verdiene ich mit meinen IT-Projekten so gut, und arbeite sowieso nur noch 60-80%, dass ich den Totalausstieg nicht forcieren will, und jedes Jahr, in welchem ich noch bedeutend mehr verdiene als ausgebe, macht den Vollruhestand dann umso bequemer. Ich könnte aus finanzieller Sicht aber schon jetzt aufhören, wenn es sein müsste.
    Für mich ist der FR-Podcast immer wieder eine interessante Inspiration, und gefällt mir einmal ein Gast/Thema nicht so, dann (Achtung liebe Kritiker!) warte ich einfach auf die nächste Folge. All dies wird uns ja zum Preis von ein bisschen Werbung, die man überspringen kann, geboten. Bei Sky zahle ich für Fussball, und da ist auch lange nicht jede Folge (auch Partie genannt) spannend 🙂

  5. Vielen Dank für den tollen Podcast!
    Es ist schon bezeichnend, wenn jemand, der so viel professionelles Finanzwissen hat, privat nach Kommer investiert.
    Aber trotzdem glaubt jeder zweite mit Wasserstoff und Canabis den Markt schlagen zu können
    Ein Teil meines Portfolios ist ähnlich aufgestellt wie bei Georg.
    Simples ETF Portfolio mit Aktien und Anleihen und festen Investment- und Entnahmeregeln. Bin sehr zufrieden damit.
    Im Podcast hätte ich gerne noch mehr über Georgs Mindset erfahren. Wie ist seine Sparquote? Warum bevorzugt er Angestellter zu sein statt Unternehmer? Was für Ziele hat er außer der Frührente? Usw.

    1. Hi Jan,

      unsere Sparquote liegt bei ca. 50%. Meine Frau trägt aber ebenfalls auf Augenhöhe zum Haushalt bei, so dass wir gleichzeitig auch gut leben können.

      Ob es besser ist Angestellter zur Selbständiger zu sein, lässt sich meiner Meinung nach nicht pauschal sagen. Beides hat Vor- und Nachteile. Ich persönlich schätze an meinem Job als Angestellter, dass mein Gehalt pünktlich und regelmäßig kommt, auch wenn ich Urlaub mache oder krank bin. Im Gegenzug verzichte ich auf Flexibilität. Aktuell passt es so, kann sich aber natürlich auch mal ändern. Und in dieser Situation möchte ich dann gerne frei entscheiden können ob ich weiter angestellt oder lieber selbstständig bin.

      Eine Frührente strebe ich aber nicht an, das ist falsch rübergekommen. Das wäre mir sicherlich zu langweilig.

      Gruß, Georg

  6. Super interessante Folge.

    Jede Folge deines Podcasts motiviert mich aufs Neue meine Finanzen im Blick zu behalten und gibt immer neue Anreize durch spannende Gesprächspartner.

    Mach weiter so!

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