„Ich musste das Investieren erst wieder neu lernen“ – Hörerinterview mit Sascha

Sascha hört seit Ende 2015 den Finanzrocker-Podcast. Der langfristige Vermögensaufbau ging ihm aber nicht schnell genug. Also schwenkte er 2017 von langweiligen ETFs auf Einzelaktien um und wollte 2019 dann mit Optionen durchstarten. 2022 stoppte er schließlich dieses Experiment mit Verlusten und musste das langfristige Investieren erst wieder neu lernen. Über seine Erfahrungen und Erkenntnisse spricht er ausführlich in dieser Folge.

Investieren neu lernen - Hörerinterview mit Sascha

Überblick Investieren wieder neu lernen

Als ich 2013 meine Geldanlage in die eigenen Hände genommen habe, war ich völlig fasziniert von der Vielfalt an den Märkten. Alles war spannend und neu. Da wollte ich eine ganze Menge auch ausprobieren.

Natürlich machte ich mit diesem Ansatz ganz viele Fehler. Home Bias, tradete ständig hin und her, probierte vermeintlich tolle Strategien und verlor am Ende doch einiges an Geld. Das gehört aber dazu und ist erstmal nicht schlimm, wenn man sich weiterentwickelt und die Fehler dann nach und nach abstellt.

Bei meinem Hörer und heutigen Gast Sascha hat dieser Prozess sehr lang gedauert. Ich habe viele von seinen anfänglichen Fehlern auch gemacht, habe dann aber versucht die Fehler abzustellen und nicht ständig neue Strategien zu fahren. Ganz ehrlich: Auch bei mir hat der Prozess Jahre gedauert. Erst 2022 war ich mit meinem Depot da, wo ich ursprünglich hinwollte. 

Sascha wollte den Prozess des Vermögensaufbaus hingegen beschleunigen. Er begann ganz langweilig mit ETFs, ging dann auf Aktien und die Levermann-Strategie und entdeckte schließlich den Handel mit Optionen. Nach 3 Jahren und deutlichen Verlusten in sehr gut gelaufenen Märkten hat er 2022 nochmal ganz von vorn angefangen. Er musste sogar das Investieren komplett neu lernen.

Ich finde diese Hörerfolge extrem wichtig, weil nachdrücklich zeigt, was alles schief gehen kann, wenn man seine Einstellung ständig ändert und unbedingt eine höhere Rendite haben will.

Ich bin Sascha sehr dankbar, dass er sich bereit erklärt hat, in den Finanzrocker-Podcast zu kommen und von seinen Erfahrungen zu berichten. In dieser Folge geht es jetzt nicht darum, Sascha bloßzustellen oder mit dem Finger auf ihn zu zeigen, sondern ganz nüchtern zu schauen, warum der langfristige Vermögensaufbau mit einer festen Strategie die beste Option ist. 

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9 Antworten

  1. Eine richtig gute Folge und Respekt an Sascha für so viel Offenheit!
    War das Buch zum Optionshandel zufällig Optionsstrategien von Jens Rabe?
    Ich finde es schade, dass Sascha so sehr auf Dividenden fixiert ist. Man kann aber auch aus einem marktbreiten ETF Depot einen Cashflow beziehen, wenn man sich mal mit Entnahmestrategien beschäftigt.

    1. Was ist eigentlich aus dem OSPI-Fonds von Jens Rabe geworden? Den hat er ja mal in einem seiner Videos auf YT vorgestellt und danach war dann nur noch Stille…

  2. Klasse Daniel das du Sascha motivieren konntest uns seine Erfahrungen mit uns zu teilen. Leider lesen/hören wir immer nur Erfolgsgeschichten. Keiner gibt gerne zu das er selbst scheiterte, das gehört aber halt auch dazu!
    grüße
    Thomas

  3. Hallo Sascha,
    vielen Dank für Deine Offenheit!
    Ich kann allerdings ehrlicherweise nach wie vor keine wirkliche Strategie in Deinem handeln entdecken.
    Irgendwie habe ich das Gefühl, dass Du nach jedem neuen Buch das Du gelesen hast, jetzt der Meinung bist den ‚optimalen‘ Weg gefunden zu haben und das gelesene umsetzt ohne wirklich Deinen eigenen Weg gefunden zu haben.
    Um es klar zu sagen: Viele Wege führen nach Rom. Man muss aber den eingeschlagenen Weg auch mal zu Ende gehen.
    Ob nun ETF oder Dividenden-Strategie oder ein beliebiger Mix daraus. Kann man Alles machen.
    Aber Cashflows aus dem Depot interessieren mich nicht, da ich Dinge wie Urlaube und Anschaffungen aus meinem Gehalt finanziere. Auch Sparraten kommen aus dem Gehalt. Warum sollte ich erst mein Geld investieren um dann wieder Geld zu entnehmen um davon zu konsumieren!? Erscheint mir unlogisch.
    Ich investiere das an Geld, was über ist und was ich auf absehbare Zeit nicht benötige. Mit Eintritt meines Ruhestandes werde ich dann mit der Entnahmephase aus meinem Depot beginnen.

    Und ja, ich schleppe eine Menge schlechte Firmen in meinen ETF mit. Aber woher soll ich wissen, welches Unternehmen das nächste Amazon oder Facebook wird. Mir auch egal, ich habe es dann halt irgendwann in meinen ETF.

    Ich wünsche Dir auf jedem Fall, dass Du jetzt wirklich Deine Strategie findest und zur Ruhe kommst. Das Familie wichtiger ist als Börse hast Du ja schon erkannt!

    Liebe Grüße
    Dirk

  4. Für mich eine der besten Folgen des Finanzrockers überhaupt! Vielen Dank an Sascha für diese Offenheit. Ich kann einige Aspekte (Zocken, Suchtfaktor) aus meiner eigenen Vergangenheit nachvollziehen, auch wenn es bei nie so extrem war (außerdem bin ich schon einige Jahre länger an der Börse). Bei den Aspekten „passives Einkommen“ bzw. dem Verkonsumieren der Dividenden stimme ich Dirk absolut zu – das solltest du, Sascha, wirklich nochmal überdenken.

    Ich habe nach einigen kleinen Schritten Richtung Einzelaktien (< 5% Depotanteil) immer wieder festgestellt, dass es sich für mich nicht lohnt. Selbst wenn die prozentuale Rendite höher war als ein breiter Index hatte ich nie den "Mut" bzw. die Überzeugung, mit dem größten Teil meines Vermögens in Einzeltitel zu gehen. Wenn aber bei einer angenommenen Beschäftigung von 1 Stunde pro Woche "nur" ein paar Tausend Euro im Jahr zusätzlich herausspringen, lohnt es sich einfach nicht, wenn ich möglichen Verdienst durch die Arbeit und den emotionalen Stress berücksichtige. Das Rendite-Zeitaufwand-Verhältnis ist bei einem All-World-ETF einfach unschlagbar – und die Vermögensperformance vermutlich auch, wenn ich die Zeit für die Einzeltitelauswahl einfach in ein paar zusätzliche Arbeitsstunden stecke.

  5. Vieles was auch meiner Meinung entspricht wurde in anderen Kommentaren schon gesagt. Ich möchte noch ergänzen, dass Sascha glaube ich zwei wichtige Dinge noch nicht klar sind:
    1. Nur weil man irgendein Produkt an der Börse kauft und anschließend mit Gewinn wieder verkauft, bedeutet das nicht, dass man recht hatte oder besonders intelligent ist.
    2. Ungleich zum klassischen Geldverdienen kann man an der Börse nicht erwarten mehr zu gewinnen, nur weil man mehr Arbeit investiert. Auch wenn ich mir alle verfügbaren Informationen zu einem Unternehmen durchlese & interpretiere, kann morgen rauskommen, dass der CEO Gelder veruntreut hat und die Aktie 50% fallen.

  6. Eine der wichtigsten Folgen! Danke an Sascha so offen auch über seine negativen Erfahrungen zu berichten. Man kann es nicht oft genug sagen: lasst die Finger von Derivaten und gehebelten Produkten! Die möglichen Verluste stehen in keinem Verhältnis zum mittleren Gewinn. Bei Aktien ist das Risiko auf den Kapitalverlust beschränkt, das ist erheblich aber kalkulierbar. Bei Derivaten kann der Verlust ein Vielfaches des Anlagebetrages sein. Und man kann es nicht sicher begrenzen. Schon eine Stop-Loss-Order suggeriert einen Absicherung auf den Stop-Wert, was falsch ist; wird der Stop-Wert erreicht wird eine Market-Order eingestellt und wenn keiner kaufen will, dann fällt der Preis weiter und weiter. Es kann hundert Mal gut gehen, aber es reicht einmal ein Schwarzer Schwan (Dot.Com-Blase, Finanzkrise, Corona, Ukraine-Energie-Krieg) und du bist Pleite.

  7. Hey Sascha, Daniel,
    Wirklich eine tolle Folge und wie meine Vorredner gesagt haben, schön auch mal „Negativbeispiele“ zu hören. Viele Aspekte die Sascha angesprochen hat, gehören in der Regel zum Groß werden an der Börse hinzu. Sascha scheint sich ja wirklich viel mit den Themen auseinandergesetzt zu haben und ist nicht komplett blind an die Thematik gegangen. Wie wahrscheinlich auch im Casino: Wenn man das erste Mal dorthin geht, hat man einen Glücksgewinn und denkt nun, man hat die Matrix gehackt und das wird sich immer wiederholen. Oftmals ist dieser erste Erfolg der Auslöser der Börsensucht und danach geht es bergab.
    @Sascha: Unterschätze nicht, dass die Gesamtperformance immer aus Kurs und Dividende besteht. Sich nur auf einen Aspekt der Summe zu verlassen, das empfinde ich persönlich als verlorene Rendite, da du deine Strategie unterbewusst auf Dividendenwerte ausrichtest. Da du ja lieber in Einzelwerte investierst, wirst du so viele sehr gute Unternehmen wie z.B. eine Berkshire nicht im Blick haben,
    Wie die Kommentatoren vorher sehe ich für einen Einstieg einen All-World ETF persönlich als beste Rendite/Aufwand/Stress Kombination. Wie Daniel völlig korrekt erwähnt hat, weißt du nicht was du nicht weißt und jede Einzelaktie kann dir um die Ohren fliegen, wenn etwas rauskommt, wie 3M die Ohrstöpsel Geschichte, Bayer und Monsanto usw.
    @Finanzrocker: Gerne mehr von diesen Folgen.

  8. Hallo Daniel,
    sehr lehrreiche Folge, die zum nachdenken einlädt. Ich glaube, die meisten Zuhörer werden sich hier – zumindest ein klitztekleines bißchen – selbst irgendwo wiederfinden. Die offene und direkte Art, in der Sascha von einen Erfahrungen berichtet, hebt sehr deutlich die Probleme hervor und macht es so dem Zuhörer leicht, sie auf die eigene Situation zu übertragen. Sehr hilfreich!

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