Wer nach Helge König sucht, stellt meist eine ganz konkrete Frage: Wie schafft es jemand, in weniger als zehn Jahren über 50 Liegenschaften mit rund 380 Wohnungen aufzubauen – und das neben einem anspruchsvollen Vollzeitjob?
Genau darüber habe ich im Finanzrocker-Podcast mit Helge gesprochen. Dieser Artikel ist kein Transkript, sondern ein strukturierter Überblick über seine Immobilienstrategie, seine Finanzierung, seine Denkweise – und auch über die Punkte, die gerne ausgeblendet werden.

Inhalt
Wer ist Helge König?
Helge König ist Immobilieninvestor und ehemaliger Unternehmensberater. Er startete erst mit 44 Jahren mit Immobilien – ausgelöst durch einen Moment, den viele gut verdienende Angestellte kennen: Ein Bankberater machte ihm klar, wie wenig Vermögen trotz hohem Einkommen tatsächlich vorhanden war.
In weniger als zehn Jahren baute Helge daraufhin ein Portfolio von über 50 Liegenschaften mit rund 380 Wohnungen auf, mit Schwerpunkt auf Mehrfamilienhäusern im Ruhrgebiet und am Niederrhein. Einen Großteil seiner Käufe finanzierte er dabei sehr offensiv – häufig bis zu 100 Prozent des Kaufpreises.
Wie Helge König in Immobilien eingestiegen ist
Helge hat nicht mit Anfang 20 angefangen. Er startete erst mit 44 Jahren. Bis dahin war er erfolgreicher Unternehmensberater, verdiente gut, lebte komfortabel – und hatte trotzdem kaum Vermögen aufgebaut. Der Wendepunkt kam nicht durch ein Investment-Seminar, sondern durch eine nüchterne Bemerkung seines Bankberaters bei einer Anschlussfinanzierung. Trotz sechsstelligem Einkommen war das Vermögen überschaubar. Diese Erkenntnis traf.
Anstatt weiter nur Zeit gegen Geld zu tauschen, begann Helge, sich ernsthaft mit Vermögensaufbau zu beschäftigen. Und entschied sich für Immobilien.
Erste Investition: Mehrfamilienhaus statt Eigentumswohnung
Am Anfang stand eine ganz praktische Entscheidung. Eigentumswohnung in Düsseldorf oder Mehrfamilienhaus im Ruhrgebiet? Die Wohnung hätte Charme gehabt, gute Lage, solide Perspektive. Aber ein einzelner Mieter bedeutet ein einzelnes Risiko. Wenn er ausfällt, stehen die Einnahmen bei null.
Das Mehrfamilienhaus bot Streuung. Sieben Wohnungen, sieben Mietverhältnisse, verteiltes Risiko. Es wurde über eine Zwangsversteigerung gekauft – nicht weil es spektakulär klingt, sondern weil die Zahlen stimmten.
Schon nach kurzer Zeit wurde ein entscheidender Unterschied sichtbar: Die Bankrate blieb gleich, die Mieten entwickelten sich weiter. Bei Mieterwechseln konnten Anpassungen vorgenommen werden. Aus einem klassischen Kredit entstand ein Vermögensbaustein mit Hebel.
Shownotes
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Die Immobilienstrategie von Helge König
Was Helge von vielen unterscheidet, ist sein klarer Fokus. Er kauft keine Immobilien in der Hoffnung, dass sie irgendwann teurer verkauft werden können. Er spekuliert nicht auf Preissteigerungen. Jedes Objekt muss sich vom ersten Tag an selbst tragen.
Cashflow ist das zentrale Element. Wenn nach Bankrate, Verwaltung und laufenden Kosten nichts übrig bleibt, wird nicht gekauft. Dieser Ansatz klingt simpel – ist aber in der Praxis diszipliniert umzusetzen.
Hinzu kommt eine bewusste Tilgungsstrategie. Helge tilgt moderat, meist zwischen 1,5 und 2,5 Prozent. Er hat nicht das Ziel, Immobilien möglichst schnell schuldenfrei zu bekommen. Vielmehr nutzt er den Fremdkapitalhebel, um die Eigenkapitalrendite zu steigern. Das funktioniert nur, wenn Einkaufspreis und Miete sauber kalkuliert sind.
Wenn man Helges Ansatz zusammenfassen will, läuft es immer wieder auf dieselbe Logik hinaus: Er kauft nur, wenn der Preis passt, das Objekt vom ersten Tag an trägt und die Überschüsse konsequent wieder in den Ausbau des Portfolios fließen. Genau dadurch wurde aus dem ersten Haus Schritt für Schritt ein skalierbares System.
Dadurch entstand ein Effekt, den viele unterschätzen: Seine Bonität verschlechterte sich nicht mit jedem Kauf – sie verbesserte sich. Jedes neue Objekt erhöhte die Einnahmenbasis. Banken sehen stabile Erträge. Das erleichtert weitere Finanzierungen.
Warum das nicht nach Instagram-Immobilien klingt
Wer glaubt, 380 Wohnungen bedeuteten passives Einkommen im Liegestuhl, wird enttäuscht sein. Helge spricht offen über Räumungsklagen, problematische Mieter, Sanierungen und laufende Entscheidungen. Immobilien sind Unternehmertum. Wer skaliert, muss Strukturen schaffen.
Anfangs verwaltete er selbst. Später kam eine Hausverwaltung dazu. Trotzdem bleibt er operativ eng dran, telefoniert regelmäßig, trifft strategische Entscheidungen selbst. Komplett passiv ist das Modell nicht – aber es ist unabhängig vom klassischen Angestelltenverhältnis.
Und genau das war der Punkt.
Finanzielle Freiheit bedeutete für ihn nicht, nie wieder zu arbeiten. Sondern Entscheidungen ohne Existenzdruck treffen zu können. Als die Mieteinnahmen sein Gehalt langfristig überstiegen, fiel die Entscheidung, sich aus der Beratung zurückzuziehen. Nicht aus Frust – sondern aus Fokusgründen.
Rolle von Aktien im Gesamtportfolio
Oft wird Immobilieninvesting als Gegenspieler zu Aktien dargestellt. Helge sieht das anders. Er kombiniert beides. Die Immobilien generieren Cashflow, dieser fließt regelmäßig ins Depot. Über Jahre entstand so parallel ein breit aufgestelltes Aktienportfolio.
Immobilien sind für ihn kein Ersatz für Wertpapiere, sondern ein Kapitalbeschleuniger. Ohne Hebel wäre dieser Aufbau deutlich langsamer verlaufen.
Buch: „Ich bleib dann mal zu Hause“
In seinem Buch beschreibt Helge König seinen Weg vom Unternehmensberater zum Immobilieninvestor und erklärt seine Denkweise hinter Cashflow, Hebelwirkung und Unabhängigkeit.
Ich bleib dann mal zu Hause: Wegweiser in ein selbstbestimmtes Leben – Immobilien, Aktien und der Weg zur finanziellen Freiheit.
Was man aus Helge Königs Weg lernen kann
Sein Erfolg ist kein Zufall, aber auch kein Geheimrezept. Er hat nicht auf Trendmärkte gesetzt oder auf extreme Wertsteigerungen spekuliert. Er hat gerechnet, verhandelt, optimiert und konsequent wieder investiert.
Entscheidend waren weniger einzelne spektakuläre Deals als vielmehr die Wiederholung eines funktionierenden Systems. Drei bis fünf Transaktionen pro Jahr – über mehrere Jahre hinweg – ergeben am Ende eine kritische Masse.
Was seine Geschichte vor allem zeigt: Ein hohes Einkommen allein schafft keine finanzielle Freiheit. Vermögensaufbau beginnt erst, wenn Einkommen in produktive Assets umgeleitet wird.
Und das kann auch mit 44 Jahren noch starten.
Häufige Fragen zu Helge König und seinen Immobilien
Wer ist Helge König?
Helge König ist ein deutscher Immobilieninvestor und ehemaliger Unternehmensberater. Er baute in weniger als zehn Jahren ein Portfolio von über 50 Liegenschaften mit rund 380 Wohnungen auf, vor allem im Ruhrgebiet und am Niederrhein.
Wie viele Wohnungen besitzt Helge König?
Helge König besitzt rund 380 Wohnungen, verteilt auf mehr als 50 Liegenschaften. Sein Fokus liegt auf Mehrfamilienhäusern.
Wie finanziert Helge König seine Immobilien?
Viele Objekte wurden zu 100 Prozent des Kaufpreises finanziert. Entscheidend ist dabei, dass die Immobilien vom ersten Tag an Cashflow-positiv sind und sich selbst tragen.
In welcher Region investiert Helge König?
Sein Schwerpunkt liegt im Ruhrgebiet und am Niederrhein, also in Regionen mit soliden Mietrenditen und kalkulierbaren Preisen.
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3 Antworten
Ich kenne auch viele die es so gemacht haben. Nun vererben sie Vermögen und Kaufen ohne Finanzierung Häuser.
Spannendes Interview! Besonders inspirierend finde ich die Strategie, Immobilieninvestitionen mit einem Aktienportfolio zu kombinieren – eine clevere Möglichkeit zur Diversifikation. Danke für die wertvollen Einblicke!
Insgesamt ein spannendes Interview. Bei der Passage über die Renditen hätte ich mir eine Nachfrage darüber gewünscht, wie Herr König mit Instandhaltungen, Sanierungen und Modernisierungen umgeht und welchen (erheblichen? vernachlässigbaren?) Einfluss das am Ende auf die erzielten Renditen hat.
Das Vorgetragene legt den Eindruck nahe, dass die Rendite sich nur durch Gegenüberstellung von Kaufpreis/Finanzierungskosten und den Mieteinnahmen berechne.
(Das ist keine Kritik an Herrn König. Ich glaube, er versteht sein Geschäft.)