Sechs Jahre ist es her, da saß Marcel von Freiheitsmaschine zum ersten Mal im Finanzrocker-Podcast. Damals sprachen wir über Vermögensaufbau, Disziplin und seinen Plan zur finanziellen Freiheit. Heute ist er Anfang 50, nicht mehr angestellt – und lebt von seinem Vermögen. Über den Weg dahin sprechen wir in über 70 Minuten.
Inhalt
Überblick Marcel von Freiheitsmaschine
Finanzielle Freiheit klingt für viele nach einem großen Endpunkt. Kündigung. Sektkorken. Nie wieder Wecker. Doch in Folge 272 des Finanzrocker Podcast spreche ich mit Marcel von Freiheitsmaschine über eine deutlich realistischere Perspektive: Freiheit ist kein Ziel – sie ist ein Prozess.
Marcel war bereits vor sechs Jahren im Podcast zu Gast. Damals noch Ingenieur mit klarem Plan zur finanziellen Unabhängigkeit. Heute ist er Anfang 50, nicht mehr angestellt und lebt von seinem Vermögen. Doch statt einer klassischen „Ich habe es geschafft“-Story erwartet dich ein ehrliches Update: Wie fühlt sich der Ausstieg wirklich an? Was hat sich strategisch verändert? Und was bedeutet finanzielle Freiheit im Alltag?
Wer jetzt eine klassische „Ich hab’s endlich geschafft“-Story erwartet, liegt falsch. Dieses Interview ist deutlich ehrlicher. Es geht um Risikomanagement, Bitcoin-Zyklen, ETF-Diversifikation über verschiedene Wirtschaftsräume, Wegzugsteuer, Geldwertkonten – und vor allem um eine Haltung.
Denn für Marcel war finanzielle Freiheit nie ein Endpunkt.
„Dieser Weg zu dieser finanziellen Freiheit ist für mich persönlich so ein Prozess über Jahre.“
Und genau das macht dieses Gespräch so wertvoll und interessant.
Kein Befreiungsschlag, sondern eine klare Entscheidung
Marcel war über zwei Jahrzehnte als Ingenieur tätig. Der Ausstieg war kein dramatischer Moment. Kein „Ich halte das hier nicht mehr aus“. Ganz im Gegenteil:
„Es ist nicht so, dass mein Angestelltenverhältnis irgendwie schrecklich war und ich deswegen diesem entkommen wollte.“
Er mochte seinen Job. Marcel war gut positioniert. Homeoffice war möglich, Verantwortung auch.
Der entscheidende Unterschied: Sein Vermögen war irgendwann groß genug, um echte Wahlfreiheit zu ermöglichen. Und dieses Gefühl begann nicht erst mit dem siebenstelligen Depot.
„Man baut Vermögen auf … dadurch ist diese Freiheit schon sehr früh da eigentlich.“
Das ist ein Punkt, den ich im Finanzrocker-Podcast immer wieder betone: Freiheit beginnt nicht erst bei vollständiger finanzieller Unabhängigkeit. Sie beginnt in dem Moment, in dem du Optionen durch dein Vermögen hast.
Weitere Informationen
- Zum Blog Freiheitsmaschine
- Zum ausführlichen Artikel über Marcels Änderungen
- Mehr über das Wertguthaben bei der Deutschen Rentenversicherung
- Wertguthaben und Übertragung an die DRV – So geht es
- Mehr über die Wegzugsteuer in Deutschland
- Mehr über die Box-3-Steuer in den Niederlanden
- Zum ersten Interview mit Marcel
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Die Barbell-Strategie: Stabiler Kern, aktiver Rand
Was sich in Marcels Strategie über die Jahre verändert hat, ist vor allem die Gewichtung. Er beschreibt seinen Ansatz als Barbell-Strategie:
„Ich fahre so diese Art, das ist so eine Art Barbell-Strategie … dass man den größten Teil passiv anlegt und aber einen kleineren Prozentsatz hat, mit dem man versucht, eine Überperformance zu generieren.“
Der Kern: passive ETFs, global gestreut, mit verlässlichen Ausschüttungen. Das schafft Stabilität – besonders in einer Lebensphase, in der es nicht mehr darum geht, alles auf eine Karte zu setzen.
Der kleinere Teil? Der ist für Opportunitäten reserviert. Und damit kommen wir zu dem Thema, das viele Hörer vermutlich besonders interessiert hat: Bitcoin.
20 Prozent Bitcoin: Geglückter Selbstversuch
Marcel hatte lange gezögert. Beim dritten großen Bitcoin-Zyklus entschied er sich bewusst für einen größeren Schritt:
„Ich mache 20% meines Vermögens, lege ich an. Ich habe eine 50% Chance auf einen Vervielfacher.“
Das war keine spontane Wette. Sondern eine kalkulierte Entscheidung aus einer Position der Stärke – selbst wenn es schiefgegangen wäre, hätte es seinen Plan nicht zerstört.
Er kaufte bei rund 16.000 Dollar. Der Kurs stieg auf 69.000, fiel zurück, kletterte später über 100.000. Marcel erlebte den kompletten Zyklus – inklusive der eigenen Psyche:
„Man ist nie davor gefeit … das ist ja wie ein Kokain für das Gehirn, wenn du dein Vermögen verdoppelst.“
Brutale Ehrlichkeit. Wer einmal eine Verdopplung erlebt hat, weiß, wie stark das Ego mitspielt.
Am Ende verkaufte er seine Bitcoin-Position in Tranchen oberhalb der 100.000-Dollar-Marke. Kein perfektes Timing – aber ein disziplinierter Ausstieg. Die Gewinne wanderten zurück in ETFs. In ruhigere Gewässer.
Das ist vielleicht die größte Stärke seines Ansatzes: Chancen konsequent nutzen und Gewinne genauso konsequent sichern.
ETF-Diversifikation – warum „Welt“ nicht immer Welt heißt
Spannend ist auch sein Blick auf regionale Gewichtungen.
Während viele Anleger einfach in einen All-World-ETF investieren und sich zurücklehnen, sieht Marcel das differenzierter. Die starke US-Dominanz in globalen Indizes – teilweise rund 70 Prozent – empfindet er als Klumpenrisiko.
Deshalb hat er in den vergangenen Jahren bewusst stärker außerhalb der USA investiert, etwa in Emerging Markets oder Asien-Pazifik. Nicht aus ideologischen Gründen, sondern aus Bewertungsüberlegungen.
Sein Blick ist zyklisch: Regionen überperformen – und drehen dann wieder. Wer nur dem letzten Jahrzehnt hinterherläuft, kauft oft teuer.
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Vermögensschutz: Der Blick über Landesgrenzen hinaus
Mit wachsendem Vermögen verschiebt sich der Fokus. Es geht nicht mehr nur um Rendite – sondern um Schutz.
Marcel bringt das auf den Punkt:
„Man muss wirklich darauf achten, dass man sich auch absichert … nicht nur gegen eigenes Handeln an der Börse, sondern auch was mit dem Land passiert, wo man lebt.“
Er spricht offen über politische Risiken, Kapitalverkehrskontrollen und steuerliche Veränderungen. Die jüngsten Anpassungen bei der Wegzugsteuer sind für ihn ein konkretes Beispiel:
„Jetzt wurde das ja ausgedehnt, dass auch für einen ETF … über 500.000 Euro gilt auch eine Wegzugsteuer.“
Sein Ansatz: Vermögenswerte nicht nur auf verschiedene Assetklassen verteilen, sondern auch auf unterschiedliche Wirtschaftsräume. Antifragilität statt Heimatmarkt-Idylle.
Das muss nicht jeder so machen. Aber es zeigt, wie sich das Denken verändert, wenn Vermögensschutz zur Priorität wird.
Geldwertkonto, Rente und der strukturierte Ausstieg
Besonders spannend: Marcels Umgang mit dem betrieblichen Geldwertkonto. Dieses konnte er auf die Deutsche Rentenversicherung übertragen.
„Die deutsche Rentenversicherung verwaltet dieses Konto für einen und bezahlt einem daraus dann ein fiktives Gehalt.“
Klingt technisch? Ist es auch. Strategisch bedeutet es aber: Krankenversicherung abgesichert, weitere Rentenpunkte gesammelt, steuerlich optimiert.
Marcel hat seinen Ausstieg nicht aus dem Bauch heraus entschieden. Er hat ihn rechnerisch vorbereitet – Schritt für Schritt.
Freiheit braucht Struktur
Was passiert, wenn das finanzielle Müssen wegfällt? Viele unterschätzen genau das.
Marcel war sich bewusst, dass Freiheit ohne Struktur schnell zur Leere werden kann:
„Man braucht eigentlich eine echte Strukturierung.“
Er hat sich feste Anker gesetzt: regelmäßiges Krafttraining, Bewegung an der frischen Luft, bewusste Arbeitsphasen für seine Vermögensverwaltung. Und seine alte Leidenschaft fürs Motorradfahren ist zurückgekehrt.
Vor allem aber schützt er seine Zeit.
„Die Zeit wird sich füllen. Man muss sie wirklich beschützen.“
Ein Satz, der fast noch wertvoller ist als jede ETF-Strategie.
Gold, Zyklen und die Psychologie der Masse
Auch beim Thema Gold bleibt Marcel nüchtern. Er glaubt an Zyklen – und an die Macht der Massenpsychologie:
„Wenn die Masse auf was hinläuft, ist es immer zu Ende – der Trend ist kurz vor Ende.“
Ob Gold, Silber oder Bitcoin: Entscheidend ist für ihn nicht die Story dahinter, sondern die Phase im Zyklus – und die eigene emotionale Verfassung zwischen Gier und Angst.
Was von diesem Gespräch bleibt
Keine einfache Blaupause. Kein „So musst du es machen“. Aber eine klare Haltung: Vermögensaufbau verschafft dir Optionen. Vermögensschutz bewahrt sie. Und Freiheit entsteht nicht durch einen bestimmten Depotstand, sondern durch bewusste Entscheidungen über Zeit, Risiko und Lebensstil.
Marcel bringt es selbst auf den Punkt:
„Das Wichtigste von eigenem Vermögen ist nicht, dass ich mir ein zweites Motorrad kaufen kann … sondern diese Lebenszeit oder einfach diese Freiheiten.“
Und genau darum geht es im Finanzrocker-Podcast seit Tag eins: Geld ist kein Selbstzweck. Es ist ein Werkzeug für ein selbstbestimmtes Leben.




2 Kommentare
Das beste Interview seit sehr langer Zeit. In der Hinsicht, dass mir sowohl die Shownotes als auch das Interview konkrete Handlungsanweisungen und neue Ideen geben. Viele Deiner Gäste sind unterhaltsam, aber nach dem Hören tue ich nichts (z.B. Alexander von Rente mit Dividende, nett zu hören und motivierend, aber ich ändere nichts). Aber bei diesem Interview lohnt sich das Nacharbeiten sehr!
Gerne mehr solcher Interviews, vor allem von Privatiers!
Vielleicht kann Marcel 3 Fragen hier beantworten:
1.) Wenn Du Privatier bist und keine oder wenig eigenen Einkünfte, machst Du dann die Günstigerprüfung, um die Abgeltungssteuer von 26.375% zu reduzieren? Oder sind deine Einkünfte trotz Passivität zu hoch dazu?
2.) Wenn Du ETFs in den USA kaufst mit USA-ISIN, hast Du dann nicht steuerlich Probleme in Deutschland? Die müssen meines Wissen UCITS-konform sein.
3.) Betriebliches Geldwertkonto sagt mir gar nichts. Kannst Du das vielleicht mit anderen Worten beschreiben? Warum bietet Deine Firma das an?
Danke für Dein Feedback Ex HSV-Fan und das ich Dir Mehrwert bringen konnte.
Zu Deinen Fragen:
1. Unsere Einkünfte aus passiven Einkommen wären zu hoch für eine Günstigerprüfung. Und da ich ja auch zusätzlich ein fiktives Gehalt von der DRV Lebensabschnitt 55 bis 63 Jahre erhalte (aus meinem übertragenen Geldwertkonto von meinem Arbeitgeber), würde das bei mir auch nichts bringen wenn die Kapitalerträge niedriger wären.
Wenn bei jemandem die Kapitalerträge geringer sind und zeitweise kein weiteres Einkommen vorhanden ist, ist das aber eine nette Sache. Man muss nur beachten, dass man die Quellensteuer aus dem Ausland immer hat (z.B. USA und meiste andere Länder 15% Quellensteuer mit deutschen Doppelsteuerabkommen).
2. ETF müssen für deutsche Steuerbürger bezüglich Besteuerung nicht UCITS Konform sein. Die deutsche Besteuerung ist für weltweit alle ETF gleich, wenn man deutscher Steuerbürger ist. Bei EU Depots ist es oft nur nicht einfach möglich non-UCITS konforme ETF zu kaufen (es geht aber mit Umwegen und auch bei Vermögenshöhe von min 500k Euro auch in der EU)..
3. Zu Geldwertkonto würde einmal im Internet Googlen. Das wird in Deutschland bisher hauptsächlich von großen Unternehmen angeboten, damit MItarbeiter aber auch die Unternehmen selbst flexibler über die Lebenszeit des Arbeitnehmers mit Arbeitsspitzen und sich ändernden Lebenszielen umgehen können. Mitarbeiter können dort unversteuertes Bruttogehalt dort einsparen und dann später entweder für den Zeitraum vor der Rente für eine Freistellung verwenden aber auch bei familiären Notsituationen wie Betreuung oder Auszeiten. Dadurch erhöht sich die Zufriedenheit und Unternehmensbindung der Arbeitnehmer und das Unternehmen selbst hat so auch mehr Möglichkeiten in Krisenzeiten zu reagieren. Das geht eher nur bei Unternehmen mit vielen Mitarbeitern die einzelne Abgänge und den Verwaltungsaufwand ohne Probleme kompensieren können.
Schönen Abend und weiterhin viel Erfolg.