Welche Aktie lief im ersten Halbjahr am besten? Welche war der größte Rohrkrepierer? Genau darüber sprechen wir in unserem diesjährigen Summer Special nicht.
Zum mittlerweile vierten Mal habe ich mich mit Finanzblogger Clemens Faustenhammer zusammengesetzt. Statt Gewinner und Verlierer aufzuzählen, schauen wir diesmal auf unsere Entscheidungen: Was hat funktioniert? Wo lagen wir daneben? Und würden wir heute wieder genauso handeln?

Inhalt
Finanzrocker-Podcast auf allen Plattformen
Hier findest du den Finanzrocker-Podcast auf allen Plattformen
Zwei Depots, zwei Ansätze – und einige Überraschungen
Das Spannende an unseren Summer Specials ist für mich, dass Clemens und ich beim Investieren teilweise ziemlich unterschiedlich ticken.
Während ich mein Depot im ersten Halbjahr so stark umgebaut habe wie lange nicht mehr, bleibt Clemens seinem Ansatz treu: gute Unternehmen möglichst lange halten, den Compounding-Effekt nicht unterbrechen und bei Schwäche eher nachkaufen als verkaufen.
Sein Motto für das erste Halbjahr lautet deshalb auch: „Unverhofft kommt oft.“
Und davon gab es 2026 reichlich. Bei Clemens gehörten plötzlich Unternehmen wie Corning und Applied Materials zu den stärksten Werten, während Zoetis und Tractor Supply deutlich unter Druck gerieten. Bei mir sorgten dagegen ausgerechnet die ETFs für die größte Überraschung.
Genau darüber sprechen wir im Summer Special: Was war eine gute Entscheidung? Was einfach Glück? Und wann muss man akzeptieren, dass eine Investmentthese nicht so aufgegangen ist wie gedacht?
Verkaufen oder einfach laufen lassen?
Bei diesem Thema unterscheiden Clemens und ich uns ziemlich deutlich.
Während ich bei stark gestiegenen Positionen durchaus Gewinne mitnehme oder eine Aktie komplett verkaufe, wenn Bewertung und Investment Case für mich nicht mehr zusammenpassen, geht Clemens anders vor.
Er möchte den Compounding-Effekt möglichst nicht unterbrechen. Eine hohe Bewertung allein ist für ihn deshalb noch kein Grund zu verkaufen. Stattdessen wartet er lieber darauf, dass ein gutes Unternehmen irgendwann wieder in eine interessante Nachkaufregion kommt.
Das zeigt ganz gut, warum es beim Investieren nicht den einen richtigen Weg gibt.
Entscheidend ist vielmehr, ein Regelwerk zu haben, mit dem man auch dann noch ruhig schlafen kann, wenn einzelne Positionen stark steigen oder deutlich unter Wasser geraten.
Meine ETFs schlagen mein Aktiendepot
Damit hätte ich Anfang des Jahres nicht unbedingt gerechnet: Mitte Juli lag mein ETF-Portfolio mit rund 16,5 % im Plus und damit deutlich vor meinem Aktiendepot.
Dabei sind die ETFs eigentlich der unspektakulärere Teil meines Portfolios. Kaufen, liegen lassen, fertig.
Warum ausgerechnet sie im ersten Halbjahr so stark liefen und was das für meine Aufteilung zwischen ETFs und Einzelaktien bedeutet, besprechen wir ausführlich in der Folge.
Clemens geht einen komplett anderen Weg. ETFs besitzt er selbst keine – obwohl er ein großer Verfechter davon ist. Für Anleger, die nicht ständig Geschäftsberichte lesen, Bewertungen vergleichen und mehr als 100 Einzelwerte beobachten wollen, hält er sie sogar für eine der sinnvollsten Finanzinnovationen überhaupt.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Der Umbau, den es so noch nicht gab
Ich habe mein Depot in den vergangenen Monaten so konsequent durchleuchtet wie selten zuvor. Dabei habe ich mich von langjährigen Positionen getrennt, Gewinne bei stark gelaufenen Aktien mitgenommen und einige neue Unternehmen ins Depot geholt.
Die Leitfrage war dabei immer dieselbe: Würde ich diese Aktie zu diesem Kurs heute noch einmal kaufen?
Caterpillar ist dafür ein gutes Beispiel. Das Unternehmen würde ich jederzeit wieder ins Depot holen – zu der Bewertung im Frühjahr aber nicht. Also habe ich die Position in zwei Schritten komplett verkauft.
Bei anderen Aktien war die Entscheidung deutlich schwieriger. Genau über diese Grenzfälle und die Frage, wann Verkaufen wirklich sinnvoll ist, sprechen wir ausführlich in der Folge.
Wo wir komplett danebenlagen
Natürlich lief im ersten Halbjahr nicht alles nach Plan.
Mein bestes Beispiel ist CVS. Nach acht Jahren im Depot habe ich einen Teil der Position verkauft und das Kapital in andere Unternehmen umgeschichtet. Drei Wochen später stand CVS rund 20 % höher.
Noch besser: Einen Teil des Geldes habe ich in Zoetis investiert. Kurz darauf kamen schwache Quartalszahlen – und die Aktie rauschte an einem einzigen Tag rund 20 % nach unten.
Dumm gelaufen.
Clemens kennt das Problem ebenfalls. Auch er hat Zoetis mehrfach nachgekauft und hält mit Tractor Supply einen weiteren Wert, der im ersten Halbjahr kräftig unter Druck geraten ist.
Aber genau deshalb ist die spannendere Frage nicht, ob eine Aktie nach dem Kauf steigt oder fällt. Sondern ob die Entscheidung mit den Informationen, die zu diesem Zeitpunkt vorlagen, richtig war – und ob der Investment Case weiterhin intakt ist.
Und eine Aktie, die einfach ihren Job macht
Bei all den Verkäufen, Fehlgriffen und Überraschungen gibt es aber auch Unternehmen, die ziemlich unspektakulär genau das machen, was sie sollen.
Fastenal habe ich seit 2018 im Depot. Seitdem gab es mehr als 30 Dividendenzahlungen, mehrere Aktiensplits und eine vierstellige Dividendensumme. Dazu steht der Kurs heute deutlich höher als bei meinem Einstieg.
Keine spektakuläre Story, keine Aktie, über die ständig gesprochen wird.
Und genau das gefällt mir.
Fastenal ist für mich ein gutes Beispiel dafür, dass langfristiges Investieren manchmal ziemlich langweilig aussehen kann: Qualität kaufen, Geduld haben und dem Unternehmen Zeit geben.
Was wir aus dem ersten Halbjahr mitnehmen
Am Ende geht es in dieser Folge weniger darum, wer in sechs Monaten die höchste Rendite gemacht hat.
Viel spannender finde ich persönlich die Frage, ob die Entscheidungen dahinter richtig waren.
Wir sprechen über unsere Käufe und Verkäufe, den KI-Hype, den Einsatz von KI bei der Aktienanalyse und darüber, was wir im zweiten Halbjahr anders machen wollen. Natürlich gibt es auch wieder den einen oder anderen Dissens zwischen Clemens und mir.
Und am Ende geht es sogar noch um etwas, das mit Aktienkursen ziemlich wenig zu tun hat. Clemens stellt die Frage, wohin eigentlich unsere Lebensenergie fließt. Denn bei allen Gedanken über Rendite, Depotstruktur und Investment Cases sollte noch genügend Zeit für Familie, Freunde und die Dinge bleiben, die abseits der Börse wichtig sind.
Weitere Informationen
- Zur Website von Clemens
- Zum Instagram-Kanal von Clemens
- Zum ausführlichen Artikel über Zoetis von Clemens
- Zum Portfolio-Update von Clemens
Präsentiert von NordVPN

Deine IP-Adresse wird verborgen, der Datenverkehr läuft durch einen sicheren VPN-Tunnel und deine persönlichen Infos bleiben privat. Zusätzlich gibt es jetzt auch einen Premium Virenschutz.
Neu dazugekommen ist außerdem ein integrierter Antivirus der nächsten Generation – der blockiert Phishing, Malware und gefälschte Shops proaktiv, bevor überhaupt etwas auf deinem Gerät landet. VPN und Virenschutz in einer App.
Wenn Du jetzt Lust bekommen hast, NordVPN auch mal zu testen, dann gehe auf diese Webseite. Als Finanzrocker-Hörer bekommst du einen Rabatt auf den 2-Jahresplan und 4 Monate extra obendrauf. Und das Beste: Mit der 30-Tage-Geld-zurück-Garantie kannst du es risikofrei testen!
Hier geht es zum speziellen Angebot.
Folge gleich anhören
Weitere interessante Artikel
Depotverwaltung Software 2026: Die 4 besten Tools im Vergleich
Aktien Analyse Tools: Mit diesen vier Werkzeugen finde ich bessere Aktien
Gelassen investieren – trotz Krise, Lärm und Unsicherheit – Interview mit Dr. Nikolaus Braun



