Wie viel Geld für die Rente sparen?

Wie viel Geld für die Rente sparen? Eine Frage, die sich viele stellen. Die Meisten werden wahrscheinlich sagen, dass sie noch 30 Jahre Zeit haben. Richtig? Aber weißt du auch, wie groß deine Versorgungslücke im Alter sein wird? Nein, denn keiner weiß, wie viel Rente er mit 67 oder vielleicht auch erst mit 70 bekommen wird. Daher ist es Zeit für eine Rechnung und den Start Deines Vermögensaufbaus.

Wie viel Geld für die Rente sparen?

Wie viel Geld für die Rente sparen?

Im Umkehrschluss heißt das: Du kannst nie früh genug mit dem Sparen für die Rente anfangen. Nur wie? Ab wann? Womit? Unsicherheit und Unwissenheit sind ein ständiger Begleiter. Zeit, dass Du Dir ein paar Gedanken zum Thema „Sparen für die Altersvorsorge“ machst, denn jeder Fünfte sorgt nicht für das Alter vor.

Infografik: Altersvorsorge: Jeder Fünfte sorgt gar nicht vor | Statista Mehr Infografiken findest du bei Statista

Kurz- und mittelfristig Geld sparen

Ich möchte dir ganz plastisch zeigen, wie du deinen Bedarf im Monat und Jahr bei den Finanzen errechnen kannst und wie dein Vermögen Jahr für Jahr ansteigt. Versuche dir doch einmal selbst klar zu machen, wie du dein Vermögen jedes Jahr erhöhst – und dich dabei auch wohl fühlst. Denn allein für die Rente un die Altersvorsorge sparen macht auch wieder keinen Spaß.

Keiner verlangt von Dir, dass Du Dein gesamtes Sparvermögen für die Altersvorsorge aufbringen musst. Teile es sinnvoll auf, so dass Du Dir auch guten Gewissens mittelfristige Wünsche erfüllen kannst. Kurzfristige Verpflichtungen, Kosten oder Wünsche solltest du immer auf Tages- oder Festgeldkonten sparen. Hier gilt die Faustregel von drei bis sechs Monatsgehältern.

Wie viel Geld für die Rente anlegen?

Fangen wir mal mit einem kleinen Rechenbeispiel an. Tim ist 30 Jahre alt und verdient im Jahr 35.000 Euro. Er steht nach seinem Studium noch am Anfang seiner Karriere in der PR-Branche. Große Sprünge kann er nicht machen. Dennoch ist er mit seiner Situation zufrieden. Er liebt seine Freundin Christina, wohnt mit ihr in einer netten 3-Zimmer-Wohnung und fährt einen etwas älteren Polo.

Liebend gern gehen die beiden am Wochenende nett essen, ab und zu in die Disco und auf Konzerte. Das Thema Sparen nutzen sie für teure Pauschalurlaube, Autoreparaturen oder einen neuen Fernseher. Außer einem Giro- und einem Tagesgeldkonto mit 2.000 Euro hat Tim keine weiteren Anlagen.

Er weiß noch nicht, ob er mit Christina eine Familie gründen, ein Jahr um die Welt reisen oder ein Haus kaufen möchte. Er will zuerst ein paar Jahre gut leben. Themen wie Altersvorsorge schiebt Tim weit von sich. Da Christina genauso denkt, passiert erst einmal nichts. Warum auch? Passt doch alles.

Ein Termin bei der Hausbank verändert alles. Der Berater Herr Maier erzählt Tim von seiner voraussichtlichen Versorgungslücke im Alter. Er müsse doch vorsorgen. Glücklicherweise hat Herr Maier auch genau die richtigen Produkte gegen eine solche Versorgungslücke.

Riester oder Rürup abschließen?

Tim ist völlig überfordert. Riester, Rürüp, Rentenversicherung oder eine Lebensversicherung – die Auswahl ist groß. Er wusste auch nicht, dass er überhaupt eine Versorgungslücke hat. Mit 30 denkt man doch nicht an so etwas. Es gibt doch die gesetzliche Rente. Oder reicht die nicht?

Persönlich halte ich mittlerweile von diesen ganzen Produkten sehr wenig. Aber natürlich gibt es auch in dem Bereich gute und vernünftige Produkte. Doch ein gebranntes Kind scheut das Feuer. Das war in der Vergangenheit schon häufiger Thema in diesem Blog.

So berechnest du deine Vorsorgelücke

Wenn du wie Tim das erste Mal in deiner Bankfiliale sitzt und der nette Bankverkäufer seine Produkte verkaufen möchte, fängt er mit der ominösen Versorgungslücke an. Konkret: Wie hoch ist die Diskrepanz zwischen deiner Rente und deinen Vorstellungen? Und wie viel musst du ansparen, um diese Lücke zu schließen? Häufig werden dann Riester, private Rentenversicherungen oder andere teure Produkte empfohlen, die ordentlich Provision bringen. So war es auf jeden Fall bei mir.

Heutzutage musst Du Dir keinen mehr vom Pferd erzählen lassen, sondern kannst sowohl Deine Rentenlücke berechnen als auch Deine nötigen Sparquoten. Wie Du Deine nötigen monatlichen Rücklagen errechnest, habe ich im ersten Teil der Werkzeuge erläutert.

Das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) hat eine Reihe hilfreicher Tools entwickelt, mit denen Du Deine Altersvorsorge bewerten kannst – und auch bei Bedarf gegensteuern kannst. Ich habe die Rentenlücken-App aber mal hervorgehoben. Die anderen Tools findest Du aber am Ende ebenfalls verlinkt.

Je 100 Euro lebenslanger Rente benötigst Du aktuell 22.000 Euro. Diese Zahl stammt aus dem Terrassomat des DIA und ist eine gute Daumenregel. Für die oben stehende Vorsorgelücke in Höhe von 1.209 Euro benötigst Du demnach eine angesparte Summe in Höhe von 264.000 Euro. Dann hättest Du beim Jahrgang 1970 die Lücke geschlossen. Das mag auf den ersten Blick sehr hoch erscheinen, aber mit Hilfe des Zinseszins und über einen längeren Zeitraum ist das auch zu erreichen.

Mach’ Dich doch etwas vertraut mit der Rentenlücken-App und schau’ Dir Deine Vorsorge-Lücke mal an. Warte aber nicht zu lange mit einer konkreten Handlung, denn Zeit ist bekanntlich Geld. Und je länger Du die Vermögensbildung rausschiebst, um so weniger profitierst Du vom Zinseszins-Hebel.

Hier geht es zur Rentenlücken-App.

Hier geht es zu allen anderen Tools des DIA.

Zahlenspiele bei der Rente

Bevor Tim nun irgendetwas abschließt, müssen wir erstmal errechnen, welchen Bedarf er im Alter haben könnte – unabhängig von der gesetzlichen Rente. Denn die ist leider nicht genau planbar. Wie gesagt, momentan ist Tim mit seinen Lebensumständen zufrieden. Deshalb planen wir mit seinem jetzigen Jahreseinkommen in Höhe von 35.000 Euro auch für die Zeit als Rentner. Er möchte seine Rente mit 67 Jahren antreten. Die durchschnittliche Lebenserwartung bei Männern liegt bei 81 Jahren. Also hat Tim knapp 14 Jahre Zeit, für die das Geld reichen muss.

Seine aktuellen Ersparnisse liegen leider nur bei 2.000 Euro, die auf dem Tagesgeldkonto liegen. Wir rechnen nun mit einer jährlichen Rendite in Höhe von 6 Prozent. Davon müssen wir aber gleich 2 % Inflation wieder abziehen, so dass 4 % pro Jahr übrig bleiben. Das Thema Steuern lasse ich bei diesem Beispiel weg, da es sonst zu kompliziert wird. Zahlen muss Tim die 25 Prozent Abgeltungssteuer plus Soli und eventuelle Kirchensteuer aber trotzdem.

37 Jahre lang muss Tim nun 4.735 € pro Jahr sparen, um ab 67 ganze 35.000 € im Jahr sicher zu haben. Monatlich sind das 395 €, die er durchaus sparen könnte. Das sind in Summe 395.363 Euro. Eine stolze Summe. Und zusätzlich erhält er ja auch noch die gesetzliche Rente – wie auch immer die dann aussieht. Nicht zu vergessen: auch als Rentner erhält Tim noch eine Rendite von 3 % im Jahr. Die ist mit 81 Jahren quasi aufgezehrt.

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Nun können wir auch errechnen, was Tim sparen müsste, wenn er mit 61 in Rente gehen möchte. Dann müsste er pro Jahr schon 8.663 Euro anlegen, um am Ende auf 520.712 Euro zu kommen. Die kann er dann 20 Jahre aufzehren. Monatlich wären das 722 € für die geplante Geldanlage.

Oder wir schauen was passiert, wenn Tim erst mit 40 anfängt zu sparen. Mit gutem Willen verdient er dann 45.000 Euro und hat 10.000 Euro auf der hohen Kante. Weil er einen höheren Lebensstandard hat, benötigt er ab 67 45.000 Euro im Jahr. Dann müsste Tim im Jahr schon 10.674 Euro zurücklegen, um von den ersparten 508.323 Euro 14 Jahre lang leben zu können. Pro Monat wären das 889,50 Euro!

Produkte in der Bank kaufen?

Aber sollte Tim denn jetzt Produkte in der Bank abschließen? Er sollte vorher auf jeden Fall genau nachrechnen, was es ihn tatsächlich kostet. Die provisionsstärksten Produkte werden häufig im Bankverkauf vorgeschlagen.  Selbst ein einfacher Bausparvertrag würde ihn bei Abschluss bis zu 500 Euro kosten, die er mit dem momentanen Zinssatz wahrscheinlich nicht wieder reinholt. Andere Produkte wie eine private Rentenversicherung schlagen gleich mit über 2.000 Euro über mehrere Jahre zu Buche. Deshalb ist es extrem wichtig, sich vor der Unterschrift sowohl mit den Kosten als auch mit dem tatsächlichen Nutzen auseinander zu setzen.

Mein Fazit

Genug der Zahlen. Ich hoffe, es ist klar geworden, was ich mit den theoretischen Zahlen bezwecken möchte. Es betrifft jeden – egal ob er nun 30.000 oder 80.000 € verdient. Über die Jahre steigen die Ansprüche, so dass dann auch entsprechend mehr gespart werden muss. Die gesetzliche Rente ist dann ein nettes Zusatzeinkommen – ohne in Altersarmut leben zu müssen.

Vielleicht hast Du Dich ja in dem Beispiel wieder erkannt. Das würde mich freuen, denn dann hast Du den ersten Schritt gemacht. Den ersten Schritt, um aktiv oder passiv mit Deinen Finanzen ein Vermögen aufzubauen.

Mach´ Dir doch mal den Spaß: Rechne auf Basis Deines jetzigen Jahresgehalts Deinen Bedarf für das Alter aus. Dann hast Du einen ungefähren Richtwert, was Du monatlich sparen musst – allein für das Alter.

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25 Antworten

  1. Moin Jens,

    herzlichen Dank für Deinen Kommentar und herzlichen Glückwunsch! Du hast den Premieren-Kommentar geschrieben.

    Und dann gleich mit einem echt coolen Artikel, der meinen wunderbar ergänzt und deutlich mehr in die Tiefe geht. Empfehlenswerter Link!

    Viele Grüße
    Daniel

  2. Hallo Finanzrocker,
    dein lockerer Schreibstil gefällt mir.

    Das Thema “wie viel Geld brauche ich für die Rente” interessiert mich sehr, ich habe allerdings große Schwierigkeiten, die Zahlenspiele nachzuvollziehen. Wie viel Geld muss ich denn überhaupt ansparen? Dann springt die Rendite von 4% auf 3%??? Fehlt mir da ein früherer Grundlagenartikel von dir? Oder klärt sich das dann in späteren Artikeln noch auf?

    Momentan kann ich deiner Aufforderung “Mach´ Dir doch mal den Spaß: Rechne auf Basis Deines jetzigen Jahresgehalts Deinen Bedarf für das Alter aus” so noch nicht ganz folgen 🙂

    Viele Grüße,
    Martin

    1. Hallo Martin,

      das freut mich zu Hören. Und noch mehr freut mich, dass Du Dich mit den Zahlenspielen so auseinander gesetzt hast.

      Zu Deiner Frage: Du hast natürlich Recht, dass der Sprung von 4 auf 3 Prozent komisch klingt. Aber als Rentner verbrauchst Du ja Dein angespartes Vermögen und gibst einen Teil aus, was Du vorher nicht gemacht hast. Deswegen hast Du auch weniger Rendite auf Dein Vermögen.

      Die Grundsatzrechnung für Dich bleibt aber gleich. Stelle Dir folgende Fragen:
      Wieviel Vermögen hast Du?
      Wieviel verdienst Du im Jahr?
      Wieviel Jahresausgaben planst Du für die Rente?

      Jetzt rechnest Du 4 Prozent Durchnittsrendite ( 2% Inflation habe ich hier abgezogen) pro Jahr für Deine Anlagen. Dein Vermögen erhöht sich so durch den Zinseszinseffekt enorm.
      Irgendwann hast Du oben im Artikel stehende Zahlen zusammen. Hierauf musst Du aber noch Steuern zahlen.

      Wenn Du Dir jetzt als Rentner pro Jahr 30.000 € auszahlen möchtest und das für 20 Jahre benötigst Du 600.000 € Kapital.
      Das verbrauchst Du über die Jahre, wobei Du trotzdem noch eine Rendite erhältst.

      Ich habe hierzu aber noch weitere Artikel geplant, weil dieses Thema so dermaßen wichtig ist. Finanzplanung, Versicherungen, Rente und Zinseszins habe ich noch im Redaktionsplan. Da schlüssel ich das nochmal auf.

      Viele Grüße & Rock on
      Daniel

  3. Hallo Finanzrocker,

    ich warte dann mal auf die weiteren Artikel, dann klärt sich das vielleicht auf.
    Laut deinem Kommentar bräuchte Tim nämlich dann 35000 x 14 = 490000, laut deinem Ursprungstext spart er aber nur 395363. Irgendwas passt da in meinen Augen noch nicht..

    Bis dann,
    Martin

    1. Hallo Martin,

      noch einmal vielen Dank für Deinen Kommentar. Meine Rechnung im Kommentar war nur als Beispiel für Dich gedacht und bezog sich nicht auf den Text. Denn ich habe ja da gar keine Rendite errechnet, sondern Dir nur geschrieben, dass Du 4 % bzw. 3 % darauf rechnen musst.

      Tim hat ja 2.000 Euro Rücklage und möchte für die Rente jährlich 35.000 € bekommen. In meinem Beispiel im Kommentar habe ich mit 30.000 € als Wert für 20 Jahre gerechnet – ohne Rücklage. Bei Tim sind es hingegen auch nur 14 Jahre. Deshalb kommen unterschiedliche Werte zustande.

      Wenn Du Windows 8 (in Finanzen als Ruhestandsplaner) oder iOS (in Numbers als Vorlage “Rentensparpläne”) hast, kannst Du Dir auch selbst Deine Werte errechnen. Das ist einfacher als meine unterschiedlichen Annahmen. Aber ich kann echt verstehen, dass die Zahlen verwirren. Das Thema ist nicht ganz so einfach. Aber wenn Du es einmal verstanden hast, rechnet sich das fast von selbst. 🙂

      Ansonsten versuche ich das noch ein wenig mehr in kommenden Artikeln zu vereinfachen. Gelingt nicht immer, aber ich versuche es 😉

      Viele Grüße & Danke für Dein Interesse
      Daniel

  4. Moin,

    für einen Mittel- bis Gutverdiener mag es realistisch bis sogar einfach sein, monatlich 400 Euro zu sparen. Aber ich kann mir noch nicht recht vorstellen, wie das für die vielen Menschen möglich sein soll, die jeden Monat froh sind, wenn sie nicht im Dispo landen.

    VG
    Axel

    1. Moin Axel,

      vielen Dank für Deine Anmerkung. Du hast natürlich völlig Recht: Ein Geringverdiener kann keine 400 Euro zurücklegen. Aber es ging ja in meinem Beispiel um einen Mittelverdiener. Und für den sollte das Sparen von 400 € irgendwie möglich sein – zumindest wenn er bisher nicht gespart hast.

      Wenn er weniger verdient, muss die Rechnung entsprechend angepasst werden. Und mein Ratschlag wäre in diesem Fall sowieso, dass Geringverdiener einfach das, was übrig bleibt, sparen. Bei Vaamo (https://finanzrocker.net/vaamo-geht-geld-anlegen-wirklich-so-einfach/) kannst Du beispielsweise ab 10 € schon einen Sparplan erstellen. Direktbanken bieten häufig erst einen Sparplan ab 25 € oder 50 € an.

      Viele Grüße
      Daniel

  5. Über die Finanzierung des Lebensabends macht sich sicher jeder verantwortungsvolle Mensch Gedanken. Meiner Meinung nach kann man im Alltag eine Menge Geld sparen, das man schon mal beiseite legen kann. Wenn man sich ans Sparen gewöhnt hat, passiert es ganz selbstverständlich, ohne großes Nachdenken. Und wenn man als junger Mensch schon haushalten kann, braucht man auch im Alter nicht so viel. Oder man weiß dann den Luxus, den man sich bei ausreichender Finanzdecke mal gönnen kann, richtig zu schätzen.
    “und Dich dabei auch wohl fühlst. Denn allein für die Rente sparen macht auch wieder keinen Spaß.” trifft den Nagel auf den Kopf. Wir leben schließlich auch im Hier und Jetzt!

  6. Spare für die Rente, aber verbrauche nur die Dividenden und lass sie die Kinder erben!
    Es ist gar nicht klug, mit der durchschnittlichen Lebenserwartung 81 Jahre zu rechnen und als Rentner dann die ganzen Ersparnisse von 65 bis 81 Jahren verbrauchen zu wollen, dass dann eventuell für das Älter werden von 82 bis 87 nichts mehr außer der Rente vom Staat übrig bleibt.

    Man soll auch nicht als Rentner so viel Einkommen verlangen, wie ein 30- oder 50-jähriger arbeitender Mann und deswegen ausrechnen, wie viel Euro man bei jährlichem Zins X% monatlich sparen muss. Denn es wird dann alles ganz anders kommen, als man ausgerechnet hat. Man muss einige große Börsencrash überwinden.

    Aber ein in Aktien erfahrener Mann, wie jeder Besitzer von einem Aktien-Blog sein sollte, der muss es schon wissen, dass man monatlich einige hundert Euro sparen sollte und bei jedem 1.000 Euro auf dem Konto eine solide Bluechip-Aktie kaufen, falls sie mit KGV, KBV und KUV gerade günstig ist und die Dividendenrendite höher als 3% macht.

    In der Staatsbibliothek im Heft „Aktien-Analyse“ muss man dann kontrollieren, welche Unternehmen und Banken aus dem DAX, Eurostoxx50, Stoxx50, Dow Jones und andere Unternehmen und Banken mit mehr als 20 Milliarden Euro Börsenwert aus Europa und USA schaffen es, die Dividende, Umsatz und Gewinn durchschnittlich 10% jährlich in den 12 letzten Jahren zu steigern. Und dann verteilt man das ganze Leben lang die Ersparnisse auf 12 bis 20 solche Aktien, falls sie gerade günstig sind.

    Man sollte diese etwa 16 Aktien nie mehr verkaufen, denn man wird dann Jahr von Jahr immer mehr Einkommen von Dividenden haben und seine Kinder werden reich sein. Sollte die Dividende auch weiter 10% jährlich steigen, sowie in den letzten 12 Jahren, hätte man oder seine Kinder nach 38 Jahren in einem einzigen Jahr 39 schon 100%-ige Dividendenrendite aus dem heutigen Aktiendepotwert. Und im 40. Jahr noch 10% mehr Dividenden. Wenn man sich die 25-jährigen Charts bei den 12-20 ausgewählten soliden Aktien anschaut, sieht man oft, wie schnell sich manche Aktie aus dem Crash 2000-2002 erholt hat und dass man gar nicht manche überbewertete Bluechip-Aktie verkaufen muss.

  7. Netter Artikel!

    Ich muss allerdings der Formulierung “Über die Jahre steigen die Ansprüche” widersprechen.
    Bei wem das so ist, haben wohl die Marketingabteilungen dieser Welt einen guten Job gemacht. 😉

    Ansonsten finde ich auch, dass jeder wissen sollte, welche Kosten er/sie ca. pro Jahr hat und wie sich das Vermögen bis ins hohe Alter entwickeln KÖNNTE. Besser verschiedene Szenarien simuliert, als völlig ins kalte Wasser geworfen zu werden.

    1. Hey Benjamin,

      vielen Dank für Deinen Kommentar und Dein Lob! Die Ansprüche steigen auf jeden Fall, denn ich mache jetzt ja auch teureren Urlaub als vor 8 Jahren. Oder habe ein iPhone statt eines Nokia. Oder gehe öfter essen.

      Aber vom Prinzip her hast Du Recht: Wer nur viel und teuer konsumiert, kann nichts zurücklegen. Oder wer sich mit Auto oder Haus früh verschuldet, wird auch nicht viel zurücklegen können.

      Viele Grüße
      Daniel

      1. Hi Daniel,

        das muss jeder selbst wissen. Der eine gönnt sich lieber etwas, der andere spart härter um eher in Ruhestand gehen zu können bzw. ohne Druck arbeiten zu können.

        Gruß
        Benjamin

  8. Hallo Daniel,

    schöner Artikel zur Versorgungslücke im Ruhestand und den positiven Effekten des Zinseszins bei frühem Beginn. Den Zahlenbeispielen und Annahmen lässt sich gut folgen. Anmerken möchte ich noch, dass die Festlegung auf einen Durchführungsweg (Depot mit Abgeltungssteuer) nicht immer optimal sein muss. Okay, Du blendest die Steuer, und die gesetzliche Rente aus, diese spielen in der Frage der Wahl der Durchführung/Anlage nicht selten eine wichtige Rolle. So ist die gesetzliche Rente “sehr sicher” (da halte ich es mal mit Herrn Blüm), da bereits die gesamte Demografie der kommenden Jahrzehnte eingeplant ist. Inflationsbereinigt ist Sie natürlich niedrig, bildet aber durchaus eine Einnahmequelle im Alter. Die Berücksichtigung aller Einnahmequellen im Alter (gesetzliche Rente, Kapitalvermögen, Mieteinnahmen) und insbesondere deren Besteuerung und Sozialabgabenbelegung in der Spar- und der Entnahmephase, können hinsichtlich der Vorteilhaftigkeit von Depot, Riester, Rürup oder Ringelrein durchaus – je nach Anleger – unterschiedliche Vorteilhaftigkeit-Rangfolgen ergeben.

    Herzliche Grüße,
    André

  9. Hallo Finanzrocker,
    ein kompliziertes und in gewisserweise auch spekulatives Thema, dass Du da ansprichst. Wie hoch wird mein Anspruch an den Lebensstandard im Alter sein?
    Die pauschale Annahme des Gehalts ist aus meine Sicht eine ungeeignete Ausgangsbasis. Es ist besser, die regelmäßigen Ausgaben/den Konsum zu betrachten. Nehmen wir an, Tim schafft es derzeit, 1000 € mtl. bei Seite zu legen, dann braucht er diese 1000 € im Alter ja voraussichtlich nicht und kann das Sparziel entsprechend reduzieren.
    Auf der anderen Seite kommen manche Ausgaben dazu: ein Firmenwagen z.B. ist eine Ausgabe, die man im Alter z.B. nicht mehr hat. Für in der PKV Versicherte gilt auf jeden Fall, dass sie Beitragssteigerungen einplanen müssen, in den letzten Jahren waren es im Schnitt ca. 5% pro Jahr. Auf Grund der demografischen Entwicklung gilt ähnliches für die GKV, auch wenn dort einfacher auf Leistungsebene manipuliert werden kann. Ausgaben für Kinder und Haus werden sich verändern etc.
    Lange Rede, kurzer Sinn: aus meiner Sicht macht es mehr Sinn, sich die Ausgaben anzugucken und die Entwicklung zu antizipieren, als vom Gehalt auszugehen.

    1. Hallo Alexander,

      das ist auch mein Ansatz. Dann mache ich noch eine Grobschätzung, wo meine gesetzliche Rente liegen könnte, und in Verbindung mit der 4 Prozent Regel habe ich dann näherungsweise den Betrag, den ich privat ansparen muss.

      Damit bin ich vielleicht nicht ganz so präzise, aber lieber ungefähr richtig als genau falsch.

      Viele Grüße
      Jens

  10. Hi zusammen, die Frage ist natürlich wichtig und deine Rechenbeispiele sind sehr nützlich für viele. Für viele, die nur in eine Richtung denken: in den Aktienmarkt oder ähnliche Investmentformen zu investieren.
    Das ist aber nur EINE Herangehensweise von mehreren, um für den Alter vorzusorgen und/oder finanziell unabhängig zu sein!
    Ich würde die Frage deshalb anders formulieren:
    Wie viel passives Einkommen brauche ich um alle meine Kosten bis Ende meines Lebens abzudecken. Diese Frage finde ich um einiges wichtiger.
    Vielleicht braucht man gar nicht so viel Geld zur Seite zu stellen. Wenn man das kann ist toll und sollte man tun! Keine Frage! Aber wenn man z.B. Lehrer oder Erzieher ist, ist es brutal schwiergi 4-500€ pro monat zur Seite zu legen. Und wir brauchen diese Leute!
    Wir sind ein Pärchen aus Süd Deutschland, beide 32, sind erst seid 10 Jahren in Deutschland und haben es dieses Jahr die finanzielle Unabhängigkeit erreicht. Nicht mit Aktien, sondern Immobilien und (was aus meiner Sicht deutlich wichtiger ist) mit einem Online-Business, was großteils passiv ist.

    Ich sehe meinen Kommentar als Ergänzung und nicht als Kritik!

    Gerne könnt Ihr auf unser Blog voerbeischauen. Wir haben erst vor kurzem gestartet. Hier haben wir unsere Story erzählt: http://whatlifecouldbe.eu/2015/12/03/financial-independence-in-9-years/

    Ansonsten finde ich dein Blog super und ich habe dich auf der Liste deutscher FI Blogs aufgenommen!

  11. Super Artikel, schöner Schreibstil… damit liest es sich gut unterhaltsam.
    Viele können mit dem Begriff Versorgungslücke nichts anfangen, noch mehr können es nicht greifen. In der Schule wird einfach zu wenig gelehrt was nötig ist. Die junge Generation lebt in Konsumschulden, Sparen oder sinvoll investieren sind Fremdwörter.
    Wenn der Rentenbescheid reinflattert, werden Versorgungslücke oder Kaufkraftentwicklung getrost überblättert. Ist das nicht fatal?
    Schaut man sich die historische Kostenentwicklung an und inflationiert seine Grundkosten wie Miete, Strom, Versicherung usw. mal bis zum Renteneintrittsalter wird einem erst mal bewusst, worauf man hinarbeiten sollte.

  12. Musst du bei deiner Berechnung nicht auch die 2% inflation bei den 35k€ betrachten?
    Weil nach deiner Rechnung wären die 35k€ von heute auch in 37 Jahren noch das gleiche wert, was sie aber durch die Inflation nicht sind.
    Heißt von heute an in 37 Jahren sind es 74.280€ im Jahr, die Tim bräuchte, damit er sich das gleiche wie heute mit den 35k€ leisten kann.
    Mit 81 Jahren, also nach 51 Jahren sind es sogar 98.011€.
    Wenn man die 14 Jahre aufsummiert kommt man auf ca. 1,2 Mio € die er benötigt.

    1. Hi Florian,

      die Inflation habe ich schon vorher abgezogen:

      Seine aktuellen Ersparnisse liegen leider nur bei 2.000 Euro, die auf dem Tagesgeldkonto liegen. Wir rechnen nun mit einer jährlichen Rendite in Höhe von 6 %. Davon müssen wir aber gleich 2 % Inflation wieder abziehen, so dass 4 % pro Jahr übrig bleiben.

      Viele Grüße
      Daniel

      1. Da hat “Florian” recht.
        Schon allein die Zahlen ca. 400k€ zu ca. 1200k€
        Von 400k€ (Welche er am Angang nicht mal hat) 2% abziehen sind 8k€ x40 Jahre sind z.b. nur 240k€
        Die Inflation von der Rendite abzuziehen und nicht auf das nötige Vermögen anzuwenden ist eine Milchmädchen-Rechnung…

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