„Finanzielle Freiheit ist kein Ziel, sondern ein Prozess“ – Interview mit Marcel von Freiheitsmaschine

Sechs Jahre ist es her, da saß Marcel von Freiheitsmaschine zum ersten Mal im Finanzrocker-Podcast. Damals sprachen wir über Vermögensaufbau, Disziplin und seinen Plan zur finanziellen Freiheit. Heute ist er Anfang 50, nicht mehr angestellt – und lebt von seinem Vermögen. Über den Weg dahin sprechen wir in über 70 Minuten.

Überblick Marcel von Freiheitsmaschine

Finanzielle Freiheit klingt für viele nach einem großen Endpunkt. Kündigung. Sektkorken. Nie wieder Wecker. Doch in Folge 272 des Finanzrocker Podcast spreche ich mit Marcel von Freiheitsmaschine über eine deutlich realistischere Perspektive: Freiheit ist kein Ziel – sie ist ein Prozess.

Marcel war bereits vor sechs Jahren im Podcast zu Gast. Damals noch Ingenieur mit klarem Plan zur finanziellen Unabhängigkeit. Heute ist er Anfang 50, nicht mehr angestellt und lebt von seinem Vermögen. Doch statt einer klassischen „Ich habe es geschafft“-Story erwartet dich ein ehrliches Update: Wie fühlt sich der Ausstieg wirklich an? Was hat sich strategisch verändert? Und was bedeutet finanzielle Freiheit im Alltag?

Wer jetzt eine klassische „Ich hab’s endlich geschafft“-Story erwartet, liegt falsch. Dieses Interview ist deutlich ehrlicher. Es geht um Risikomanagement, Bitcoin-Zyklen, ETF-Diversifikation über verschiedene Wirtschaftsräume, Wegzugsteuer, Geldwertkonten – und vor allem um eine Haltung.

Denn für Marcel war finanzielle Freiheit nie ein Endpunkt.

„Dieser Weg zu dieser finanziellen Freiheit ist für mich persönlich so ein Prozess über Jahre.“

Und genau das macht dieses Gespräch so wertvoll und interessant.

Kein Befreiungsschlag, sondern eine klare Entscheidung

Marcel war über zwei Jahrzehnte als Ingenieur tätig. Der Ausstieg war kein dramatischer Moment. Kein „Ich halte das hier nicht mehr aus“. Ganz im Gegenteil:

„Es ist nicht so, dass mein Angestelltenverhältnis irgendwie schrecklich war und ich deswegen diesem entkommen wollte.“

Er mochte seinen Job. Marcel war gut positioniert. Homeoffice war möglich, Verantwortung auch.

Der entscheidende Unterschied: Sein Vermögen war irgendwann groß genug, um echte Wahlfreiheit zu ermöglichen. Und dieses Gefühl begann nicht erst mit dem siebenstelligen Depot.

„Man baut Vermögen auf … dadurch ist diese Freiheit schon sehr früh da eigentlich.“

Das ist ein Punkt, den ich im Finanzrocker-Podcast immer wieder betone: Freiheit beginnt nicht erst bei vollständiger finanzieller Unabhängigkeit. Sie beginnt in dem Moment, in dem du Optionen durch dein Vermögen hast.

Weitere Informationen

Präsentiert von NordVPN

Werbung NordVPN FreiheitsmaschineDiese Folge wird Dir präsentiert von NordVPN. Mit NordVPN bleibt meine Verbindung im öffentlichen WLAN verschlüsselt und anonym – egal ob im Hotel, Café oder Flughafen.

Deine IP-Adresse wird verborgen, der Datenverkehr läuft durch einen sicheren VPN-Tunnel und deine persönlichen Infos bleiben privat.

NordVPN hat über 7.000 schnelle Server in 118 Ländern, läuft auf allen Geräten und bietet deutschen 24/7-Kundenservice.

Wenn Du jetzt Lust bekommen hast, NordVPN auch mal zu testen, dann gehe auf diese Webseite. Als Finanzrocker-Hörer bekommst du einen Rabatt auf den 2-Jahresplan und 4 Monate extra obendrauf. Und das Beste: Mit der 30-Tage-Geld-zurück-Garantie kannst du es risikofrei testen!

Hier geht es zum speziellen Angebot.

Finanzrocker-Podcast auf allen Plattformen

Hier findest du den Finanzrocker-Podcast auf allen Plattformen

Folge gleich anhören

Die Barbell-Strategie: Stabiler Kern, aktiver Rand

Was sich in Marcels Strategie über die Jahre verändert hat, ist vor allem die Gewichtung. Er beschreibt seinen Ansatz als Barbell-Strategie:

„Ich fahre so diese Art, das ist so eine Art Barbell-Strategie … dass man den größten Teil passiv anlegt und aber einen kleineren Prozentsatz hat, mit dem man versucht, eine Überperformance zu generieren.“

Der Kern: passive ETFs, global gestreut, mit verlässlichen Ausschüttungen. Das schafft Stabilität – besonders in einer Lebensphase, in der es nicht mehr darum geht, alles auf eine Karte zu setzen.

Der kleinere Teil? Der ist für Opportunitäten reserviert. Und damit kommen wir zu dem Thema, das viele Hörer vermutlich besonders interessiert hat: Bitcoin.

20 Prozent Bitcoin: Geglückter Selbstversuch

Marcel hatte lange gezögert. Beim dritten großen Bitcoin-Zyklus entschied er sich bewusst für einen größeren Schritt:

„Ich mache 20% meines Vermögens, lege ich an. Ich habe eine 50% Chance auf einen Vervielfacher.“

Das war keine spontane Wette. Sondern eine kalkulierte Entscheidung aus einer Position der Stärke – selbst wenn es schiefgegangen wäre, hätte es seinen Plan nicht zerstört.

Er kaufte bei rund 16.000 Dollar. Der Kurs stieg auf 69.000, fiel zurück, kletterte später über 100.000. Marcel erlebte den kompletten Zyklus – inklusive der eigenen Psyche:

„Man ist nie davor gefeit … das ist ja wie ein Kokain für das Gehirn, wenn du dein Vermögen verdoppelst.“

Brutale Ehrlichkeit. Wer einmal eine Verdopplung erlebt hat, weiß, wie stark das Ego mitspielt.

Am Ende verkaufte er seine Bitcoin-Position in Tranchen oberhalb der 100.000-Dollar-Marke. Kein perfektes Timing – aber ein disziplinierter Ausstieg. Die Gewinne wanderten zurück in ETFs. In ruhigere Gewässer.

Das ist vielleicht die größte Stärke seines Ansatzes: Chancen konsequent nutzen und Gewinne genauso konsequent sichern.

ETF-Diversifikation – warum „Welt“ nicht immer Welt heißt

Spannend ist auch sein Blick auf regionale Gewichtungen.

Während viele Anleger einfach in einen All-World-ETF investieren und sich zurücklehnen, sieht Marcel das differenzierter. Die starke US-Dominanz in globalen Indizes – teilweise rund 70 Prozent – empfindet er als Klumpenrisiko.

Deshalb hat er in den vergangenen Jahren bewusst stärker außerhalb der USA investiert, etwa in Emerging Markets oder Asien-Pazifik. Nicht aus ideologischen Gründen, sondern aus Bewertungsüberlegungen.

Sein Blick ist zyklisch: Regionen überperformen – und drehen dann wieder. Wer nur dem letzten Jahrzehnt hinterherläuft, kauft oft teuer.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Vermögensschutz: Der Blick über Landesgrenzen hinaus

Mit wachsendem Vermögen verschiebt sich der Fokus. Es geht nicht mehr nur um Rendite – sondern um Schutz.

Marcel bringt das auf den Punkt:

„Man muss wirklich darauf achten, dass man sich auch absichert … nicht nur gegen eigenes Handeln an der Börse, sondern auch was mit dem Land passiert, wo man lebt.“

Er spricht offen über politische Risiken, Kapitalverkehrskontrollen und steuerliche Veränderungen. Die jüngsten Anpassungen bei der Wegzugsteuer sind für ihn ein konkretes Beispiel:

„Jetzt wurde das ja ausgedehnt, dass auch für einen ETF … über 500.000 Euro gilt auch eine Wegzugsteuer.“

Sein Ansatz: Vermögenswerte nicht nur auf verschiedene Assetklassen verteilen, sondern auch auf unterschiedliche Wirtschaftsräume. Antifragilität statt Heimatmarkt-Idylle.

Das muss nicht jeder so machen. Aber es zeigt, wie sich das Denken verändert, wenn Vermögensschutz zur Priorität wird.

Geldwertkonto, Rente und der strukturierte Ausstieg

Besonders spannend: Marcels Umgang mit dem betrieblichen Geldwertkonto. Dieses konnte er auf die Deutsche Rentenversicherung übertragen.

„Die deutsche Rentenversicherung verwaltet dieses Konto für einen und bezahlt einem daraus dann ein fiktives Gehalt.“

Klingt technisch? Ist es auch. Strategisch bedeutet es aber: Krankenversicherung abgesichert, weitere Rentenpunkte gesammelt, steuerlich optimiert.

Marcel hat seinen Ausstieg nicht aus dem Bauch heraus entschieden. Er hat ihn rechnerisch vorbereitet – Schritt für Schritt.

Freiheit braucht Struktur

Was passiert, wenn das finanzielle Müssen wegfällt? Viele unterschätzen genau das.

Marcel war sich bewusst, dass Freiheit ohne Struktur schnell zur Leere werden kann:

„Man braucht eigentlich eine echte Strukturierung.“

Er hat sich feste Anker gesetzt: regelmäßiges Krafttraining, Bewegung an der frischen Luft, bewusste Arbeitsphasen für seine Vermögensverwaltung. Und seine alte Leidenschaft fürs Motorradfahren ist zurückgekehrt.

Vor allem aber schützt er seine Zeit.

„Die Zeit wird sich füllen. Man muss sie wirklich beschützen.“

Ein Satz, der fast noch wertvoller ist als jede ETF-Strategie.

Gold, Zyklen und die Psychologie der Masse

Auch beim Thema Gold bleibt Marcel nüchtern. Er glaubt an Zyklen – und an die Macht der Massenpsychologie:

„Wenn die Masse auf was hinläuft, ist es immer zu Ende – der Trend ist kurz vor Ende.“

Ob Gold, Silber oder Bitcoin: Entscheidend ist für ihn nicht die Story dahinter, sondern die Phase im Zyklus – und die eigene emotionale Verfassung zwischen Gier und Angst.

Was von diesem Gespräch bleibt

Keine einfache Blaupause. Kein „So musst du es machen“. Aber eine klare Haltung: Vermögensaufbau verschafft dir Optionen. Vermögensschutz bewahrt sie. Und Freiheit entsteht nicht durch einen bestimmten Depotstand, sondern durch bewusste Entscheidungen über Zeit, Risiko und Lebensstil.

Marcel bringt es selbst auf den Punkt:

„Das Wichtigste von eigenem Vermögen ist nicht, dass ich mir ein zweites Motorrad kaufen kann … sondern diese Lebenszeit oder einfach diese Freiheiten.“

Und genau darum geht es im Finanzrocker-Podcast seit Tag eins: Geld ist kein Selbstzweck. Es ist ein Werkzeug für ein selbstbestimmtes Leben.

Weitere interessante Interviews

„Mit 40 wollte ich finanziell frei sein, heute habe ich andere Prioritäten gesetzt“ – Interview mit Alexandra (Sauerkraut und Zaster)

„Mehr als Geld: Warum ich jetzt Zufriedenheit der schnellen finanziellen Freiheit vorziehe“ – Interview mit David Frank (Jung in Rente)

„Klüger planen: Der Weg zu mehr finanzieller Sicherheit im 100-Jahre-Leben“ – Interview mit Verhaltensökonom Dr. Thomas Mathar

(Visited 985 times, 3 visits today)

Weitere Artikel

Nachhaltige ETFs
Artikel

Wie baue ich ein Portfolio auf? – Der Finanzwesir rockt

Diese Woche bauen der Finanzwesir und der Finanzrocker ein Portfolio für Max Müller auf. Worauf muss Max achten? Was darf er nicht vergessen? Wie baue ich ein Portfolio auf? Und warum kann er ein höheres Risiko eingehen als andere? Wir besprechen diese Fragen in der neuen Podcast-Episode.

Weiterlesen —
Du möchtest Vermögen aufbauen?

Dann hol Dir alle 2 Wochen Updates, Rabatte und das kostenlose E-Book „Vermögen aufbauen“.

11 Kommentare

  1. Das beste Interview seit sehr langer Zeit. In der Hinsicht, dass mir sowohl die Shownotes als auch das Interview konkrete Handlungsanweisungen und neue Ideen geben. Viele Deiner Gäste sind unterhaltsam, aber nach dem Hören tue ich nichts (z.B. Alexander von Rente mit Dividende, nett zu hören und motivierend, aber ich ändere nichts). Aber bei diesem Interview lohnt sich das Nacharbeiten sehr!

    Gerne mehr solcher Interviews, vor allem von Privatiers!

    Vielleicht kann Marcel 3 Fragen hier beantworten:
    1.) Wenn Du Privatier bist und keine oder wenig eigenen Einkünfte, machst Du dann die Günstigerprüfung, um die Abgeltungssteuer von 26.375% zu reduzieren? Oder sind deine Einkünfte trotz Passivität zu hoch dazu?
    2.) Wenn Du ETFs in den USA kaufst mit USA-ISIN, hast Du dann nicht steuerlich Probleme in Deutschland? Die müssen meines Wissen UCITS-konform sein.
    3.) Betriebliches Geldwertkonto sagt mir gar nichts. Kannst Du das vielleicht mit anderen Worten beschreiben? Warum bietet Deine Firma das an?

    1. @ExFan
      zu 1) wann Guenstigerpruefung moeglich?
      – da koennte man eine Marcel-Antistrategie fahren: kein Ruerup, kein Geldwertkto, keine bAV, keine RP zum Ausgleich kaufen, Thesaurierer statt Ausschuetter, etc (sprich alle zuversteuernden/sozialvers.pflicht. Zahlungsstroeme im Ruhestand/Privatierzeit minimieren nur asymetrisch ETF-Anteile verkaufen, damit keine Regelmaessigkeit von Einkuenften abgeleitet werden kann).
      – als Hobby-Steuerstunder/-vermeider, haben wir das so durchgezogen und freue mich sehr, wenig Steuern/Abgaben zu zahlen.
      Das hebt meine Laune, angesichts – meiner Meinung nach – sehr vielen Fehlentscheidungen der Regierung der letzten 20 Jahre. Dadurch bin ich weniger verbissen/ungeduldig, angesichts (zu?) zaghafter Reformen (Energie, Integrationsverpflichtungen, Sicherheit, buerokrat. Wasserkopf, Digitalisierungs/Infrastrukturdefizite). Also fuer mich pers. der richtige Weg?

      Fuer die Allgemeinheit aber zu unpatriotisch und evtl Lebenszeitverschwendung (Depotstrukturierung damit Lifo moeglich, um Tax-Loss-Harvesting in der Ansparphase und Steuerstundung/Guenstigerpruefung in der Entnahmephase zu ermoeglichen).
      Ausserdem ist finanzielltechnisch effizienter/effektiver fett reich zu werden (Marcel) als sich im erbsenzaehlerischen Klein-Klein zu suhlen ;-)?
      Jeder halt wie er kann und moechte :- x

      LG Joerg

      Gelassenheitsgebet: „Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“

      1. Danke für Deine Antworten, Joerg! Thesaurierer sind als Privatier für die Günstigerprüfung Ausschüttern vorzuziehen, Anfangs hatte ich nur thesaurierend, aber einige ETFs wurden nach Jahren des Haltens „netterweise“ geändert auf ESG oder ausschüttend, Verkaufen und Umschichten habe ich wegen aufgelaufener Steuer nicht gemacht, überlege ich aber. Das beantwortet Deine andere Frage, was ich konkret überlege zu tun. Darf ich Dich 2 Sachen fragen? 1.) Was Du als Steuersatz zahlst statt der 26.375% mit der Günstigerprüfung (ist ziemlich privat, vielleicht einfach nur ne Hausnummer)? 2.) Und „asymmetrisch ETF-Anteile verkaufen“. Meinst Du damit zu unterschiedlichen Monaten verschiedene ETFs verkaufen? Hattest Du jemals Nachfragen?

        1. Moin @ExHSV-Fan, gerne:
          zu „1.) Was Du als Steuersatz zahlst statt der 26.375% mit der Günstigerprüfung“
          Ich muss erst noch die EkSterklaerung fuer 2025 machen, wenn alle Bankbelege eingetrudelt sind (rechne mit 0€ Steuern aus ATZ-Einkuenften meiner Frau, ich selber ALG1 -> nur Progressionsvorbehalt). Bei ca. 5k€ gezahlter KESt aus Zwangs-Kapitaleinkuenften in 2025 (Steuern auf Vorabpauschalen, TgZinsen, Dividenden) schaetze ich, dass wir fast alles bis auf ca 1k€ wiederbekommen? [ETF-Anteile mussten wir 2025 nicht verkaufen, weil wir ein Cash-Tent fuer die Transition angelegt haben, daraus bestreiten wir Ausgaben, die ueber unserem Einkommen liegen.]
          Ob es jetzt sinnvoll ist, das auf einen Prozentsatz umzurechnen? Nun gut, ca. 1/5 von 26,375% waeren dann 5%? Falls das als Naeherung richtig abgeschaetzt ist?
          Da ich dieses Jahr in Rente mit Abschlag gehe (Rente ist zu versteuern, also steigt das zVE fuer uns), wird es 2026 evtl eher bei 8% liegen, 2027 dann noch etwas hoeher (volles Jahr Rente)?
          zu „2.) Und „asymmetrisch ETF-Anteile verkaufen“. Meinst Du damit…“
          Das ist nur hypothetisches Gequatsche. Also auch keine Nachfragen von KK.
          Momentan werden ja nur regelmaessige Ertraege (Vorabpauschalen/Dividenden/Zinsen) versteuert. FALLS jemals Sozialabgaben auf Kapitalertraege faellig werden wuerden (was ich momentan fuer sehr unwahrscheinlich halte, GGwidrig), koennte man mit anstatt regelmaessigen Verkaeufen von irgendwelchen/random ETF-Anteilen (zB jedes Quartal), asymetrisch zB am 30.12.2026 steuerlich wirksame/im Gewinn befindliche ETF-Anteile schon fuer den ganzen Bedarf fuer Jahr 2027 verkaufen, 2027 dann ggfs nur steuerlich unwirksame (also ohne Gewinn, dank Lifo-Management) und dann zB Januar’28 fuer 2028-Bedarf. Dann sieht es fuer die KK so aus, als haette nur 2026 ein Ertragsvorfall bestanden, 2027 nicht und 2028 wird erst 2029 (wenn EkStr-Bescheid da) „gemerkt“ … usw.
          Also asymetrisch steuerlich-/abgabenwirksam im Gegensatz zu regelmaessig.
          Wie gesagt, hypothetische, irrelevante Spinnerei?!
          LG Joerg

  2. Danke für Dein Feedback Ex HSV-Fan und das ich Dir Mehrwert bringen konnte.

    Zu Deinen Fragen:

    1. Unsere Einkünfte aus passiven Einkommen wären zu hoch für eine Günstigerprüfung. Und da ich ja auch zusätzlich ein fiktives Gehalt von der DRV Lebensabschnitt 55 bis 63 Jahre erhalte (aus meinem übertragenen Geldwertkonto von meinem Arbeitgeber), würde das bei mir auch nichts bringen wenn die Kapitalerträge niedriger wären.

    Wenn bei jemandem die Kapitalerträge geringer sind und zeitweise kein weiteres Einkommen vorhanden ist, ist das aber eine nette Sache. Man muss nur beachten, dass man die Quellensteuer aus dem Ausland immer hat (z.B. USA und meiste andere Länder 15% Quellensteuer mit deutschen Doppelsteuerabkommen).

    2. ETF müssen für deutsche Steuerbürger bezüglich Besteuerung nicht UCITS Konform sein. Die deutsche Besteuerung ist für weltweit alle ETF gleich, wenn man deutscher Steuerbürger ist. Bei EU Depots ist es oft nur nicht einfach möglich non-UCITS konforme ETF zu kaufen (es geht aber mit Umwegen und auch bei Vermögenshöhe von min 500k Euro auch in der EU)..

    3. Zu Geldwertkonto würde einmal im Internet Googlen. Das wird in Deutschland bisher hauptsächlich von großen Unternehmen angeboten, damit MItarbeiter aber auch die Unternehmen selbst flexibler über die Lebenszeit des Arbeitnehmers mit Arbeitsspitzen und sich ändernden Lebenszielen umgehen können. Mitarbeiter können dort unversteuertes Bruttogehalt dort einsparen und dann später entweder für den Zeitraum vor der Rente für eine Freistellung verwenden aber auch bei familiären Notsituationen wie Betreuung oder Auszeiten. Dadurch erhöht sich die Zufriedenheit und Unternehmensbindung der Arbeitnehmer und das Unternehmen selbst hat so auch mehr Möglichkeiten in Krisenzeiten zu reagieren. Das geht eher nur bei Unternehmen mit vielen Mitarbeitern die einzelne Abgänge und den Verwaltungsaufwand ohne Probleme kompensieren können.

    Schönen Abend und weiterhin viel Erfolg.

    1. Punkt 2.) war mir nicht bewusst „Bei EU Depots ist es oft nur nicht einfach möglich non-UCITS konforme ETF zu kaufen (es geht aber mit Umwegen und auch bei Vermögenshöhe von min 500k Euro auch in der EU).“ Danke!

      Gibt es denn non-UCITS konforme ETF, die Du empfehlen kannst? Muss nur besser oder billiger sein als „Vanguard FTSE All-World“, das wird schwer ;-). Ein paar wenige Lücken gibt es in der UCITS ETF-Landschaft noch. Oder kaufst Du in Deinem USA-Depot auch Standard-ETFs wie den „Vanguard FTSE All-World“ in der US-ISIN-Version? Bzw. anders herum gefragt: Kannst Du in einem USA-Depot auch die in Deutschland erhältlichen ETFs kaufen?

  3. Ex HSV Fan:
    Das Thema ist steuerlich komplex und es hat keine Vorteile, wenn Du keine Depots in den USA hältst.

    Grundsätzlich macht es nur Sinn ETF mit US ISIN zu kaufen, wenn dort nur US Werte enthalten sind.
    Der Grund ist, dass die USA auf jeden US Aktien ETF (und auch US Einzelaktie) eine 15% Quellensteuer erhebt.
    Deutschland verrechnet diese 15% Quellensteuer indem Sie für alle ETF die normale Steuer auf Aktien von 26.375% bei ETF um ein Drittel reduziert.

    Wenn Du jetzt z.B. ETF mit US ISIN kaufst in dem keine oder nicht nur US Werte enthalten sind, dann wird die Quellensteuer des Ursprungslandes bei Dir als Deutscher Steuerbürger gar nicht berücksichtigt und kommt als Belastung noch oben drauf.

    Beispiel US ETF (mit US ISIN) hält Aktien von Deutschland in seinem US ETF.

    – Steuerabkommen Deutschland USA ergibt 15% Quellensteuer von deutscher Seite auf deutsche Aktien im US ETF (weil dieser normalerweise für US Steuerbürger gedacht ist)..
    – Die USA erheben weitere 15% Quellensteuer auf Ihren gesamten US ETF (mit Steuerabkommen Deutschland weil Du Deutscher Steuerbürger bist).
    – Deutschland erhebt abschließend als ETF Besteuerung 26,375% mal 2/3 auf den gesamten ETF in Deinem Depot.
    Die gesamte Steuerbelastung ist damit über 40% für Dich.

    Das heißt US ETF mit US ISIN immer nur kaufen, wenn dort ausschließlich US Werte enthalten sind (also z.B. den Vanguard US Total Market VTI) oder Vanguard S&P500 ETF VOO).

    Das Ganze macht also nur wirklich Sinn, wenn Du auch Depots in den USA hast, damit Du nicht Dein gesamtes Vermögen in der Euro Zone hältst.

    Schönen Tag

  4. Wirklich guter Podcast. Zum ersten Mal überhaupt erwähnt jemand, dass bei der Besteuerung von Kapitalerträgen Inflationsgewinne besteuert werden, d.h. die reale Steuerlast leigt bedeutend höher als die Nominaltarife so vermuten lassen. Ein Kommer, Beck etc hat das nie erwähnt. Von Talkshows ganz zu schweigen. Top!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Weitere Ergebnisse anzeigen...

Generic selectors
Exact matches only
Search in title
Search in content
Post Type Selectors

Du möchtest Vermögen aufbauen?
Dann hol Dir alle 2 Wochen Updates, Rabatte und das kostenlose E-Book “Vermögen aufbauen”.

Du möchtest Vermögen aufbauen?

Dann hol Dir alle 2 Wochen Updates, Rabatte und das kostenlose E-Book „Vermögen aufbauen“.